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Swisscom/Omk Trick in Hemberg: Interessen und Abhängigkeiten

Verfasst: 26. Juli 2004 16:30
von The Future's Black
St. Galler Tagblatt; 26.07.2004

Forum

Interessen und Abhängigkeiten

Dass die bewussten und unbewussten Erwartungen eines Menschen auch seine Reaktionen auf die Belastung durch Mobilfunkstrahlen beeinflussen, ist bekannt und plausibel. Vielleicht etwas weniger bekannt, aber wissenschaftlich nachgewiesen und plausibel ist es auch, dass die persönlichen Interessen eines Wissenschafters seine Forschungen, deren Resultate und vor allem deren Interpretation ausserordentlich stark beeinflussen können.

Wenn wir also das Interview mit Herrn Dürrenberger lesen, dürfen wir nicht vergessen, dass er als Leiter einer «Forschungsstiftung Mobilkommunikation» vom Wohlwollen eben der Industrie abhängig ist, die von den Resultaten seiner Arbeit am stärksten betroffen ist.

So erstaunt es kaum, dass Karims biogeometrische Figuren im Interview nur der Aufhänger sind, um einmal mehr die Geschichte von der beinahe bewiesenen Unbedenklichkeit der nichtthermischen Wirkungen hochfrequenter Strahlung zu wiederholen.

Selbst wenn wir diese höchst unplausible Geschichte glauben wollten, obwohl sie im Widerspruch zu Hunderten von Untersuchungen und Tausenden von dokumentierten Einzelfällen steht, bliebe eine zentrale Frage offen: Wie kommt es, dass ein Land (um einmal nur von der Schweiz zu sprechen) flächendeckend mit Sendernetzen überzogen wird, von denen man nicht sicher weiss, wie und wie stark sie Mensch, Tier und Natur schädigen können?

Jeder Einmannbetrieb muss für die Unbedenklichkeit der von ihm vertriebenen Produkte ge-radestehen. Die Mobilfunkin-dustrie aber baut - bedingungslos unterstützt von Politik und Wissenschaft - Antenne um Antenne, obwohl die negativen Auswirkungen inzwischen nicht mehr wegzureden sind. Wäh-rend im ganzen Land Tausende von Direktbetroffenen sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Verstrahlung zu wehren versuchen, stecken die Politiker von links bis rechts die Köpfe tief in den Sand. Die Gerichte berufen sich auf völlig willkürlich festgelegte und längst als unbrauchbar erkannte Grenzwerte. Und im gut gepolsterten Elfenbeinturm der ETH denkt man über komplexe Laborversuche nach, um nur ja nicht mit den Leuten reden zu müssen, die jetzt real um ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und ihre Existenz kämpfen.

Christian U. Vogel
Kant. appr. Heilpraktiker AR,
Naturarzt SPAK
9038 Rehetobel

Im Forum der gleichen Ausgabe des St. Galler Tagblattes ebenfalls erschienen:

Das Geschäft mit den Betroffenen

«Wissenschaftlich unplausibel», 14.7.04

Zu den biogeometrischen Figuren des Dr. Karim, die angeblich schädliche
Strahlen in unschädliche verwandeln, gibt es ein paar kritische Fragen:

Swisscom ist samt der Ombudsfrau in eine Zwickmühle geraten, aus der sie nur schwer wieder heraus findet. Wieso gehen sie denn so plötzlich auf Distanz zu Dr. Karim? Es ist wahr: wir wissen noch nicht alles, aber so viel wissen wir: Strichlein auf dem Antennenkabel, Harmonisierungen aus dem fernen Ägypten, die wegen irgendwelcher anderer in der Zwischenzeit aufgetretener Störungen wieder «erneuert» werden müssen, bringen uns nicht weiter. Es kann
nur die Verzweiflung bedauernswerter Zeitgenossen sein, die sie dazu bringt, an diesen Figurenzauber zu glauben.

Wenn das, was der ägyptische Doktor sagt, so heilbringend ist, so müsste er dafür schon längst den Nobelpreis bekommen haben. Wenn er den hat, erst dann glaube ich ihm, dass mehr dahinter steckt als das lukrative Geschäft mit der Not Betroffener und dem Vertrieb dieser Figürchen. Und noch ein paar Fragen:

Wieso hat Dr. Karim ausgerechnet in einer bestimmten Gegend der Schweiz so fruchtbaren Boden gefunden?

Wieso haben sich nicht sofort andere Länder für die Karim’sche
Harmonisierung interessiert?

Könnte es nicht sein, dass man sich andernorts sogar über uns lustig macht?

Wieso verhalten sich unsere Behörden so merkwürdig still?

Wieso hüllen sich die Wissenschafter dazu in Schweigen?

Evi Gaigg