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Wil: Orange zieht Baugesuch für Antenne zurück

Verfasst: 27. Dezember 2004 13:58
von The Future's Black
© St. Galler Tagblatt; 23.12.2004

Wil

Wiler Zeitung / Volksfreund

Leserbrief

Orange zieht Baugesuch für Antenne zurück

Mit Schreiben vom 6. Dezember 2004 an das Bausekretariat der Stadt Wil hat Orange das Baugesuch für eine Mobilfunkantenne an der Konstanzerstrasse 71 zurückgezogen.

Erfreut und mit Genugtuung nimmt das Aktionskomitee «Keine Mobilfunkantenne im Wohngebiet» diese Mitteilung zur Kenntnis. Offenbar steht dieser Rückzug im Zusammenhang mit der von den Einsprechern beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen eingereichten Beschwerde gegen den vom Baudepartement des Kantons gefällten Entscheid zugunsten von Orange. Zu viele Unklarheiten wie zum Beispiel Mängel bei der Beurteilung der NIS-Immissionen, mangelhafte Höhenquoten, Baurechtsfragen, Zonenkonformität und die damit verbundene Frage der Ästhetik hafteten diesem Projekt an. Das Aktionskomitee «Keine Mobilfunkantenne im Wohngebiet» wird trotz der für ihren Standort erfreulichen Sachlage die Weiterentwicklung des Mobilfunkantennenanbaus in Wohngebieten auch in Zukunft verfolgen. Der jeweils betroffenen Bevölkerung wird - wenn gewünscht - Unterstützung geboten, damit solche Antennentürme nicht inmitten von intakten Wohngebieten gebaut werden können.

Das Aktionskomitee ist kein Verhinderer der modernen Telekommunikationstechnologie. Wir sind uns bewusst, dass es solche Infrastrukur braucht, sind aber entschieden dagegen, dass solche zum Teil riesigen Antennentürme mitten in harmonisch gewachsenen, viel Lebensqualität bietenden Wohngebieten gebaut werden dürfen. Es gibt unzählige Beispiele von so genannten sinnvolleren Antennen-Standorten, an Randgebieten von Wohnsiedlungen, wo der technische Support für die Telekommunikation gewährleistet ist, die betroffene Bevölkerung aber besser damit leben kann.

Das Aktionskomitee «Keine Mobilfunkantenne im Wohngebiet» verfolgt gespannt, was der neue Stadtrat mit der in ein Pos-tulat abgeänderten Motion von Yvonne Gilli, Grüne Prowil, macht, welche das Gemeindeparlament im Juli 2004 überwiesen hat.

Hier bestünde die Möglichkeit, auf kommunaler Ebene das Baureglement der Mobilfunk-Problematik anzupassen. Erst mit gesetzlich festgelegten Bestimmungen kann eine unerwünschte Antenne inmitten von Wohngebieten verhindert und die Gesundheit der Bevölkerung geschützt werden. Eine solche Reglementsanpassung auf der untersten Stufe wird Signalwirkung haben, damit auf Stufe Kanton und Bund die heute zum Teil unsinnige und rücksichtlose Auslegung der Grundlagen eine Korrektur zugunsten der Bürger erfahren könnte. Die Hoffnung, dass die berechtigten Forderungen und Ängste der Bevölkerung in Zukunft stärker gewichtet und geschützt werden können als die wirtschaftlichen Interessen der Mobilfunkindustrie, muss gestärkt werden.

Das Aktionskomitee spricht ein Dankeschön aus an alle Einsprecher und Gönner, welche die Finanzierung dieser Streitsache mitgetragen haben, an die Baukommission und den Stadtrat, welche das Baugesuch abgelehnt und damit die Anliegen der Bürger ernst genommen und gestützt haben, sowie an Rechtsanwalt Daniel Fässler.

Roland Brütsch

Re: Wil: Orange zieht Baugesuch für Antenne zurück

Verfasst: 1. Januar 2005 10:33
von Peter Meier
Ich möchte gerne mehr darüber erfahren.
Wer ist die Kontaktperson aus dem Aktionskomitee "Keine Mobilfunkantenne im Wohngebiet", die mir weitere Auskünfte geben kann?

Vielen Dank, freundliche Grüsse und ein glückliches Neues Jahr!

Peter Meier