© St. Galler Tagblatt; 20.12.2005; Seite 35
TG-Arbon
05-TG Thurgau
Licht in den «Strahlendschungel»
Mobilfunkantennen schiessen wie Pilze aus dem Boden: Parlamentarischer Vorstoss ruft nach Transparenz
In Arbon West hat Sunrise die Bewilligung für eine neue Mobilfunkantenne in der Tasche. Beim Bahnhof ist eine weitere Anlage geplant. Der Kanton soll bald einen Rechtsstreit in den Roggwiler Wiesen entscheiden: Wie viel Strahlung verträgt die Region?
max eichenberger
Klärungsbedarf und Einsprachen gab und gibt es in den Nachbargemeinden Horn und Roggwil, wo Antennen-Projekte auf Widerstand im Volk und bei Anstössern gestossen sind. Das Strahlenrisiko erhebt jetzt auch SP-Parlamentarierin Erica Willi in Arbon zum Thema. Ihren Vorstoss haben 18 Volksvertreter unterzeichnet.
Nahe beieinander
Veranlasst, eine Interpellation einzureichen, hat Erica Willi die Bewilligung einer weiteren Mobilfunkanlage in Arbon West durch den Stadtrat. Ende Oktober hatte die Behörde ein Gesuch der Sunrise/TDS Schweiz AG bewilligt. Sunrise will an der Industriestrasse 24, auf dem Areal der Arbonia-Forster AG, eine neue Mobilfunkantennenanlage errichten.
Vor zwei Jahren erst wurde Sunrise zugestanden, die Anlage an der Zelgstrasse 2 – ebenfalls auf einer AFG-Parzelle – auszubauen. Gleichzeitig wurde dort Orange eine neue Anlage bewilligt. Die beiden Standorte liegen wenige hundert Meter auseinander.
Grundversorgung abgedeckt
Erica Willi zufolge ist das «Netz längst ausgebaut». Es verfüge über genügend Kapazitäten, um den Grundbedarf der Mobiltelefonie/SMS abzudecken. Was darüber hinausgeht, ist nach Willi vom Nutzen her weniger relevant. Mit rein kommerziellen Interessen der Betreiber argumentierte auch das Aktionskomitee, das sich gegen eine Grossantenne in den Roggwiler Wiesen gewehrt hat.
Die Interpellantin sorgt sich einerseits um die Jugend, die von den Mobilanbietern umgarnt wird. «Betreibergesellschaften wollen junge Menschen mit aggressiver Werbung dazu bringen, viele Fotos und Videos zu verschicken sowie Live-TV zu konsumieren.» Neue Angebote strapazierten Familienbudgets und erforderten hohe Netzkapazitäten.
Vor allem aber ist Erica Willi die Strahlung ein Dorn im Auge. «Diese ist mittlerweile so stark gewachsen, dass dickste Betonmauern durchdrungen werden.» Es sei «ausreichend belegt, dass die NIS (nichtionisierende Strahlung) der Mobilfunkantennen besonders gesundheitsschädlich ist».
Transparenz schaffen
Als das Sunrise-Gesuch öffentlich auflag, wollte sich die SP-Parlamentarierin bei der Bauverwaltung nach den Bewilligungsgrundsätzen und dem Antennennetz in der Region Arbon erkundigen: «Ich wollte mir einen Überblick verschaffen und bin dann erschrocken, als man mir darüber keine Auskunft geben konnte.»
Jetzt will sie Transparenz erwirken: «Ich bin nicht gegen alles. Ich meine aber, dass wir gut versorgt sind.» Und sie habe – bei den gesundheitlichen Risiken – wirklich grosse Mühe damit, wenn Bedürfnisse künstlich geschaffen würden. Der Stadtrat solle zumindest ein Instrument zu Hand haben, um die Entwicklung in Bahnen zu lenken. «Ich frage mich, ob die Antennendichte und damit die Strahlung in einzelnen Quartieren nicht schon zu gross ist.» Hier wolle sie Aufschluss. Schliesslich interessiert Erica Willi auch, ob die mit den Gesuchen eingegebenen Strahlungsberechnungen nachher auch überprüft werden.
Devise heute: Dezentral
Bei der Bauverwaltung weist man generell darauf hin, dass vom Kanton vorgängig der Bewilligung durch den Stadtrat grünes Licht für das neue Antennen-Projekt erteilt worden sei. Die Vorgaben der Belastungsgrenzwerte seien erfüllt. Die Devise, so Bruno Grimm, sei zudem: dezentrale Standorte statt Bündelung und konzentrierte Belastung an einem Ort.
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© Die Südostschweiz; 19.12.2005
Region Glarus
Ausgabe Glarus Gaster/See
TV-Umrüstung für Glarus Süd
Fernsehsender der italienischen und welschen Schweiz kommen digital zurück
Mit neuer Technik wird bald im Hinterland und Sernftal wieder alles im Sinne des Service public ausgestrahlt. Neue digitale Fernsehantennen in Linthal, Haslen und Engi sollen dafür sorgen.
· von claudia kock marti
Demnächst wird man also auch im Hinterland und Sernftal alle Schweizer Landessender ohne grosse Satellitenschüsseln empfangen können. Damit kehren diese Regionen also mit neuen Mitteln zu den guten alten Zeiten zurück. Neben dem noch eine Zeit lang weitergeführten analogen Fernsehempfang werden sie auf digital umgestellt.
Dies ergab die Nachfrage, was hinter den am Donnerstag im Amtsblatt ausgeschriebenen Baugesuchen für die Erweiterungen der bestehenden Anlagen oder Antennen mit digitalem Fernsehen in Haslen, Linthal und Engi steckt (aus dem Hinterländer Fernsehverband wurde jüngst bereits darüber berichtet).
Profitieren davon sollten jene, die heute noch via Haus- oder Zimmerantenne Fernseh schauen. Typische Nutzniesser sind laut Stefan Widmer, Leiter Distribution Radio von der SRG Idée Suisse, Zweitempfänger oder diejenigen, die kleine, tragbare TV-Geräte benutzen, oder auch solche, die im Auto einen Fernseher haben.
Digitales Zeitalter kommt
Idée Suisse kommt mit der Umrüstung auf den digitalen Empfang DVB-T ihrem Versorgungsauftrag nach. Auf Druck von Bern, genauer des Uvek (Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) werde dieser durch die Swisscom Broadcast AG im Glarnerland mit seiner Insellage schneller als eigentlich vorgesehen eingerichtet, so Widmer weiter.
Die ominöse Abkürzung DVB-T steht für Digital Video Broadcasting-Terrestrial und kennzeichnet das im Unterschied zum Kabel oder Satelliten über Antenne ausgestrahlte digitale Fernsehen. Ab Januar sollen laut Ausbauplan der Schweizer Fernsehgesellschaft via DVB-T die beiden deutschsprachigen Sender SF1 und SF2 sowie das Welsche und Tessiner Programm im Glarnerland empfangen werden können.
Decoder oder Tuner nötig
Für den Empfang von DVB-T benötige es lediglich das entsprechende Decodergerät, heisst es wörtlich auf der entsprechenden Website des Fernsehens. Mit der so genannten Set-Top-Box können die digitalen Signale auf den alten, analogen Fernseher übertragen werden. Laut Auskunft eines Glarner Fachhändlers kostet ein solches Decodiergerät rund 200 Franken. Oder es braucht ein neueres Fernsehgerät, das mit eingebautem Tuner für DVB-T ausgerüstet ist.
Der analoge Empfang ist ein Auslaufmodell. Rund zwei Jahre nach Installation der digitalen Sendeanlagen werde die analoge Übertragung von der SRG abgeschaltet, erklärt der Fachmann der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft weiter. Das heisst: Die heute nur Analog-Gucker werden noch nicht sofort in die Röhre schauen. Und laut kürzlichem Beschluss des Glarner Fernsehverbandes Grosstal-Sernftal ist auch der analoge Empfang von ORF1, ORF2, ARD und ZDF, der nicht zum Auftrag von Idée Suisse gehört, zumindest noch bis 31. Dezember 2007 gesichert.
Im 2002 war die Überraschung für manche Hinterländer und Sernftaler gross gewesen. Wer TV über eine Haus- oder Zimmerantenne empfing, bekam beim Switchen auf die beiden anderen Landessender nur noch eine schwarze Mattscheibe zu sehen. Denn Letztere waren auf Satellitenempfang umgestellt worden. Wer mehr sehen wollte, dem wurde somit ebenfalls die Umstellung auf Satellit empfohlen. Den Satelliten-Empfang bietet das Schweizer Fernsehen übrigens bereits seit 1997 an.
«Kleine Antennen»
Laut Peter Zopfi vom zuständigen kantonalen Amt für Umweltschutz handelt es sich bei den im Amtsblatt ausgeschriebenen drei Antennen um kleine Anlagen. Bezüglich Strahlung lägen alle drei deutlich unterhalb der zulässigen Werte für nichtionisierende Strahlung. Die Strahlungsdaten für das digitale Fernsehen werden indes separat von zum Teil bereits vorhandenen Mobilfunkanlagen beurteilt.
Siehe auch www.broadcast.ch.
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© 24 heures Régon Riviera Chablais; 19.12.2005; page 20
Riviera
Blonay Installation de téléphonie mobile dans le donjon du château.
Les opposants montent au créneau
Alors que la mise en consultation publique se terminait hier, une cinquantaine de citoyens blonaysans et saint-légerins avaient déjà déposé des oppositions au projet d’installation d’une antenne mobile dans le donjon du château de Blonay.
Boillat
Alors que la mise en consultation publique se terminait hier, une cinquantaine de citoyens blonaysans et saint-légerins avaient déjà déposé des oppositions au projet d’installation d’une antenne mobile dans le donjon du château de Blonay.
La contestation née il y a deux mois du projet d’antenne de téléphonie mobile à Saint-Légier fait des vagues à quelques hectomètres de là. Au château de Blonay plus précisément où nombre d’opposants tyalos se sont virtuellement postés sur le chemin de ronde pour combattre un projet équivalent dans le donjon du monument classé. Hier, ils étaient déjà plus de cinquante à avoir formulé une opposition ferme, individuelle ou collective.
Le caractère protégé de l’antique bâtisse, la complexité qui préside à l’installation de l’antenne mobile sont deux arguments défendus par les assaillants. Mais c’est surtout le principe de précaution, compte tenu du manque d’informations scientifiques quant aux possibles et futures nuisances sur l’homme, qui a mobilisé les troupes contre ce projet. Un opposant rappelle notamment qu’en France, une antenne a dû être démantelée car des cas de cancers auraient pu lui être imputés.
Estimant que trop de personnes (locatifs, garderie, classes enfantines de Blonay) vivent ou passent une partie de la journée à moins de 300 m du donjon du château, qui abritera l’antenne, d’autres opposants demandent que le projet soit abandonné.
La bataille s’annonce âpre quand bien même la cause s’annonce presque perdue d’avance. Si certaines Municipalités ont refusé d’accorder des permis de construire, une ordonnance du Tribunal fédéral donne en effet toujours raison aux opérateurs désireux d’installer des antennes de téléphonie mobile. C. Bo.
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© Die Südostschweiz; 17.12.2005
Front Gaster/See
Ausgabe Glarus Gaster/See
Antennen als Frage des Glaubens
Rund ums Mobilfunkantennen-Thema in Rapperswil und Jona zeigt sich: Die Ablehnung oder Befürwortung von Mobilfunkanlagen ist eine Glaubensfrage.
sis.- Kurz nach der eingereichten Petition gegen Mobilfunkantennen-Wildwuchs gehen in Rapperswil zwei weitere Antennenanlagen in Betrieb: zwei UMTS-Antennen der Sunrise TDC, die seit 1. Dezember nun ebenfalls die Konzession für diese Technologie nutzen darf. Während Gegner vor der Gesundheitsschädigung durch Antennenanlagen warnen, berufen sich Befürworter auf vorhandene strenge Grenzwerte und sprechen von ungefährlicher Abstrahlung der Anlagen.
Manfred Specker, Umweltbeauftragter von Sunrise, weist zum Beispiel darauf hin, dass UMTS-Antennenanlagen beim Verbindungsaufbau nur noch ein Zehntel der Abstrahlungswerte der bisherigen GSM- Antennen aufweisen. Das sei eben der Technologiefortschritt.
Diese dritte Generation der Mobilfunktechnologie erbringe mit weniger Kraft mehr Leistung. Wegen der kleineren Funknetzzellen brauche es bei UMTS jedoch mehr Standorte als bei GSM. Wobei viele bisherige GSM-Stationen umgerüstet werden könnten. Die zwei neuen Anlagen in Rapperswil seien für beide Technologien nutzbar.
Gemäss Specker hat Sunrise in Rapperswil und Jona zurzeit zwei von fünf möglichen Antennen in Betrieb. Weitere sollen folgen.
© Die Südostschweiz; 17.12.2005
Region Gaster/See
Ausgabe Glarus Gaster/See
Nun sinds 17 statt 15 Antennen
In Rapperswil und Jona treten zwei weitere Mobilfunkanlagen in Funktion
Die Petition gegen noch mehr Mobilfunkantennen führte in Rapperswil und Jona zu keiner Denkpause: Eine der zwei kürzlich bewilligten UMTS- Antennen wurde bereits in Betrieb genommen, die zweite wird folgen.
· von sibylle speiser
«In mir ist eine riesengrosse Enttäuschung», sagt Hans Tobler, Präsident UGS Jona-Rapperswil. Der Anlass: Ganz in der Nähe seines Wohndomizils wurde am Montag eine weitere UMTS-Antenne in Rapperswil aufgestellt und gestern in Betrieb genommen, jene auf dem Dach der Weidmann Infra AG an der Neuen Jonastrasse 60. Für diese Antenne der Sunrise TDC war vor rund einem Monat die Baubewilligung erteilt worden, wie auch für eine weitere UMTS-Antenne der Mobilfunkbetreiberin auf dem Dach der Graf & Cie. AG an der Bildaustrasse 6.
Tobler, wie auch die anderen Petitionärinnen und Petitionäre, die im November an die 130 Unterschriften gegen Funkantennen-Wildwuchs in Rapperswil und Jona einreichten, hatten sich eine Denkpause erhofft. Sie erwarteten sich sogar ein eventuelles Wiederaufrollen des Baubewilligungsverfahrens, da mit der schriftlichen Benachrichtung der Bevölkerung im Umkreis von 30 Metern ihrer Meinung nach ein zu enger Betroffenheits-Radius um den Antennenstandort gezogen wird. Deshalb sollten bei den zwei neuen Antennenstandorten nicht nur Rapperswiler, sondern auch Joner Anwohner einspracheberechtigt sein, sind sie überzeugt.
Rechtlich alles bestens
Doch mit den vor etwa einem Monat erteilten Baubewilligungen in Rapperswil ist rechtlich alles in bester Ordnung. Artikel 82 des Baugesetzes schreibe vor, dass bei Bauvorhaben in der Grösse von Natelfunkantennen Nachbarn im Umkreis von 30 Metern schriftlich benachrichtigt werden, so Reto Klotz, Bauamtsleiter Rapperswil.
Petitionäre hatten sich auch noch daran gestossen, dass die öffentliche Auflage nur im Anschlagkasten erfolgte. Aber auch das ist korrekt. Die Ausschreibung im Amtsblatt sei gemäss besagtem Baugesetzartikel grösseren Bau- und Umzonungprojekten vorbehalten, so Klotz. Bewirken habe die Petition in Sachen der zwei weiteren Antennen (in Jona und Rapperswil stehen bereits 15) nichts können, hält Klotz fest. «Als die Petition eintraf, waren die Verfahren bereits abgeschlossen und die Bewilligungen erteilt.»
Wenn auch gesetzlich alles korrekt gelaufen ist, Tobler hätte sich einen unkonventionellen Weg vorstellen können, um eine Denkpause einzuschalten: «Die betroffenen Firmen Weidmann und Graf hätten vielleicht noch freiwillig auf die zur Verfügungstellung eines Antennenstandorts verzichten können.» Die Petitionärinnen und Petitionäre hätten die beiden Firmen diesbezüglich schriftlich auch angefragt, aber keine Antwort erhalten, und auch Gemeinde- und Stadtrat hätten bisher nicht reagiert, ergänzt Sophia Iten, Rapperswil, Landschaftsarchitektin und Initiantin der Petition.
Antennenanlage verhüllt
Iten war am Montagabend kurz vor Sonnenuntergang Zeugin des Antennenaufbaus auf der Weidmann Infra AG geworden. «Ich kam vorbei, um den bereits angebrachten Mast zu fotografieren. Da sah ich, dass die Antenne montiert wird.» Am nächsten Tag staunte sie. Denn die Antenne war nicht mehr zu sehen, sie war verhüllt worden. «So, dass sie jetzt aussieht wie ein Kamin auf dem Dach des Industriebaus.» Es sei eine gängige Praxis, Antennen, die auf Widerstand stossen könnten, zu tarnen, sagt Iten.
Anders tönt es von Seiten von Sunrise und der Wicor Holding, zu welcher die Weidmann Infra AG gehört. Liegenschafteneigentümer und baubewilligende Behörden wünschten hie und da aus ästhetischen Gründen ein anderes Erscheinungsbild der Antenne, erklärt Manfred Specker, Umweltbeauftragter bei Sunrise TDC. Die Antenne auf dem Weidmann-Dach sei mit einem glasfaserverstärkten Kunststoff überzogen worden. Franziska Tschudi, CEO der Wicor Holding, meint dazu: «Mit der Umhüllung wird die Antennenanlage zusätzlich vor wind- und wetterbedingtem Verschleiss geschützt. Ausserdem ist diese Objektgestaltung besser dem Gesamteindruck eines Industriegebäudes angepasst.»
«Keine Gefahr für die Umwelt»
Gemäss Specker wurde die Antennenanlage auf dem Weidmann-Gebäude gestern aufgeschaltet. Er selbst befand sich vor Ort, um im Auftrag der Firma vor und nach der Aufschaltung Messungen durchzuführen.
Von Seiten der Wicor Holding und der Graf & Cie. AG – auf dem Dach des letzteren Unternehmens wird die Antenne zurzeit montiert und in den nächsten Tagen aufgeschaltet – wird betont, dass der Antennenstandort nach bestem Wissen und Gewissen zur Verfügung gestellt worden sei. «Wir haben uns die Aufstellung der Anlage vor unserer Einwilligung gut überlegt», sagt zum Beispiel Tschudi. Sie weist auf sorgfältigsten Umgang mit dem Antennenprojekt hin.
So seien im Vertrag mit Sunrise alle Aspekte behandelt worden, die im Falle einer unsachgemässen Handhabung oder einer nachgewiesenen Gefährdung der Wicor Holding den Ausstieg aus dem Vertrag gestatten würden.
Tschudi verweist auch auf die strengen Vorschriften auf eidgenössischer Ebene. Diese Vorschriften zugunsten der Volksgesundheit seien schärfer als jene in den Nachbarländern und würden vom kantonalen Amt für Umweltschutz permanent überwacht. «Wir haben keine Veranlassung, daran zu zweifeln, dass die Ämter ihre Verantwortung wahrnehmen und die Mobilfunkfirma ihre Pflichten erfüllt.»
Sie weist auch darauf hin, dass die weltweit agierenden Weidmann Unternehmen dringend auf moderne Kommunikationsmittel angewiesen seien. Das System des mobilen Telefonierens bestehe nun aber nicht nur aus dem Handy, sondern auch aus den dazugehörenden Antennenanlagen.
Genauso sieht es Ralph Graf, CEO der Graf & Cie. AG. Er verweist überdies auf seine eigene funktechnische Ausbildung und hält fest. «Von Mobilfunkantennenanlagen geht in keiner Weise eine Umweltgefahr aus.»
Und Hans Tobler, wird er mit der Antenne in seiner Nachbarschaft leben lernen? Er werde handeln, sagt er: einerseits als Mitglied der entstehenden Ortsgruppe gegen Elektrosmog, andererseits werde er im Rahmen der UGS Druck ausüben und das Thema auch im Vorwahlkampf nutzen. Denn die lokalen Behörden müssten diesbezüglich Verantwortung übernehmen.
Stadt- und Gemeinderat befassen sich am Montag mit der Petition.
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© Mittelland Zeitung; 17.12.2005
Baden Tabloid
Wiki zahlt vorerst ein Jahr keinen Mietzins
würenlos Die Teilnehmer der Gemeindeversammlung befürworteten die Verlegung der Swisscom-Antenne.
Zu reden gaben bei den 263 Anwesenden (total Stimmberechtigte: 3627) vor allem zwei Traktanden: Das erste war der Verpflichtungskredit für die Verlegung der Swisscom-Antenne. Urs Gebistorf (FDP) erklärte, seine Partei verzichte aus Gründen der Uneinigkeit auf einen Antrag. Gebistorf selbst sprach sich gegen die Verlegung der Antenne aus. Die gleiche Meinung vertrat Bernhard Meier: Er stellte einen Rückweisungsantrag. Dieser wurde abgelehnt; die Stimmberechtigten sprachen sich mit grosser Mehrheit für den Antrag des Gemeinderates aus.
Ebenso spannend gestaltete sich die Diskussion um den Kostenbeitrag an den Verein Wiki (Würenloser Integrative Kinderbetreuungs-Institutionen): Nachdem im Vorfeld unter anderem die fehlende zeitliche Befristung im gemeinderätlichen Antrag kritisiert worden war, knüpfte die CVP ihre Zustimmung an folgende Bedingungen: Der Gemeinderat müsse im Verein Wiki ein Vorstandsmitglied stellen können, der Verein solle sich am Kinderhort-Pool der Region Baden beteiligen, und ausserdem sei auf Kinder aus Gemeinden, die sich nicht am Kinderhort-Pool beteiligen, ein Vollkostentarif anzuwenden.
STeuerfuss bleibt bei 99 Prozent
Gemeindeammann Verena Zehnder schlug vor, den gemeinderätlichen Antrag dahin gehend abzuändern, dass der Mietzinserlass auf ein Jahr beschränkt und der Gemeinderat mit der Ausarbeitung eines Leistungsvertrages beauftragt wird. Dieser soll in einem Jahr der Gmeind zur Abstimmung vorgelegt werden. Die Stimmberechtigten hiessen den Antrag in dieser Form mit grosser Mehrheit gut. Ebenfalls auf Anklang stiess der Voranschlag 2006 mit einem unveränderten Steuerfuss von 99 Prozent: Er passierte ohne Gegenstimme.
«Es macht keinen Sinn, etwas zu probieren, an dem andere schon gescheitert sind», sagte Vizeammann Johannes Gabi zur Initiative für eine Reglementierung der Antennen in der Zonenplanung. Der Gegenvorschlag des Gemeinderates sieht deshalb die Ausarbeitung von behördeverbindlichen Richtlinien vor; so sei dennoch eine gewisse Steuerung möglich, sagte Gabi. Ueli Huber sprach sich im Namen des Initiativkomitees für den gemeinderätlichen Gegenvorschlag aus. Der Gegenvorschlag stiess denn auch auf grosse Zustimmung: deutliche Mehrheit. Das Reglement wird voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft treten.
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