BREMGARTEN · Die Sammeleinsprache mit 1353 Unterschriften ge

The Future Is Black

BREMGARTEN · Die Sammeleinsprache mit 1353 Unterschriften ge

Beitrag von The Future Is Black » 6. April 2004 12:10

© Aargauer Zeitung / MLZ; 06.04.2004; Seite 2

Bremgarten

Über 90 Prozent der Angefragten haben unterschrieben

BREMGARTEN · Die Sammeleinsprache mit 1353 Unterschriften gegen die UMTS-Antenne an der Zürcherstrasse 15 wurde eingereicht

Vor zwanzig Tagen war das Baugesuch von Orange Communications für die Erweiterung der Mobilfunkantenne (UMTS) an der Zürcherstrasse 15 in Bremgarten ausgeschrieben. Gestern wurde eine Sammeleinsprache mit 1353 Unterschriften Direktbetroffener eingereicht.

Lothar Geppert, Strahlengeschädigter und Motor hinter den Bremgarter Einsprachen gegen Mobilfunkantennen, hat ein fast schlafloses Wochenende hinter sich. Bis zum Sonntagabend wurden die letzten Unterschriften gegen das neue Projekt der Orange Communications SA, die Erweiterung der Mobilfunkantenne (UMTS) auf dem Gebäude der Zürcherstrasse 15 - dem «Staublihaus» -, gesammelt. Die ganze Nacht verbrachte Geppert damit, das Kopiergerät zu bedienen, denn diesmal sollten sämtliche Stadträte mit allen Informationen bedient werden. Den Unterlagen beigefügt wurde auch ein offener Brief, in welchem die Stadträte von Fachmann Geppert über die Problematik informiert werden. Ausserdem bitten die Einsprechenden um eine Anhörung durch den Stadtrat, bevor dieser die Gespräche mit Orange aufnimmt.

Spielraum nutzen

«Der Stadtrat hat schon Einspruch erhoben, als Orange für die erste Antenne an der Zürcherstrasse das Baugesuch einreichte», sagte Francis Gottet, Bremgarter Bauverwalter, als er die aktuelle Sammeleinsprache von Geppert entgegennahm. «Allerdings haben sich die Rechtsanwälte der Firma dagegen gewehrt und die kantonale Bauverwaltung hat die Bewilligung erteilt.» Genau dagegen wehren sich die Einsprechenden um Lothar Geppert. Sie wünschen sich, dass der Stadtrat den politischen «Spielraum» vermehrt nutzt. Im umfangreichen Einsprachedossier befinden sich viele Beispiele, wo Gemeinden sich erfolgreich gegen Mobilfunkantennen gewehrt haben. «91,4 Prozent aller Einwohner des betroffenen Gebietes, die wir fragten, haben die Einsprache unterschrieben. Das zeigt doch deutlich, was die Betroffenen wünschen», sagte Geppert.

Als Gründe für die Einsprache sind aufgelistet: Der biologische Wirkungsbereich der Anlage gehe Hunderte von Metern über den gesetzlichen Freihaltebereich hinaus und gefährde damit die Gesundheit eines grossen Teils der Einwohner. Die Aufrüstung der Antennenanlage habe eine Strahlung von 6480 Watt ERP mitten in besiedeltem Gebiet. Die Einsprecher beziehen sich auf das Recht der körperlichen Unversehrtheit und verlangen, dass die bereits jetzt zu starke Anlage die Leistung von 2130 ERP nicht überschreiten dürfe. Die Einsprechenden weisen auf die Nähe des Schulhauses hin und auch die Betreuerinnen der Kindertagesstätte Kita «Chäfernäscht» unterstützen in einem Schreiben das Anliegen der Einsprecher.

Die Einsprache erhebt massive Anschuldigen gegen die Mobilfunkantennen-Betreiberinnen. Es wird auch moniert, dass die Beweislast bislang bei den gesundheitlich Geschädigten liege, statt dass die Betreiberinnen die Unbedenklichkeit ihrer Anlagen beweisen müssen. Insbesondere erwarten die Einsprechenden, dass sie an Verhandlungen, die die Anlagen betreffend, mit Fachpersonen eingeladen werden.

Erste Erfolge

Dass die Bremgarter Einsprachen nicht ohne Folgen bleiben, zeigte sich letzte Woche. Die Swisscom hat ihr Baugesuch für eine Antenne im Bibenloos nach fünf Monaten zurückgezogen. Damals waren in Bremgarten 645 gültige Unterschriften dagegen eingereicht worden.

Der Bremgarter Bauverwalter Francis Gottet meint, dass es ungefähr drei Monate dauern wird, bis die Kantonale Bauverwaltung über die aktuelle Sammeleinsprache entschieden haben wird. (bts)