Eine UMTS-Antenne im Dersbach?
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The Future's Black
Eine UMTS-Antenne im Dersbach?
© Neue Luzerner Zeitung; 14.09.2004; Seite 29
Zuger Zeitung Leserbriefe
Eine UMTS-Antenne im Dersbach?
Obwohl bisher nicht nachgewiesen ist, dass die Strahlung von neuen Mobilfunktechnologien keine gesundheitlichen Schäden zur Folge haben wird, planen die Mobilfunkbetreiber laufend neue Standorte für UMTS-Mobilfunkanlagen. Sie tun dies sozusagen auf Vorrat, obwohl bisher noch kaum Mobiltelefone mit dieser Technik im Handel erhältlich sind. Zudem ist nicht einmal sicher, ob die Kunden sie überhaupt je nutzen werden, da sie teurer ist als die bisherige GMS-Mobiltelefonie oder SMS.
Seit etwa Mitte August ist unmittelbar neben den Wohnquartieren im hinteren Dersbach in Hünenberg auch ein neuer Standort für eine UMTS-Antenne ausgesteckt. Die projektierte Anlage befindet sich weniger als 100 Meter neben Wohnhäusern, welche teilweise unmittelbar neben der Bahnlinie liegen und so schon mit Elektrosmog vorbelastet sind.
Laut den Projektunterlagen ist sogar bis zu einer Entfernung von über 1 Kilometer mit störenden Einflüssen durch die neue Anlage zu rechnen, zumindest sind Anwohner bis zu dieser Distanz zu einer Einsprache gegen den geplanten Standort berechtigt! Im Interesse der Folgen für uns und vor allem für unsere Kinder ist es auch sinnvoll, die Resultate einer Studie abzuwarten, welche die gesundheitlichen Gefahren der UMTS-Technologie klären soll. Diese Studie basiert hauptsächlich auf Untersuchungen in Holland und wird voraussichtlich im Jahr 2005 von der ETH Zürich veröffentlicht werden. Die Studie weist nach, dass UMTS-Mobilfunkstrahlung Kopfschmerzen, Übelkeit oder Ohrengeräusche (Tinnitus) verursachen kann.
Daher ist diese Sendeanlage unseres Erachtens am falschen Ort geplant, da bereits beim Knodenwald und im Bösch Mobilfunkanlagen stehen. Deshalb sollte die neue Anlage an einen dieser bereits bestehenden Standorte verlegt werden. Besonders im Bösch sind klar weniger Wohnhäuser betroffen als am heute vorgesehenen Ort.
Der Verein Dersbach, der einen Teil der Bewohner beim geplanten Antennenstandort vertritt, wird daher Einsprache gegen das Bauprojekt erheben. Es liegt aber auch im Interesse aller Nachbarn bis zum Zythus, dass weitere Vorstösse erfolgen.
Für eine Kontaktaufnahme können sich betroffene Bürgerinnen und Bürger an Herrn K. Geiser, Präsident Verein Dersbach, Dersbachstrasse 318a, Cham, wenden (k.geiser@bluewin.ch).
Franz Weiss, Cham
Zuger Zeitung Leserbriefe
Eine UMTS-Antenne im Dersbach?
Obwohl bisher nicht nachgewiesen ist, dass die Strahlung von neuen Mobilfunktechnologien keine gesundheitlichen Schäden zur Folge haben wird, planen die Mobilfunkbetreiber laufend neue Standorte für UMTS-Mobilfunkanlagen. Sie tun dies sozusagen auf Vorrat, obwohl bisher noch kaum Mobiltelefone mit dieser Technik im Handel erhältlich sind. Zudem ist nicht einmal sicher, ob die Kunden sie überhaupt je nutzen werden, da sie teurer ist als die bisherige GMS-Mobiltelefonie oder SMS.
Seit etwa Mitte August ist unmittelbar neben den Wohnquartieren im hinteren Dersbach in Hünenberg auch ein neuer Standort für eine UMTS-Antenne ausgesteckt. Die projektierte Anlage befindet sich weniger als 100 Meter neben Wohnhäusern, welche teilweise unmittelbar neben der Bahnlinie liegen und so schon mit Elektrosmog vorbelastet sind.
Laut den Projektunterlagen ist sogar bis zu einer Entfernung von über 1 Kilometer mit störenden Einflüssen durch die neue Anlage zu rechnen, zumindest sind Anwohner bis zu dieser Distanz zu einer Einsprache gegen den geplanten Standort berechtigt! Im Interesse der Folgen für uns und vor allem für unsere Kinder ist es auch sinnvoll, die Resultate einer Studie abzuwarten, welche die gesundheitlichen Gefahren der UMTS-Technologie klären soll. Diese Studie basiert hauptsächlich auf Untersuchungen in Holland und wird voraussichtlich im Jahr 2005 von der ETH Zürich veröffentlicht werden. Die Studie weist nach, dass UMTS-Mobilfunkstrahlung Kopfschmerzen, Übelkeit oder Ohrengeräusche (Tinnitus) verursachen kann.
Daher ist diese Sendeanlage unseres Erachtens am falschen Ort geplant, da bereits beim Knodenwald und im Bösch Mobilfunkanlagen stehen. Deshalb sollte die neue Anlage an einen dieser bereits bestehenden Standorte verlegt werden. Besonders im Bösch sind klar weniger Wohnhäuser betroffen als am heute vorgesehenen Ort.
Der Verein Dersbach, der einen Teil der Bewohner beim geplanten Antennenstandort vertritt, wird daher Einsprache gegen das Bauprojekt erheben. Es liegt aber auch im Interesse aller Nachbarn bis zum Zythus, dass weitere Vorstösse erfolgen.
Für eine Kontaktaufnahme können sich betroffene Bürgerinnen und Bürger an Herrn K. Geiser, Präsident Verein Dersbach, Dersbachstrasse 318a, Cham, wenden (k.geiser@bluewin.ch).
Franz Weiss, Cham
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Evi
Re: Heiliger St. Florian!
Verständlich, dass sich die Betroffenen gegen diese Antenne wehren. Störend jedoch der Satz:
.......Deshalb sollte die neue Anlage an einen dieser bereits bestehenden Standorte verlegt werden. Besonders im Bösch sind klar weniger Wohnhäuser betroffen als am heute vorgesehenen Ort.......
Ach! Und die wenigen Wohnhäuser dürfen also betroffen sein! Grad so, als ob da drin keine Menschen wohnen würden, die halt dann auch unter Tinnitus, Übelkeit und Kopfschmerzen leiden werden.
Das nenne ich wahre Menschenfreundlichkeit und Mitgefühl mit anderen! Solange diese nicht einkehrt und solange in den Köpfen kein Umdenken stattfindet, wird der schwarze Peter immer wieder hin- und hergeschoben werden.
Evi
.......Deshalb sollte die neue Anlage an einen dieser bereits bestehenden Standorte verlegt werden. Besonders im Bösch sind klar weniger Wohnhäuser betroffen als am heute vorgesehenen Ort.......
Ach! Und die wenigen Wohnhäuser dürfen also betroffen sein! Grad so, als ob da drin keine Menschen wohnen würden, die halt dann auch unter Tinnitus, Übelkeit und Kopfschmerzen leiden werden.
Das nenne ich wahre Menschenfreundlichkeit und Mitgefühl mit anderen! Solange diese nicht einkehrt und solange in den Köpfen kein Umdenken stattfindet, wird der schwarze Peter immer wieder hin- und hergeschoben werden.
Evi
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Disha
Re: Heiliger St. Florian!
Eine Mobilfunkantenne nicht ins Wohngebiet? Was sind den die Alternativen? Möglichst weg vom Dorf an den Waldrand? Wie reagieren unsere Wälder auf Mikrowellen? Und unsere Wälder sind voll von Rehen, Hasen, Wildschweinen, Vögeln, etc. Diese können sich nicht wehren und schützen. Sie sterben leise.
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Evi
Re: Heiliger St. Florian!
Hallo Disha
Mich stört an der ganzen Sache, dass eine Gruppe findet: Die Antenne ja, aber nicht bei uns (in unserem Wohngebiet) sondern in einem anderen Wohngebiet, wo weniger Häuser betroffen sind. Ist Leben und Gesundheit von deren Bewohnern weniger wert, als jenes, wo die Antenne hin soll?
Ich bin mit Ihnen durchaus einverstanden, dass jede Antenne schädlich ist, leider nicht nur für die Menschen, sondern auch für alle von Ihnen aufgezählten Lebewesen und die gesamte Natur, von der wir ja leben.
Darum kämpfen wir gegen den ganzen überbordenden Antennenbau und für endlich tiefere Grenzwerte. Das müssen wir erreichen, bevor die Menschen alle krank werden und unsere Natur mit allen Geschöpfen, die uns Menschen anvertraut sind, vor die Hunde geht.
Evi
Mich stört an der ganzen Sache, dass eine Gruppe findet: Die Antenne ja, aber nicht bei uns (in unserem Wohngebiet) sondern in einem anderen Wohngebiet, wo weniger Häuser betroffen sind. Ist Leben und Gesundheit von deren Bewohnern weniger wert, als jenes, wo die Antenne hin soll?
Ich bin mit Ihnen durchaus einverstanden, dass jede Antenne schädlich ist, leider nicht nur für die Menschen, sondern auch für alle von Ihnen aufgezählten Lebewesen und die gesamte Natur, von der wir ja leben.
Darum kämpfen wir gegen den ganzen überbordenden Antennenbau und für endlich tiefere Grenzwerte. Das müssen wir erreichen, bevor die Menschen alle krank werden und unsere Natur mit allen Geschöpfen, die uns Menschen anvertraut sind, vor die Hunde geht.
Evi
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Disha
Re: Heiliger St. Florian!
Hallo Evi,
Was vor allem auch fehlt, das sehe ich jetzt bei uns, ist eine regionale Planung, die transparent ist, die von neutraler Stelle geführt wird und zum Ziel hat, mit minimalen Leistungen eine Abdeckung zu erreichen, die genügend und nicht überdimensioniert ist. Und natürlich ein Mitspracherecht. Dies alles unter Berücksichtigung von Menschen-, Tier- und Naturschutz. Mich stört es tagtäglich, dass so viele Menschen diesem Problem gegenüber absolut gleichgültig sind. Ich würde morgen einen Protestzug starten, aber mit wem? Sicher nicht mit meinen Freunden aus dem Wald.
Nun, ich informiere weiter, irgendwann muss sich was ändern!
Disha.
Was vor allem auch fehlt, das sehe ich jetzt bei uns, ist eine regionale Planung, die transparent ist, die von neutraler Stelle geführt wird und zum Ziel hat, mit minimalen Leistungen eine Abdeckung zu erreichen, die genügend und nicht überdimensioniert ist. Und natürlich ein Mitspracherecht. Dies alles unter Berücksichtigung von Menschen-, Tier- und Naturschutz. Mich stört es tagtäglich, dass so viele Menschen diesem Problem gegenüber absolut gleichgültig sind. Ich würde morgen einen Protestzug starten, aber mit wem? Sicher nicht mit meinen Freunden aus dem Wald.
Nun, ich informiere weiter, irgendwann muss sich was ändern!
Disha.
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Evi
Re: Heiliger St. Florian!
Tausend Dank, Disha! Würden nur möglichst viele auch so handeln. Die Gleichgültigkeit der Menschen ist bemerkenswert gross, weil die Menschen erst ihre Laster aufgeben, wenn sie ihnen Beschwerden machen, wie immer. Und die, die noch nicht betroffen sind, glauben es erst, wenn es schon zu spät ist.
Gruss
Evi
Gruss
Evi
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mips
der Markt reguliert sich selbst
das ist das Credo der Neoliberalisten, die in der heutigen Gesellschaft die Politik bestimmen. Somit ist eine regionale Regulierungsbehörde absolut überflüssig, Gesetze und Verordnungen die die Wirschaft einschränken gar gefährlich.
Wählt nur weiterhin bürgerlich!
Wählt nur weiterhin bürgerlich!
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Elisabeth Buchs
Re: der Markt reguliert sich selbst
Hallo Mips
Leider werden die Mobilfunkgegner auch von den Sozialdemokraten kaum unterstützt, am ehesten noch von den Grünen. Doch es kommt der Eindruck auf, dass vielleicht ausser der kleinen regionalen Gesundheitspartei, viele das unbeliebte Thema Elektrosmog verdrängen wollen.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Leider werden die Mobilfunkgegner auch von den Sozialdemokraten kaum unterstützt, am ehesten noch von den Grünen. Doch es kommt der Eindruck auf, dass vielleicht ausser der kleinen regionalen Gesundheitspartei, viele das unbeliebte Thema Elektrosmog verdrängen wollen.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
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mips
Re: der Markt reguliert sich selbst
Bei der SP (wie vermutlich auch bei anderen Bundesratsparteien) muss man zwischen der Partei-Basis, Der NR-/SR- Fraktion und den SP-Bundesräten unterscheiden.
In unserer Kantonalpartei sind einige Genossen , wenn noch lange nicht alle, sehr kritisch der Mobilfunktechnologie gegenüber eingestellt.
Die SP- Bundesparlamentarierer und der SP-Schweiz werden kaum für ein Antennenmoratorium einstehen, sind aber bereit tiefere Grenzwerte zu unterstützen. Nur hat dieses Thema in diesen Kreisen eine sehr tiefe Priorität. Aber mit guten Lobbying haben wir reelle Chancen einen die meissten SP- Politiker auf unsere Seite zu holen. Nur vergiftet Service Public Fetischisten, wie ein NR Hämmerle, wird die gut ausgebaute, flächendeckende Mobilfunkversorgung (mit gleichen technischen Möglichkeiten in den Randregionen wie in den Ballungsgebieten) wichtiger sein, als die "unbewiesene" Gesundheitsgefährdung. Erstaunlich für einen Politiker der für einen intakten Alpenraum, gegen die Atomkraftnutzung und gegen genmanipulierte Nahrungsmittel einsteht.
Bei den Bundesräten sieht die Sachlage allerdings anders aus. Der Departementsvorsteher muss die Strategie des Gesammtbundesrates vertreten und in seinem Geschäftsbereich umsetzten. So muss der ehemals vehemente AKW- Gegner Leuenberger entggegen seiner Überzeugung auch die Atompolitik des Bundesrates vertreten.
Nebst den Parteien sollten wir aber auch die grossen Umweltverbände bearbeiten, denn diese besitzen ein Verbandsbeschwerderecht und können bei jedem Baugesuch, begründet mit einer unnötigen Umwelbelastung, einsprechen. Eine Verbandsbeschwerde wird zwar auch keinen grösseren Erfolg verzeichnen bei Beueinsprachen als wir, aber die politische Botschaft wird eine andere sein.
In unserer Kantonalpartei sind einige Genossen , wenn noch lange nicht alle, sehr kritisch der Mobilfunktechnologie gegenüber eingestellt.
Die SP- Bundesparlamentarierer und der SP-Schweiz werden kaum für ein Antennenmoratorium einstehen, sind aber bereit tiefere Grenzwerte zu unterstützen. Nur hat dieses Thema in diesen Kreisen eine sehr tiefe Priorität. Aber mit guten Lobbying haben wir reelle Chancen einen die meissten SP- Politiker auf unsere Seite zu holen. Nur vergiftet Service Public Fetischisten, wie ein NR Hämmerle, wird die gut ausgebaute, flächendeckende Mobilfunkversorgung (mit gleichen technischen Möglichkeiten in den Randregionen wie in den Ballungsgebieten) wichtiger sein, als die "unbewiesene" Gesundheitsgefährdung. Erstaunlich für einen Politiker der für einen intakten Alpenraum, gegen die Atomkraftnutzung und gegen genmanipulierte Nahrungsmittel einsteht.
Bei den Bundesräten sieht die Sachlage allerdings anders aus. Der Departementsvorsteher muss die Strategie des Gesammtbundesrates vertreten und in seinem Geschäftsbereich umsetzten. So muss der ehemals vehemente AKW- Gegner Leuenberger entggegen seiner Überzeugung auch die Atompolitik des Bundesrates vertreten.
Nebst den Parteien sollten wir aber auch die grossen Umweltverbände bearbeiten, denn diese besitzen ein Verbandsbeschwerderecht und können bei jedem Baugesuch, begründet mit einer unnötigen Umwelbelastung, einsprechen. Eine Verbandsbeschwerde wird zwar auch keinen grösseren Erfolg verzeichnen bei Beueinsprachen als wir, aber die politische Botschaft wird eine andere sein.