Das Fernsehen hat offensichtlich den Elektrosmog entdeckt. Wiedermal gibt es eine Reportage nach dem gleichen Strickmuster:
Erst werden die Mobilfunkkritiker gezeigt, meistens als seltsame Kauze dargestellt. Dann kommt der Betreiber oder das Landesamt fuer Umwelt oder das Bundesamt fuer Strahlenschutz und beruhigt das Volk mit dem Hinweis auf die eingehaltenen Grenzwerte.
Bleibt zu hoffen, dass Kollege Bernd Kinze nicht auch noch die Mobilfunkbelastung verharmlost.
Wer Lust hat, schaut es sich an ...
Gruss
Joachim Weise
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Beginn der Meldung:
ZDF.reportage Schlaflos unter Sendemasten - Angst vor Handys und Elektrosmog - Film von Carsten Rueger
"In Oberammergau ist der Teufel los!" sagt der evangelische Pfarrer. Er und viele andere Buerger verteufeln die Mobilfunk-Sendemasten , denn von ihnen soll das Boese ausgehen: Strahlen, die Kopfschmerzen, Herzrasen und Schlaflosigkeit ausloesen. Werner F. verbringt die Naechte nicht mehr in seinem Haus in Oberammergau, sondern im Wohnwagen im Wald. Seine Lebensgefaehrtin betritt den Ort nur noch im Strahlenschutzanzug - zum Beispiel, wenn sie zu ihrem Arzt muss, weil wegen der Strahlen ihre Calcium-Werte gesunken sind.
Der Oberammergauer Buergermeister vertraut dem Umweltmediziner des Landes Salzburg, dem oesterreichischen Experten Dr. Oberfeld, der in Oberammergau schon gemessen hat und die Bedenken der Bewohner fuer plausibel haelt. Die Experten des bayerischen Landesamtes fuer Umwelt dagegen messen auch und sagen: Die Grenzwerte werden alle eingehalten, es hat sich nichts an der Quantitaet oder - wie behauptet - an der Qualitaet der Strahlen veraendert. Dass seine Antennen sicher sind, davon ist auch der Sprecher von T-Mobile, dem Eigentuemer der Sendemasten, ueberzeugt.
Die ZDF.reportage von Carsten Rueger zeigt die Angst vor Handys und Elektrosmog. Da ist zum Beispiel Bernd Kinze, Umweltbiologe, aus Aschaffenburg. Er beschaeftigt sich seit Jahren mit Strahlung - und dem Schutz davor. Ob Mobilfunk krank mache oder nicht - diese Frage will und kann er nicht endgueltig entscheiden.
Wohl aber wundert er sich darueber, dass viele Menschen ihn aus Panik und Angst vor der Mobilfunkantenne vor der Haustuer rufen, er dann aber im Innern des Hauses viel mehr bedenkliche Strahlen-Quellen entdeckt: Der "hausgemachte" Elektro-Smog mit unzaehligen Geraeten im Schlafzimmer oder gefaehrlich offenen Leitungen sei in jedem Fall ein viel hoeheres Risiko - werde aber nicht so bedrohlich wahrgenommen, wie die maechtige Mobilfunkanlage auf dem Nachbardach.
Voellig verkennen wuerden viele in ihrer Angst den Unfug, den manche Scharlatane anbieten: Abschirmmatratzen und Anti-Strahlenboxen, in denen letztlich normaler Schaumstoff oder nutzloser Sand steckt - Kinze deckt auf, wie mit der Strahlenangst der Menschen auch Geschaefte gemacht werden. "Dann muss man die Menschen nicht vor Mobilfunkstrahlen, sondern vor miesen Tricks schuetzen!"
Pressekontakt:
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Quelle: http://www.hese-project.org/Forum/index ... forum_id=4
TV-Tipp: ZDF, Sonntag, 13.4.08, 18:30 Uhr
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Elisabeth Buchs
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