conviva hat geschrieben: Diesen wurde nämlich damit auf ganz subtile Weise eine Befürchtung eingegeben, die womöglich auf Dauer noch unerwünschet Folgen zeigen könnte. Die Ärtze könnten auf den Gedanken kommen, sich gerade wegen der Empfehlung im Fact Sheet Sorgen zu machen. Wie konnte man von Seiten der MF-Betreiber ein solches Risiko eingehen? Man scheint gerade bei diesen Fragen vor höchsten, grenzwertigen Herausforderungen an die mentale Präsenz zu stehen. Hier bleibt nur die eine Hoffnung, sich gegenüber den Ärzten auf das zu verlassen, was man zwischen Patienten und Ärzten untergraben will, das Vertrauen.
Ärzte haben in der Regel viel zu wenig Zeit, sich noch mit etwas anderem zu befassen, als dem was sie gelernt haben und was ihnen im Ärzteblatt - falls sie überhaupt dazu kommen es zu lesen - und auf Fortbildungen gesagt wird. Da wird ihnen das vermittelt, was die Technik fördert, nämlich, dass dieser Funk nichts macht, da nur ein Bruchteil der Grenzwerte ausgeschöpft ist, somit ist alles unbedeutend für die Gesundheit und eben, dass man bis heute nichts anderes weiß. Schon die Frage nach den Grenzwerten zeigt, dass sie selten informiert darüber sind. Es ist schon länger her, als mir eine ganz junge Ärztin, gerade von der Uni sagte, nur ionisierende Strahlung mache etwas aus - nicht ionisierende dagegen nicht.
Wie soll es auch anders sein, wenn Krankenkassen zu Gesundheits-Apps und Gesundheitsüberwachungs-Tools, ja gar zur ALEXA raten? Wenn Ärztekammern bis auf seltene Ausnahmen sich nicht zu Wort melden?
Wenn, wie üblich, in Wartezimmern munter gesurft und auch telefoniert wird, kann man als von Funk betroffen, nur versuchen irgendwohin auszuweichen. Treppenhaus, Flur. Im Übrigen ist fast überall WLAN.
Man gibt es bald auf, mit Ärzten darüber zu sprechen, vielleicht ein Schild aufzuhängen: "Bitte Handy aus". Ja, das kann man doch heutzutage nicht machen! Sollte es doch irgendwo hängen, bewirkt es nichts, außer dass man sich mit den Nutzern anlegen könnte.
In dieser Beziehung gibt es kein Vertrauen, da siegen Bequemlichkeit und das "auf keinen Fall irgendwo anecken".
Beispiel: Sehr starkes WLAN bei einer Ärztin. Mich wunderte nicht, dass die beiden jungen Damen, wovon auch jede noch unmittelbar vor einem eigenen DECT-Telefon saß, Smartphones lagen auch herum, ziemlich konfus waren. Wie viele Anrufe es mich kostete, einen Termin zu bekommen und wie viele Rückrufe in Bezug auf Änderung ich bekam, kann man schon als traumhaft bezeichnen. Jedenfalls es klappte nach einer gewissen Zeit. Ich empfand den Aufenthalt dort als sehr Funk belastet und war froh als ich drankam. Ich sagte der Ärztin, in deren Behandlungszimmer kein Stückchen Kabel zu sehen war, dass ich unter Funk leide und dass es gar nicht gut sei in den Räumen. Sie meinte, das habe man heute so und es sei praktisch. Ich sagte, dass es Menschen gibt, die die Strahlung nicht vertragen, dass man einen ganz dicken Kopf kriegt und Schwindel. Ich sagte, dass es mir sehr schwer fällt, so eingeschränkt leben zu müssen und wegen der hohen Funkbelastung durch Smartphones auch kaum mehr öffentlich fahren zu können. Sie legte den Kopf schief und sagte mit ganz hoher Stimme: "Dann fahren sie doch mit dem Fahrrad!" Diese suffisante Antwort empfand ich als Diskriminierung. Es funktioniert eben alles bestens! Als ich dann wieder vor der Rezeption stand, wünschten mir die beiden Damen sehr freundlich ein schönes Wochenende. Als ich sagte, dass ich doch etwas bezahlen müsse, kam die Antwort: "Ach ja, das hätten wir nun vergessen!"
Eva Weber