Elektrosensibilität und Komplementärmedizin

Elisabeth Buchs

Elektrosensibilität und Komplementärmedizin

Beitrag von Elisabeth Buchs » 12. September 2005 10:52

Die Kollegiale Instanz der Komplementärmedizin (KIKOM) der Universität Bern hat im Auftrag des BUWAL bei Schweizer Ärztinnen und Ärzten mit komplementärmedizinischem Angebot eine Fragebogenerhebung zum Thema Elektrosensibilität durchgeführt. Hauptziele der Studie sind:
die Erfassung, wie stark das Thema Elektrosensibilität bei den Komplementärmedizinern ein Thema ist, sowie
die Erhebung der angewendeten komplementärmedizinischen Diagnostik und Therapiemethoden

Resultate der Befragung:
In 71% der antwortenden Praxen ist schon der Verdacht aufgetaucht, dass die Exposition nichtionisierender Strahlung im Niedrigdosisbereich eine mögliche Ursache der Gesundheitsprobleme der Patienten ist.
Dieser Verdacht wurde dreimal häufiger von den Komplementärmedizinern als von den Patienten genannt.
Die durchgeführte Umfrage ergab, dass vorwiegend die komplementärmedizinisch erweiterte Anamnese als Diagnostikmethode den Verdacht erhärtet.
Die Vermeidung der Exposition ist eine der am häufigsten angewendeten Therapiemethoden der Komplementärmediziner, um die Gesundheits- oder Befindlichkeitsprobleme der Patienten zu lindern. Von den Komplementärmedizinern mit Erfahrung in der Therapie von Elektrosensibilität setzen 69% auf Expositionsprophylaxe, teilweise unterstützt durch komplementärmedizinische Therapieverfahren.

Aus dem vorliegenden Bericht ist klar zu entnehmen, dass Elektrosensibilität auch in den komplementärmedizinischen Praxen ein aktuelles Thema ist und die verwendeten Diagnostik- und Therapieverfahren sich mit der klassischen Schulmedizin in mancherlei Hinsicht decken.

Den 29-seitigen Text dazu findet man unter: http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/f ... index.html

Diese Studie war das Resultat des vom Nationalrat am 4. März 2002 überwiesene Postulats von Nationalrätin Wyss, bei der künftigen wissenschaftlichen Untersuchung der gesundheitlichen Auswirkungen von nichtionisierender Strahlung seien die Erfahrungen der Komplementärmedizin einzubeziehen. Wer uns im Parlament vor allem hilft ist gemäss Angaben von Pia Hollenstein sie selber, Frau Ursula Wyss und noch eine weitere CVP-Frau (Name vergessen), auch vom Buwal erhalten wir eine gewisse Unterstützung.

Kommentar: Wir Elektrosensiblen können zunehmend nur noch von ewiggestrigen Elektrosmog-Leugnern abgestritten werden. Es gibt uns! Wir sollten vermehrt an die Oeffentlichkeit gehen und offensiver werden. Viel zu lange haben wir uns versteckt, weil es elektrosmogverursachenden Kreisen gelungen ist, uns in die psychische Ecke zu stellen.

Laut der kürzlichen Umfrage von Röösli et al 2005 gibt es 53 % Besorgte und 5 % Elektrosmog-Betroffene. Das ist eine Mehrheit, wenn wir uns zusammenschliessen können wir einiges bewirken um die durchgeknallte Aufrüsterei zu stoppen.

Vermeidung der Exposition sei eine der am häufigsten angewendeten Therapiemethoden. Wie kann man das in Zukunft schaffen, wenn unser letzter relativ unbelasteter Lebensraum immer mehr "zugemastet" wird? Unser Recht auf Leben ist grundlegender als das Recht gelangweilter Zeitgenossen auf ihr seichtes Vergnügen z.B. per UMTS-Handys die Fussball-WM 2006 ansehen zu können.

Als therapeutische Massnahmen sind neben Expositionsprophylaxe auch Biosresonanz, Homöopathie, Neuraltherapie, Akupunktur, Anthroposophische Medizin und Phythotherapie erwähnt, teilweise von Herrn Couchepin nicht mehr als Grundversicherungsleistung drin. Was noch interessant wäre, ob es überhaupt Elektrosensible gibt, die durch diese Massnahmen ihre Beschwerden haben reduzieren können.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs