Menziken: «Antenne der schlimmsten Sorte»
Verfasst: 20. Dezember 2004 12:37
© Mittelland Zeitung; 18.12.2004
Tabloid Wynental Suhrental
«Antenne der schlimmsten Sorte»
Menziken
Entschlossener Widerstand der IG Lebensqualität gegen Mobilfunkantenne in der Murweid
Wolfgang Rytz
Über 100 besorgte Einwohner besuchten den Informationsabend der Interessengemeinschaft (IG) Lebensqualität Menziken. Diese wehrt sich entschlossen gegen den Bau einer leistungsstarken Mobilfunkantenne beim Schützenhaus Murweid.
«Wir gehen bis vors Bundesgericht», drohte Vorstandsmitglied Frank Widmer gegen Ende der Veranstaltung. Während 100 Minuten hatten verschiedene Referenten eine geballte Ladung an Argumenten gegen den Antennenbau abgefeuert. Nach der Begrüssung durch IG-Präsident Urs Bolliger, der eine sachliche Information versprach, lancierte Vorstandskollege Thomas Sommerhalder den Aufstand: «Auch unter uns befinden sich Handy-Benützer. Wir sind keineswegs militante Gegner. Aber was auf der Murweid gebaut werden soll, ist weit mehr als eine normale Handy-Antenne.» In den südöstlichen Quartieren Menzikens lassen vor allem die technischen Dimensionen die Alarmglocken schrillen. «Diese Antenne sorgt für Elektrosmog der schlimmsten Sorte», warnte Sommerhalder.
Nutzen nur bei Sunrise
Die IG nahm Messungen im gesamten Gemeindegebiet vor und stellte bei keinem der drei nationalen Handy-Anbieter eine Lücke im Netz fest. «Telefonieren können wir jetzt schon alle überall», folgerte Sommerhalder, «diese Antenne dient nur der Gewinnoptimierung auf unsere Kosten.»
Frank Widmer zitierte aus der Gemeindebroschüre, die von einer hohen Lebensqualität mit paradiesischen Zuständen berichte. «Dieses Projekt hat aber nichts mit Lebensqualität zu tun, deshalb handeln wir von der IG», begründete Widmer die entschlossene Vorgehensweise.
Die Problematik von Mobilfunkantennen erläuterte Elektrosmog-Experte Jürg Zimmermann (Emmenbrücke) detailliert. Er wies insbesondere auf die gesundheitlichen Gefahren hin. Inzwischen seien sich drei Viertel der involvierten Fachleute einig, dass bereits Strahlungen unter den umstrittenen Grenzwerten Schlafstörungen und erhöhtes Krebsrisiko bewirkten.
Unverbindlicher ammann
Vielen Zuhörern verging trotz gelegentlicher Scherze das Lachen. Zum Schluss fragte eine besorgte Menzikerin den anwesenden Gemeindeammann, wie sich der Gemeinderat dazu stelle. Jörg Zubler drückte sich um eine Stellungnahme und verwies auf die anstehenden Einspracheverhandlungen.
«Ich hoffe, dass wir einen Konsens finden», erklärte der Ammann später der AZ gegenüber. Diese Hoffnung dürfte kaum in Erfüllung gehen. Weil die Schützengesellschaft ihr Einverständnis zum Antennenbau zurückgezogen hat, dürfe der Gemeinderat keine Einspracheverhandlungen führen. Dies ergaben juristische Abklärungen der IG.
Das nächste Kapitel im Antennenstreit wird erst im nächsten Jahr geschrieben. Laut Gemeindeschreiber Heinz Gloor läuft die Vernehmlassung. Die Gemeinde warte auf die Beurteilung des Aargauischen Baudepartementes und entscheide dann über die weiteren Schritte.
Tabloid Wynental Suhrental
«Antenne der schlimmsten Sorte»
Menziken
Entschlossener Widerstand der IG Lebensqualität gegen Mobilfunkantenne in der Murweid
Wolfgang Rytz
Über 100 besorgte Einwohner besuchten den Informationsabend der Interessengemeinschaft (IG) Lebensqualität Menziken. Diese wehrt sich entschlossen gegen den Bau einer leistungsstarken Mobilfunkantenne beim Schützenhaus Murweid.
«Wir gehen bis vors Bundesgericht», drohte Vorstandsmitglied Frank Widmer gegen Ende der Veranstaltung. Während 100 Minuten hatten verschiedene Referenten eine geballte Ladung an Argumenten gegen den Antennenbau abgefeuert. Nach der Begrüssung durch IG-Präsident Urs Bolliger, der eine sachliche Information versprach, lancierte Vorstandskollege Thomas Sommerhalder den Aufstand: «Auch unter uns befinden sich Handy-Benützer. Wir sind keineswegs militante Gegner. Aber was auf der Murweid gebaut werden soll, ist weit mehr als eine normale Handy-Antenne.» In den südöstlichen Quartieren Menzikens lassen vor allem die technischen Dimensionen die Alarmglocken schrillen. «Diese Antenne sorgt für Elektrosmog der schlimmsten Sorte», warnte Sommerhalder.
Nutzen nur bei Sunrise
Die IG nahm Messungen im gesamten Gemeindegebiet vor und stellte bei keinem der drei nationalen Handy-Anbieter eine Lücke im Netz fest. «Telefonieren können wir jetzt schon alle überall», folgerte Sommerhalder, «diese Antenne dient nur der Gewinnoptimierung auf unsere Kosten.»
Frank Widmer zitierte aus der Gemeindebroschüre, die von einer hohen Lebensqualität mit paradiesischen Zuständen berichte. «Dieses Projekt hat aber nichts mit Lebensqualität zu tun, deshalb handeln wir von der IG», begründete Widmer die entschlossene Vorgehensweise.
Die Problematik von Mobilfunkantennen erläuterte Elektrosmog-Experte Jürg Zimmermann (Emmenbrücke) detailliert. Er wies insbesondere auf die gesundheitlichen Gefahren hin. Inzwischen seien sich drei Viertel der involvierten Fachleute einig, dass bereits Strahlungen unter den umstrittenen Grenzwerten Schlafstörungen und erhöhtes Krebsrisiko bewirkten.
Unverbindlicher ammann
Vielen Zuhörern verging trotz gelegentlicher Scherze das Lachen. Zum Schluss fragte eine besorgte Menzikerin den anwesenden Gemeindeammann, wie sich der Gemeinderat dazu stelle. Jörg Zubler drückte sich um eine Stellungnahme und verwies auf die anstehenden Einspracheverhandlungen.
«Ich hoffe, dass wir einen Konsens finden», erklärte der Ammann später der AZ gegenüber. Diese Hoffnung dürfte kaum in Erfüllung gehen. Weil die Schützengesellschaft ihr Einverständnis zum Antennenbau zurückgezogen hat, dürfe der Gemeinderat keine Einspracheverhandlungen führen. Dies ergaben juristische Abklärungen der IG.
Das nächste Kapitel im Antennenstreit wird erst im nächsten Jahr geschrieben. Laut Gemeindeschreiber Heinz Gloor läuft die Vernehmlassung. Die Gemeinde warte auf die Beurteilung des Aargauischen Baudepartementes und entscheide dann über die weiteren Schritte.