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solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 26. August 2004 18:53
von F. Speer
sehr geehrte schweizer kollegen,

die schweizer sind doch ein charaktervolles und traditionsbewußtes
volk - wenn der jetzige mobilfunk doch biologische und gesundheitliche auswirkungen hat, warum stoppt ihr nicht die nachfrage - verzichtet aufs handy und dect und seit solidarisch untereinander?

- unabhängige kritische forscher und ärzte und deren
familien in deutschland und der eu werden an leib und leben bedroht,
u.a. in die psychatrie gesteckt etc. - dr. munzert, prof. meyl, dr. paretta,
dr. dumrese und und und
dies passiert in jedem industriezweig in europa und usa - pharma, chemie, nahrungsmittel etc.

forschungsergebnisse werden vertuscht etc. - z.b. genfood siehe prof arpad
pusztai etc.

ca. 600000 menschen kommen in deutschland
jedes jahr in die psychatrie - nicht wenige zwangsweise

unsere kinder bekommen immer mehr leukämie und krebs
ist es nicht an der zeit etwas zu unternehmen?

der konsument hat die macht - siehe z.b. brent spar shellboykott

F. Speer

Re: solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 26. August 2004 22:49
von Markus
Gegenfrage: Warum hört das Schweizer Volk nicht auf zu rauchen, Alkohol zu trinken, mit dem Auto zu rasen, etc., wenn es doch so gefährlich ist? Wenn Sie diese Frage beantworten können, dann wissen Sie auch, warum die Leute die Handys nicht wegschmeissen.

Es ist halt soooo bequem und man weiss doch jederzeit, wo man seine Hände hintun kann (auf die Handytasten) und wie man das Mundwerk ständig laufen lassen kann, auch wenn es gar nichts zu sagen hat. Darin unterscheiden sich die Schweizer auch nicht von anderen Erdenbewohnern.

Das Geschrei wird erst dann beginnen, wenn die Schäden den Einzelnen empfindlich treffen und dann wiederholt sich das, was sich schon bei Contergan, Asbest, FCKW. Tabak und Atomkraft etc. abgespielt hat und tw. noch abspielt.

Erst durch Schaden wird man klug, dann, wenn es wahrscheinlich nicht 5 vor 12, sondern, 5 nach 12 ist. Allerdings, und das muss der Gerechtigkeit halber allerdings bemerkt werden: Das Volk ist noch viel zu wenig aufgeklärt, denn sowohl die Politik als auch die Wirtschaft hintertreibt jegliche Aufklärung - und zwar mit System. Auch die Presse lässt sich kaufen, sonst gehen ihr die Inseratenaufträge der Lobby verloren. Und auch das Volk hat noch nicht völlig gecheckt, dass die Regierung nicht mehr dasselbe Vertrauen verdient, wie früher und verlässt sich leider nur allzuoft auf deren Entscheidungen. die "schon richtig sein werden...".

Ausserdem: Wie Sie sehen, ist es mit der Demokratie hierzulande nicht mehr allzuweit her. Hier, wie anderswo, wird der Volkswille, auch wenn er sich durch Hunderte, ja Tausende von Unterschriften, Petitionen, Protesten manifestiert, von der Politik konsequent ignoriert.

Markus

Re: solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 27. August 2004 07:50
von Beat Meyer
Vor einigen Jahren habe ich eine IG gegründet und war voller Hoffnung, mit Information über das Thema, die Mitbewohner im Quartier sensibilisieren zu können. In meiner Umgebung wohnen zahlreiche überdurchschnittlich bewusste Menschen, viele Künstler, Kreative und intelligente Leute. Heute muss ich eingestehen, dass es selbst in dieser Umgebung nicht gelungen ist, irgend etwas zu bewirken. Ausnahmslos alle benützen das Handy permanent. Nicht einmal meinen eigenen Kindern konnte ich klarmachen, dass längerfristig gesundheitliche Probleme dazu gehören. Unterstützung für unsere IG gibt es in der Bevölkerung praktisch keine. Noch selten habe ich mit so viel Energie so einen Flopp gelandet. So gesehen ist es überhaupt nicht verwunderlich, wenn auch politisch nichts geht. Dazu kommt, dass der Mobilfunk, mit der totalen Erreichbarkeit, von dem Meisten nicht mehr gemisst werden möchte. Die Medien hatten in den letzten Jahren der Wirtschaftsflaute mit dem Rückgang der Inserate zu kämpfen. Die Einzigen, die noch viel ganzseitig und vierfarbig inserierten waren (und sind) die Mobilfunkfirmen. Darum lassen die Medien, mit wenigen Ausnahmen, das Thema sein. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.
Ich bewundere alle, die vor diesem Hintergrund die Energie aufbringen, weiter zu kämpfen. Ich glaube nicht mehr daran, etwas bewirken zu können. Ich lebe ganz gut ohne totale Erreichbarkeit, schütze mich wo es geht. Irgendwo muss bei der Schöpfung ein furchtbarer Fehler passiert sein.

Re: solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 27. August 2004 12:49
von Evi
Lieber Herr Meyer
Über die Solidarität der Menschen nachzudenken, zeigt, wie schizophren die ganze Situation ist: Wenn es irgendwo auf der Welt eine Flutkatastrophe, ein schweres Erdbeben, ein Lawinenunglück, eine Hungersnot gibt, so greift der Schweizer in den Sack und spendet, um irgendwo auf der Welt den Menschen in ihrem Unglück zu helfen. Hier wird Solidarität gross geschrieben und auch gelebt.

Wenn die Nächsten, seine Nachbarn, Kinder, Alte, Kranke nachts nicht mehr schlafen, weil sie von den Strahlen des nahen Senders wach gehalten werden, wenn sie unter Dauerkopfschmerzen, Tinnitus, Bluthochdruck leiden oder gar Leukämie oder Hirntumore bekommen, um nur ein paar dieser Folgen zu nennen, dann rennen sie mit Scheuklappen durch die Gegend. Das ist in der Schweiz nicht anders als anderswo und ein Appell (Florian Speer) geht genauso ins Leere wie überall.

Von der viel gepriesenen Solidariät ist also keine Rede mehr. „Ich will mit dem Handy telefonieren, stets erreichbar sein. Was kümmert es mich, wie es den anderen geht?“, denken sich viele – oft nur solange, bis es sie selbst erwischt. Und selbst dann haben einige Mühe, ihr eigenes Fehlverhalten einzugestehen, die Ursache dort zu suchen, wo sie finden wäre und Handys und DECT-Telefone dorthin zu befördern, wo sie hingehören: in den Sondermüll. Es ist wie mit dem Rauchen. Man weiss, dass es schädlich ist, aber man lässt es trotzdem nicht.....

Dass Eltern, die über die Gefahren informiert sind, es nicht fertig bringen, ihren Kindern kein Handy zu erlauben, ist schon erstaunlich. Haben Eltern, Lehrer, bzw. Schulbehörden nicht mehr die nötige Autorität (zum Teufel mit der ganzen antiautoritären Erziehung!) ihnen Dinge, die ihre Gesundheit und ihr Leben gefährden, zu untersagen? Oder sind wir schon soweit, dass Eltern nichts mehr zu melden haben, wenn der Junior rauchen und Alkohol trinken, Sexfilme sehen, sich die Nächte in der Disco um die Ohren schlagen will und folglich auch das Handy als reines Spielzeug benutzt?

Wenn wir von Solidarität reden, dann wäre diese also beim Nächsten einzusetzen. Wäre! Aber der Mensch ist ein Herdentier. Was alle haben, das muss er auch haben, was alle tun, das muss er auch tun. Von den Folgen reden wir - wenn überhaupt - später. Aus der Geschichte wird aller Erfahrung nach niemals was gelernt oder dann zu spät. Dafür gibt es genügend Beispiele (siehe posting von Markus)

Eine Situation, in der der Mensch vor Gerichten und Behörden um die Gesundheit und sein Leben kämpfen muss, hatten wir in diesem Ausmass zwar noch nie auf diesem Globus. Dennoch, lieber Herr Meyer: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Daher ist es grundsätzlich falsch, die Flinte ins Korn zu werfen, zu resignieren. Es geht nach der Methode: Steter Tropfen höhlt den Stein. Darum meine Bitte an Sie: Hören Sie nicht auf, anzufangen und fangen Sie nicht an, aufzuhören!

Evi

Re: solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 27. August 2004 15:08
von Heinz Merkle
ein treffender Spruch von Eugen Roth :

Ein Mensch in seinem ersten Zorn,
wirft leicht die Flinte in das Korn ,
er braucht dann wohl gar manche Finte
zu kriegen eine neue Flinte

drum behaltet eure Flinte

MfG
Heinz

Re: solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 28. August 2004 16:32
von Hanspeter
Hallo Herr Meyer

Was denken Sie, was passiert wäre, würden wir uns nicht so wehren? Nie hätten die Betreibergesellschaften so viel Geld aufwenden müssen für Versuche, die Leute zu beschwichtigen. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass bei denen schon längst nicht mehr alles so rund läuft. Lesen Sie doch nochmals den Beitrag von The Future's Black (Fall Salzburg). Es kriselt bereits an vielen Orten. Wieso haben sich z.B. die Österreicher nicht von der Swisscom kaufen lassen?

Ich wünsche Ihnen ein wenig mehr Zuversicht und einen langen Atem. Es ist wahr, viele im Volk haben es noch nicht gecheckt, aber das ist noch lange kein Grund, aufzugeben! Die Ersten, die erwischt, werden Sie zu Bundesgenossen haben! Und das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Gruss
Hanspeter

Re: solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 28. August 2004 21:02
von Disha
Im Januar 2004 wurden meine Familie und ich durch einen Nachbarn auf ein Antennenprojekt in unserem Dorf aufmerksam gemacht. Wir hatten uns noch nie mit dem Thema Mobilfunk auseinandergesetzt, benutzten alle ein Handy und hatten unser Haus mit drei DECT Telefonen ausgestattet. In dieser Zeit las ich zufällig im "Natürlich" einen Artikel über Mobilfunk, und da war auch die Internetadresse von Gigaherz vermerkt. Ich/wir begannen, alles mögliche über Mobilfunk zu lesen und engagierten uns in unserem Dorf für eine Gruppeneinsprache. Heute benutzen wir unsere Handys nur noch in Ausnahmefällen, die DECT Telefone wurden entfernt. Hier haben wir erfolgreich einige Menschen aufgeklärt, auch da sind die DECTS verschwunden und das Bewusstsein ist gewachsen. Ich habe immer Material bereit, z.B. "Steht auch in ihrem Kinderzimmer ein Mobilfunkturm" oder die "Naila-Studie", die ich ganz gezielt an interessierte Personen verteile und diese dann bitte, selber weiter zu informieren. Informieren, informieren ... so oft wir können. Mit kleinen aber steten Schritten werden wir das Ziel erreichen.

Re: solidarischer boykott und widerstand

Verfasst: 29. August 2004 18:05
von Hans-U.Jakob
Ein herzliches Dankeschön an Disha!
Hans-U.Jakob