© Neue Luzerner Zeitung; 23.04.2005; Seite 20
Luzerner Zeitung StadtLuzern
Widerstand gegen Suva-Antenne
Widerstand in allerletzter Minute
Swisscom will ihre Handyantenne auf dem Suva-Gebäude aufrüsten.
Ein Anwohner ruft mit 10 000 Flugblättern zu Einsprachen auf.
«Ich bin kein Querulant und Querschläger. Ich mache zum ersten Mal eine solche Einsprache.» Aber genug sei genug. Peter Seinet aus dem Brambergquartier hat gestern rund 10 000 Flugblätter auf dem halben Luzerner Stadtgebiet verteilen lassen. Darin rufen er und seine Frau zu Einsprachen gegen einen Umbau der Swisscom-Antenne auf dem Suva-Verwaltungsgebäude auf. Dem Flugblatt liegt bereits ein vorgedrucktes Einspracheforumlar bei.
Ein Dorn im Auge
Mehreren Anwohnern, darunter Peter Seinet, ist die Antenne schon lange ein Dorn im Auge. «Provozierend», «störend», «eine Schande fürs Auge» sei die Antenne. «Sie hintergeht alle Anstrengungen zum Schutz des Ortsbildes.» Das Ziel: Die Antenne muss weg. Seinet hat Unbehagen gegenüber der «starken» Strahlung. Es gebe zwar Grenzwerte für Antennenstrahlung, gleichzeitig erlaube das Bundesgericht Anwohnern Einsprachen, auch wenn der Strahlengrenzwert eingehalten werde. «Dem Gericht ist offenbar die Handystrahlung auch nicht so ganz geheuer.»
Eine Unterschriftensammlung gegen den Umbau gab es bisher nicht. «Der Widerstand ist etwas unkoordiniert», gibt Seinet zu. «Wir sind spät dran.» Aber die Flugblattaktion sei die einzige Möglichkeit, jetzt noch Leute zu mobilisieren. «Die Zeit drängt.» Am kommenden Dienstag verstreicht die 20-tägige Frist für Einsprachen beim Planungsbüro der Stadt Luzern.
Swisscom will Antenne erneuern
Sei es von Seebrücke, Museggmauer oder Seepromenade: Die bereits bestehende Swisscom-Antenne auf dem Suva-Gebäude ist schon von weitem sichtbar. Es ist die grösste und prominenteste Anlage der Stadt. Über 20 Meter ragt der frei stehende Antennenmast an der Fluhmattstrasse in den Himmel über Luzern. Er wurde bereits in den Achtzigerjahren erstellt. «Damals hat man es verpasst, Einsprachen zu machen», sagt Peter Seinet.
Swisscom will jetzt die Antenne umbauen und für neuste GMS-Technologie, zusätzlich für UMTS und Richtfunk fit machen. Die aufgerüstete Antenne wird laut Swisscom-Mediensprecher Sepp Frey eine grössere Leistung haben. «Die Strahlung liegt selbstverständlich unter dem gesetzlichen Grenzwert.» Die geplante UMTS-Anlage soll dereinst die Altstadt sowie das Gebiet Zürichstrasse abdecken. Wenn die Antenne auf dem Suva-Verwaltungsgebäude hingegen nicht erneuert werden darf, führt dies laut Sepp Frey zu Engpässen auf dem Handynetz von Swisscom. Die Versorgung mit UMTS wäre gefährdet. «Wir müssten mehrere kleine Antennen aufstellen.»
Wie viele Einsprachen bisher eingegangen sind, weiss Peter Seinet nicht. Das Planungsbüro der Stadt Luzern gibt keine Auskunft. Einspracheberechtigt sind alle Anwohner im Umkreis der Antenne von gut einem Kilometer.
Weiteres Baugesuch
Abgesehen vom Baugesuch der Antenne auf dem Suva-Gebäude will Swisscom eine neue Antenne im Gebiet SBB-Lokdepot an der Neustadtstrasse errichten. Das Baugesuch liegt bis zum 10. Mai auf.
Thomas Oswald