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Elektrosmog im Fahrzeuginnenraum

Verfasst: 11. November 2004 12:31
von The Future's Black
© Automobilrevue; 10.11.2004; Seite 15

Profi

Elektrosmog im Innenraum?

Die Automobilabteilung der HTI Biel hat Magnetfeldmessungen im Fahrzeuginnenraum durchgeführt. Dabei haben sich die Reifen als einzige Erzeuger nennenswerter Felder herausgestellt.

Hansruedi Brändli
Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) untersuchte der Fachbereich Automobiltechnik der Hochschule für Technik und Informatik (HTI) in Biel vor rund drei Jahren den Innenraum des Autos auf magnetische Felder. Dabei stellten Corinne Sierro und Phillipe Devaux in ihrer Diplomarbeit fest, dass die Fahrzeug-elektrik und -elektronik nur sehr schwache magnetische Felder erzeugten. Deutlich grösser dagegen waren die von den Reifen abgestrahlten Magnetfelder. Am drehenden Rad auf der Auswuchtmaschine massen die Studenten in einem Abstand von 20 mm Strahlungswerte zwischen 0,7 und 97 µT (Mikro-Tesla). Im Wesentlichen hängen die im Fahrzeuginnenraum erfassten Werte vom Magnetfeld des Reifens, von der Abschirmwirkung des Radkastenblechs und von der Distanz vom Reifen ab.

Natürlich wollte die Fach- und Informationsstelle «Nichtioni-sierende Strahlen» des BAG umgehend erfahren, wie sich diese Strahlung auf den menschlichen Organismus auswirkt. Schliesslich verbringen viele Menschen täglich mehrere Stunden im Auto. Es besteht der Verdacht, dass bereits tiefe Frequenzen unter 50 Hz und Feldstärken über 0,5 µT bei längerer Einwirkung bei empfindlichen Menschen Beschwerden oder Krankheiten verursachen können.

Dr. Martin Meier vom BAG stellt fest, dass die von der HTI gemessenen Felder vergleichsweise gross seien und man deshalb die Einführung von Vorsorgegrenzwerten prüfen wolle. Die Bieler Studie zeige aber auch auf, wie einfach und kostengünstig sich eine Entmagnetisierung der Reifen durchführen lasse.

Wie wird der Reifen magnetisiert?

Interessanterweise variiert die magnetische Flussdichte von Reifen zu Reifen stark. Einerseits bauen Reifen des gleichen Typs zum Teil vergleichsweise hohe, zum Teil aber auch verschwindend kleine Felder auf. Andererseits sind weder die Marke noch der Typ noch die Grösse des Reifens entscheidend für die Stärke des Magnetfeldes. Es spielt auch keine Rolle, auf welcher Art Felge der Reifen montiert ist und ob es sich um einen neuen oder einen verschlissenen Pneu handelt.

Zur Ermittlung der Werte wurden in zehn Mittelklassefahrzeugen mit starker Verbreitung - sowohl Neuwagen als auch Gebrauchte - Messungen bei stehendem und fahrendem Auto durchgeführt. Die Messungen erfolgten an verschiedenen Messpunkten zwischen Fuss- und Kopfbereich des Fahrers und anderer Passagiere. Gemessen wurde die magnetische Flussdichte mit einer speziellen Sonde, die eine raumrichtungsunabhängige Messung erlaubt.

Andreas Kessi, der Projekt ingenieur des Fachbereichs Automobiltechnik in Vauffelin, hält fest: «Wie die Magnetfelder der Reifen entstehen können, wissen wir nicht. Vermutlich wird der Stahlgürtel bei der Produktion oder bei der Lagerung des Reifens magnetisiert.»

Schnelle Abhilfe

Während die im Innenraum gemessenen maximalen ICNIRP-Werte (International Commis sion on Non-Ionizing Radiation Protection) der magnetisierten Reifen nur gerade 8 % des tolerierten Grenzwertes erreichen, bleiben sie nach der Entmagnetisierung sogar unterhalb von 1 %. Andreas Kessi betont in seiner Dokumentation der Messreihen, dass «die Messpunkte auf Kopf- und Beckenhöhe des Fahrers in keinem der geprüften Fahrzeuge signifikante magnetische Feldbelastungen ergaben».

Im Anschluss an die geschilderten Versuchsreihen haben die Automobilingenieure der HTI ein Gerät entwickelt, mit dem sich die Magnetisierung des Reifens schnell, gründlich und dauerhaft abbauen lässt.

Mit einer vergleichsweise einfachen und kostengünstigen Einrichtung könnte der Garagist anlässlich des saisonalen Reifenwechsels in kurzer Zeit alle durch die Räder erzeugten Magnetfelder auf ein Minimum reduzieren und somit eine gesundheitliche Gefährdung der Insassen sicher eliminieren.

Re: Elektrosmog im Fahrzeuginnenraum

Verfasst: 16. November 2004 07:39
von KlaKla
Wir vom izgmf haben vor Monaten ein Messprojekt gemacht, in dem es darum geht, wie verhält sich die Strahlung im Linienbus.

Anbei die Links:

Presseerklärung:
http://www.pressrelations.de/new/standa ... 93%26style

http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/ ... t_bus.html