Presseschau 23.5.05: «Dieser Vertrag lohnt sich nicht» :Kadi

The Future's black

Presseschau 23.5.05: «Dieser Vertrag lohnt sich nicht» :Kadi

Beitrag von The Future's black » 23. Mai 2005 12:40

© Berner Rundschau / MLZ; 21.05.2005

Region BE Zeitung

«Dieser Vertrag lohnt sich nicht»

Langenthal Kadi-Frites-Alleinaktionär Peter Geiser und seine Meinung zu UMTS

Die Pläne der Swisscom Mobile AG, die Natelanlage dem Turm der Kadi-Frites auf UMTS aufzurüsten, haben zum Moratorium geführt. Was sagt der Alleinbesitzer der Firma zur Aufregung in der Bevölkerung? Peter Geiser hat zehn schriftlich gestellte Fragen von seinem zweiten Wohnsitz in London aus beantwortet.

Gérard Bornet

Benutzen Sie selber ein UMTS-Handy?

Peter Geiser: Nein, und ich werde vermutlich nie eines benutzen. Ich brauche mein Natel ausschliesslich zum Übermitteln von Gesprächen und Textnachrichten. Bereits die Kamera stört mich, und TV-Sendungen und Spiele brauche ich sicher nicht auf meinem Handy.

Haben Sie mit diesem Protest aus der Bevölkerung gerechnet?

Geiser: Keinesfalls. Es handelt sich ja um eine absolut gesetzliche Vorlage und diese heftigen Reaktionen aus der Bevölkerung waren für mich gänzlich unerwartet.

Obwohl gegen ein früheres Baugesuch der Orange bereits Unterschriften gesammelt worden sind?

Geiser: Gerade deshalb. Es wurde gegen viele Natel-Antennen protestiert und trotzdem wurden sie zu Zehntausenden aufgestellt und heute hat sich der Lärm um die bereits veraltete Technologie weitgehend gelegt.

Negative Schlagzeilen sind schlechte Werbung. Lohnt sich für Sie der Vertrag mit Swisscom?

Geiser: Dieser Vertrag lohnt sich bestimmt nicht, denn Kadi hat sich die Schonung der Umwelt nicht nur in ihr Leitbild geschrieben, sondern bemüht sich auch tagtäglich, dieser Verpflichtung nachzuleben. Diesbezüglich hat die Imageeinbusse auch eine langfristige Entschädigung vernichtet.

Haben Sie bzw. die Kadi Frites AG schon Auswirkungen der negativen Schlagzeilen erlebt?

Geiser: Zum Glück nicht, denn Kadi ist landesweit tätig und die UMTS-Kontroverse ist letztendlich doch (momentan) von lokaler Bedeutung

Was bringt Ihnen der Vertrag überhaupt?

Geiser: 8 000 Franken jährlich.

Wussten Sie bei Vertragsunterzeichnung, dass einst eine UMTS-Anlage montiert wird?

Geiser: Nein, denn im Vertrag ist «die Erstellung einer Telekommunikations-Anlage» Gegenstand des Abkommens. In Anbetracht der Rechtslage und meinem damaligen Wissensstand hätte ich den Vertrag auch mit einer klar stipulierten UMTS-Anlage gleichwohl unterzeichnet.

Können Sie die gesundheitlichen Bedenken eines Teils der Bevölkerung nachvollziehen?

Geiser: Grossteils ja. Die Belastung mit elektromagnetischen Wellen wird aber ohnehin täglich grösser. Bedenke man nur, dass heute sehr viele PCs und Laptops mit WLAN ausgerüstet sind.

Unterstützen Sie das Moratorium?

Geiser: Ja bestimmt. Ich befürchte aber, dass der ETH-Bericht keine eindeutigen Aussagen machen wird und dann wird es schwierig, eine Ablehnung durchzusetzen.

Werden Sie bei der UMTS-Info-Veranstaltung des Hauseigentümerverbandes dabei sein?

Geiser: Ich werde nach Möglichkeit an dem Anlass teilnehmen.

«Fluch und Segen der grenzenlosen Kommunikation», Podium des HEV Region Langenthal in der Alten Mühle Langenthal: Montag, 23. Mai, 20 Uhr. Eintritt frei.



DAS WAR GESCHEHEN

2003 führt ein Baugesuch der Orange für eine Natel-AntennenAnlage auf dem Siloturm der Kadi-Frites in Langenthal zu neun Einsprachen mit rund 200 Unterschriften. Das Gesuch wird bewilligt, da alle Vorschriften eingehalten werden. Anfang 2005 löst ein Gesuch der Swisscom Mobile AG, zusammen mit Orange deren Anlage zu erweitern und auf UMTS aufzurüsten, zu einem Proteststurm. Eine Petition mit rund 3800 Unterschriften wird eingereicht sowie 371 Einsprachen mit total 484 Unterschriften. Am 10. Februar verhängt der Langenthaler Gemeinderat ein UMTS-Moratorium. (gé)

Vergebliches Warten auf Studie

Moratorium: So genannte «ETH-Studie» ist irrelevant

Bei seinem Moratorium für UMTS-Antennen-Anlagen handelte der Langenthaler Gemeinderat als oberste Polizeibehörde der Stadt. Als solche ist er gehalten, alles zu unternehmen, was im Bereich Polizei - im umfassenden Sinn verstanden - notwendig ist, um unter anderem den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen. Deshalb wartet der Gemeinderat die Resultate der so genannten «ETH-Studie» ab, die im Herbst bekannt werden dürften.

Jedoch: Diese Resultate können nur dann Auswirkungen auf das Bewilligungsverfahren haben, wenn die heute gültigen Grenzwerte gesenkt werden müssten. Und genau das wird die Studie nicht leisten, warnt das Studienkonsortium in einer Medienmitteilung. Die entscheidende Passage im vollen Wortlaut: «Fragen zur Wirkung einer langfristigen Exposition und allfällige längerfristige nachteilige Gesundheitsfolgen durch UMTS-Strahlung können mit der TNO-Anschlussstudie (<ETH-Studie>) nicht beantwortet werden. Kurzfristige, subtile Effekte auf das Wohlbefinden und kognitive Funktionen bedingen nicht zwingend ein längerfristiges Gesundheitsrisiko, und umgekehrt ist die Abwesenheit von kurzfristigen Effekten kein Beweis für die längerfristige Unschädlichkeit von UMTS-Strahlung. Aus diesen Gründen wäre es nicht sinnvoll, Grenzwerte aus nur dieser einen Studie abzuleiten.» (gé)

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© Mittelland Zeitung; 23.05.2005

Tabloid Wohlen

Verhandlung über Doppel-Antenne

Hermetschwil-Staffeln.Auf Initiative des Gemeinderates Hermetschwil-Staffeln führen die beiden Kommunikationsanbieter Swisscom und Orange direkte Verhandlungen über einen gemeinsamen Mobilfunkantennen-Standort im Gemeindebann. Zeitigen die Verhandlungen Erfolg (gemeinsamer Standort, rechtskräftige Baubewilligung für Doppelantenne), wird das Projekt umgesetzt.

In diesem Fall verzichtet die Swisscom auf den geplanten Ausbau der bestehenden Antenne an der Dorfstrasse; die Antenne würde dann demontiert. (az)
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© Mittelland Zeitung; 21.05.2005

Tabloid Wynental Suhrental

Sammeleinsprache gegen UMTS-Antenne

Reinach
Auf dem Alu-Werk in Reinach will die Swisscom Mobile AG, Olten, auf der Südwestecke des Gebäudes eine GSM- und eine UMTS-Antenne mit Gerätekabine erstellen (Baugesuch vom 22. April, Parzelle Nr. 4596, Geb.Nr. 1565, Alte Aarauerstrasse 11). Gegen dieses Baugesuch sind insgesamt 3 Einsprachen eingegangen, davon eine Sammeleinsprache mit 150 Unterschriften. «Die Mehrzahl der Bevölkerung im Einspracheradius von 646 m ist gegen diesen Antennenneubau», sagt Hannelore Hagmann, welche die Unterschriftensammlung initiierte. «Man hat uns mehrmals zu dieser Initiative gratuliert.» Viele seien froh, dass jemand etwas gegen noch mehr Antennen unternehme. Schliesslich könnten alle schon mit gutem Empfang die mobile Kommunikation pflegen. «Wozu bauchen wir noch mehr und noch stärkere Antennen?» Die Unterschriftensammler trafen aber auch Befürworter: Solche, die schon ein Mobiltelefon mit Bildübermittlung haben und auch benutzen. «Das waren aber nur genau 3 Leute von ungefähr 160 angefragten», sagt Hagmann. «Die meisten Leute fürchten um ihre Gesundheit, denn schliesslich gibt es Menschen, die heute schon unter Schlafstörungen und Depressionen leiden wie zum Beispiel ich selber.» Hannelore Hagmann wohnt rund 180 Meter vom geplanten Antennenstandort. (mrz)

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