Strahlende Zukunft
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Elisabeth Buchs
Strahlende Zukunft
So der Titel im heutigen Migros Magazin Nr. 24 vom 12. Juni 2006:
Nachgefragt: Peter Acherman, Neurowissenschafter
Strahlende Zukunft
Machen Mobilfunkantennen krank oder nicht? Darüber streitet die Wissenschaft seit Jahren. Laut einer von Ihnen geleiteten Studie beeinflussen UMTS-Antennen das Wohlbefinden nicht. Können wir Ihnen glauben, Peter Achermann?
2003 kam eine holländische Studie zum Schluss, dass durch UMTS-Sendeantennen das Wohlbefinden von Menschen negativ beeinflusst wird. Wir haben diesen Befund unter die Lupe genommen. Nach unseren neusten Forschungserkenntnissen hat die Strahlung von Mobilfunkantennen keinen kurzfristigen Einfluss auf die Gesundheit. Die Untersuchung aus dem Jahr 2003 konnte also nicht bestätigt werden.
Ihre Studie wurde zu 60 Prozent vom Bund und zu 40 Prozent von den Mobilfunkbetreibern finanziert. Können Ihre Ergebnisse überhaupt neutral sein?
Manche behaupten, man könne mit Geldern der Industrie nicht unabhängig arbeiten. Das ist Unsinn. Wir haben vertraglich abgesichert, dass niemand Einfluss nehmen kann, bis die Resultate in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht sind. Dieser Vertrag war eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Arbeit.
Viele Gemeinden haben die Behandlung von Baugesuchen für UMTS-Antennen aufgeschoben. Nach Ihrer Studie werden sie wohl nicht mehr zuwarten.
Meine Aufgabe ist es, wissenschaftliche Grundlagen zu liefern. Jetzt sind die Politiker gefragt. Nur so viel: Ich finde es keine gute Idee, Entscheidungen nur auf Grund einer einzelnen Studie zu fällen.
Weil Ihre Studie nichts über die langfristigen Folgen aussagt?
Das stimmt. Darüber können wir keine Aussagen machen.
Wann werden wir endlich Klarheit haben, ob Mobilfunkantennen gefährlich sind oder nicht?
Das Problem ist: Wir können keine Langzeitexperimente mit Menschen machen. Wer möchte sich schon monatelang im Labor untersuchen lassen? Also müssen wir uns auf grossangelegte Befragungen beschränken. Weiter ist es wichtig, mögliche biologische Wirkungsmechanismen zu ergründen. Darauf zielt meine weitere Forschung ab.
Und die Folgen der Handystrahlung?
Ich untersuche diese Frage nun schon seit sieben Jahren. Das Resultat meiner Studien: Die Bestrahlung verändert die Hirnströme. Ob dies die Menschen krank macht, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen im In- und Ausland.
Besitzen Sie eigentlich selbst ein Handy?
Erst seit drei Jahren.
Warum?
Nicht weil ich mich vor der Strahlung fürchte (lacht). Ich fand es einfach schrecklich, dauernd erreichbar sein zu müssen. Irgendwann musste ich auf Grund meiner Position die Verweigerungshaltung aufgeben. Ich brauche das Handy. Meistens ist es aber ausgeschaltet.
Interview Reto Knobel
Peter Achermann
Der 52-jährige Elektroingenieur und Neurowissenschafter Peter Achermann ist Privatdozent am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich. Letzte Woche wurde unter seiner Leitung eine Studie zu den Folgen der Strahlung von Mobilfunkantennen präsentiert. Kurzfristig haben diese keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit, so das Resultat der Untersuchung.
Nachgefragt: Peter Acherman, Neurowissenschafter
Strahlende Zukunft
Machen Mobilfunkantennen krank oder nicht? Darüber streitet die Wissenschaft seit Jahren. Laut einer von Ihnen geleiteten Studie beeinflussen UMTS-Antennen das Wohlbefinden nicht. Können wir Ihnen glauben, Peter Achermann?
2003 kam eine holländische Studie zum Schluss, dass durch UMTS-Sendeantennen das Wohlbefinden von Menschen negativ beeinflusst wird. Wir haben diesen Befund unter die Lupe genommen. Nach unseren neusten Forschungserkenntnissen hat die Strahlung von Mobilfunkantennen keinen kurzfristigen Einfluss auf die Gesundheit. Die Untersuchung aus dem Jahr 2003 konnte also nicht bestätigt werden.
Ihre Studie wurde zu 60 Prozent vom Bund und zu 40 Prozent von den Mobilfunkbetreibern finanziert. Können Ihre Ergebnisse überhaupt neutral sein?
Manche behaupten, man könne mit Geldern der Industrie nicht unabhängig arbeiten. Das ist Unsinn. Wir haben vertraglich abgesichert, dass niemand Einfluss nehmen kann, bis die Resultate in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht sind. Dieser Vertrag war eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Arbeit.
Viele Gemeinden haben die Behandlung von Baugesuchen für UMTS-Antennen aufgeschoben. Nach Ihrer Studie werden sie wohl nicht mehr zuwarten.
Meine Aufgabe ist es, wissenschaftliche Grundlagen zu liefern. Jetzt sind die Politiker gefragt. Nur so viel: Ich finde es keine gute Idee, Entscheidungen nur auf Grund einer einzelnen Studie zu fällen.
Weil Ihre Studie nichts über die langfristigen Folgen aussagt?
Das stimmt. Darüber können wir keine Aussagen machen.
Wann werden wir endlich Klarheit haben, ob Mobilfunkantennen gefährlich sind oder nicht?
Das Problem ist: Wir können keine Langzeitexperimente mit Menschen machen. Wer möchte sich schon monatelang im Labor untersuchen lassen? Also müssen wir uns auf grossangelegte Befragungen beschränken. Weiter ist es wichtig, mögliche biologische Wirkungsmechanismen zu ergründen. Darauf zielt meine weitere Forschung ab.
Und die Folgen der Handystrahlung?
Ich untersuche diese Frage nun schon seit sieben Jahren. Das Resultat meiner Studien: Die Bestrahlung verändert die Hirnströme. Ob dies die Menschen krank macht, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen im In- und Ausland.
Besitzen Sie eigentlich selbst ein Handy?
Erst seit drei Jahren.
Warum?
Nicht weil ich mich vor der Strahlung fürchte (lacht). Ich fand es einfach schrecklich, dauernd erreichbar sein zu müssen. Irgendwann musste ich auf Grund meiner Position die Verweigerungshaltung aufgeben. Ich brauche das Handy. Meistens ist es aber ausgeschaltet.
Interview Reto Knobel
Peter Achermann
Der 52-jährige Elektroingenieur und Neurowissenschafter Peter Achermann ist Privatdozent am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich. Letzte Woche wurde unter seiner Leitung eine Studie zu den Folgen der Strahlung von Mobilfunkantennen präsentiert. Kurzfristig haben diese keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit, so das Resultat der Untersuchung.
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Helmut Breunig
Re: Strahlende Zukunft
>Also müssen wir uns auf ... Befragungen beschränken.
Wie könnte ich dazu kommen, dass er mich befragt?
Wie könnten wir dazu kommen, dass er uns befragt?
Wie könnte ich dazu kommen, dass er mich befragt?
Wie könnten wir dazu kommen, dass er uns befragt?
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Gina
Re: Strahlende Zukunft
Immerhin wurde das Hauptproblem angesprochen: nämlich, dass es keine gesicherten Ergebnisse bezüglich langfristigen Bestrahlungen gäbe. Damit kann auch Dutti seine Ruhe wieder, wenngleich im selben Magahin Handys beworben werden....
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gesuana
Re: Strahlende Zukunft
Das würde mich auch brennend intressieren , wie man dazu kommt, befragt zu werden! Ich hätte ziemlich viel zu erzählen. Aber das tunsie ja nicht! Und laut Aerzteschaft zählen unsere Berichte nichts und nochmal nichts. ( Da könnte ja jeder kommen , nicht wahr !)
gesuana
gesuana
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sibylle.gabriel
Re: Strahlende Zukunft
Weshalb schliessen wir uns nicht zusammen, alle von Gigaherz und reichen eine Klage ein gegen die Aemter die uns nicht beschützen und die Mobilfunklobby die lègt! Wenn nichts geschieht, gibt es eine Katastrophe! Hier sind immer mehr Menschen krank, gerade gestern hat mir eine Frau erzählt, dass in ihrer Familie einer nach dem anderen einen Krebs bekommen hat, niemand weiss warum! Eine andere Bekannte, die ich antraf, fragte mich: "Hast du auch festgestellt, dass wir alle halb krank durch die Gegend laufen?" Ich habe sie aufgeklärt und hoffe, sie werden sich nun informieren und mit den Aerzten, die immer noch schweigen reden. Ich kenne auch zwei junge Frauen, bei denen wie bei Frau Pinto von Versoix, nach einige Monaten das Baby im Bauch gestorben ist, und kein Arzt fand heraus weshalb!
Die Aerzte könnte man auch einklagen, denn die machen ihre Arbeit auch nicht! Es ist die pflicht eines Arztes, das Gesundheitsamt zu informieren, wenn sie neue Symptome feststellen!
Sibylle
Die Aerzte könnte man auch einklagen, denn die machen ihre Arbeit auch nicht! Es ist die pflicht eines Arztes, das Gesundheitsamt zu informieren, wenn sie neue Symptome feststellen!
Sibylle
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Elisabeth Buchs
Re: Strahlende Zukunft
Der Physiker Volker Schorpp hat einen Leitfaden für den Schriftwechsel von Mobilfunkerkrankten mit den Behörden herausgegeben, siehe http://www.izgmf.de/Kontakte/Meldestell ... faden.html
Dieser könnte auf Schweizer Verhältnisse übertragen etwas bewirken.
Betreffend Klage könnte man Kontakt aufnehmen zu Prof. Richter, Frau Dr. Waldmann-Selsam oder Uli Weiner.
Elisabeth Buchs
Dieser könnte auf Schweizer Verhältnisse übertragen etwas bewirken.
Betreffend Klage könnte man Kontakt aufnehmen zu Prof. Richter, Frau Dr. Waldmann-Selsam oder Uli Weiner.
Elisabeth Buchs
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mips
Re: Strahlende Zukunft
Befragung heisst ja nicht das zu erzählen, was du eigentlich am liebsten erzählen würdest, sondern auf einem Fragebogen ein paar Kreuze zu machen. Mit einer bestimmten Fragestellung und Antwortenauswahl können die Autoren der Studie bereits einen gewissen Einfluss zum Voraus. Dabei werden natürlich auch Daten über den allgemeinen Gesundheitszustand, Alter, Tabak- und Alkoholkonsum usw miteinbezogen.
Dabei handelt es sich zumeist um Epidemiologische Studien, wie die von Santini zu GSM, bei der an die Bevölkerung rund um einen Sender Fragebogen verteilt werden. Die Antworten werden dann mit der Distanz zum Sender, besser aber zur tatsächlichen Belastung am Ort des Studienteilnehmers in Beziehung gesetzt. Das ganze wird dann nach statistischen Kriterien ausgewertet, das Einzelschicksal interessiert spielt keine Rolle.
Dabei handelt es sich zumeist um Epidemiologische Studien, wie die von Santini zu GSM, bei der an die Bevölkerung rund um einen Sender Fragebogen verteilt werden. Die Antworten werden dann mit der Distanz zum Sender, besser aber zur tatsächlichen Belastung am Ort des Studienteilnehmers in Beziehung gesetzt. Das ganze wird dann nach statistischen Kriterien ausgewertet, das Einzelschicksal interessiert spielt keine Rolle.
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Elisabeth Buchs
Re: Strahlende Zukunft
Einige Tricks bei Studien:
Junge gesunde Männer nehmen
Kurzzeitversuche von wenigen Minuten bis unter einer Stunde mit vielen Durchgängen mit wenig Pause dazwischen.
Psychofragebogen z.B. Mainzer-Studie, um den Elektrosmog-Geschädigten irgendwelche Macken nachweisen zu können. Ursache und Wirkung wird nicht beachtet, dass sich die Elektrosmogbelastung auch mit psychischen Folgewirkungen zeigen kann. Auch nicht beachtet wird, dass Elektrosmog-Geschädigte mit all ihren allfälligen Macken bestens leben, wenn sie nicht dem Elektrosmog ausgesetzt sind.
Krankheitsfragebogen, um zu zeigen, dass die Beschwerden nicht vom Elektrosmog kommen, sondern Betroffene weniger gesund seien und die Beschwerden "andere" Ursachen hätten.
Risikoabschätzung abfragen bezüglich anderen Risiken, um die Elektrosensiblen als ängstlich zu zeigen oder dass die andern Risiken viel schlimmer seien. Wenn man immer fürchten müsse, einen Autounfall zu haben, was mache da schon das bisschen Strahlung aus.
Angstfaktor bei der Bewertung einbeziehen, siehe Hutter-Studie, auf diese Art wurde dort verhindert, dass Schlafprobleme ebenfalls unter Gesundheitsbeschwerden erschienen. Dabei würde sich doch unbegründete Angst vor Antennen nur kurzfristig auswirken, wenn es einem monate/jahrelang neben den Antennen gleich gut gehen würde wie vorher ohne, hätte doch niemand mehr solche Angst, dass er kaum mehr schlafen könnte.
Bei einer Replikationsstudie einzelne Faktoren verändern
Vielleicht kommen einigen von Euch noch andere Tricks in den Sinn, das sind jene, die mir als besonders perfid aufgefallen sind.
Elisabeth Buchs
Junge gesunde Männer nehmen
Kurzzeitversuche von wenigen Minuten bis unter einer Stunde mit vielen Durchgängen mit wenig Pause dazwischen.
Psychofragebogen z.B. Mainzer-Studie, um den Elektrosmog-Geschädigten irgendwelche Macken nachweisen zu können. Ursache und Wirkung wird nicht beachtet, dass sich die Elektrosmogbelastung auch mit psychischen Folgewirkungen zeigen kann. Auch nicht beachtet wird, dass Elektrosmog-Geschädigte mit all ihren allfälligen Macken bestens leben, wenn sie nicht dem Elektrosmog ausgesetzt sind.
Krankheitsfragebogen, um zu zeigen, dass die Beschwerden nicht vom Elektrosmog kommen, sondern Betroffene weniger gesund seien und die Beschwerden "andere" Ursachen hätten.
Risikoabschätzung abfragen bezüglich anderen Risiken, um die Elektrosensiblen als ängstlich zu zeigen oder dass die andern Risiken viel schlimmer seien. Wenn man immer fürchten müsse, einen Autounfall zu haben, was mache da schon das bisschen Strahlung aus.
Angstfaktor bei der Bewertung einbeziehen, siehe Hutter-Studie, auf diese Art wurde dort verhindert, dass Schlafprobleme ebenfalls unter Gesundheitsbeschwerden erschienen. Dabei würde sich doch unbegründete Angst vor Antennen nur kurzfristig auswirken, wenn es einem monate/jahrelang neben den Antennen gleich gut gehen würde wie vorher ohne, hätte doch niemand mehr solche Angst, dass er kaum mehr schlafen könnte.
Bei einer Replikationsstudie einzelne Faktoren verändern
Vielleicht kommen einigen von Euch noch andere Tricks in den Sinn, das sind jene, die mir als besonders perfid aufgefallen sind.
Elisabeth Buchs
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hertzklopfer
Re: Strahlende Zukunft
> das Einzelschicksal spielt keine Rolle.
Ja, aber WIR sollten fordern, dass Einzelfalluntersuchungen gemacht werden, und zwar viele.
Einzelfalluntersuchung bedeutet Anamnese im Zusammenhang mit Erhebung von Daten über Strahlungsexposition.
Erkrankungsbiografien sammeln, dokumentieren, absichern, Betroffenen Beistand leisten...
Aber es gibt wohl zu wenig Ärzte, die sich auskennen und trauen???
Ja, aber WIR sollten fordern, dass Einzelfalluntersuchungen gemacht werden, und zwar viele.
Einzelfalluntersuchung bedeutet Anamnese im Zusammenhang mit Erhebung von Daten über Strahlungsexposition.
Erkrankungsbiografien sammeln, dokumentieren, absichern, Betroffenen Beistand leisten...
Aber es gibt wohl zu wenig Ärzte, die sich auskennen und trauen???