TV-Beitrag zur Risikokommunikation

Elisabeth Buchs
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TV-Beitrag zur Risikokommunikation

Beitrag von Elisabeth Buchs » 27. Februar 2009 14:38

Im SWR-Fernsehen wurde am 26.2.09 folgende Sendung ausgestrahlt: Zur Sache Baden-Württemberg (20.15 Uhr):
Handy-Strahlung - Betroffene, Forscher und das Risiko.

http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuert ... index.html

Forum mit Protestbrief des im Beitrag gezeigten elektrosmogbetroffenen Herrn Kensch: http://www.swr.de/forum/read.php?12,37012
Dem Betroffenen soll ursprünglich gesagt worden sein, es gehe um eine Sendung über gesundheitliche Beschwerden von Elektrosmog, die jedoch dann vom Thema Risikowahrnehmung handelte.

Einwände: Die erste Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang stelle ist: Ist das Risiko eigenveranwortlich oder nicht? Bei einem unfreiwilligen flächendeckenden Risiko ohne Ausweg wie dem Elektrosmog sollte eine ganz andere Risikovorsorge gelten als bei einem freiwillig eingegangen. Da in diesem Beitrag das Rauchen des Elektrosmogbetroffenen thematisiert wurde sei z.B. auf den Unterschied eines freiwilligen Rauchers hingewiesen oder ob ausnahmslos allen Menschen, auch solchen mit Atemwegserkrankungen, welche darunter leiden, ständig ihre Behausungen und Arbeitsplätze Tag und Nacht mehr oder weniger mit Rauch eingequalmt würden. Unvorstellbar? So etwas Analoges geschieht beim Elektrosmog.

Die Umfrage des Bafu in der Schweiz von 2005 zeigte übrigens 5 % Menschen, welche ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen dem Elektrosmog zuschreiben und 53 % Besorgte. In Deutschland sind es soviel ich noch weiss 9 % sich als Betroffene und 43 % als besorgt angebende (die Ueberzeugung kann der Feind der Wahrheit sein, muss es aber nicht, gell Kla Kla). Bei Spatenpauli wird das Thema wieder auf eine Glaubwürdigkeitsfrage von Betroffenen umfunktioniert, was er wohl bei mir finden würde, das zeigt mir wieder einmal, dass ich meine Zukunft weder mit der zunehmenden Elektrosmog-Verseuchung noch in einem Zusammenleben mit Unbetroffenen sehe, wobei es auch dort solche mit mehr oder weniger Einfühlungsvermögen gibt, deshalb versuchte ich auch beim Eco Village von Next Up anzudocken, was leider nun nicht möglich ist.

Für die Betroffenen handelt es sich im übrigen nicht um ein unbestimmtes Risiko von Elektrosmog, sondern um ihre ganz konkreten gesundheitlichen Beschwerden, wo es bei der Zunahme von Elektrosmog immer schwieriger wird. Hätte ein Raucher bei jeder Zigarette solch starke Beschwerden wie manche Elektrosmog-Betroffene, würde er wohl kaum mehr rauchen.

Elisabeth Buchs
Mein grösster Wunsch: bis an mein Lebensende an einem Ort wohnen können ohne Beschwerden wegen Elektrosmog.

Elisabeth Buchs
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Kommentar von Herrn Tittmann

Beitrag von Elisabeth Buchs » 28. Februar 2009 15:01

Kommentar von Herrn Tittmann:

Filmbeitrag "mangelhaft" -- "Thema verfehlt"

Eine Kommentierung des gestrigen Filmbeitrages erübrigt sich - wer den etwa 8-minütigen Beitrag gesehen hat, konnte sich von der Handschrift der vermutlichen "interessengesteuerten Auftraggeber" überzeugen. Das war lancierter Meinungsjournalismus, der mit einem investigativen Journalismus nichts mehr zu tun hatte.

Schade, daß die Methodik der Manipulation einer sachlichen und kompetenten Aufklärung ungebremst im Wege steht.

Wer die Broschüre

"Mobilfunkpolitik und Forschung -- Die Fälscher -- Sie irren nicht, sie lügen"

noch nicht kennt, sollte sie einmal lesen.

Inhalt: Eine politische, wissenschaftskritische und sprachwissenschaftliche Analyse über Fälscher und ihre Methoden.

Zu beziehen: Herausgeber: Verein zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog, Bismarkstr. 63
70197 Stuttgart, Preis 5,00 Euro zuzügl. Porto

Nachfolgend noch einen Forumbeitrag bezüglich der gestrigen Ausstrahlung.

MfG

Alfred Tittmann

c/o HLV
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Elisabeth Buchs
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Beitrag von Elisabeth Buchs » 1. März 2009 09:52

Wenn Kla Kla nur nicht so holzschnittartige Ansichten hätte z.B. gerade wieder in seinen Aesserungen zu den Betroffenen im Gigaherz-Forum. Die mir bekannten Elektrosensiblen haben kein Handy, ist doch konsquent, sonst würde einem das ja von den Befürwortern noch angehängt, ich habe kein Handy, weil ich die Antennen nicht fördern will, ein seltenes kurzes Gespräch würde ich sogar für mich als nicht besonders problematisch ansehen. Ausserdem komme ich von der Niederfrequenz her und vertrage verschiedene Elektrosmog-Verursacher nicht, das gibt auch eine andere Sichtweise als rein Mobilfunkbetroffene. Ein eigentlicher Mobilfunk- Gegner wurde ich vor allem wegen der Aufrüstung von UMTS, eine Grundversorgung mit GSM hätten auch Betroffene noch wegstecken können, und dass das ganze ein Fass ohne Boden ist, wo ständig noch mehr und neues dazu kommt, siehe 1000 neue Antennen in der Schweiz in einem Jahr geplant, wobei die Einsprecher denen die Suppe schon noch versalzen werden. Wenn man sich achtet, habe ich seit jeher, als manche andern noch stramm hinter der Fahne hermarschierten ab und zu eine kritische Bemerkung gemacht, sei es privat oder manchmal sogar im Forum, beide Seiten sehen ist mir wichtig und extreme Ansichten eher fremd, es ist schlimm genug, dass ich so stark elektrosensibel bin, wobei die Tendenz zum Gegensteuern gegen das izgmf besteht, wobei sie nicht einmal mit allem Unrecht haben, wenn es oft nur etwas anders vermittelt würde, wie kann jemand etwas annehmen, wenn wirklich kein einziges gutes Haar an manchen Mitstreitern und Betroffenen gelassen wird, etwas mehr Dezenz wäre angebracht. Seilschaften pflegen ich und andere nicht besonders, mit den Jahren bekommt man gelegentliche Kontakte zu Referenten am Kongress oder per E-Mail. Dass man sich als jahrelang Betroffener informiert, ist doch sinnvoll und hat nicht viel mit Strahlenwelt zu tun, scheinbar haben das gerade beim izgmf nicht alle getan, dass sie nun so zurückrudern müssen. Ausserdem ist logischerweise die Sicht der Dinge von Betroffenen und Unbetroffenen verschieden und wären gewisse Leute selber elektrosmog-erkrankt würden sie sich ganz anders äussern. Was mich auch stört, dass ich den Eindruck habe, dass sich manche im izgmf-Forum als was besseres vorkommen.

Den izgmf-Film auf Youtube habe ich angesehen, als mein Mann dazugekommen ist, sagte er, ob das jetzt die seien, welche auf die Befürworterseite gerutscht seien, dieser Film mache ihm nicht gerade den Anschein. (Der Eier-Hoax hätte auch ironisch gemeint nicht verbreitet werden sollen). Eine Betroffene hat sich beklagt, dass auch die Hauptseite vom izgmf als Gegnerseite daherkomme, auch dieser Film als eine Art Köder anzusehen ist, wo man dann im Forum als Betroffener in die Pfanne gehauen und über Mitstreiter und die schwächsten der armen Elektrosmog-Erkrankten, welche nur noch in Wohnwagen/mobilen leben hergezogen wird.

Elisabeth Buchs
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Elisabeth Buchs
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Beitrag von Elisabeth Buchs » 2. März 2009 07:22

Noch zur Strahlenwelt und Alltagswelt in dieser Studie: http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... 025_AB.pdf

Z.B. auf S. 12:Im Gesamtüberblick teilt sich die befragte Stichprobe der ES klar in zwei Gruppen.
Zentrale Unterscheidungsmerkmale sind:
• der Stellenwert des Themas ‚Elektrosensibilität‘ für die eigene Lebensführung,
• das Ausmaß, in dem der Lebensalltag um ‚Elektrosensibilität‘ herum organisiert ist.
Beide Gruppen leben hinsichtlich ihrer Elektrosensibilität in verschiedenen ‚Welten‘, zwischen denen
eine Art ‚Glaubensgrenze‘ verläuft: ‚Alltagswelt‘ und ‚Strahlenwelt‘:
Die deutlich größere Gruppe ‚Alltagswelt‘ (> 50 Prozent der Befragten) betrachtet sich als normale
Alltagsmenschen und möchte das auch sein. Sie empfindet sich nicht als ‚elektrosensibel‘ im Sinne eines
überdauernden Kennzeichens. Die Frage der ‚Schädlichkeit von EMF‘ ist für diese Befragtengruppe nicht
abschließend beantwortet.
Die zahlenmäßig kleinere Gruppe ‚Strahlenwelt‘ bewegt sich in ihrem Erleben in einer ‚Strahlenwelt‘:
Ihre Lebenswirklichkeit kreist in großen Teilen um das Thema Strahlen und Strahlung. Die negative Wirkung
von EMF steht für sie außer Frage - ‚Strahlung‘ ist real, gleichsam leibhaftig gegenwärtig. Sie sehen
sich selbst als Insider einer Welt hinter der offensichtlichen ‚Alltagswelt‘.

Kommentar:
Diese Unterscheidungsmerkmale sehe ich vor allem im unterschiedlichen Schweregrad der Elektrosensibilität. Wer unter schweren Symptomen auf schon geringe Werte und verschiedenen Verursacher leidet, ist in einer andern Lage als jemand mit leichten Symptomen bei höheren Werten und auf einen Verursacher.

Statt solcher Risikokommunikationsstudien sollten endlich einmal vermehrt Studien zur Suche nach biologischen Parametern bei Elektrosensiblen stattfinden, wobei solche wohl unerwünscht sind.

Elisabeth Buchs
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