© Zofinger Tagblatt / MLZ; 29.07.2005
Region Zeitung Zum Gedenken
Aarburg muss Antenne bewilligen
Mobilfunkantenne: Der Gemeinderat kann die Swisscom nicht ausbremsen
Ernüchterung beim Aarburger Gemeinderat: Der Aargauer Regierungsrat hat die Beschwerde der Swisscom gutgeheissen. Aarburg muss nun das Baugesuch für eine Mobilfunkantenne in den Steinbillen bewilligen.
Beat Bolliger
Der Aargauer Regierungsrat hat am 6. Juli den Entscheid des Gemeinderates Aarburg aufgehoben. Dieser hatte sich im Februar dieses Jahres einem Teil der Einsprachen angeschlossen und sich geweigert, der Swisscom Mobile AG die Baubewilligung für eine Mobilfunkantenne in den Steinbillen zu gewähren. Die Aarburger Gemeinderäte waren der Meinung, die 25 Meter hohe Antenne würde das Ortsbild zu stark beeinträchtigen und zudem die Entwicklung des dort geplanten Wohngebiets stören.
Behörden sind Hände gebunden
Entsprechend herrscht nun Ernüchterung im Aarburger Rathaus. Laut Gemeindeschreiber Stephan Niklaus ist dem Schutz des Ortsbildes nicht die vom Gemeinderat erhoffte Relevanz zugekommen. Auch könne man nicht auf einen Alternativstandort hinwirken oder beim Betreiber einen Nachweis verlangen, dass die Sendeanlage wirklich notwendig ist. «Es fehlen orts- und landschaftsschützerische Vorschriften, die eine Abweisung des Gesuches rechtfertigen», so Niklaus. Kurz: Den Behörden sind die Hände gebunden.
Was den Aarburgern besonders aufstossen dürfte: Die Interessen der Gemeinde für die Entwicklung des Wohnraums Steinbillen sind beim Regierungsratsentscheid nicht berücksichtigt beziehungsweise als nicht relevant erklärt worden. In Aarburg befürchtet man, dass die Antenne das dort geplante Wohngebiet «verschandeln» würde. Die Wohnlage wurde unlängst nämlich als sehr gut beurteilt und der entsprechende Gestaltungsplan äusserst akribisch erarbeitet. Den Aarburgern bleibt somit nur die Hoffnung, dass der Sendemast keinen allzu negativen Einfluss auf Interessenten ausübt.
Gemäss Auskunft des Gemeindeschreibers bleibt dem Aarburger Gemeinderat vorab nichts anderes übrig, als nach Rechtskraft des Beschlusses die Baubewilligung zu erteilen. Niklaus: «Der Kanton ist dafür abschliessend zuständig, den Gemeinderäten kommt diesbezüglich keine Kompetenz mehr zu.»
Möglichst rasch bauen
Im Gegensatz zur Aarburger Exekutive dürfte man bei der Swisscom nach diesem regierungsrätlichen Entscheid erleichtert sein. Zumal deren Sprecher Josef Frey nicht müde wird zu betonen, wie wichtig die Sendeanlage in den Steinbillen für den grössten Schweizer Mobilfunkanbieter ist. «Von Seiten der Kundschaft ist ein klares Bedürfnis nach einer besseren Abdeckung vorhanden.» Gemäss Frey wird mit dem Bau der Anlage begonnen, sobald die rechtsgültige Baubewilligung vorliegt. Swisscom rechnet mit einer dreimonatigen Bauphase.
20 Tage Zeit für einen Rekurs
Ob gegen den regierungsrätlichen Entscheid rekurriert wird, bleibt offen. Da der Gemeinderat nicht Beschwerdegegnerin, sondern Baupolizeibehörde ist, bleiben die rechtlichen Schritte der Eigentümerin der Parzelle, der Vera-Anlagestiftung, vorbehalten. Deren Rechtsvertreter war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Laut dem Rechtsdienst des Regierungsrats bleiben seit Kenntnisnahme des Entscheids 20 Tage Zeit, einen Rekurs zu formulieren.
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© St. Galler Tagblatt; 29.07.2005
Amriswil
Hauptblatt
Zweite UMTS-Antenne geplant
Baugesuch für Natel-Antenne auf dem Block an der Poststrasse 43 liegt auf
Die Begehrlichkeiten für UMTS sind auf dem Vormarsch. Innerhalb weniger Wochen ist in Amriswil ein weiteres Baugesuch für eine Natel-Antenne eingegangen.
Rita Kohn
Bereits zum zweiten Mal innerhalb nur weniger Wochen liegt in Amriswil ein Baugesuch für eine UMTS-Antenne auf. Bauherrin ist die Sunrise. Sie möchte nebst den bestehenden Antennen auf dem Dach des Wohnblockes an der Poststrasse 43 die bestehende Antennenanlage erweitern. Gemäss Baugesuch soll die Kapazität für die UMTS-Technologie geschaffen werden.
Unterschriften gesammelt
Nachdem bei bisherigen Baugesuchen für Natel-Antennen im Raum Amriswil jeweils kaum Opposition gegen das jeweilige Vorhaben zu verzeichnen war, führte die geplante UMTS-Antenne an der Weinfelderstrasse zu einigen Aktivitäten von Gegnerinnen und Gegnern. In den betroffenen Gebieten wurden Unterschriften gesammelt und das Gespräch gesucht. Eine Einsprachenflut zeugt von den Aktivitäten der Gegnerinnen und Gegner einer weiteren Natel-Antenne in Amriswil.
Anderes Gebiet betroffen
Vom neuen Baugesuch ist nun ein anderes Gebiet, jenes in Bahnhofnähe, betroffen. Ob auch hier starke Opposition erwachsen wird, ist nicht klar. «Wenn es Einsprachen gibt, wird zunächst einmal abgeklärt werden müssen, inwieweit die betreffende Person überhaupt betroffen, also einspracheberechtigt ist.» Denn es würden nur Argumente von Leuten berücksichtigt, die von der vorgesehenen Natel-Antennen-Erweiterung auch tatsächlich betroffen sind.
Auflage bis 18. August
Ab heute kann auf der Bauverwaltung das Baugesuch für die Antennen-Erweiterung eingesehen werden. Die Auflagefrist des Baugesuchs (und damit Einsprachefrist) läuft dann bis zum 18. August.
217 Einsprachen
Gegen das kürzlich ausgeschriebene Baugesuch einer UMTS-Antenne auf dem Hochhaus an der Weinfelderstrasse sind während der öffentlichen Auflagefrist 217 Einsprachen eingegangen. (rk)
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© Le Matin; 29.07.2005; page 9
Le Matin Suisse
TÉLÉPHONIE Installation jugée trop proche d'une école
En guerre contre l'antenne
GENÈVE: Des habitants du quartier de la Servette accusent Sunrise de ne pas les avoir informés
La guerre est déclarée aux antennes ! Les opérateurs de téléphonie mobile rencontrent de plus en plus d'oppositions (lire « Le Matin » d'hier). La dernière en date: à Genève, dans le quartier de la Servette, des habitants refusent mordicus la construction d'une antenne sur le toit du 69, rue Liotard. La raison ? L'immeuble se trouve à une centaine de mètres d'une école primaire, et non loin d'une résidence pour personnes âgées. Sylviane Pahud, qui habite la même rue, a pris la tête de la révolte.
« Nous n'avons pas été contactés. J'ai appris l'information par hasard, en lisant la Feuille d'avis officielle ! Ils font ça en douce, pendant les vacances ... » Sylviane Pahud a distribué des dizaines de lettres à ses voisins, qui les envoient ensuite à l'Etat pour manifester leur opposition à l'installation.
Au fait, pourquoi refuser cette antenne ? Malgré l'absence de preuve scientifique, Sylviane Pahud reste persuadée que les ondes présentent un danger. « Mon fils est électrosensible, il ne supporte pas ces rayonnements. Mais c'est surtout à cause de l'école que j'ai décidé d'agir. »
L'antenne incriminée appartient à Sunrise. Son porte-parole, Mathieu Janin, assure que les riverains ne risquent rien. « L'ordonnance sur les rayonnements non ionisants a prévu ce cas: lorsqu'une antenne se trouve près d'une école ou d'une résidence pour personnes âgées, les normes sont encore plus sévères que d'habitude. » Le voisinage a-t-il été suffisamment informé ? « Nous avons respecté scrupuleusement la procédure qui prévoit une mise à l'enquête publique, précise Mathieu Janin. Si cela tombe pendant les vacances, c'est simplement parce que nous travaillons toute l'année ! Nous n'avons rien à cacher. »
L'opérateur reste confiant: « Dans 98 % des cas, les oppositions sont levées », assure Mathieu Janin. Il en faudrait plus pour décourager Sylviane Pahud, bien décidée à se battre. Au fait, l'opposante aux antennes possède-t-elle un portable ? « Oui ... mais je ne m'en sers jamais !»
Frédéric Julliard