ZH: Strahlenalarm im Schulhaus
Verfasst: 30. November 2004 12:03
© Tages-Anzeiger; 30.11.2004; Seite 25
Leserforum
Strahlenalarm im Schulhaus
Neue Antenne auf Schule trotz Moratorium, TA vom 22. 11.
Die Stadt bewilligt dann eine Antenne, wenn damit eine schlimmere Situation verhindert werden kann. So in etwa lautet die Aussage von René Manz, Direktor der Immobilienbewirtschaftung der Stadt Zürich, zur Antenne auf dem Dach des Milchbuck-Schulhauses. Direktor Manz ortet das grösste Übel bei den Handys der Schülerinnen und Schüler. Und wenn diese angestellt seien, behauptet er, betrage der Strahlungswert ein x-faches des Werts der Antenne. So leicht lässt sich ein Problem umdefinieren. Kommt das Argument von der Swisscom, die vom eigenen Problem (der Mobilfunkantenne) ablenken und es den Schülerinnen und Schülern (Handykonsum) zuschieben möchte, um die neue Anlage zu legitimieren?
Während einer Schulstunde sollten meiner Meinung nach ohnehin sämtliche Mobilfunktelefone in einem Klassenzimmer ausgeschaltet sein. Ich gehe auch davon aus, dass während einer Schullektion normalerweise im Klassenzimmer nicht telefoniert wird und auch keine Kurzmitteilungen versandt werden. Wenn Handys während der Stunde fälschlicherweise auf Empfang geschaltet sind, so senden sie von Zeit zu Zeit einen sekundenkurzen Impuls an die nächstgelegene Mobilfunkantenne aus. Dazu kommt auch die vorübergehende Ausstrahlung vom (z. B. in der Mappe versorgten) Handy bei eingehendem SMS und Nachrichtenaufzeichnung. Gemäss meinen Informationen sind diejenigen Personen, die ihr Handy praktisch stundenlang am Ohr haben, einer x-fach höheren Bestrahlung ausgesetzt.
Mit der (rhetorischen) Behauptung des Immobilienbewirtschaftungs-Direktors ist den 10-jährigen Schülerinnen und Schülern im Dachgeschoss des Zürcher Schulhauses Milchbuck, die während der nächsten Jahre dort unterrichtet und mit der neuen Anlage tagtäglich bis 3,5 V/m ausgesetzt sein werden, nicht geholfen.
WALTER WEILER, ZÜRICH Schulpfleger
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Strahlenalarm im Schulhaus
Neue Antenne auf Schule trotz Moratorium, TA vom 22. 11.
Die Stadt bewilligt dann eine Antenne, wenn damit eine schlimmere Situation verhindert werden kann. So in etwa lautet die Aussage von René Manz, Direktor der Immobilienbewirtschaftung der Stadt Zürich, zur Antenne auf dem Dach des Milchbuck-Schulhauses. Direktor Manz ortet das grösste Übel bei den Handys der Schülerinnen und Schüler. Und wenn diese angestellt seien, behauptet er, betrage der Strahlungswert ein x-faches des Werts der Antenne. So leicht lässt sich ein Problem umdefinieren. Kommt das Argument von der Swisscom, die vom eigenen Problem (der Mobilfunkantenne) ablenken und es den Schülerinnen und Schülern (Handykonsum) zuschieben möchte, um die neue Anlage zu legitimieren?
Während einer Schulstunde sollten meiner Meinung nach ohnehin sämtliche Mobilfunktelefone in einem Klassenzimmer ausgeschaltet sein. Ich gehe auch davon aus, dass während einer Schullektion normalerweise im Klassenzimmer nicht telefoniert wird und auch keine Kurzmitteilungen versandt werden. Wenn Handys während der Stunde fälschlicherweise auf Empfang geschaltet sind, so senden sie von Zeit zu Zeit einen sekundenkurzen Impuls an die nächstgelegene Mobilfunkantenne aus. Dazu kommt auch die vorübergehende Ausstrahlung vom (z. B. in der Mappe versorgten) Handy bei eingehendem SMS und Nachrichtenaufzeichnung. Gemäss meinen Informationen sind diejenigen Personen, die ihr Handy praktisch stundenlang am Ohr haben, einer x-fach höheren Bestrahlung ausgesetzt.
Mit der (rhetorischen) Behauptung des Immobilienbewirtschaftungs-Direktors ist den 10-jährigen Schülerinnen und Schülern im Dachgeschoss des Zürcher Schulhauses Milchbuck, die während der nächsten Jahre dort unterrichtet und mit der neuen Anlage tagtäglich bis 3,5 V/m ausgesetzt sein werden, nicht geholfen.
WALTER WEILER, ZÜRICH Schulpfleger