"Was strahlt da?"
Verfasst: 21. Juni 2004 12:27
© Tele; 19.06.2004; Nummer 25; Seite 34
Was strahlt da?
Elektrosmog kann das Wohlbefinden beeinflussen. Hauptquelle für Unwohlsein sind Elektrofelder oder hausgemachte Strahlenquellen wie Dect-Telefone.
Muss man Angst bekommen vor der Strahlenbelastung, wenn man sein Haus mit drahtlosen Geräten, Wireless LAN und Dect-Telefon ausstattet? TELE wollte Antworten und lud zwei Experten zu Messungen in ein Testhaus ein. Der erste ist Angelus Wismer, Elektrobiologe in Ettingen (BL) und Zentralsekretär der Schweizer Arbeitsgemeinschaft Biologische Elektrotechnik (www.sabe-schweiz.ch). Er misst zuerst dort, wo wir uns am liebsten aufhalten: im Schlafzimmer.
Strahlenquelle Nummer 1: elektrische Wechselfelder (Elektrofelder). Sie entstehen durch die Stromleitungen in den Wänden. Experte Wismer platziert eine würfelförmige Sonde auf dem Kopfkissen, das Messgerät zeigt 20 Volt pro Meter an. Das ist zu viel für einen gesunden Schlaf! Ein Volt pro Meter sind für die Arbeitsgemeinschaft die Obergrenze. Der Grund für den hohen Wert ist schnell gefunden: Die Nachttischlampe neben dem Bett ist falsch an der Steckdose angeschlossen. Wismer dreht den Stecker um 180 Grad und schon sackt der Messwert auf 6 Volt pro Meter ab.
Strahlenquelle Nummer 2: die Elektromagnetfelder. Sie treten vor allem in der Nähe von Geräten oder Hochspannungsleitungen auf. Mit einer anderen Sonde misst Angelus Wismer, ob Elektromagnetfelder im Schlafzimmer unser Wohlbefinden stören könnten. Das Gerät zeigt keine Belastung - Entwarnung!
Strahlenquelle Nummer 3: hochfrequente Funkwellen. Viele ökologisch Gesinnte verteufeln die Handyantennen, die überall im Land gen Himmel ragen. Auf der Anzeige von Wismers Messgerät hinterlässt jedoch keine Natelantenne irgendeinen Ausschlag.
Doch wie steht es mit den «hausgemachten» Strahlen aus der Dect-Basis-Station? Wismers Messgerät zeigt hier erst einen Wert an, als er sich der Antenne der Basis-Station auf wenige Meter nähert. Dennoch fin-det er es nicht ideal, dass das Gerät nur einen Meter vom Kopf der arbeitenden Person entfernt ist. Ob die Wellen, die Access Point, Bluetooth und Co. absondern, für Unwohlsein sorgen oder langfristig gar krank machen können, ist zwar umstritten. Es steht aber fest, dass es empfindliche Menschen gibt, denen das Gefunke Kopfschmerzen bereiten kann.
Unser zweiter Experte ist Guido Huwiler (www.wohngesund-heit.ch). Nachdem der Zürcher Baubiologe im TELE-Testhaus seine Messungen abgeschlossen hat, rät er, möglichst auf drahtlose Geräte wie Bluetooth für Tastaturen oder Wireless LAN zu verzichten. Diese Strahlung könne jeder selber abschalten, Handy-Antennen nicht. Er ist besorgt über die Zunahme all der kleinen Funkquellen. Für überflüssig hält er Adapter, die Daten über die Stromleitung schicken und durch die Aufmodulation nur zusätzliche Elektrofelder erzeugten.
Reto Widmer
7 Tipps für elektrosensible Personen
1.
Telefonieren Sie mit dem Handy nur kurz. Wenn es länger dauert, benutzen Sie ein Headset. Möglichst im Freien telefonieren.
2.
Im Auto ist der Empfang schlecht: Das Handy dreht auf volle Leistung auf. Benutzen Sie eine Freisprechanlage mit Aussenantenne.
3.
Vorsicht beim Kauf von «Strahlenblockern» zum Aufkleben auf die Antenne. Ihre Wirkung ist höchst fraglich.
4.
Stellen Sie elektronische Geräte wie Radiowecker nicht direkt neben das Bett. Ein Abstand von mindestens 1 Meter ist ratsam.
5.
Wireless LAN, Bluetooth und Dect-Telefon sind komfortabel, sorgen aber für mehr «Strahlung» im Haus. Es geht auch per Kabel.
6.
Benutzen Sie keine Adapter, die Internet über das Stromnetz verteilen. Durch das Aufmodulieren entstehen stärkere Elektrofelder.
7.
Freileitungen von Halogenlampen erzeugen Elektrofelder. Je näher die Drähte zusammenliegen, desto kleiner werden die Felder.
Was strahlt da?
Elektrosmog kann das Wohlbefinden beeinflussen. Hauptquelle für Unwohlsein sind Elektrofelder oder hausgemachte Strahlenquellen wie Dect-Telefone.
Muss man Angst bekommen vor der Strahlenbelastung, wenn man sein Haus mit drahtlosen Geräten, Wireless LAN und Dect-Telefon ausstattet? TELE wollte Antworten und lud zwei Experten zu Messungen in ein Testhaus ein. Der erste ist Angelus Wismer, Elektrobiologe in Ettingen (BL) und Zentralsekretär der Schweizer Arbeitsgemeinschaft Biologische Elektrotechnik (www.sabe-schweiz.ch). Er misst zuerst dort, wo wir uns am liebsten aufhalten: im Schlafzimmer.
Strahlenquelle Nummer 1: elektrische Wechselfelder (Elektrofelder). Sie entstehen durch die Stromleitungen in den Wänden. Experte Wismer platziert eine würfelförmige Sonde auf dem Kopfkissen, das Messgerät zeigt 20 Volt pro Meter an. Das ist zu viel für einen gesunden Schlaf! Ein Volt pro Meter sind für die Arbeitsgemeinschaft die Obergrenze. Der Grund für den hohen Wert ist schnell gefunden: Die Nachttischlampe neben dem Bett ist falsch an der Steckdose angeschlossen. Wismer dreht den Stecker um 180 Grad und schon sackt der Messwert auf 6 Volt pro Meter ab.
Strahlenquelle Nummer 2: die Elektromagnetfelder. Sie treten vor allem in der Nähe von Geräten oder Hochspannungsleitungen auf. Mit einer anderen Sonde misst Angelus Wismer, ob Elektromagnetfelder im Schlafzimmer unser Wohlbefinden stören könnten. Das Gerät zeigt keine Belastung - Entwarnung!
Strahlenquelle Nummer 3: hochfrequente Funkwellen. Viele ökologisch Gesinnte verteufeln die Handyantennen, die überall im Land gen Himmel ragen. Auf der Anzeige von Wismers Messgerät hinterlässt jedoch keine Natelantenne irgendeinen Ausschlag.
Doch wie steht es mit den «hausgemachten» Strahlen aus der Dect-Basis-Station? Wismers Messgerät zeigt hier erst einen Wert an, als er sich der Antenne der Basis-Station auf wenige Meter nähert. Dennoch fin-det er es nicht ideal, dass das Gerät nur einen Meter vom Kopf der arbeitenden Person entfernt ist. Ob die Wellen, die Access Point, Bluetooth und Co. absondern, für Unwohlsein sorgen oder langfristig gar krank machen können, ist zwar umstritten. Es steht aber fest, dass es empfindliche Menschen gibt, denen das Gefunke Kopfschmerzen bereiten kann.
Unser zweiter Experte ist Guido Huwiler (www.wohngesund-heit.ch). Nachdem der Zürcher Baubiologe im TELE-Testhaus seine Messungen abgeschlossen hat, rät er, möglichst auf drahtlose Geräte wie Bluetooth für Tastaturen oder Wireless LAN zu verzichten. Diese Strahlung könne jeder selber abschalten, Handy-Antennen nicht. Er ist besorgt über die Zunahme all der kleinen Funkquellen. Für überflüssig hält er Adapter, die Daten über die Stromleitung schicken und durch die Aufmodulation nur zusätzliche Elektrofelder erzeugten.
Reto Widmer
7 Tipps für elektrosensible Personen
1.
Telefonieren Sie mit dem Handy nur kurz. Wenn es länger dauert, benutzen Sie ein Headset. Möglichst im Freien telefonieren.
2.
Im Auto ist der Empfang schlecht: Das Handy dreht auf volle Leistung auf. Benutzen Sie eine Freisprechanlage mit Aussenantenne.
3.
Vorsicht beim Kauf von «Strahlenblockern» zum Aufkleben auf die Antenne. Ihre Wirkung ist höchst fraglich.
4.
Stellen Sie elektronische Geräte wie Radiowecker nicht direkt neben das Bett. Ein Abstand von mindestens 1 Meter ist ratsam.
5.
Wireless LAN, Bluetooth und Dect-Telefon sind komfortabel, sorgen aber für mehr «Strahlung» im Haus. Es geht auch per Kabel.
6.
Benutzen Sie keine Adapter, die Internet über das Stromnetz verteilen. Durch das Aufmodulieren entstehen stärkere Elektrofelder.
7.
Freileitungen von Halogenlampen erzeugen Elektrofelder. Je näher die Drähte zusammenliegen, desto kleiner werden die Felder.