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Prof. Dr. med. Reinhold Berz - Was für ein hochrangiger Filz

Verfasst: 11. Oktober 2004 18:08
von Disha
«Der Bund»: Leserbriefe Ausgabe vom 11.10.2004

Notwendige Expertise für Mobilfunkbetreiber
«Spielen mit der Angst – Daten im Überfluss», «Bund» vom 29. 9.

Im Artikel wird das BAG zitiert: Der Arbeitsmediziner Reinhold Berz vertrete die Interessen der (Mobilfunk-)Industrie besser als die Industrie selbst. Mir liegt an folgender Klarstellung: Für die Mobilfunkbetreiber sind nur Ärzte in der Lage, gesundheitliche Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern profund zu beurteilen und in Relation zu anderen umwelt- und allgemein medizinischen Risiken zu setzen. Aufgrund meiner langjährigen Beschäftigung mit dieser Thematik hat mich Swisscom Mobile mandatiert, ebendieses Feld zu analysieren und ärztlich zu beurteilen. Es ist nicht meine Aufgabe, lobbyistisch tätig zu sein, sondern ich verschaffe dem Unternehmen die notwendige medizinische Expertise!
Ich bin ebenso an den hippokratischen Eid gebunden wie an unser westliches, wissenschaftlich geprägtes Weltbild. «Dosis facit venenum», sagte schon Paracelsus. Schädlichkeit muss irgendwie mit der Dosis korrelieren. In der Schweiz jedoch wird die Mobilfunk-Diskussion weit mehr von Emotionen als von Sachbezogenheit dominiert. Ein Beispiel: Die Energieaufnahme im Kopf darf bis zu 10 W/kg betragen (beruflich), ansonsten 2 W/kg. Nun glaubt man, dass bereits 0,000 064 W/kg zu verändertem Wohlbefinden führen. Einen Autoaufprall von 10 km/h übersteht man heil, doch 0,000 064 km/h (entsprechend der Geschwindigkeit des Stundenzeigers einer Schweizer Bahnhofsuhr) sollen kritisch sein?
Einen Sonderweg ging man auch bei der offiziellen «Expertise» über Mobilfunk. Mangels Fachleuten in der Schweiz vergab das Buwal seine Hochfrequenz-Studie an den Umweltnaturwissenschaftler Dr. Röösli, welcher im «Bund»-Artikel fälschlicherweise als «Präventivmediziner» bezeichnet wird. In anderen Ländern kommen hochrangige Expertengruppen aus Ärzten, Strahlenphysikern und Biologen beim Thema Mobilfunk zu deutlich anderen Aussagen als der Buwal-Report und betonen, dass man keine gesundheitlichen Befürchtungen im Zusammenhang mit Mobilfunk hegen muss. Gleiches aktuelles Statement der WHO: «Bisher sind keine gesundheitsschädlichen Wirkungen einer Langzeit-Exposition durch schwache Hochfrequenz- oder Netzfelder bestätigt worden, doch arbeiten die Wissenschaftler weiter aktiv auf diesem Gebiet.»
http://www.who.int/peh-emf/about/en/wha ... german.pdf

Prof. Dr. med. Reinhold Berz,
Infra Medic AG, Burgrieden-Rot (D)

Re: Prof. Dr. med. Reinhold Berz - Was für ein hochrangiger

Verfasst: 12. Oktober 2004 16:35
von Hans-U. Jakob
Mit der ihm eigenen Arroganz und Schnoddrigkeit versucht hier der Erfinder der von der Aerzteschaft in Deutschland als unbrauchbar bezeichneten Diagnosemethode für Brustkrebs, als Ausgleich dazu, einmal mehr die Schweizer Bevölkerung für dumm zu verkaufen.
(Quelle: Pressemitteilung Deutsche Krebsgesellschaft eV. Frankfurt M.)
Herr Berz sollte anstatt 10 Gramm Zyankali auf einmal, nur alle 6 Minuten 0.006Milligramm einnehmen. Das entspricht ungefähr seiner Dosis-Wirkungs-Blödelei mit der Schweizer Bahnhofsuhr.
Er täte damit der Menschheit einen grösseren Dienst als mit Strahlenuntersuchungen, die für ihn nur aus Wärmewirkungen bestehen.
Uebrigens hat die WHO mehr als 15 Jahre lang behauptet, Passivrauchen sei unschädlich, weil hier gewisse Leute dafür gewisse Summen kassiert haben. (Quelle: Direktor Bundesamt für Gesundheit, Schweiz)
Hans-U. Jakob

Re: Prof. Dr. med. Reinhold Berz - Was für ein hochrangiger

Verfasst: 12. Oktober 2004 21:38
von Markus
Um welche hochrangigen Gremien und vor allem Mediziner, Forscher und Strahlenphysiker (welcher Couleur?) es sich handelt, sagt uns Herr Berz aber nicht. Vor allem nicht, in wessen Auftrag sie arbeiten. Es nützt aber nichts, wenn er alle Arbeiten, die von mindestens ebenso hochrangigen Forschern und Physikern, auch Medizinern (!) durchgeführt wurden und noch werden, verschweigt. Auch dort sind nämlich Mediziner am Werk, die den Eid des Hippokrates geleistet haben, aber zum Unterschied besitzen sie mehr Sachkenntnis als Herr Berz und vor allem etwas ganz Wichtiges: ein GEWISSEN und VERANTWORTUNG für die Gesundheit von Menschen.

Solange sich Herr Berz nicht von seiner Theorie trennen kann, dass es nur eine thermische Wirkung gibt und er die athermischen Wirkungen vernachlässigt, solange er nicht bereit ist, genau dort den Hebel anzusetzen, müssen wir annehmen, dass er der Industrie zuarbeitet. Er wird sich hüten, etwas gegen deren Interessen zu sagen. Genau aus diesem Grund ist Herr Berz nicht glaubwürdig.
Markus

Re: Prof. Dr. med. Reinhold Berz - Was für ein hochrangiger

Verfasst: 13. Oktober 2004 20:45
von Florian Speer
sehr geehrter herr prof dr. med. berz,

leider habe ich festgestellt, dass menschen im blindversuch
z.b. auf dect telefone reagieren - mit signifikanten biologischen
reaktionen: erhöhter blutdruck, herzrasen, zittern, kopfschmerzen, schlaflosigkeit, epileptische anfällen, etc.

was sagen sie dazu? können sie es mit ihrem gewissen verantworten,
dass diese nonstop sender in unseren häusern die gesundheit
von unseren großen und kleinen menschen schädigen ?

wie steht es diesbezüglich mit ihrem medzinischen eid ?

die verletzung der naturgesetze von gestern ist die krankheit von heute
sagt ein persisches sprichwort.

mit besten grüßen

f. speer

Re: ärztliches Gewissen?

Verfasst: 16. Oktober 2004 14:52
von F. Speer
hallo herr karl k. j.,

spätestens wenn die eigene familie von dieser problematik betroffen
ist, wird vielleicht etwas mehr verantwortungsbewußtsein zu erhoffen
sein.

würde mich freuen, wenn herr berz zu der beschriebenen dect-
problematik hier auf dem forum mal stellung beziehen würde.

gruß

f. speer

Re: ärztliches Gewissen?

Verfasst: 17. Oktober 2004 12:59
von Helmut Breunig
Zur Klarstellung:

Der aufschlussreiche Leserbrief von Prof. Berz (Anlass waren die lesenswerten kritischen Artikel und Kommentar im "Bund" vom 29.09.04.) wurde vom Forumsteilnehmer "Disha" hier eingestellt. Wahrscheinlich weiß also Herr Berz nichts von der Besprechung seines Leserbriefes im "Bund" auf dem gigaherz-Forum, und deshalb ist hier eine Stellungnahme von ihm wohl nicht zu erwarten.


Trotzdem hier etwas zum Inhalt:

Aus dem Paracelsus-Zitat «Dosis facit venenum» = „Die Gabe macht das Gift“ wird bei Herrn Berz <<Schädlichkeit muss irgendwie mit der Dosis korrelieren>>.
„Irgendwie“ wohl schon, immerhin.

Mich würde interessieren, ob es eine quellenkritische rezeptionsgeschichtliche wissenschaftliche Arbeit gibt, in der an Hand der Schriften des Paracelsus nachgewiesen wurde, dass dieser selbst eindeutig und ausschließlich eine rein quantitative stetige Proportionalität zwischen Verabreichung und Wirkung gemeint hat in dem Sinne, wie es bei Herr Prof. Berz – trotz „irgendwie“ – durchklingt.

Falls Herr Berz in dem angesagten Sinne als Gutachter tätig werden wird, könnte sich bald eine Gelegenheit bieten, mit Bezug auf seine Darlegung seiner wissenschaftlichen Auffassung im besagten Leserbrief die inhaltliche Qualität seiner Bindung „an unser westliches, wissenschaftlich geprägtes Weltbild“ öffentlich zu befragen. Weitere Nachforschungen für entsprechende Vorbereitungen könnten sich lohnen.

Helmut Breunig

Re: ärztliches Gewissen?

Verfasst: 17. Oktober 2004 14:30
von argus
Sehr geehrter Herr Breunig

Da könnten Sie sich aber womöglich täuschen, dass Herr Berz nichts von dem Beitrag in diesem Forum weiss. Denn es sitzen garantiert schon wieder einige wie die Aasgeier auf den Bäumen und warten nur drauf, bis sie das entweder dem Herrn Berz hinterbringen können und gleichzeitig gegen jene schiessen, die sich erdreistet haben, dem Herrn Professor am Zeug zu flicken. Wenn sich dieser hier nicht meldet, so hat das auch etwas zu bedeuten, so oder so.

argus