"Händ Si äs Händi?"
Verfasst: 12. Oktober 2004 14:40
© Neue Luzerner Zeitung; 12.10.2004[0]; Seite 21
Zuger Zeitung Stadt_Zug
STANDPUNKT
Händ Si äs Händi?
Renatus Wendel, Grosser Gemeinderat der SP, Zug
Für die Bewohner jedes dritten Haushalts von Unterägeri müsste diese Frage mindestens Stirnrunzeln verursachen, denn 1300 der 7500 Einwohner von Unterägeri hatten sich per Unterschrift gegen den Bau von drei weiteren Antennen ausgesprochen, und das bei einer nur zweiwöchigen Sammelfrist notabene.
Sind diese Personen wirklich bereit, auf die Vorzüge der mobilen Telefonie zu verzichten? Das wäre das notwendige konsequente Verhalten oder nicht? Woher kommt diese Abneigung gegenüber Antennen? Erklärungsversuche für diesen Umstand gibt es viele. Sicher ist, dass der Anteil elektrosensibler oder psychisch angeschlagener Personen in Unterägeri kein Mehrfaches von dem in anderen Gemeinden beträgt.
Wie die Tatsache auch immer gedeutet wird, in der näheren Umgebung der Stadt Zug regt sich jedenfalls mehr und mehr Widerstand gegen das ungebremste Wachstum des Antennenwaldes und auf nationaler Ebene werden die kritischen Stimmen ebenfalls immer lauter. Der Stadtrat von Zürich hat erst kürzlich seine Besorgnis der Bundesregierung mitgeteilt und ist damit nur eine unter vielen untergeordneten Stellen, die sich dagegen sträuben, ohne Wenn und Aber dem Bundesdiktat Folge zu leisten. Muss tatsächlich über 10 Prozent der Bevölkerung elektrosmoggeschädigt sein, wie dies im begleitenden Text der hier massgebenden schweizerischen Verordnung (NIS-Verordnung) steht, bevor Anpassungen gemacht werden. Der Preis der neuen Technik scheint vielen Besorgten und Betroffenen zu gross, während die Landesregierung angeblich diese maximal 10 Prozent als richtiges und notwendiges Opfer erachtet.
Aber wie steht es eigentlich um den Antennenwald und den Bewusstseinsstand der Bevölkerung hier in der Stadt Zug? Auf der Übersichtskarte des Bakom zu den Antennenstandorten (www.bakom.ch/de/funk/freq_nutzung/standorte/index.html) sind auf städtischem Grund bereits über 30 bewilligungspflichtige Antennen der vier Netzwerkbetreiber eingezeichnet. Diese bittere Pille ist von der Bevölkerung, allerdings nicht ohne Murren gewisser Kreise, bereits geschluckt. Einige Zuger sind sich aber kaum bewusst, welches Therapeutikum ihnen hiermit verschrieben wurde. Hoffentlich werden sich viele Zugerinnen und Zuger bald schon das notwendige Wissen, beispielsweise mit Hilfe des Internets (z. B. via www.buergerwelle.de oder www.gigaherz.ch), angeeignet haben, um Gegensteuer zu geben.
Schliesslich wird nicht immer ein Tellensohn seinen Kopf hinhalten, um die urschweizerische Befreiungstradition weiterzuführen. «Was alle angeht, können nur alle lösen», lässt sich aus einem literarischen Werk eines grossen, verstorbenen, schweizerischen Schriftstellers entnehmen.
Zuger Zeitung Stadt_Zug
STANDPUNKT
Händ Si äs Händi?
Renatus Wendel, Grosser Gemeinderat der SP, Zug
Für die Bewohner jedes dritten Haushalts von Unterägeri müsste diese Frage mindestens Stirnrunzeln verursachen, denn 1300 der 7500 Einwohner von Unterägeri hatten sich per Unterschrift gegen den Bau von drei weiteren Antennen ausgesprochen, und das bei einer nur zweiwöchigen Sammelfrist notabene.
Sind diese Personen wirklich bereit, auf die Vorzüge der mobilen Telefonie zu verzichten? Das wäre das notwendige konsequente Verhalten oder nicht? Woher kommt diese Abneigung gegenüber Antennen? Erklärungsversuche für diesen Umstand gibt es viele. Sicher ist, dass der Anteil elektrosensibler oder psychisch angeschlagener Personen in Unterägeri kein Mehrfaches von dem in anderen Gemeinden beträgt.
Wie die Tatsache auch immer gedeutet wird, in der näheren Umgebung der Stadt Zug regt sich jedenfalls mehr und mehr Widerstand gegen das ungebremste Wachstum des Antennenwaldes und auf nationaler Ebene werden die kritischen Stimmen ebenfalls immer lauter. Der Stadtrat von Zürich hat erst kürzlich seine Besorgnis der Bundesregierung mitgeteilt und ist damit nur eine unter vielen untergeordneten Stellen, die sich dagegen sträuben, ohne Wenn und Aber dem Bundesdiktat Folge zu leisten. Muss tatsächlich über 10 Prozent der Bevölkerung elektrosmoggeschädigt sein, wie dies im begleitenden Text der hier massgebenden schweizerischen Verordnung (NIS-Verordnung) steht, bevor Anpassungen gemacht werden. Der Preis der neuen Technik scheint vielen Besorgten und Betroffenen zu gross, während die Landesregierung angeblich diese maximal 10 Prozent als richtiges und notwendiges Opfer erachtet.
Aber wie steht es eigentlich um den Antennenwald und den Bewusstseinsstand der Bevölkerung hier in der Stadt Zug? Auf der Übersichtskarte des Bakom zu den Antennenstandorten (www.bakom.ch/de/funk/freq_nutzung/standorte/index.html) sind auf städtischem Grund bereits über 30 bewilligungspflichtige Antennen der vier Netzwerkbetreiber eingezeichnet. Diese bittere Pille ist von der Bevölkerung, allerdings nicht ohne Murren gewisser Kreise, bereits geschluckt. Einige Zuger sind sich aber kaum bewusst, welches Therapeutikum ihnen hiermit verschrieben wurde. Hoffentlich werden sich viele Zugerinnen und Zuger bald schon das notwendige Wissen, beispielsweise mit Hilfe des Internets (z. B. via www.buergerwelle.de oder www.gigaherz.ch), angeeignet haben, um Gegensteuer zu geben.
Schliesslich wird nicht immer ein Tellensohn seinen Kopf hinhalten, um die urschweizerische Befreiungstradition weiterzuführen. «Was alle angeht, können nur alle lösen», lässt sich aus einem literarischen Werk eines grossen, verstorbenen, schweizerischen Schriftstellers entnehmen.