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Parallelen zum Asbest-Skandal

Verfasst: 1. Dezember 2004 02:36
von thron
Asbest: Der langsame Tod
Dokumentation, Frankreich 2004, Erstausstrahlung arte DI 30.11.04 21h50

Bekannt ist die gesundheitsschädigende Wirkung von Asbest schon lange. Und doch dauerte es Jahrzehnte, bis seine Verwendung verboten wurde. Noch heute wird er in einigen Ländern der Erde eingesetzt. Wie kam es zum leichtfertigen Umgang mit der gefährlichen Faser?

In den meisten Industrieländern ist Asbest heute verboten. Doch noch immer richtet der Stoff Unheil an. In den nächsten 30 Jahren werden in Europa 500.000 Menschen an asbestbedingten Krankheiten sterben, so eine Studie. Allein in Frankreich werden es 100.000 sein. Asbest war lange ein von Industrie und Ingenieuren geschätztes Material: feuerfest, praktisch und nicht teuer. So konnte man es überall finden, in Elektrohaushaltsgeräten, in Gebäuden verbaut, auf Baustellen und in Fabriken. Doch unter Ärzten waren die gesundheitsschädigenden Auswirkungen von Asbest seit Jahrzehnten bekannt. Und seit den 70er Jahren wusste man erwiesenermaßen, dass Asbest Krebs erregend ist. Wie ist es zu erklären, dass mit der Gesundheit der Arbeitnehmer, ja der ganzen Bevölkerung, so leichtfertig umgegangen wurde? Wie kann man akzeptieren, dass Asbest noch heute in vielen südlichen Ländern zum Einsatz kommt? In ihrer internationalen Untersuchung zeigt Sylvie Deleule, in wessen Interesse es lag, die Ausmaße des Desasters so lange zu verbergen, und wer das Schweigen so sorgfältig organisierte.