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Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 26. Oktober 2004 22:10
von Bea Frei
Weshalb surrt eine Hochspannungsleitung bei feuchtem Wetter? Strahlt sie bei höherer Luftfeuchtigkeit mehr als bei trockener Luft? Wie verhält es sich bei Schnee? Wieviel Abstand sollte ein Wohnhaus zu einer Hochspannungsleitung einhalten?
Ich weiss, Fragen über Fragen, aber wir bekamen ein tolles Angebot zum Erwerb eines neuen Hauses, wenn da nur nicht 20-30 Meter hinter dem Haus eine grosse Hochspannungsleitung mit Gittermasten, die 12 dicke Kabel tragen, vorbeiführen würde.
Mein Mann sagt, dass auch bei Hochspannungsleitungen Grenzwerte eingehalten werden müssen, die uns genügen Schutz vor gesundheitlichen Gefahren bieten würden. Ich bin mir dabei aber nicht so sicher.
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 27. Oktober 2004 07:43
von Karl
Hallo Bea,
Surren: Koronaentladung
Bei feuchtem Wetter: mehr Kriechströme an den Isolatoren
Strahlen: Tut eine Hochspannungsleitung überhaupt nicht. Ist
nämlich kein "Strahler"
Die Leitung erzeugt 50 Hz- Wechselfelder (magnetische, elektrische)
Auch bei Hochspannungsleitungen müssen Grenzwerte eingehalten
werden. Die werden aber i. d. R. erst dann überschritten,
wenn man auf den Mast klettert , sind also mehr oder
weniger bedeutungslos für denjenigen, der auf dem Boden bleibt.
Ein Radiowecker auf dem nachttisch erzeugt am Kopf sicherlich
mehr 50 Hz-Magnetfelder.
Sind Sie sicher, dass es nur 20 m sind? Wenn der Mast 12 Leiter trägt,
dann kann es kein so besonders kleiner sein und dann müsste
er wesentlich weiter als 20 .. 30 m weg stehen.
Karl
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 27. Oktober 2004 09:07
von Hans-U. Jakob
Was Karl da über Grenzwerte schreibt, ist völliger Unsinn und geradezu grob-fahrlässig bis kriminell und lässt vermuten, dass es sich um einen Steigbügelhalter der Industrie handelt, der in deren Sinn hier Falschmeldungen verbreitet.
Die Koronargeräusche sind meist wetterbedingt. (Temperatur, Luftfeuchtigkeit usw. ) Selbstverständlich sind sie auch davon abhängig, ob überhaupt und wieviel Strom fliesst.
Die Intensität der Magnetfelder ist abhängig vom Strom in Ampère und nicht von der Spannung in Kilovolt. Eine 132 Kilovolt-Leitung kann unter Umständen grössere Magnetfelder erzeugen als eine 380 Kilovolt-Leitung.
Die Grenzwerte für Daueraufenthalt in 50Hz-Feldern sind in der Schweiz auf 1000 Nanotesla = 1Mikrotesla festgelegt worden. Laut Schriftenreihe 214 BUWAL 1993 besteht jedoch schon bei 300 Nanotesla das 3 bis 5-fache Krebsrisko. Auch hier sind die Grenzwerte da angesiedelt, wo die Industrie diese braucht und nicht da, wo es die Gesundheit erfordert.
Um gesund zu bleiben, sollten in der Wohnung nicht mehr als 50 Nanotesla herrschen und am Arbeitsplatz nicht mehr als 100 Nanotesla.
Eine Hochspannungsleitung, welche einen Strom von 1500 Ampère führt, hat in einem radialen Abstand von 60 m ein Magnetfeld von 3000 Nanotesla. Dies nach Werksangaben von Siemens(D) und unseren eigenen Messungen.
Die Kraftwerke behaupten, es seien hier nur 1000 Nanotesla. Wer's glaubt, bezahlt höchstwahrscheinlich mit dem Leben. Die Latenzzeit eines Krebses (Zeit von der Entstehung bis zum offenen Ausbruch) beträgt 5-10 Jahre. Es fällt also niemand gleich tot um. Aber was ist nach 10-15 Jahren?? Wollen Sie dieses Risiko eingehen?
Sehen Sie dazu unter
http://www.gigaherz.ch/827
Übrigens: die Magnetfelder eines Radioweckers sind nach 50cm auf unbedenkliche Werte dh. auf etwa 50Nanotesla abgeklungen.
H.U. Jakob
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 27. Oktober 2004 15:13
von charles claessens
Hallo,
als Baubiologe empfehlen wir einen Abstand von etwa 400 meter.
Dies nicht nur wegen die auftretende Magnetfelder, und vagebundierende Ströme (die wir von Masten durch ihre Betonfundierungen auf ca 200 m zwischen den Salat, Bohnen und Tomaten als stolze 250 nT gemessen haben) aber auch wegen die Corona Effekte.
Englische Untersucher haben festgestellt, dass man innerhalb von 400 m (in den Wind) durch diese Coronaeffekte 30 % mehr krebs und Leukemie bekommen kann.
Auf
http://www.milieuziektes.nl/Pagina112c.html steht der Bericht:
Corona Professor Henshaw.
Charles Claessens
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 27. Oktober 2004 20:20
von Bea Frei
Die Masten der Hochspannungsleitungen sind ca. 10m vom Feldweg entfern, das Strässchen hat maximal eine Breite von 3m und das Haus hat 6 Meter Abstand zu dieser.
Ich habe heute beim Kanton angefragt und bekam die Auskunft, dass diese Masten mit verschidenen starken Leitungen ausgerüstet seien. Am Telefon war die Rede von 380, 220 und zweimal 50 Kilovolt.
Herr Karl, wenn das jetzt halt Wechselfelder und nicht Strahlen sind, wie sind diese witterungsabhängig? Bedeuten mehr Kriechströme auch grössere Wechselfelder?
Werden die Grenzwerte bei nahegelegenen Immobilien auch durch das Umweltamt überprüft oder wer ist eigentlich zuständig für die Einhaltung dieser Grenzwerte?
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 27. Oktober 2004 23:56
von Karl
Hallo Bea,
Mehr Kriechströme bedeuten nicht mehr Wechselfelder.
Zumindestens kann man den Feldstärkezuwachs wegen Kriechströmen
getrost vernachlässigen.
Die magnetische Feldstärke ist proportional zur Stromstärke.
Dieser Einfluss übertrifft den Kriechstromeffekt um mehrer
Zehnerpotenzen. (Wäre auch schlimm, wenn es anders wäre, denn
dann würde die teure elektrische Energie ungenutzt abfliessen)
D. h., die mag. Feldstärke ist abhängig davon, wieviel Leistung bei welcher
Spannung transportiert wird. Von der Witterung hängt das
überhaupt nicht ab.
Die elektrische Feldstärke könnte bei sehr starkem Regen ganz
minimal anwachsen, da der felderfüllte Raum (Luft) teilweise
mit leitfähigem Medium (Regentropfen) gefüllt ist.
Die Grenzwerte an sich brauchen nicht überprüft werden, da sie
durch die Bauart und Auslegung der Trasse automatisch erfüllt sind.
Das heisst aber nicht, dass man nicht messen braucht, wenn man
sicher gehen will. Das muss allerdings mehrmals geschehen, da wie
gesagt über den Tag die Stromstärke nicht konstant ist.
Karl
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 28. Oktober 2004 00:06
von Karl
Hallo Herr Jakob,
Die Koronageräusche sind nicht von der Stromstärke abhängig sondern
z. B. von der Frequenz (50 Hz in Europa, 16 2/3 Hz bei einigen Eisenbahnen), Spannung, sowie Leiterdurchmesser.
Die Feldstärke einer Hochspannungsleitung kann man folgender
Grafik entnehmen:
http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/md ... len/28.jpg
Ob es nun 1 oder 3 uT sind ist angesichts des gesetzl. Grenzwertes von
100 uT völlig Belanglos. Ich gebe ihnen Recht: Will man sich unterhalb
von 1 uT oder gar 100 nT bewegen ist allerdings schon ein Abstand von mehr als 100 m nötig.
Dass die Magnetfeldstärke von der Stromstärke und nicht
von der Spannung abhängt ist klar. Etwas anderes habe ich
nirgends behauptet.
Das Magnetfels eines Radioweckers habe ich selbst schon mittels
einer Spule, eines Verstärkers und eines Oszilloskopes gemessen.
Das ist in 1 m Entfernung MIT SICHERHEIT grösser als 50 nT.
Das Feld ist so stark, dass man in 10 cm Entfernung die Vibration
eines in der Hand gehaltenen kleinen Permanentmagneten deutlich
spürt.
Karl
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 28. Oktober 2004 07:57
von Marianne
An Herrn Karl:
Dass die Grenzwerte nicht überprüft werden müssen, da sie durch die Bauart und Auslegung der Trasse automatisch erfüllt sind, darüber habe ich echte Zweifel und ich nehme Ihnen das nicht ab. Wenn man weiss, wieviel Schindluder damit in der Vergangenheit betrieben wurde, wieviel heute noch betrieben wird, indem man dem Volk das Blaue vom Himmel erzählt, dann wird der Mensch hellhörig.
In diesem Zusammenhang sei die Frage erlaubt, in welchem Auftrag Sie hier Beiträge schreiben. Der Verdacht, dass Sie versuchen, die Auswirkungen von Stromleitungen auf die menschliche Gesundheit zu verharmlosen, liegt nahe. Welches Interesse haben Sie daran? Soll es Ihr Ziel sein, Menschen, die sich Sorgen um die gesundheitlichen Folgen in der Nähe von Starkstromleitungen machen, in Sicherzeit zu wiegen?
Oder können Sie mir und den Forumteilnehmer erklären, warum es rund um Starkstromleitungen so viele Fälle von Leukämie und Krebs gibt?
Marianne
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 28. Oktober 2004 08:03
von Marianne
Was die Auswirkungen eines Radioweckers betrifft, gehen die Meinungen hier offenbar etwas auseinander. Gut, vielleicht ist das auch individuell von Person zu Person verschieden.
Wer sicher gehen will, dass er dadurch nicht in seinem Wohlbefinden gestört wird, der verbannt dieses Gerät übehaupt aus seinem Schlafzimmer und stellt sich einen ganz normalen Wecker auf den Nachttisch. Meiner Meinung nach haben Geräte wie Radio und Fernseher in einem Schlafzimmer sowieso nichts verloren. Der Mensch braucht wenigstens einen einzigen Ort, an dem er von all den modernen Zivilisationsschädigern verschont wird.
Marianne
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 28. Oktober 2004 11:11
von Hans-U. Jakob
An Karl,
Hören sie doch bitte endlich auf, hier solchen Unsinn zu erzählen.
Die gesetzlichen Grenzwerte in der Schweiz betragen für Daueraufenthalt von Menschen 1 Mikrotesla und nicht 100 und diese sind nicht im Entferntesten automatisch durch die Trasseeführung eingehalten. Wir messen Grenzwertüberschreitungen in Wohnungen durch Hochspannungsleitungen bis zum 2.5-Fachen. Wir finden laufend gezinkte Standortdatenblätter und werden uns das nicht länger bieten lassen. Die Erfinder dieser "Berechnungen" werden sich vor Gericht zu verantworten haben, falls diese nicht freiwillig ihre Fehler eingestehen und entsprechende Korrekturen und Nachbesserungen vornehmen und die betroffenen Menschen nicht finanziell für ihr Unglück entschädigen.
Leitungen die vor dem 1.2.2000 erstellt wurden, mussten diesen 1-Mikrotesla-Grenzwert noch nicht einhalten. Die Krebsrate hier ist denn auch bedenklich hoch.
Der Abstand zum gesund Wohnen neben einer Hochspannungsleitung beträgt, wie Charles Claessens sagt, als Faustregel 400m.
Mit dem Radiowecker haben Sie offenbar ein Steinzeitmodell untersucht.
Neue Modelle sind nach 50cm auf 0.05 Mikrotesla abgeklungen.
Bitte versuchen Sie uns hier nicht weiter für dumm zu verkaufen .
Wir verfügen über geeichte Messgeräte und entsprechende Aufzeichnungssoftware.
Betreffend Koronageräuschen gilt, wo kein Strom fliesst gibt es auch auch keine Geräusche. Was man trotzdem hört, ist der Wind, welcher in den Seilen pfeift.
Zum Schluss sollten Sie uns verraten, für wen Sie eigentlich arbeiten.
Wir arbeiten hier für erkrankte Mitmenschen. Und Sie?
Hans-U.Jakob
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 28. Oktober 2004 21:14
von Martin
Darf ein Neubau so nahe an einer Hochspannungsleitung erstellt werden (Bea schrieb, neues Haus 20m von einer Höchstpannungsleitung entfernt), wenn zum Voraus klar ist, dass in diesem Wohnraum der Anlagegrenzwert überschritten wird? Muss das EW die Leistung zurücknehmen, wenn dieser Neubau bezogen wird? Was gelten zum Schutz der Bauarbeiter für Vorschriften?
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 28. Oktober 2004 21:34
von A.Masson
"Wo kein Strom fliesst, gibt es keine Geräusche": Nein, das kann nicht stimmen. Das eine sind die abspringenden Ladungen, das hängt von der lokalen Feldstärke ab, also netto von der Spannung auf der Leitung - plus vom lokalen Krümmungsradius. Wenn irgendwelche Kratzer auf der Leitung sind, so kann dort ganz lokal (< 1 cm, also direkt am Seil) die Feldstärke viel höher werden, so dass es Elektronen wegreisst. Das hat überhaupt nichts zu tun mit dem Strom, der in der Leitung fliesst.
Das zweite sind Wasser- oder Nebeltropfen auf der Leitung, die sich im Takt der 50 Hz verformen, und dadurch die Luft anstossen. Da war mal vor ca. 2 Jahren ein Artikel in der NZZ, der liesse sich vielleicht noch finden. Ein ganz wunderschönes Bild dazu: Eine Dampflokomotive dampft bei Sonnenschein unter der SBB-Fahrleitung; die Feldstärke verformt die Dampftröpflein - und die ganze Dampfwolke flimmert im Sonnenlicht mit den 16 2/3 Hertz der Bahnleitung. Das gibt ein ganz einzigartiges Bild!
Zum Krümmungsradius mit der hohen Feldstärke, welche Ladungen ausreisst: Im Kanton Zug gibt es eine Leitung 380 kV, wo man direkt die Wohnhäuser unter die bestehende Leitung gebaut hat. Da muss man sich schon überlegen, wie man das überhaupt fertig bringt, mit dem Baukran... das eine Ende der Wohnblocks ist nördlich der Spurmitte, das andere Ende südlich. Aber der Boden ist halt teuer in Zug!
Dort hat es geheissen, das wetterabhängige Knistern sei eine beträchtliche Belastung für die Bewohner. Das EWZ (oder EKZ ??, jedenfalls Zürich) hat hier Versuche gemacht, unter die Doppelseile nachträglich noch einen dritten Draht einzuhängen. Damit wird der Querschnitt vergrössert, verrundet, kommt näher zu einem grossen Kreis (alle drei Drähte zusammen betrachten), d.h. der Krümmungsradius vergrössert sich, d.h. die Koronageräusche nehmen ab. Wie genau die Erfahrungen sind, weiss ich nicht. Man hat Messungen der Knisterlautstärke gemacht, aber wie stark es psychologisch stört, kann anders verlaufen, als was die Messungen per Mikrophon anzeigen.
Mit Elektrosmog hat das alles nichts zu tun. Vom elektrischen Feld reden sie nicht dort, das wird von den Häusern offenbar völlig abgeschirmt. Das Magnetfeld kann die Grenze von 1 Mikrotesla bei hohen Stromstärken nicht einhalten, und weil es eine alte Leitung ist, ist das egal. Die Stromstärke kann beträchtlich schwanken - das war mein Einstieg dort in den Elektrosmog, da habe ich erstmals Wochenprofile der Stromstärke aufgenommen, in einem Haus drin.
Dabei habe ich auch folgendes gehört: Normalerweise fliesst offenbar nicht viel Strom in dieser Leitung - das kann aber sprunghaft ändern. Als eine Lawine im Tessin eine völlig andere Leitung kaputt gemacht hat, sei bei dieser Zuger Leitung ganz plötzlich das Fünffache des normalen Stromes geflossen. Da alles mit allem zusammengeschlossen ist, kann man nie genau sagen, wo wieviel Strom fliesst, das stellt sich automatisch ein je nach Belastung, Produktion, Export, etc. Wird irgendwo eine Leitung wegen Wartungsarbeiten ausgeschaltet, kann das in einem ganz anderen Landesteil einen viel höheren Strom bedeuten. Komplizierter wird es nochmals, weil bei dieser Leitung drei Stränge verschiedener Kraftwerke mit unterschiedlichen Start- und Zielpunkten drauf sind. Jeder Strang schwankt sogar für sich... Einen Tagesgang sieht man jedenfalls wunderschön, auch dass Samstag/Sonntag ganz anders aussieht als während der Wochentage.
Sorry, das war wieder mal viel zu lang! A.Masson
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 31. Oktober 2004 10:13
von Hans-U. Jakob
Frage von Martin:
Darf ein Neubau so nahe an einer Hochspannungsleitung erstellt werden (Bea schrieb, neues Haus 20m von einer Höchstpannungsleitung entfernt), wenn zum Voraus klar ist, dass in diesem Wohnraum der Anlagegrenzwert überschritten wird? Muss das EW die Leistung zurücknehmen, wenn dieser Neubau bezogen wird? Was gelten zum Schutz der Bauarbeiter für Vorschriften?
Antwort von Hans-U. Jakob:
Massgebend ist nicht der waagrechte Abstand vom Leitungstrasse sondern der Radius (diagonal gemessen) von der Mitte des Leiterbildes (aus der Mitte der 6 Seile schräg nach unten) zum Ort wo sich Menschen dauernd aufhalten. Man könnte eine Leitung theoretisch auch auf 400m hohe Masten setzen.
Nach Standortdatenblättern BUWAL, ESTI, BFE usw, wäre der Grenzwert von 1 Mikrotesla bei einem Strom von 1500 Ampère (die Spannung in Kilovolt spielt hier überhaupt keine Rolle) bei einem Tonnenmast in 47m und bei einem Donaumast in 60m radialem Abstand eingehalten.
Diese Berechnunungen sind jedoch zu Gunsten der Stromhändler um ca das 3-fache "gezinkt" worden und ihre "Erfinder" werden sich nächstens vor Gericht veranrworten müssen.
Die Abstände für Ströme von 1500Ampère könnten sich dann so auf 150 und 180m vergrössern.
Die Grenzwerte müssen zudem jederzeit, auch wenn der Strom nur Kurzzeitig an die Grenze geht, eingehalten sein. Mischrechnungen über
Tages- Wochen- oder gar Jahresmittel sind nicht zulässig.
Siehe Art 13 NISV. (Ausnahme Eisenbahnen)
Wenn die Leitung vor dem Neubau eines Hauses da war, muss diese sicher nicht entfernt oder die Leistung reduziert werden. Wer hier baut ist selber schuld.
Eventuell könnte die Gemeinde zur Rechenschaft gezogen werden, die hier eine Bauzone ausgeschieden hat oder hier das Bauen bewilligt hat.
Leider verstehen die Baubehörden der Gemeinden von nichtionisierender Strahlung meistens weniger als eine Kuh vom Klavierspiel und bezeichnen uns deshalb gerne als selbsternannte Experten oder gar als Fantasten und Extremisten.
Für Bauarbeiter gelten 100mal höher Grenzwerte. Also 100 statt 1 Mikrotesla. Begründung des Gesetzgebers: Die halten sich hier nicht dauernd auf. Nötig wären mindestens 2.5 zusammenhängende Arbeitstage pro Woche à mindestens 8 Stunden.
In Wirklichkeit glaubt man jedoch, Bauarbeiter seien sowieso weniger wert als Bundesbeamte. Die hätten ja auch Ingenieur studieren können, dann müssten sie nicht unter der Leitung arbeiten.
Zum Schluss nochmals Eckdaten:
1500Ampère entsprechen einem Strom bei Doppelseilen 2x400mm2
und können als Normwert für fast alle neuen Leitungen betrachtet werden.
1 Mikrotesla ist der Grenzwert für Daueraufenthalt. Dieser Wert darf zu keiner Zeit (auch nicht kurzfristig) überschritten werden.
Bei 0.3 Mikrotesla (=300Nanotesla) besteht bereits das 3 bis 5-Fache Krebsrisiko. BUWAL Schriftenreihe 214 von 1993
Alles klar? Hans-U.Jakob
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 31. Oktober 2004 23:40
von Martin
und die elektrischen Feldstärken?
Solange das Dach noch nicht steht, dürften die Bauarbeiter ab einer bestimmten Höhe einigen Kilovolts ausgesetzt sein(Bea beschrieb vier Stränge, zwei davon im Höchsspannungsbereich)!
Re: Hochspannungsleitung und Wetter
Verfasst: 7. November 2004 10:13
von Hans-U. Jakob
Das nicht gerade. So zwischen 60 und 100V/m könnten es werden.
Werte aus Messerfahrung.
Das sind aber E-Felder im 50Hz-Bereich mit rund 1000 mal weniger biologischen Wirkungen auf den Menschen als HF-Felder.
Amtliche Grenzwerte bei 50Hz = 5000V/m
Amtliche Grenzwerte bei 900....1800MHz = 5V/m
Dies nur so zum Grössenvergleich. Ohne Gewähr für die Wirksamkeit von Grenzwerten.
Ueberwiegend gesundheitsrelevant sind und bleiben im 50Hz-Bereich jedoch die magnetischen Felder in Mikrotesla gemessen. Ganz klar, dass wir auch die elektrischen Felder (V/m) in den Griff bekommen müssen. Sind wir weit genug von den magnetischen entfernt, sind die elektrischen lange vorher schon gänzlich verschwunden.
Uebrigens E-Felder im 50Hz-Bereich dürfen Sie nur ab Stativ messen und Sie müssen alle beweglichen Objekte, auch Menschen, aus dem gemessenen Raum entfernen. Sonst haben Sie Verzerrungen die nicht mehr brauchbar sind.
Hans-U. Jakob