Skandal: Swisscom u. Ibrahim Karim are back! Neue Manipulati

The Future's black

Skandal: Swisscom u. Ibrahim Karim are back! Neue Manipulati

Beitrag von The Future's black » 8. April 2005 11:53

© St. Galler Tagblatt; 08.04.2005

Ostschweiz

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Schwenkt die Swisscom um?

Elektrosmog: Die schlagzeilenträchtige Sendeanlage am Hirschberg soll mittels Biogeometrie entstört werden

Folgt auf das «Wunder von Hemberg» dasjenige vom Hirschberg? Der Ägypter Ibrahim Karim hat auch hier elektrosensiblen Menschen seine Hilfe zugesagt. Noch offen ist, ob sich die Swisscom an den Kosten einer wissenschaftlichen Begleitstudie beteiligen wird.

CHRISTOPH ZWEILI

Die «kosmische Formensprache» des Ägypters Ibrahim Karim polarisiert: Der Geschäftsführer der Vereinigung Elektrosmog-Betroffener Gigaherz.ch, Hans-Ulrich Jakob, beispielsweise nennt die «Biogeometrie» Humbug und Zauberei. Für eine Gruppe von elektrosensiblen Menschen in Hemberg war die Methode des diplomierten ETH-Architekten und Doktors der Wissenschaften aber Heilmittel im Kampf gegen die Umweltverstrahlung.

Karim half vor zwei Jahren in der Hügelsiedlung einer Gruppe von Betroffenen, die über gesundheitliche Beschwerden geklagt hatte, nachdem die Swisscom im Herbst 2002 im katholischen Kirchturm eine Mobilfunkantenne in Betrieb genommen hatte. Die geplagten Anwohner gelangten an die Ombudsstelle Mobilkommunikation. Und die wiederum machte der Swisscom Karims Hilfsangebot schmackhaft. Wichtig zu wissen: Die Swisscom ist zusammen mit den Mobilfunkanbietern Orange und Sunrise Stiftungsgründerin der Ombudsstelle.

Gratisarbeit in Hemberg

In Hemberg hatte Karim noch Gratisarbeit geleistet, einen Aufwand, den der Ägypter gegenüber der Zeitschrift «Facts» mit 100 000 Franken und drei Monaten Zeit bezifferte. Er setzte von ihm entwickelte biogeometrische Figuren aus Holz und Plexiglas ein, welche von der Form her an gedrechselte Stuhlbeine erinnern. Damit will Karim zwölf verschiedene Störquellen ausserhalb Hembergs und sieben im Kirchturm in positive Energie umgewandelt haben. Tatsächlich erklärten viele Betroffene danach, dass sie sich nun deutlich besser fühlten. Etwa Rosmarie Keller, deren Haus rund 100 Meter vom Kirchturm entfernt liegt und die unter massiven gesundheitlichen Störungen gelitten hatte.

«Wir haben eigentlich erwartet, dass sich die Ombudsstelle Mobilkommunikation zum Vorreiter für die Biogeometrie macht, nachdem Swisscom allein im letzten Jahr geschätzte rund 60 Millionen Franken für Einsprachen aufwenden musste», sagt der grüne Flawiler Kantonsrat und Baubiologe Bosco Büeler. Doch der Telecom-Anbieter habe sich nach sieben Monaten aus dem Projekt verabschiedet, als Ibrahim Karim für seinen Aufwand entschädigt werden wollte, falls er Elektrosmog-Geplagte aus der ganzen Schweiz behandle.

Ohrensausen und Herzflattern

Zumindest einen zweiten Biogeometrie-Feldversuch wird es in der Ostschweiz geben. «Karim muss auch uns helfen», hatte Josef Mazenauer vom Hirschberg in Appenzell im Juni 2004 gefordert. Der pensionierte Schreinermeister und andere Anwohner leiden unter Symptomen wie Kopfweh, Ohrensausen, Zahnschmerzen und Herzflattern, die sie dem 150 Meter entfernten 79 Meter hohen Swisscom-Sendemast zuschreiben. Hier sind acht Mobilfunkantennen, vier Fernseh- und vier Radioantennen sowie eine Telepage-Antenne montiert. Karim hat Josef Mazenauer seine Hilfe fest zugesagt.

Eine schulmedizinisch ausgelegte Begleitstudie über die Wirksamkeit der Biogeometrie, wie von Ibrahim Karim gewünscht, werde es auch am Hirschberg nicht geben, «weil derzeit mehrere juristische Verfahren laufen», teilte Claude Georges, Leiter Mobilkommunikation und Umwelt bei Swisscom, vor kurzem auf Anfrage mit.

Carlo Schmid will eine Lösung

Inzwischen ist offenbar dennoch Bewegung in die Sache gekommen. Der Innerrhoder Landammann Carlo Schmid nimmt die Probleme der Antennenanwohner ernst. So ernst, dass er Druck macht: Rund um die schlagzeilenträchtige Antenne soll endlich Ruhe einkehren. Schmid, der Geschäftsführer der Ombudsstelle Mobilkommunikation, Rolf Lüthi, und Swisscom-Vertreter Claude Georges treffen sich jetzt in Bern, um auszuhandeln, wie und unter welchen Bedingungen doch eine wissenschaftliche Begleitung des Biogeometrie-Einsatzes am Hirschberg möglich wird.

Billig wird die Studie nicht: So sollen sich nebst den drei bis vier betroffenen Familien auch Vergleichspersonen in einem weiteren Umkreis sowie Landwirtschaftsexperten, Mediziner und Fachleute beteiligen, die die Strahlungswerte der Antenne messen - das vor und nach der Anwendung der Biogeometrie sowie bei abgeschalteter Antenne. Wer sich nach Details erkundigt, wird vertröstet: Man wolle die Verhandlungen nicht gefährden.

Broschüre zur Biogeometrie

Das «Wunder von Hemberg» ist inzwischen in einer 48-seitigen Broschüre beschrieben. Die Interessengemeinschaft für einen gesundheitsverträglichen Mobilfunkeinsatz (IGGMF), vertreten durch Bosco Büeler, dokumentiert darin die «Harmonisierung mit Biogeometrie». Die Ärztin Yvonne Gilli hat die körperlichen und psychischen Beschwerden bei rund einem Dutzend Betroffener bewertet.

Herausgeber der Schrift ist Ibrahim Karim selbst, der auch die 40 000 Franken Druckkosten für die 2000 Exemplar starke Auflage trägt. «Die Broschüre ist als Fingerzeig zu verstehen, dass in Hemberg tatsächlich etwas geschehen ist», sagt Büeler. Aber eben: Dafür fehlt der wissenschaftliche Beweis.

Sprechstunde

Die Ombudsstelle Mobilkommunikation und Umwelt sieht sich mit gehäuften Anfragen aus der Ostschweiz konfrontiert. Sie gab letzte Woche die Lancierung einer unentgeltlichen ärztlichen Sprechstunde bekannt. Diese Untersuchung und Beratung elektrosensibler Menschen ist der Beratungsstelle des Instituts für Umweltmedizin am Kantonsspital Luzern angegliedert. (cz)

Hans-U. Jakob

Re: Skandal: Swisscom u. Ibrahim Karim are back! Neue Manipu

Beitrag von Hans-U. Jakob » 8. April 2005 17:55

Ach du heiliges Kanonenrohr!

Ich glaubte doch, die Fastnacht sei spätestens Ende März auch im Kanton Appenzell vorbei.

Vielleicht versucht das St.Galler Tagblatt lediglich noch die Ehre der Ombudsfrau und St.Galler Ständerätin (Stundenlohn Fr. 450.-, von den Mobilfunkbetreibern bezahlt,) zu retten.

Oder aber Bosco Büeler, grüner Kantonsrat und berühmter Rutengänger und Pendler, (ja, ja grün) wittert das grosse Geschäft mit den schön gedrechselten Stuhlbeinen und Plexiglasfigürchen, welche die Strahlung "harmonisieren" sollen . Zur Zeit gibt es 3 Geschäftlimacher in der Ostschweiz, die sich bei Dr. Ibrahim Karim um eine Generalvertretung für die Schweiz bemühen.

Falls bei nur 10'000 Mobilfunksendern für nur je 200 Franken Ramsch (Entschuldigung, ägyptisch-akademische Biogeometrie) abgesetzt werden kann, bedeutet das immerhin einen Umsatz von 2 Millionen. Da lohnt es sich schon, 40'000 Franken in eine Broschüre von 48 Seiten zu investieren.

Es stimmt tatsächlich, dass in Hemberg etwas geschehen ist. Nämlich, dass Swisscom die Sendrichtungen gedreht hat. Sowohl horizontal, wie vertikal und damit das Dorfzentrum um rund Faktor 20 entlastet wurde.

In Hirschberg dürfte dieses Manöver von der Topografie und den sehr wenigen und zudem dazu "sehr gut geeigneten" Opfern her noch leichter vonstatten gehen.

Ich muss Schluss machen und die Batterien meiner Messgeräte aufladen gehen, denn ich möchte in Hirschberg wieder dabei sein. Lachen wirkt ja soooo sehr harmonisierend. Und wer hat das nötiger als ich? Leider habe ich mir den Knöchel gebrochen und kann mit dem Gipsfuss nicht mehr Gas geben. Wer meldet sich als Chauffeur oder Chauffeuse?

Vielleicht Claude Georges von der Swisscom? Er hätte dann guten Grund, weiter in diesem wundervollen-Projekt mitzumischen. Vielleicht heilen in der harmonisierten Luft da oben sogar komplizierte Knochenbrüche besser.

Herzliche Grüsse an alle, Hans-U. Jakob

Evi

Re: Skandal: Swisscom u. Ibrahim Karim are back! Neue Manipu

Beitrag von Evi » 10. April 2005 11:09

Jetzt wird`s eng für die Swisscom und auch für die Ombudsstelle von Frau Ständerätin Erika Forster!
Für die Swisscom deswegen, weil sie nicht weiss, wie sie sich wegen der Studie mit den biogeometrischen Figuren aus der Affäre ziehen soll. Denn sollten diese tatsächlich das nützen, was der Bevölkerung einzureden versucht wird, so müsste sie ja als Verursacherin der Beschwerden für deren Einsatz und die Kosten aufkommen. Oh, oh! Dann wird’s aber kritisch. Wir sind schon gespannt, auf welche Weise die sich aus der Affäre ziehen wollen.

Eines ist sicher: die Generalvertretung für die sagenhaften Figuren dürften auf keinen Fall interessierte Geschäftemacher bekommen, sondern Swisscom & Co selbst, um damit das aufgebrachte Volk zu beschwichtigen – und zwar auf ihre eigenen Kosten! Da sie wissen, dass diese nichts nützen, werden sie wohl einen Weg finden müssen, wie sie aus dem Dilemma wieder heraus finden.

Für Erika Forsters Ombudsstelle und das ForumMobil wird’s auch eng.Denn wenn ja die biogeometrischen Figuren eh den ganzen Spuk zum Verschwinden bringen und sich somit in absehbarer Zeit die ganze Schweiz damit „harmonisieren“ lässt, wozu denn die teure (gratis zur Verfügung gestellte) Beratungsstelle am Kantonsspital Luzern mit den uns nun schon sattsam bekannten „Spezialisten“ (Verharmlosern, Ablenkern, Auslachern, Wasserträgern der Industrie)??

Wer will, mag darüber nachdenken. Die Verantwortlichen sind selber schuld, wenn sie sich in eine Zwickmühle gebracht haben.

Evi

argus

Re: Skandal: Swisscom u. Ibrahim Karim are back! Neue Manipu

Beitrag von argus » 10. April 2005 13:47

Wer wirklich auf eigene Rechnung solche Plexiglasplättchen und aus Holz gedrechselte Stuhlbeine kauft, hilft in erster Linie jenen Leuten, die ein lukratives Geschäft mit deren Vertrieb wittern. Die Sache muss anders laufen: Die elektromagnetische Strahlung muss als das qualifiziert werden, was sie ist: als gesundheitsschädigend. Für die Verhütung von Gesundheitsschäden sind die Verursacher zu suchen und zur Kasse zu bitten, nicht das betroffene Volk. Denn wie kommt denn das Volk dazu, aus eigener Tasche Geld locker zu machen, das dann in die Taschen der Geschäftemacher fliesst, nur damit die eigene Gesundheit, das eigen Leben geschützt ist? Das kann nicht oft und eindringlich genug gesagt werden. Es geht nicht an, dass sich einige Leute mit der Not anderer gesund stossen!!

argus

Tom

Re: Skandal: Swisscom u. Ibrahim Karim are back! Neue Manipu

Beitrag von Tom » 10. April 2005 18:10

40 000 Franken für eine 48-seitige Broschüre zur Heilungserklärung und Werbung für die zauberhaften Plättchen und Stuhlbeine! Donnerwetter! Aber so selbstlos wird der Autor wohl nicht sein, dass er das aus lauter Nächstenliebe tut. Solche Wohltäter der Menschheit sind rar geworden, ja ausgestorben. Das ist einzig eine Investition, um ein lukratives Geschäft anzukurbeln. Wer das nicht sieht, die Worte nicht hört, ist auf beiden Augen blind und auf beiden Ohren taub. Einmal bitte, nur einmal sollen die Menschen, auch wenn es ihnen infolge des Elektrosmog schlecht geht, den nüchternen Verstand gebrauchen, die Finger von den verheissungsvollen Harmonisiermöglichkeiten lassen und das sauer verdiente Geld sparen.

Tom

Hans-U. Jakob

Re: Skandal: Swisscom u. Ibrahim Karim are back! Neue Manipu

Beitrag von Hans-U. Jakob » 11. April 2005 10:40

Bosco Büeler will 2000 Broschüren à 40 Franken verkaufen. Macht total 80'000 Franken bei Gestehungskosten von angeblich 40'000.
Allein der Reingewinn durch den Broschürenverkauf beträgt somit Fr. 40'000.
Harmonisiert wird somit Büelers Kassenstand und nicht die Luft in Hirschberg und Hemberg.
Wie die das wohl fertigbringen, für eine 50-seitige Broschüre Druckkosten von 20 Franken pro Stück zu generieren? Das kann doch nur in absolut unharmonisierter Luft passieren. Offenbar haben die vergessen, ihre Wunderfiguren vorgängig in der Druckerei anzubringen.

Vielleicht hat ja schon Karim völlig unharmonisch 30'000 als Zwischenhandel abgezwackt. Wer weiss es?
Hans-U. Jakob

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