Herzogenbuchsee: Antenne: Kanton sagt NEIN

The Future's Black

Herzogenbuchsee: Antenne: Kanton sagt NEIN

Beitrag von The Future's Black » 3. März 2005 12:23

© Berner Zeitung; 03.03.2005; Seite 23

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Herzogenbuchsee

Antenne: Kanton sagt Nein

Aus Ortsbildschutzgründen hat der Kanton ein Gesuch der Swisscom abgelehnt: Sie darf in Buchsi keine Antenne bauen.

Auftrieb für die Gegner von UMTS-Handyantennen: In zweiter Instanz hat die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion ein Projekt der Swisscom für Herzogenbuchsee abgelehnt. Die Telekomanbieterin möchte auf dem Frohburg-Areal eine 30 Meter hohe Natelantenne bauen und so ihr Funknetz erweitern (wir berichteten).

Gegen das Vorhaben hatten Anwohner im Sommer 2003 rund 150 Einsprachen eingereicht. Mit Erfolg: Im Mai 2004 erteilte die örtliche Baukommission den Bauabschlag. Sie stützte sich dabei auf einen Bericht der kantonalen Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder. Er besagt, dass die letzte noch unverbaute Dorfeinfahrt von Herzogenbuchsee durch die Antenne massiv beeinträchtigt würde.

«Ein markanter Einschnitt»

Zu diesem Resultat kommt nun auch der Kanton. Man habe eine Begehung vor Ort durchgeführt und festgestellt, dass die Antenne tatsächlich «ein markanter Einschnitt für die Dorf-Silhouette wäre», sagt Adrian Mauerhofer von der kantonalen Baudirektion. Ähnlich wie das Baugesuch in Herzogenbuchsee wurden zuletzt mehrere Antennen vom Kanton abgelehnt - ebenfalls aus Ortsbildschutzgründen. Als nächste Instanz muss sich mit solchen Fällen - falls sie weitergezogen werden - das Verwaltungsgericht befassen. Bis jetzt habe dieses aber noch bei keinem der Gesuche einen definitiven Entscheid gefällt, so Mauerhofer.

«Stolz und glücklich»

Charlotte Ruf, Gemeinderätin und Vorsteherin des Bauressorts in Buchsi, gibt sich dennoch zurückhaltend: Natürlich sei sie glücklich und ein wenig stolz, dass der Kanton den Entscheid bestätigt habe. «Für eine ausführliche Stellungnahme möchte ich aber erst die Einsprachefrist abwarten.» 30 Tage hat die Swisscom Zeit, zu entscheiden, ob sie das «Nein» akzeptieren oder am Standort festhalten will. Stefan Schneider