Mehr Funksmog: RFID im Vormarsch/SP Uri: Vorbehalte bei den

The Future's black

Mehr Funksmog: RFID im Vormarsch/SP Uri: Vorbehalte bei den

Beitrag von The Future's black » 1. September 2005 12:32

© HandelsZeitung; 31.08.2005; Seite 59; Nummer 35

Hier wird die Zukunft geprobt

RFID · Die Radiofrequenz-Technologie ist weiterhin im Vormarsch. Trotz einigen Rückschlägen dürfte sie dereinst die gesamte Lieferkette optimieren. Nur der Zeitpunkt ist noch unklar.

Gudrun G. Vogt

RFID wird nicht nur die Produkterkennung, sondern auch die Warensicherung verändern und vereinfachen. Fachleute orten ein riesiges Potenzial zur Reduzierung von Diebstahl und Inventurdifferenzen. Weit grösser als bei diesen bekannten Einsatzmöglichkeiten sind jedoch die Möglichkeiten im Bereich der «smarten» oder «intelligenten» Produkte. «Wer die Zukunft in diesem spannenden Wirtschaftszweig mitgestalten möchte, braucht Flexibilität und Innovationskraft. Der Einsatz moderner Technologien ist in diesem Zusammenhang ein entscheidender Wettbewerbsfaktor», sagt Hans-Joachim Körber, Vorstandsvorsitzender der Metro AG.

Die Metro Group ist einer der frühen Anwender und Vorreiter bei neuartigen Nutzungen von RFID. Gemeinsam mit anderen Handelsgrössen wie Wal-Mart und Tesco propagiert sie die flächendeckende Einführung der RFID-Technologie und testet neue Anwendungen im Rahmen ihrer Future Store Initiative. Das Projekt ist eine Kooperation von Metro, SAP, Intel, IBM und T-Systems sowie weiteren Unternehmen aus den Bereichen Informationstechnologie und Konsumgüterindustrie. Die Partner verfolgen das Ziel, den nationalen und internationalen Modernisierungsprozess im Handel voranzutreiben.

Auf Alltagstauglichkeit überprüfen

Als Testfeld wurde der bestehende Extra-Markt im deutschen Rheinberg zum «Metro Future Store» aufgepeppt. Hier werden RFID-Technologien auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft. Mobile Selbst-Scanning-Systeme und innovative Kassen kommen zum Einsatz, die das Bezahlen ohne Kassenpersonal ermöglichen und die Wartezeiten an den Kassen reduzieren sollen.

Auch die gesamte Kundenkommunikation (Instore Communication) im Markt wird neu ausgerichtet. Modernste Informationsmedien und Geräte wie Info-Terminals oder kleine Kundencomputer als persönliche Einkaufsberater helfen den Konsumentinnen und Konsumenten bei der Produktsuche oder bieten umfassende Informationen. Ein kleiner tragbarer Computer mit Barcode-Scanner, der so genannte Mobile Assistent, unterstützt das Personal bei der Abfrage von Daten des Laden- und Lagerbestands. Einige - speziell gekennzeichnete Artikel - tragen bereits Smart Chips. Metro Group will auf diese Weise den Handel der Zukunft entscheidend mitprägen und für zukünftige Herausforderungen, wie das «smart shopping» (siehe Kasten) schon heute Lösungen entwickeln.

Ähnliche Erfahrungen sammelt die Migros in ihrem Smart Store, den sie gemeinsam mit SAP im SAP-Gebäude in Zürich-Regensdorf betreibt. Auf 100 m2 Einkaufsfläche wird hier die Zukunft des Schweizer Einzelhandels geprobt: Intelligente Einkaufswagen zeigen auf einem im Handgriff angebrachten Display an, welche Waren in den Korb gelegt wurden. Gleichzeitig berechnen sie, wie viel die Artikel kosten, machen Einkaufsvorschläge und empfehlen passende Aktionsprodukte. Die Betreiber des Smart Store testen so u.a., wie RFID das Einkaufserlebnis verändert und das Kundenverhalten beeinflusst.

Anwendungen im grösseren Rahmen beschränken sich derzeit auf die Optimierung der Warenwirtschaft. Ab Ende 2005 plant die Metro, Smart Chips zur Kennzeichnung von Paletten und Kartons einzuführen. Doch bis sich die RFID-Technologie flächendeckend durchsetzt, dürften nach Meinung von Experten noch etwa zehn Jahre vergehen.

Aus Konsumentensicht muss das kein Nachteil sein, denn wie mit jeder neuen Technologie gehen mit RFID Chancen und Gefahren einher. So liegt es nahe, nicht nur Produktdaten, sondern auch Kundendaten mit firmeninternen IT-Systemen zu verknüpfen und auszuwerten, z.B. über Kundenkarten. Ein Bericht des US Government Accountability Office (GAO) warnt daher vor personenbezogenem Einsatz von RFID: Die Technologie ermöglicht es nämlich, Bewegungen einzelner Personen zu erfassen oder sehr einfach ein Profil ihrer individuellen Gewohnheiten und Vorlieben zu erstellen.

Diese neue Dimension des «gläsernen Kunden» ruft die Datenschützer auf den Plan. Sie befürchten den Verlust der informationellen Selbstbestimmung, denn die einzelne Person verliert durch die «versteckten» Sender den Einfluss darauf, welche Informationen preisgegeben werden. Für im Supermarkt eingekaufte Waren, die statt EAN-Strichcodes zukünftig mit RFID-Transpondern (so genannten «Tags») ausgestattet sind, bestünde eine Lösung darin, RFID- Markierungen nach dem Kauf zu zerstören oder zu entfernen, ähnlich wie es heute schon mit Diebstahlsicherungen praktiziert wird.

Vorwürfen in Richtung Verletzung des Datenschutzes versucht man auf Handelsseite schon jetzt vorzubeugen. So wurden von der internationalen Organisation EPCglobal, der auch die Metro Group angehört, Richtlinien für die Verwendung von RFID im Kontakt mit dem Kunden entwickelt. Dabei verpflichten sich die Mitglieder freiwillig zu folgenden Regeln:

· Sie informieren ihre Kunden darüber, wo und weshalb RFID eingesetzt wird.

· Die Kunden erhalten die Möglichkeit, den Elektronischen Produktcode (EPC) zu entfernen, auszuschalten oder unbrauchbar zu machen.

· Die Kunden werden über die Funktionsweise und Vorteile von RFID aufgeklärt.

· Die Unternehmen veröffentlichen auf ihren Websites und in Informationsbroschüren ihre Haltung zum Datenschutz.

Das Misstrauen der Konsumenten vermögen die RFID-Verfechter dennoch nicht auszuräumen, und auch offizielle Stellen tragen den negativen Seiten der Technologie Rechnung. So hat die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in einer Studie mit dem Titel «RFID - alles sicher?» Informationen zur Gefährdungslage und zu Sicherheitsmassnahmen zusammengetragen. Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ähnliche Studien verfasst.

Systeme verteuern

Einig sind sich die Experten darin, dass die Bedrohung für Konsumenten im Vergleich zu technischen Problemem beim Betrieb von RFID-Systemen derzeit gering ist. Anders wird es jedoch aussehen, wenn RFID-Technologien flächendeckend zum Einsatz kommen. Erforderliche Sicherheitsvorkehrungen zum Konsumentenschutz werden auch die Systeme an sich verteuern, wenn nicht Transponder und Lesegeräte in hohen Stückzahlen produziert werden. Eines steht heute schon fest: Konsumentinnen und Konsumenten werden nicht bereit sein, für einen sicheren Daten-Chip am Jogurt-Becher 50 Rp. mehr auszulegen.



Radiofrequenz-

Identifikation

Perspektiven in der Absatzkette

RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation, eine Technologie zur berührungslosen Übertragung von Daten. Sie eröffnet vielfältige Perspektiven für Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung und sie spiegelt den Trend zu «Ubiquitous Computing». Doch auch für die Prozesse zwischen Industrie und Handel und alle möglichen Transaktionen am POS tun sich neue Möglichkeiten auf: Physische Produkte können sich erstmals ohne manuelle Datenerfassung oder Scanner mit IT-Informationssystemen verbinden. Kern der RFID-Technologie sind Smart-Chips mit integrierter Antenne. Diese beinhalten detaillierte Informationen, die in verschlüsselter Form als Nummernfolge gespeichert sind.

Die Chips können auf Produkten, Etiketten oder auch Paletten angebracht werden. RFID-Lesegeräte ermöglichen es, über Radiofrequenzwellen Daten vom Smart-Chip in IT-Systeme zu übertragen. Für den Datentransfer braucht es weder Berührungs- noch Sichtkontakt zwischen Lesegerät und Chip. So werden z.B. bei Anlieferung einer Warenpalette alle Informationen zum Produkt via RFID automatisch erfasst. Daten wie Herstellername, Preis oder Mindesthaltbarkeitsdatum können unmittelbar ins Warenwirtschaftssystem eingespeist, mit vorhandenen Daten abgeglichen und weiterverarbeitet werden. (gv)


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© Neue Luzerner Zeitung; 01.09.2005; Seite 19

Urner Zeitung Kanton

SP Uri

Vorbehalte bei den Strahlen

Während die Notwendigkeit eines neuen Sicherheitsfunknetzes unbestritten war, gab es doch Vorbehalte in Bezug auf erhöhte Strahlung. Anderseits zeigte das Unwetter, wie wichtig ein umfassendes Funknetz ist, wenn die Verbindungen des Festnetzes zusammenbrechen. Alternativen gebe es wenige, meinte Katrin Möhl, und so seien die dem Kanton verbleibenden 6 Millionen von insgesamt 15 Millionen trotzdem die beste Lösung. Viktor Nager betonte, dass man am Detail nicht das Ganze aufhängen dürfe. Zu reden gaben noch die hohen Kosten für Projektbegleitung und die jährlichen Unterhaltskosten von rund 360 000 Franken. Zumindest müsste beim Unterhalt der Kanton zum Zuge kommen, war die allgemeine Meinung.

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© St. Galler Tagblatt; 01.09.2005

Uzwil

Wiler Zeitung / Volksfreund

Höhenbeschränkung für Antennen

Gemeinderat nimmt sich des Themas Mobilfunk an

Oberuzwil. Der Oberuzwiler Gemeinderat hat eine Höhenbeschränkung für Anlagen im Baugebiet erlassen. Damit kann er bis zu einer gewissen Grössenordnung indirekt Mobilfunkantennen verbieten.

«Mit diesem Beschluss drückt der Gemeinderat Oberuzwil auf eine rechtlich legale Art und Weise seine Besorgnis gegenüber den gesundheitlichen Folgen von Antennen im Dorfzentrum aus», heissts in einer Pressemitteilung.

Rechtlich komplex

Das Bewilligungsverfahren für Mobilfunkantennen ist eine rechtlich komplexe Angelegenheit. Die für das Verfahren zuständige Baukommission der Gemeinde Oberuzwil hat sich grundsätzlich an die vom Bundesrat erlassene Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) zu halten. Die Ablehnung eines Baugesuches aus politischen Gründen ist nicht zulässig. Der Gemeinderat hat nun eine Möglichkeit gefunden, den Antennenbau in einem gewissen Rahmen indirekt einzuschränken.

Änderung des Baureglements

Der Gemeinderat Oberuzwil hat nach dem Muster der Stadt Wil einige neue Artikel ins Baureglement eingefügt, welche die Höhe für Anlagen im Baugebiet beschränken. Antennen können neu noch maximal so hoch gebaut werden wie ein Haus in der gleichen Zone. Es wird den Betreibern von Mobilfunkantennen also verunmöglicht, weiterhin auf Dächern von Mehrfamilienhäusern hohe Antennen aufzustellen.

Planungszone erlassen

Bis das komplexe Rechtsverfahren zur Änderung des Baureglementes abgeschlossen ist (das heisst, bis der II. Nachtrag zum Baureglement rechtskräftig ist), hat der Gemeinderat eine so genannte Planungszone für das ganze Baugebiet erlassen. Diese bewirkt, dass bis zur ordentlichen Anwendung der neuen Bestimmungen im Baureglement keine Antennen in der Bauzone aufgestellt werden dürfen, sofern sie nicht die Höhenbeschränkung der neuen Regelung einhalten.

Rechtsverfahren

Mit diesem Vorgehen können laut Gemeinderat auch künftig Mobilfunkantennen nicht gänzlich verhindert werden. Es handelt sich um eine Höhenbeschränkung in der Bauzone. Das aktuelle Baugesuch der Orange Communications SA kann aber vorerst nicht weiterbearbeitet werden, bis das Rechtsverfahren abgeschlossen ist. Vorbehalten bleibt in jedem Fall die Rechtskraft des Reglementes, welches dem öffentlichen Auflage- und Einspracheverfahren sowie später dem fakultativen Referendum und anschliessend der kantonalen Genehmigung durch das Baudepartement untersteht.

Gewagter Entscheid

«Der Gemeinderat nimmt mit diesem Vorgehen die Bürgerschaft von Oberuzwil ernst», heissts in der Pressemitteilung weiter. Er nutze den Handlungsspielraum, der mit der Baureglementsänderung im legalen Bereich vorhanden ist. Die Baukommission muss somit für die 660 Einsprecherinnen und Einsprecher keinen negativen Entscheid fällen, da die Rechtslage aufgrund der NISV ohne die Baureglementsänderung unmissverständlich ist.

Der Gemeinderat unternehme einen grossen Schritt, wenn er eine Höhenbeschränkung für Anlagen erlässt: «Dies ist ein gewagter Entscheid, der aber mit sämtlichen Konsequenzen durchgezogen wird.»

Bericht bestellen

Der II. Nachtrag zum Baureglement und der Beschluss zur Planungszone liegen zusammen mit einem ausführlichen erläuternden Bericht vom Dienstag, 6. September, bis Mittwoch, 5. Oktober, im Gemeindehaus Oberuzwil zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Innerhalb der Auflagefrist kann schriftlich und begründet - mit einem Antrag versehen - gegen den II. Nachtrag zum Baureglement sowie gegen den Erlass der Planungszone beim Gemeinderat Oberuzwil Einsprache erhoben werden. Einsprache kann erheben, wer ein schutzwürdiges Interesse darzutun vermag. (gk.)

Der erläuternde Bericht kann auf der Gemeinderatskanzlei oder bei der Bauverwaltung im Oberuzwiler Gemeindehaus bezogen, im Internet unter www.oberuzwil.ch heruntergeladen oder bestellt werden (Telefon 071 955 77 37; E-Mail: bauverwaltung@oberuzwil.ch).

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© 24 heures Région Lausannoise; 31.08.2005; page 23

Lausanne

VERS-CHEZ-LES-BLANC Pas de mauvaises ondes chez Roland Ostermann.

Pas d'antenne chez l'élu Vert !

L'opérateur de téléphonie mobile Sunrise confirme étudier d'autres alternatives, toujours au hameau, pour implanter son mât métallique de vingt mètres de haut. La mise à l'enquête publique, lancée début juin, avait mobilisé une bonne partie de la population contre le conseiller communal Vert Roland Ostemann, qui avait accepté d'accueillir l'antenne dans son jardin. Ce dernier se refuse à tout commentaire aujourd'hui.

Dans ce hameau des hauts de Lausanne, cela avait été la saga du début de l'été: Sunrise souhaitait implanter une antenne GSM / UMTS à Vers-chez-les-Blanc, dans le jardin de Roland Ostermann, conseiller communal Vert depuis vingt-deux ans. Avec sa bénédiction.

Après une mobilisation quasi générale des habitants stupéfaits, une séance d'information houleuse et quelques mois de réflexion, c'est le silence radio qui plane aujourd'hui, tant chez l'élu Vert que chez l'opérateur. Et cela malgré l'information qui filtre déjà: Sunrise, qui voudrait sortir Roland Ostermann de ce mauvais pas, cherche d'autres emplacements. « Je ne commente pas les rumeurs ... Ce que je peux dire, c'est que nous sommes en contact avec différences instances cantonales et communales. Nous avons bon espoir de trouver une issue favorable et élégante. Si possible dans la discrétion ... », confirme à mi-mot Mathieu Janin, porte-parole de Sunrise. Contacté, Roland Ostermann ne souhaite apporter aucun commentaire.

Rarement le projet d'implantation d'une antenne de téléphonie mobile n'aura suscité autant d'émotions. « En tout cas jamais à ce niveau-là. Je vous rappelle quand même qu'il y avait eu des menaces de mort proférées contre Roland Ostermann. Les querelles de voisinage ont visiblement pris le dessus sur la téléphonie mobile. Roland Ostermann aurait projeté de construire un sauna dans son jardin, cela aurait été pareil. Il y avait clairement un problème de personne », estime Mathieu Janin. Les menaces de mort étaient parvenues au couple Ostermann par courrier anonyme. « Il était écrit qu'on allait s'en prendre à mes enfants en leur injectant le virus du sida et qu'on allait crever les yeux de ma femme », avait confié Roland Ostermann. Au plus fort de la tourmente, ce dernier envisageait même de déménager si le climat ne se détendait pas.

Entre deux arbres

C'est dans son jardin, entre deux arbres de quinze mètres, que Roland Ostermann avait accepté que soit érigé le mât de Sunrise, de vingt mètres de haut. « Pour le bien de l'intérêt public », légitimait alors le conseiller communal écologiste. Tout cela pour un loyer de 540 francs par mois, payé par l'opérateur. Un jeu qui n'en valait visiblement pas la chandelle. D'ailleurs Roland Ostermann lui-même le sentait bien, présageant déjà en juin de l'issue de l'affaire: « Je ne veux pas de ce climat houleux. S'il faut revenir sur ma décision, je le ferai. Mais cette antenne, il faudra bien la mettre à quelque part. » Ce que confirme Sunrise aujourd'hui: « Nous avons toujours la volonté de combler le trou de la couverture à Verschez-les-Blanc, pour les gens qui transitent par les axes routiers importants, et pour la population locale. » Alors ? Quelles alternatives au jardin de Roland Ostermann ? Quel calendrier s'est fixé Sunrise ? « Comme en diplomatie, il n'y a jamais de délai précis », lâche Mathieu Janin.

LAURENT ANTONOFF

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