Radiosender Münchenbuchsee bei Bern:
Leidensgeschichte eines Dorfbewohners
Unsere Geschichte beginnt in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts.
1966 mieteten wir eine Wohnung am Erlenweg in Münchenbuchsee. Dort bekam mein Mann Schlafstörungen.
1974 zogen wir in eine grössere Wohnung am Weierweg 20. An diesem Ort fühlte mein Mann sich sehr unwohl. Jemand meinte, es seien vielleicht Erdstrahlen. Da ich nichts über Erdstrahlen wusste, schaute ich in einem Lexikon nach. Und siehe da: „Erdstrahlen machen sich besonders in der Nähe von Telegrafenstationen störend bemerkbar.“ Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass wir in der Nähe einer Radiostation wohnten. Der Sender stand in zirka 670 m Entfernung.
Da es meinem Mann nicht besser ging, zogen wir nach einem Jahr wieder um, diesmal an den Weierweg 9. Dort fühlte es sich für ihn besser an.
Verbreitete Gesundheitsprobleme nach Aufrüstung des Senders
Kurz nachdem wir uns dort installiert hatten, kam bei der Radiostation eine neue logarithmisch-periodische Antenne [d.h. eine Antenne mit gerichteter Abstrahlung für verschiedene Frequenzen; Red.] hinzu. Von da an wurde die Situation für uns noch dramatischer. Mein Mann bekam Herzrhythmusstörungen, dazu schwoll seine Leber an und er hatte dauernd Bilirubin (Gallenfarbstoff) im Blut. Er hatte auch fast keine Energie mehr.
Auch unsere Nachbarn hatten Schlafstörungen, Herzprobleme und Energieverluste. Als sie wegen des Senders in eine andere Gemeinde zogen, schrieben sie auf der Adressänderungsanzeige: Jetzt schlafen wir wieder.
Durch einen Zufall entdeckte ich, dass ich das Wohlbefinden meines Mannes auf unserem Fernsehapparat, der mit einer Zimmerantenne ausgerüstet war, kontrollieren konnte. Wenn es ihm schlecht ging, gab es auf dem Bildschirm einen halbschrägen Störstreifen, der sich „morse“-artig bewegte, oder auf dem Ton hörte man Morsezeichen.
Andere Leute im Dorf hatten gleichzeitig mit meinem Mann Herzprobleme. Gleichzeitig heisst hier: In der gleichen Minute, wahrscheinlich Sekunde. So erinnere ich mich an ein Telefongespräch, worin vorkam: „Ja, mein Mann bekam auch um 22.26 Uhr Herzprobleme.“ Die Herzrhythmusstörungen kamen nur vor, wenn die Leute sich im Dorf befanden. Andernorts hatten sie keine Probleme.
Mein Mann informierte die Ärzte im Dorf. Er suchte Kontakt mit der Radio Schweiz AG, welcher der Sender gehörte. Und er suchte auch anderweitig Hilfe.
Ein Gemeinderat, der ebenfalls Herzrhythmusstörungen hatte, meinte, er würde das Problem dem Gemeinderat vorlegen, wenn der Arzt meines Mannes, der in Bern praktizierte, mithelfen würde. Nun, der Arzt wollte sich die Finger nicht verbrennen.
Offizielle Strahlungsmessung – bei gedrosselter Sendeleistung
Die PTT hat dann auf Veranlassung von Prof. Dr. Meinrad Schär vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich vor unserer Wohnung die Strahlung gemessen.
Ich kam von der Schule nach Hause und bemerkte einen Messwagen vor unserem Balkon. (Wir wohnten im Hochparterre.) Daraufhin schaltete ich den Fernsehapparat ein: Bild und Ton waren vorbildlich. Keine Störung vorhanden. Mein Mann kam nach Hause und war glücklich. Heute fühle er sich so wohl wie seit Monaten nicht mehr. Es gehe ihm richtig gut.
Für die Messung wurde offensichtlich die Leistung des Senders gedrosselt.
Gegen Abend war die alte Situation wieder da.
Einige Wochen später kam ein Brief von Prof. Dr. Schär. Darin stand, dass „bei Vollaussteuerung des Senders“ vor unserem Haus ein Wert von bloss 0.06 V/m gemessen worden sei. Amerikanischen Normen entsprechend dürfe der Wert bei 194 V/m liegen. Daher könne man nichts für uns tun.
Für meinen Mann war das Mass jetzt voll. Er hatte auch oft Schmerzen im Bereich der Leber. Wir mussten fliehen.
Endlich Ruhe – aber nicht für lange...
Die neue Wohnung lag in Urtenen, vom Sender getrennt durch einen Hügel. Mein Mann meinte, er habe einen neuen Körper. Er hatte wieder Energie. Die Probleme mit Herz und Leber verschwanden in kürzester Zeit.
1982 verschwand der Sender aus Münchenbuchsee. 1990 kehrten wir wieder dorthin zurück.
Seitdem erleben wir, wie die ganze Welt von immer mehr Sendern verseucht wird. Das Spital Frauenfeld wird von 35 WLAN-Sendern belastet. Städte, Züge, Bahnhöfe, Firmen, Hotels: Überall das Gleiche.
Ob wir ein Handy haben? Nach unseren Erfahrungen mit Sendern? Nein danke.
(Die Verfasserin, die anonym bleiben möchte, ist der Bürgerwelle Schweiz bekannt.)
Der erwähnte Dorfbewohner und seine Frau sind mir ebenfalls bekannt.
--------------------------------------------------------------------------------
Der Hintergrund dieses Betroffenenberichtes
In Münchenbuchsee wurde 1920 für den Völkerbund der erste feste Radiosender der Schweiz gebaut. Ab 1922 war es der Sender der Marconi Radio AG (Bild nebenan; Quelle www.skyguide.ch). Diese wurde 1928 in Radio Schweiz AG umbenannt. 1931 übertrug das Eidgenössische Luftamt der Radio Schweiz AG die Zuständigkeit für die Flugsicherung. Der Sender war überdies eine Funkstation für die Schweizer Hochseeschiffahrt, wurde aber wegen seiner Zuverlässigkeit dem Vernehmen nach auch von ausländischen Reedereien benutzt. 1982 wurde die Antennenanlage gesprengt.
Bei allen grossen Lang-, Mittel- und Kurzwellen-Radiosendern beobachten wir dasselbe: Schwarzenburg, Beromünster, Sottens und Münchenbuchsee in der Schweiz, Cesano (Radio Vatikan), Valley (Bayern) und andere Namen im Ausland stehen für Orte mit jahre-, jahrzehntelang beobachteten Beschwerden und teils schwersten Gesundheitsschäden bei der umliegenden Bevölkerung. Die massgeblichen Stellen wussten davon. Aber bezüglich Schädlichkeit der Strahlung konnte nicht sein, was nicht sein durfte. Wohlbefinden und Gesundheit vieler Menschen wurden einem „übergeordneten Interesse“ geopfert. Die Tatsache, dass die offizielle Strahlungsmessung in Münchenbuchsee – wie oben anschaulich berichtet – bei reduzierter Sendeleistung durchgeführt wurde, ist ein Hinweis auf diese Grundhaltung.
Nach der Stilllegung der Sender Schwarzenburg und Valley wurde der Rückgang der schädigenden Auswirkungen für die umliegende Bevölkerung wissenschaftlich bestätigt. Die günstige Wirkung der Abschaltung des Landessenders Beromünster Ende 2008 machte sogar die Runde durch die Presse. Die NZZ vom 18.02.09 titelte: „Glück im Stall seit dem Aus des Landessenders“ und berichtete auch von der Erleichterung der Menschen. Vom Ausmass des Leidens, das um Beromünster herum während über einem halben Jahrhundert mancherorts ausgehalten werden musste, erhalten die Leser indessen nicht die geringste Vorstellung.
In Bezug auf die Strahlung von Mobilfunk, digitalem Fernsehen und Radarstationen ist es heute nicht anders. Industrie und Bundesbehörden wissen von deren Schädlichkeit, bestreiten sie jedoch. Die Behauptung, diese Schädlichkeit sei „wissenschaftlich nicht erwiesen“, wird der tatsächlichen Beweislage aber keineswegs gerecht. Das kann jeder wissen, der sich aktiv um Informationen von unabhängiger Wissenschaftsseite sowie aus der Praxis bemüht. Und im Unterschied zu dem zu Ende gegangenen Zeitalter der wenigen, grossen Radiosender stehen heute die Sender aller Art so dicht, dass wir alle betroffen sind. Die Elektrosensiblen als „Frühwarnsystem“ für die ganze Bevölkerung finden kaum mehr einen Ort, wo sie menschenwürdig leben können. Und ihr Anteil an der Bevölkerung steigt und steigt.
Quelle: http://www.scribd.com/doc/13896159/Radi ... fbewohners
Leidensgeschichte eines Dorfbewohners
-
Elisabeth Buchs
- Beiträge: 1639
- Registriert: 27. Januar 2007 21:48
Leidensgeschichte eines Dorfbewohners
Mein grösster Wunsch: bis an mein Lebensende an einem Ort wohnen können ohne Beschwerden wegen Elektrosmog.