Falschaussagen aus St. Gallen keine Ausnahme

Evi

Falschaussagen aus St. Gallen keine Ausnahme

Beitrag von Evi » 22. November 2005 12:53

Ich habe die erwähnte Sendung "Puls" nicht selbst gesehen, aber in St. Gallen scheint man sich über die angebliche Unschädlichkeit von elektromagnetischer Strahlung für die Gesundheit ganz allgemein einig zu sein. Ich erinnere mich an eine andere Sendung Puls vom 2.12.02 (!). Dort hat Dr. Hildebrandt, Chefarzt der Neurologischen Klinik St. Gallen eine ähnlich falsche und verhängnisvolle Aussage gemacht, als er eine neue Operationsmethode für Hirntumore vorstellte.

Auf die Frage der Moderatorin, ob Handytelefonieren ein Risiko für Hirntumore sei, antwortete er damals mit „nein“. Doppelt verhängnisvoll, denn noch Verunsicherte glauben, was ihnen so eine Kapazität sagt.

In der Zwischenzeit haben wir genügend Berichte darüber, dass Handytelefonieren sehr wohl die Ursache für Hirntumore sein kann, auf jeden Fall aber sehr schädlich für Kinder.

Dennoch werden uninformierte Eltern Kindern auch dieses Jahr zu Weihnachten wieder ein Handy schenken. Diese werden sich dieses Spielzeug ans Ohr halten und die schädigende scharf gepulste Strahlung wird durch die noch dünne Schädeldecke wie ein Schlagbohrer tief ins Gehirn eindringen.

Der Kopf des Kindes ist kleiner und das Nervensystem noch nicht voll ausgebildet. Prof. Leif Salford, Forscher der Lund-Universität Schweden, hat ausserdem bewiesen (Versuch reproduziert!), dass sich schon nach wenigen Minuten eines Handy-Telefonats die Blut-Hirn-Schranke öffnet und giftige Eiweissverbindungen ins Gehirn eindringen. Meldungen über die dramatische Zunahme von Hirn- und Augentumoren und Studienergebnisse namhafter Forscher liegen vor. Wieso sind diese den hiesigen Ärzten nicht bekannt und sie fahren fort, den Menschen total falsche Auskünfte zu geben? Keiner würde ein eingeschaltetes Handy an die Platine seines Computers halten, die Folgen wären verheerend.

Aber der Mensch hält sich diese Ding ans Ohr, lässt es sogar Kinder tun. Wir reden in ein paar weiteren Jahren darüber, denn was jetzt geschieht, ist bloss die Spitze des Eisbergs. Und zuletzt: Wer redet immer von Eigenverantwortung und Prävention? Und wieso laufen die Gesundheitskosten aus dem Ruder? Herr Couchepin sollte sich die Sache auch einmal unter diesem Aspekt ansehen, dann würden seine Verordnungen und Änderungen im Gesundheitswesen vielleicht etwas anders aussehen als jene, die derzeit aus seiner Küche kommen.

Evi