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Leuchtstoffröhren und Ohrgeräusche
Verfasst: 19. November 2004 20:47
von Pegasus
Seit einiger Zeit stelle ich fest, dass mein Leuchtstoff- Röhren-Gerät seltsame Geräusche von sich gibt: es ist ein fast rhythmischer hoher Pfeifton, der mir fast wie ein Singen vorkommt. Dieser Rhythmus erinnert mich an Morse-Signale und an die Signale des Funkfernschreibers der Armee.
Nun habe ich vor ca. 8 Tagen festgestellt, dass sich zu meinem ständigen Begleiter Tinitus das oben beschriebene Geräusch dazu gesellt hat. Dies findet in meinem rechten Ohr statt - mit meinem linken gesunden Ohr kann ich die Geräusche der FL-Röhren auch hören - es ist also nicht nur in meinem Kopf!
Ich vermute UMTS - der nächste Sender ist ca 1.2 km entfernt; weitere, die bei mir einstrahlen: 4 km.
Gibt es ähnliche Beobachtungen?
Pegasus
Re: Leuchtstoffröhren und Ohrgeräusche
Verfasst: 20. November 2004 14:53
von Elisabeth Buchs
Hallo Pegasus
Was meinen Sie genau mit Leuchstoff-Röhren-Gerät?
In letzter Zeit trifft man recht oft Menschen, die fragen, ob es ihnen wegen UMTS schlechter gehe.
Mit einem Spectrum-Analyser könnte man UMTS eindeutig messen. Evt. könnte man ein Breitbandmessgerät wie das Endotronic zusätzlich mit einem Bandfilter ausrüsten und so das Vorhandensein und die ungefähre Stärke von UMTS feststellen.
Bei einer 1,2 km weit entfernten UMTS-Antenne und einer gemäss Angaben von Herrn Masson angenommenen Leistung von 1000 W ERP pro Senderichtung kommt man auf den Worst Case-Wert von 0,18 V/m, dies bei voller Sendeleistung, in Senderichtung und wenn kein Hindernis im Weg steht. Die 4 km weiter entfernten Antennen würden das Resultat nur noch unwesentlich beeinflussen. Wenn jedoch bereits andere Belastungen wie GSM-Antennen vorhanden sind, könnte eine zusätzliche UMTS-Belastung das (biologische) Fass zum überlaufen bringen.
Die grobe Ausrechungsformel geht so: Von der abgestrahlten Leistung in Watt ERP die Wurzel ziehen, dann multiplizieren mit 7, dann dividieren durch die Distanz in m, dies ergibt V/m.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 21. November 2004 22:34
von Pegasus
Hallo Frau Buchs,
mit Leuchtstoffröhren- Gerät meine ich Fluoreszenz- Leuchten oder eben wie der Volksmund fälschlicherweise sagt "Neon-Röhren".
Ich werde nächstens Ihre Formel anwenden, denn ich habe die Werte des Senders von der Unterschriftensammlung her. Wir hatten damals im 400m- Umkreis 230 Infoblätter verteilt und holten danach 163 Sammel-Einspracheunterschriften. Auch viele, die selber ein Handy haben, hatten unterschrieben.
Mit bestem Dank und freundlichem Gruss Pegasus
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 22. November 2004 21:43
von conrad
Finde ich sehr interessant, dabei darf aber nicht vergessen werden dass es zwei verschiedene Bauarten gibt. Die herkömmlichen Leuchtstoffröhren werden mit einem 50 Hz- Trafo betrieben, flackern also 100 mal pro Sekunde. Die bekannten Sparlampen für die Glühbirnenfassung hingegen flackern hingegen über ein elektronisch getaktetes Netzteil im Kilohertz- Bereich.
Natürlich könnte man auch eine Leuchtstoffröhre direkt in den Hauptsendestrahl einer Mobilfunkantenne halten, dort leuchtet sie, bei entsprechender Leistunsflussdichte ohne zusätzliche Stromquelle auf. (Vielleicht interessant als Demo, um den tatsächlichen Betriebszustand einer Mobilfunkantenne zu zeigen?)
Das mag zwar für einen Tinnitus- Erkrankten auf den ersten Blick belanglos sein, doch trotzdem würde es mich interessieren welches System mehr Gesundheitsprobleme bereitet.
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 23. November 2004 09:22
von juhugus
1.000 Watt ERP pro Senderichtung?

Wir reden hier aber schon noch über Mobilfunk, oder?
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 23. November 2004 10:35
von Gigaherz
Gigaherz ist eine Organisation Elektrosmog-Betroffener. Daher hat jedermann das Recht, sich auch über Auswirkungen anderer Quellen, die für seine gestörte Befindlichkeit verantworlich sein können, zu erkundigen.
Gigaherz
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 23. November 2004 13:28
von Elisabeth Buchs
Hallo Yuhugus
Willkommen im "andern Forum." Soll das eine Glatteisfrage sein? Und wo ist der Haken? Mit meinen Angaben beziehe ich mich auf den Beitrag von Herrn Masson "UMTS-Netz-Ausbau" (
read.php?f=1&i-3684&t=3673). Es freut mich, dass Ihnen die 1000 W ERP pro Senderichtung für UMTS ebenfalls als viel erscheinen.
In der Nähe unseres Dorfes auf einer Hochspannungsleitung soll eine Antenne von Sunrise (900 MHz) mit 3000 W ERP pro Senderichtung aufgestellt werden. Es handelt sich dabei zweifelsohne ebenfalls um eine Mobilfunkantenne. Und weil viele Dorfbewohner nicht einsehen, weshalb ein relativ kleines Dorf so überversorgt werden soll und die Bewohner unnötig viel "Strahlung" abbekommen sollen, hat sich ein Widerstandsverein mit mehreren Hundert Mitgliedern gegründet, der die Einsprache gegen die Antenne notfalls bis vors Bundesgericht weiterziehen wird. Der Standort in der Landwirtschaftszone habe schon mal gute Chancen, gekippt zu werden, wobei sich die Frage stellt, ob nicht ein anderer Standort noch ungünstiger werden kann.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 23. November 2004 14:33
von A.Masson
Liebe(r) Juhugus,
Also Sie zweifeln daran, ob 1000 W ERP pro Abstrahlrichtung beim Mobilfunk denn möglich seien ? Haben Sie etwas lange Pause gemacht, waren Sie im Ausland, einige Jahre lang nicht auf dem Amt gewesen ? Gehen Sie doch mal, und Sie werden sehen: Die Zeit steht nicht still.
Eins, zwei, drei, im Sauseschritt
eilt die Zeit - wir eilen mit (W. Busch, aus dem Gedächtnis)
Es ist so, dass die Antennen immer stärker werden, obgleich die Versorgungs-Bereiche pro Antenne immer kleiner werden. Warum das so ist, weiss ich auch nicht recht, das ist schwer zu verstehen.
Hier in Baar, einer kleinen Gemeinde mit doch etwas über 10'000 Einwohnern, sind bereits 6 UMTS-Antennen bewilligt worden. Neu stehen 5 weitere an, die im Bewilligungsverfahren stecken. Der Gemeinderat wird sie sicher auch die alle bewilligen (eine davon bewilligt das Hochspannungsinspektorat).
Das letzte und neueste der eingereichten Projekte ist am stärksten. Da sendet also Swisscom mit 900 W ERP im D-Bereich GSM, mit 1000 W ERP im E-Bereich, und dann gleich nochmals mit 1900 W ERP mit UMTS, das sind riesige Leistungen. Es ist uns versprochen worden, UMTS gäbe schwächere Antennen, aber das war wieder einmal falsch.
Swisscom total 3800 W. Orange 900 W (D), 1250 W (E) und 910 W (UMTS), zusammen 3060 W ERP. Beide Firmen zusammen also 6860 W ERP, und das alles in Azimut 40° (900 W) und 30° (ganzer Rest). Da 10° im Azimut den (das) Braten nicht richtig abschwächen, kann man sagen: Pro Abstrahlrichtung 6.8 Kilowatt ERP!! Möglicherweise absoluter Rekord ??? Das Gegenteil bitte melden!
Sie sehen, man müsste schon richtig froh sein, wenn irgendwo nur 1000 W abgestrahlt werden pro Richtung. Diese Zeiten sind schon lange vorbei.
A. Masson
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 23. November 2004 14:39
von Pegasus
Ich denke, "Juhugus" meint nicht, dass wir hier nicht über andere E-Smog-Quellen reden dürfen, sondern er glaubt, dass die 1000 Watt ERP unmöglich für den Mobilfunk stimmen können.
Ich glaube nicht, dass mein neues Ohrgeräusch von den "Neon-Röhren" kommt, sondern dass das Röhren-Gerät zuerst anfing damit (evtl. vom UMTS ) und es nun auch mich in gleicher Weise beeinflusst. Mich hat nämlich eine Nachbarin auf das für sie lästige Pfeifen oder Singen eines Gerätes aufmerksam gemacht.
MfG Pegasus
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 23. November 2004 20:48
von Karl
Hallo juhugus,
1000 W ERP ist bei (angenommenen) 20 W Sendeleistung und einem entsprechenden Antennengewinn (16 dB) kein Problem.
Ob man vor der Antenne eine Leuchtstofflampe zum leuchten
bringt darf bezweifelt werden
Karl
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 24. November 2004 13:14
von Roger
Das könnte man doch schlicht und einfach ausprobieren, um jegliche Zweifel auszuräumen.
Roger
Re: "Neon-Röhren" und Ohrgeräusche
Verfasst: 24. November 2004 19:59
von Hans-U. Jakob
Zum Leuchten bringen geht nicht.
Man muss mit der Netzspannung mit Vorschaltgerät und Starter zünden, dann die leuchtende Röhre in die Luft halten. Diese erlischt erfahrungsgemäss erst bei einer E-Feldstärke von etwa 2V/m. Bei 12V/m gibts volle Leuchtkraft.
Wer versuchts?
In Schwarzenburg, zu Zeiten des Kurzwellensenders hatten etliche Leute auf diese Art Gratisbeleuchtung in ihren Treppenhäusern und in Scheunen und Ställen.
Lichtschalter kurz einschalten bis die Röhre leuchtete, dann Schalter aus und der Rest war gratis bis zum Zeitpunkt an dem die Sendung zu Ende war. Meist nach 90 Minuten.
Hans-U. Jakob