Mehr Antennen - weniger Elektrosmogbelastung???

Gigathlet

Mehr Antennen - weniger Elektrosmogbelastung???

Beitrag von Gigathlet » 30. August 2007 14:54

Forum Admin: Da sich der Thread "Schwinger stirbt an Herzversagen" auf nicht mehr zum Thema gehörende Beiträge ausdehnt, wird ein neuer Thread eröffnet.

Hans-U. Jakob hat Folgendes geschrieben:

Ein Handy funktioniert noch bei Mimimalfeldstärken von 0.00000146V/m (5 Nullen nach dem Komma) Dies laut Schreiben von Orange vom 7.11.03 (In unserem Besitz)
Hans-U. Jakob

Hier die minimalen Planungswerte eines schweizer Mobilfunkanbieters für Ihre Akten:
Klasse Pegel Beschreibung
Outdoor -93 dBm Telefonieren im Freien möglich
Incar -83 dBm Telefonieren in Fahrzeugen möglich
Indoor -75 dBm Telefonieren in vorstädtischen Gebäuden möglich
Indoor Urban -71 dBmTelefonieren in städtischen Gebäuden möglich

Ich bin neu hier und ein wenig erstaunt über die teilweise forschen Aussagen. Dass aufgestellte aber sich nicht in Betrieb befindende Antennen zu Beschwerden führen, ist wie von anderen bereits dargelegt kein Märchen. Ich war jahrelang im Bereich Mobilfunkimplementation tätig. Es ist nun mal so, dass zwischen aufstellen und "on air" nehmen normalerweise eine gewisse Zeit liegt. Es war an der Tagesordnung, dass sich Menschen über Unwohlsein beklagten, obwohl die Anlage gar nicht funktionieren konnte, weil zum Beispiel TRX fehlten.

Noch ein Punkt mit Konfliktpotenzial:
Mehr Antennen sind aus landschaftlicher Sicht bestimmt nicht schön, reduzieren aber die "Elektrosmogbelastung", weil jede mit weniger Leistung auskommen kann...

Tom

Beitrag von Tom » 30. August 2007 15:14

Mehr Antennen sind aus landschaftlicher Sicht bestimmt nicht schön, reduzieren aber die "Elektrosmogbelastung", weil jede mit weniger Leistung auskommen kann...
Darum sollte die Netze endlich fertig gebaut werden. Jede Einsprache und Verzögerung bringt mehr Elektrosmog.

Am besten merke ich es wenn ich in schlecht versorgtem Gebiet bin. Der Akku hält viel weniger lange als wenn ich in gut versorgtem Gebiet bin.

unwichtig
Beiträge: 891
Registriert: 27. Januar 2007 16:23

Beitrag von unwichtig » 30. August 2007 15:18

Anonymous hat geschrieben: Ich bin neu hier und ein wenig erstaunt über die teilweise forschen Aussagen. Dass aufgestellte aber sich nicht in Betrieb befindende Antennen zu Beschwerden führen, ist wie von anderen bereits dargelegt kein Märchen. Ich war jahrelang im Bereich Mobilfunkimplementation tätig. Es ist nun mal so, dass zwischen aufstellen und "on air" nehmen normalerweise eine gewisse Zeit liegt. Es war an der Tagesordnung, dass sich Menschen über Unwohlsein beklagten, obwohl die Anlage gar nicht funktionieren konnte, weil zum Beispiel TRX fehlten.
Damit auch Andere wissen wovon die Rede ist:

TRX: Transceiver- Sende-Empfangseinrichtung einer BTS. Die eingentliche Antenne, d.h. der Teil, der Funkstellen zu den Handys sendet und empfängt. Jede TRX arbeitet auf einer bestimmten Frequenz mit bis zu 8 Zeitschlitzen, d.h. pro TRX können maximal 8 Gespräche gleichzeitig abgewickelt werden. Um eine ausreichende Teilnehmerkapazität sicherzustellen, werden oft mehrere TRXen pro BTS und Sektor verwendet. Die Anzahl verfügbarer Frequenzen innerhalb des 900- bzw. 1800-MHz-Bandes ist jedoch begrenzt (Funkkanalpaar), so daß an einem Standort nicht beliebig viele TRXen gebaut werden können.(Quelle: http://www.galaxydownloads.de/lexikon.php)

Das Märchen von den nicht sendenden Mobilfunkantennen, die zu Beschwerden führten wurde hier schon einige Male wiederholt und wiederlegt. Es wird nicht wahrer durch ständiges Wiederholen.
Anonymous hat geschrieben: Noch ein Punkt mit Konfliktpotenzial:
Mehr Antennen sind aus landschaftlicher Sicht bestimmt nicht schön, reduzieren aber die "Elektrosmogbelastung", weil jede mit weniger Leistung auskommen kann...
Es interessiert mich als Betroffener einen Dreck wie stark das einzelne Handy senden muss, 70-90% der Sendeleistung pumpt sich die arme Seele von Benutzer eh direkt ins Gehirn. Diese Strahlung erreicht die Basisstation nie. Aber Die durch immer mehr Antennen verursachte Dauerbestrahlung (Kontrollkanäle) erhöhen die Bestrahlung deutlich. Wieder eine der Lügen die hier täglich verbreitet werden. Machen wir uns nichts vor, mehr Basisstationen dienen einmal dem Zweck mehr Gespräche in einem bestimmten Gebiet gleichzeitig führen zu können. Das kann Jeder leicht am starken Downtilt (Abwärtsneigung der Antenne) in städtischen Gebiet sehen. Der dient dazu das beschränkte Gut (Frequenzen) möglichst bald wieder nutzen zu können, ohne gegenseitige Störung.

Danach kommt die indoor Versorgung auch unter miserabelsten Bedingungen, Tiefgarage, Keller, viele Gebäude zwischen Antenne und Nutzer. Als Anbieter können Sie nur verdienen, wenn Sie Air-Time verkaufen können, also unter allen Umständen Funktionalität vorhanden ist.

Es werden also, Kinder, Tiere und die Natur Tag und Nacht extrem belastet, nur damit Jemand ein für gewöhnlich völlig unwichtiges Gespräch mit seinem Mobiltelefon sofort führen kann. Obwohl in den meisten Gebäuden ein Festnetzanschluss zur Verfügung steht. Die Nummern sind aber im Telefonbuch* des Handys gespeichert, Bequemlichkeit siegt und schon steckt das Handy im Gehirn des Nutzers.

(*Technisch wäre es trivial, über ein genormtes Protokoll Nummern per Infrarot an ein Festnetzgerät zu übertragen.)
„Die magnetische Energie ist die elementare Energie, von der das gesamte Leben des Organismus abhängt.“
Prof. Werner Heisenberg (1901–1976), Physiker, Nobelpreisträger der Physik

Hans

Beitrag von Hans » 30. August 2007 15:32

Tja, das mit "mehr Antennen wäre besser" habe ich in ähnlicher Art auch schon angebracht. Wurde von der Forumsleitung leider zensiert.
Und ich bleibe dabei: Es wäre vermutlich verträglicher wenn anstelle einer Antenne mit 400W ERP das Gebiet mit sagen wir mal 40 Antennen à 1W Endstufenleistung versorgt würde. Das eine Watt könnte dann, weil man ja viele Antennen hat, mit einer normalen Stabantenne gesendet werden. Diese Antennen hätten keinerlei Richtstrahlwirkung.
Natürlich wird die Strahlenbelastung dadurch nicht gleich hinfällig. Aber es würde gleichmässiger verteilt und die unmittelbaren Bewohner der Antennen würden nicht gerade "geröstet" wie es bei der jetzigen Richtstrahantenne der Fall ist.
Oder befinde ich mich hier auf dem Holzweg?
Gruss Hans

Netzfreischalter

Beitrag von Netzfreischalter » 30. August 2007 16:12

unwichtig hat geschrieben:Das Märchen von den nicht sendenden Mobilfunkantennen, die zu Beschwerden führten wurde hier schon einige Male wiederholt und wiederlegt. Es wird nicht wahrer durch ständiges Wiederholen.
Hier gehen die Meinungen auseinander. Es wurde zwar erwähnt, dass früher auch einem Baukran ein Nocebo-Effekt nachgesagt wurde und dass einige Fälle vorliegen, in denen bewiesen worden ist, dass die Antenne doch schon lief, aber der Beweis, dass es Nocebo in Bezug auf Mobilfunkmasten nicht gibt, oder tatsächlich jeder einzelne Mast bereits in Betrieb war, als Beschwerden laut wurden, wurde imho nicht erbracht.

Elisabeth Buchs
Beiträge: 1639
Registriert: 27. Januar 2007 21:48

Mehr Antennnen - weniger Elektrosmog

Beitrag von Elisabeth Buchs » 30. August 2007 18:14

Wenn Internetanwendungen und Bildchenkram per Kabel und nicht drahtlos angeboten werden, erübrigt sich diese Aussage, denn der Spruch von den mehr Antennen, nahe beim Nutzer, in den Wohngebieten usw. ist im Zusammenhang mit der geringeren Reichweite von UMTS aufgekommen. Für eine GSM-Grundversorgung sind bereits mehr als genug Antennen vorhanden und mobil telefonieren kann man nahezu überall. Für eine GSM-Grundversorgung genügen Antennen weiter entfernt von einem Dorf. Die 400 W ERP sind gemäss Standortdatenblättern eine Verharmlosung, denn unter etwa 1000 W ERP pro Senderichtung UMTS und ebenfalls 1000 W ERP GSM pro Sendrichtung wird heutzutage nicht mehr angefangen, auch wenn die Antennen bereits alle paar Hundert Meter aufgestellt sind, z.B. Bern-Bümpliz. Dort ist die Elektrosmog-Belastung wie man gerne nachmessen kann, überhaupt nicht reduziert, sondern hat in den letzten Jahren ständig zugenommen, den Betroffenen geht es schlecht und sie können dort kaum mehr wohnen. Die Netze werden übrigens nie fertig gebaut sein, es wird ständig versucht werden neue Geschäftsideen zu verwirklichen, deshalb sind Einsprachen und Verzögerungen solange unsere Regierung nicht bessere Vorsorge betreibt, der einzige Weg zu weniger Elektrosmog.

Elisabeth Buchs

Gigathlet

Beitrag von Gigathlet » 30. August 2007 19:44

Ich muss hier wohl mal etwas Nachhilfeunterricht geben:
Nur GSM900 hat eine grössere Reichweite als UMTS2100. Es gibt auch noch GSM1800, welches eine ähnliche Reichweite wie UMTS2100 hat und vor allem in den Städten zum Einsatz kommt, wegen den zusätzlichen Frequenzen. Nur Orange hat GSM1800 Antennen auch auf dem Land, weil sie früher nur diese Lizenz besassen.
Wenn in der Stadt heute eine neue UMTS Anlage gebaut wird, geschieht dies fast ausschliesslich auf Kosten der GSM1800 Antenne, da sonst die Anlagegrenswerte nicht eingehalten werden können. Die 1000 W ERP von UMTS2100 und GSM900 können übrigens nicht miteinander verglichen werden, für sie gelten unterschiedliche Grenzwerte (6 bzw. 4 V/m). UMTS 2100 wird aber in der Regel mit mehr als 1000 W ERP eingegeben, hingegen kann GSM900 auch mit weniger als 1000 W ERP auskommen.
In (naher) Zukunft wird es UMTS900 geben, da sieht die Reichweite wieder anders aus, obwohl UMTS mehr Downtilt als GSM braucht, um ein vernünftiges Netzwerk planen zu können.
Mehr Antennen bedeutet weniger "Elektrosmog", weil gerade eben der "Kontrollkanal", der sogenannte BCCH, mit weniger Leistung operiert.
In der Schweiz sind wir mit dem Anlagegrenzwert bekanntlich um Faktor 10 strenger als zum Beispiel unsere nördlichen Nachbarn, eigentlich müssten dort alle über Symptome klagen.

Hans-U. Jakob
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Re: Mehr Antennen - weniger Elektrosmogbelastung???

Beitrag von Hans-U. Jakob » 30. August 2007 20:01

Gigathlet hat geschrieben:Forum Admin: Da sich der Thread "Schwinger stirbt an Herzversagen" auf nicht mehr zum Thema gehörende Beiträge ausdehnt, wird ein neuer Thread eröffnet.

Hans-U. Jakob hat Folgendes geschrieben:

Ein Handy funktioniert noch bei Mimimalfeldstärken von 0.00000146V/m (5 Nullen nach dem Komma) Dies laut Schreiben von Orange vom 7.11.03 (In unserem Besitz)
Hans-U. Jakob

Hier die minimalen Planungswerte eines schweizer Mobilfunkanbieters für Ihre Akten:
Klasse Pegel Beschreibung
Outdoor -93 dBm Telefonieren im Freien möglich
Incar -83 dBm Telefonieren in Fahrzeugen möglich
Indoor -75 dBm Telefonieren in vorstädtischen Gebäuden möglich
Indoor Urban -71 dBmTelefonieren in städtischen Gebäuden möglich

Ich bin neu hier und ein wenig erstaunt über die teilweise forschen Aussagen. Dass aufgestellte aber sich nicht in Betrieb befindende Antennen zu Beschwerden führen, ist wie von anderen bereits dargelegt kein Märchen. Ich war jahrelang im Bereich Mobilfunkimplementation tätig. Es ist nun mal so, dass zwischen aufstellen und "on air" nehmen normalerweise eine gewisse Zeit liegt. Es war an der Tagesordnung, dass sich Menschen über Unwohlsein beklagten, obwohl die Anlage gar nicht funktionieren konnte, weil zum Beispiel TRX fehlten.

Noch ein Punkt mit Konfliktpotenzial:
Mehr Antennen sind aus landschaftlicher Sicht bestimmt nicht schön, reduzieren aber die "Elektrosmogbelastung", weil jede mit weniger Leistung auskommen kann...
Planungswerte liegen immer weit (mindestens Faktor 2) oberhalb den zum Handysieren erforderlichen Werten.
Netzabdeckungskarten mit den von Ihnen angegebenen dBm-Werten hat unser Bundesgericht schon vor 3 Jahren als unbewiesene, unhaltbare Parteibehauptungen abgeschossen. Auch hier können Sie uns gar nichts mehr vormachen.

*****

Nicht eingeschaltete Mobilfunksender gibt es schlicht nicht!
Eine Basisstation kostet je nach Grösse und Ausrüstung zwischen Fr. 250'000 und 500'000
Quelle: 600 von uns bearbeitete Antennendossiers (Baugesuchsakten)
Kein Mobilfunkbetreiber der Welt kann es sich leisten, solche Investitionen über Wochen oder gar Monate brach liegen zu lassen. Da muss der Rubel rollen. Manager die so etwas "inszenierten" würden kurzum entlassen.
Also hören Sie bitte endlich mit diesen Märchen auf.

*******

Mit viel weniger Leistung (etwa 10%) kam die Swisscom früher aus, als sie noch Monopolbetrieb war. Heute herrscht eine tödliche Konkurrenzsituation und jeder Anbieter will den besseren Sound bieten. Möglichst bis ins 7. Untergeschoss mit 90% Empfangsqualität.
Das war früher nicht erforderlich.
Deshalb fährt jede Basisstation an der Grenze des Erlaubten und an der Grenze des technisch Möglichen.
Keine Mobilfunkgesellschaft der Welt, nimmt aus Umweltschutzgründen die Leistung ihrer Basisstationen zurück.
Quelle: 600 von uns bearbeitete Antennendossiers (Baugesuchsakten)

*******

Dieses Forum gehört dem Verein gigaherz.ch
Sie müssen sich deshalb nicht über den rauhen Wind wundern, der Ihnen hier entgegenbläst, wenn Sie hier Mobilfunkpropaganda verbreiten wollen.
Hans-U. Jakob

Hans-U. Jakob
Beiträge: 1325
Registriert: 10. Februar 2007 15:37

Beitrag von Hans-U. Jakob » 30. August 2007 20:12

Tom hat geschrieben:
Mehr Antennen sind aus landschaftlicher Sicht bestimmt nicht schön, reduzieren aber die "Elektrosmogbelastung", weil jede mit weniger Leistung auskommen kann...
Darum sollte die Netze endlich fertig gebaut werden. Jede Einsprache und Verzögerung bringt mehr Elektrosmog.

Am besten merke ich es wenn ich in schlecht versorgtem Gebiet bin. Der Akku hält viel weniger lange als wenn ich in gut versorgtem Gebiet bin.
Ja lieber Tom, darauf, dass die Netze fertig gebaut werden, können Sie noch lange warten.
Zu den Hauptaufgaben des Vereins gigaherz.ch gehört es nämlich, möglichst viele Mobilfunkantennen zu verhindern. Und darin werden wir von Tag zu Tag besser.
Und die Idee, dass jede Einsprache mehr Elektrosmog verursacht, entspringt wahrscheinlich einem etwas durch Mobilfunkstrahlung überbelasteten Gehirn. Da soll es nämlich zu Seitenverwechslungen kommen, so dass oben mit unten und links mit rechts verwechselt wird.
Schon mal davon gehört?
Hans-U. Jakob

Hans-U. Jakob
Beiträge: 1325
Registriert: 10. Februar 2007 15:37

Beitrag von Hans-U. Jakob » 30. August 2007 20:23

Hans hat geschrieben:Tja, das mit "mehr Antennen wäre besser" habe ich in ähnlicher Art auch schon angebracht. Wurde von der Forumsleitung leider zensiert.
Und ich bleibe dabei: Es wäre vermutlich verträglicher wenn anstelle einer Antenne mit 400W ERP das Gebiet mit sagen wir mal 40 Antennen à 1W Endstufenleistung versorgt würde. Das eine Watt könnte dann, weil man ja viele Antennen hat, mit einer normalen Stabantenne gesendet werden. Diese Antennen hätten keinerlei Richtstrahlwirkung.
Natürlich wird die Strahlenbelastung dadurch nicht gleich hinfällig. Aber es würde gleichmässiger verteilt und die unmittelbaren Bewohner der Antennen würden nicht gerade "geröstet" wie es bei der jetzigen Richtstrahantenne der Fall ist.
Oder befinde ich mich hier auf dem Holzweg?
Gruss Hans
Oh Ja, Sie sind auf dem Holzweg,
Das was Sie meinen sind nicht Richtstrahlantennen, sondern Sektorantennen und die decken in der Regel einen Kreissektor von 120 Grad ab.
Un das mit den 400Watt ERP ist längst Geschichte. Das war als die Swisscom noch Monopolbetrieb war und keine Bildchen ins 7. Untergeschoss übertragen musste.
Heutige Sektorantennen weisen zwischen 1000 und 3000 Watt ERP pro Sektor auf. Unter 1000 Watt ERP fängt schon gar kein Betreiber mehr an.
Quelle: 600 von uns bearbeitete Antennendossiers (Baugesuchsakten)
Hans-U. Jakob

Hans-U. Jakob
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Beitrag von Hans-U. Jakob » 30. August 2007 20:53

Gigathlet hat geschrieben:Ich muss hier wohl mal etwas Nachhilfeunterricht geben:
Nur GSM900 hat eine grössere Reichweite als UMTS2100. Es gibt auch noch GSM1800, welches eine ähnliche Reichweite wie UMTS2100 hat und vor allem in den Städten zum Einsatz kommt, wegen den zusätzlichen Frequenzen. Nur Orange hat GSM1800 Antennen auch auf dem Land, weil sie früher nur diese Lizenz besassen.
Wenn in der Stadt heute eine neue UMTS Anlage gebaut wird, geschieht dies fast ausschliesslich auf Kosten der GSM1800 Antenne, da sonst die Anlagegrenswerte nicht eingehalten werden können. Die 1000 W ERP von UMTS2100 und GSM900 können übrigens nicht miteinander verglichen werden, für sie gelten unterschiedliche Grenzwerte (6 bzw. 4 V/m). UMTS 2100 wird aber in der Regel mit mehr als 1000 W ERP eingegeben, hingegen kann GSM900 auch mit weniger als 1000 W ERP auskommen.
In (naher) Zukunft wird es UMTS900 geben, da sieht die Reichweite wieder anders aus, obwohl UMTS mehr Downtilt als GSM braucht, um ein vernünftiges Netzwerk planen zu können.
Mehr Antennen bedeutet weniger "Elektrosmog", weil gerade eben der "Kontrollkanal", der sogenannte BCCH, mit weniger Leistung operiert.
In der Schweiz sind wir mit dem Anlagegrenzwert bekanntlich um Faktor 10 strenger als zum Beispiel unsere nördlichen Nachbarn, eigentlich müssten dort alle über Symptome klagen.
Den Nachhilfeunterricht benötigen offenbar Sie, sonst kämen Sie nicht wieder mit Mobilfunker-Märchen Nr.3. Das heisst mit den 10 mal tieferen Schweizer Grenzwerten.
Das mit den 10 mal tieferen Grenzwerten ist doch der infamste Schwindel, welcher dem Schweizervolk je übergezogen wurde.
Sehen Sie doch bitte zuerst mal unter
http://www.gigaherz.ch/636 und
http://www.gigaherz.ch/570 nach
bevor Sie uns Nachhilfeunterricht erteilen und Mobilfunkpropaganda der allerübelsten Sorte verbreiten wollen.

Hans-U. Jakob

Gigathlet

Beitrag von Gigathlet » 30. August 2007 21:08

Als Akademiker und Ingenieur ETH bin ich mich eben sachliche Diskussionen gewohnt.

Durch das alleinige Bearbeiten von Antennendossiers kann man natürlich nicht wissen, wie ein Rollout einer neuen BTS durchgeführt wird. Darum sollten Sie solche Behauptungen betreffend nicht brach liegen lieber für sich behalten.

Die heute eingesetzten Sektorantennen haben fast alle einen Öffnungswinkel von 65 Grad und nicht von 120 Grad! Und auch Richtfunkantennen besitzen einen Öffnungswinkel von ca. 2 Grad. Das hätte Ihnen beim Studium von 600 Baugesuchsakten auffallen sollen, die Antennendiagramme sind nämlich integrierter Bestandteil der Baueingabe neben Standortdatenblatt, Kataster- und Situationsplan.

Gigathlet

Beitrag von Gigathlet » 30. August 2007 21:15

Bildchen-, sprich Datenübertragung ist übrigens viel unentfindlicher gegenüber Fehlübertragungen (Bitverlust) als Sprache. Darum wird Bildchenübertragung in der Netzwerkplanung nicht berücksichtigt.

Hans

Beitrag von Hans » 30. August 2007 21:27

Hans-U. Jakob hat geschrieben: Oh Ja, Sie sind auf dem Holzweg,
Das was Sie meinen sind nicht Richtstrahlantennen, sondern Sektorantennen und die decken in der Regel einen Kreissektor von 120 Grad ab.
Un das mit den 400Watt ERP ist längst Geschichte. Das war als die Swisscom noch Monopolbetrieb war und keine Bildchen ins 7. Untergeschoss übertragen musste.
Heutige Sektorantennen weisen zwischen 1000 und 3000 Watt ERP pro Sektor auf. Unter 1000 Watt ERP fängt schon gar kein Betreiber mehr an.
Quelle: 600 von uns bearbeitete Antennendossiers (Baugesuchsakten)
Hans-U. Jakob
Okay, dann decken die Antennen 120° mit 1000-3000W EPR ab. Nicht wirklich Richtstrahl aber doch stark gebündelt. So hab ich es auch in etwa gemeint, nur war meine Wortwahl etwas gar ungeschickt.
Aber auch in diesem Fall wäre es doch besser wenn man +-100 Antennen mit 1W Endstufenleistung, 360° "Verstrahlungsrichtung" und einem normalen Antennenstab aufstellt. Wäre doch sicherlich verträglicher als eine Antenne welche die unmittelbaren Anwohner mit 3000W EPR grilliert. Oder ist auch diese Annahme falsch?

Elisabeth Buchs
Beiträge: 1639
Registriert: 27. Januar 2007 21:48

Beitrag von Elisabeth Buchs » 30. August 2007 21:30

Gigathlet hat geschrieben:Ich muss hier wohl mal etwas Nachhilfeunterricht geben:
Nur GSM900 hat eine grössere Reichweite als UMTS2100. Es gibt auch noch GSM1800, welches eine ähnliche Reichweite wie UMTS2100 hat und vor allem in den Städten zum Einsatz kommt, wegen den zusätzlichen Frequenzen. Nur Orange hat GSM1800 Antennen auch auf dem Land, weil sie früher nur diese Lizenz besassen.
Wenn in der Stadt heute eine neue UMTS Anlage gebaut wird, geschieht dies fast ausschliesslich auf Kosten der GSM1800 Antenne, da sonst die Anlagegrenswerte nicht eingehalten werden können. Die 1000 W ERP von UMTS2100 und GSM900 können übrigens nicht miteinander verglichen werden, für sie gelten unterschiedliche Grenzwerte (6 bzw. 4 V/m). UMTS 2100 wird aber in der Regel mit mehr als 1000 W ERP eingegeben, hingegen kann GSM900 auch mit weniger als 1000 W ERP auskommen.
In (naher) Zukunft wird es UMTS900 geben, da sieht die Reichweite wieder anders aus, obwohl UMTS mehr Downtilt als GSM braucht, um ein vernünftiges Netzwerk planen zu können.
Mehr Antennen bedeutet weniger "Elektrosmog", weil gerade eben der "Kontrollkanal", der sogenannte BCCH, mit weniger Leistung operiert.
In der Schweiz sind wir mit dem Anlagegrenzwert bekanntlich um Faktor 10 strenger als zum Beispiel unsere nördlichen Nachbarn, eigentlich müssten dort alle über Symptome klagen.
Wenn da jemand Nachhilfeunterricht benötigt, dann wohl Sie. Wen wollen Sie eigentlich mit Ihren Sprüchen für dumm verkaufen?

Zum ebenfalls uralten Befürworterargument mit den 10 x strengeren Grenzwerten lesen Sie: http://gigaherz.ch/pages/posts/Schweize ... .php?p=360

Haben Sie die letzten Jahre im Tiefschlaf verbracht und nie z.B. in eine deutsche Mobilfunk-Widerstandsseite reingeschaut und die Symptome von Mobilfunkgeschädigten gelesen?

Hat irgendwer in diesem Forum schon mal erlebt, dass eine GSM 1800-Antenne abmontiert wurde, damit eine UMTS Antenne hinkommen konnte? GSM bleibt bestehen und UMTS kommt dazu. Bei neuen Antennen kommt beides hin. Wenn es wegen Einhalten der Grenzwerte nicht geht, an einem weiteren Standort. Entscheidend für die Betroffenen ist, welche Werte in ihren Schlafräumen vorhanden sind und für ein beschwerdefreies Leben sollten diese Werte nicht höher sein als 0,02 V/m. Kommt UMTS dazu, nimmt die Belastung zu oder wie Sie so schön schreiben, mehr Downtilt für UMTS bzw. mehr Strahlung und gemäss TNO-Studie gesundheitlich noch problematischere Strahlung.

Wenn eine Antenne von 1000 W ERP pro Senderichtung in einem Umkreis von z.B. 1 km vorhanden ist z.B. ausserhalb eines Dorfes, ist das doch eine andere Situation als wenn es drei oder mehr auch im Wohngebiet wären. Auch bei unausgelasteten Antennen strahlen in der Nacht die Kontrollkanäle, am Tag erst recht zusätzlich die Verkehrskanäle, da macht es doch einen Unterschied, ob es drei sind oder nur einer. Die einzelnen Kontrollkanäle und Verkehrkanäle strahlen ja gewiss nicht weniger, wenn es mehr Antennen sind. Wenn Antennen von allen Seiten strahlen und Kreuzungen von Strahlungsrichtungen entstehen. Wenn es kaum mehr ein Entkommen gibt von den Antennen und keine Ecke mehr, wo Betroffene noch wohnen können. Gehen Sie doch mal nach Bern-Bümpliz messen, die Zunahme der Strahlung dort seit Einführung von UMTS ist nicht zu widerlegen. Mit einem Spektrum-Analyser kann man den Anteil UMTS sehr gut erkennen.

Jetzt werden Sie vermutlich irgendein Haar in der Suppe finden wollen, wo ich falsch liege und reiten darauf herum, doch auch das wird Ihnen nichts nützen, die Realität widerlegt Ihre Sprüche.

Elisabeth Buchs

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