Mobilfunk-Problematik in Rapperswil und Jona aus verschieden

The Future's black

Mobilfunk-Problematik in Rapperswil und Jona aus verschieden

Beitrag von The Future's black » 23. Januar 2006 12:23

© Die Südostschweiz; 23.01.2006

Region Gaster/See

Ausgabe Glarus Gaster/See

«Das Ross falsch aufgezäumt»

Die Mobilfunk-Problematik in Rapperswil und Jona aus verschiedenen Perspektiven

Der Mobilfunk-Politik in Rapperswil und Jona wird Verständnis, aber auch Kritik entgegengebracht.

· von sibylle speiser

Mehr als zwei Monate nach Einreichen der Petition «für einen gesunden Umgang mit Mobilfunkantennen in Rapperswil und Jona» reagierten die Behörden kürzlich mit einer öffentlichen Stellungnahme (Ausgabe von Donnerstag). Sie machten klar, dass sie sich aus rechtlichen Gründen gegen ein Moratorium für Mobilfunkanlagen aussprechen. Unter anderem stellten sie aber auch in Aussicht, der Bevölkerung via Internetplattform zukünftig zum Thema «Mobilfunk und Gesundheit» Informationen anzubieten. Und sie werden Mobilfunkbetreibern nahelegen, bei weiteren geplanten Antennenanlagen den Behörden ein Versorgungskonzept vorzulegen.

Die «Südostschweiz» bat Mobilfunk-Kritikerinnen, -Kritiker und Ortsparteienangehörige, die genannten Punkte der amtlichen Stellungnahme aus ihrer ganz persönlichen Sicht zu kommentieren.

Dass Stadt- und Gemeinderat sich gegen ein Moratorium aussprechen, habe sie nicht gross erstaunt, sie habe diese Antwort erwartet, sagt Sophia Iten, Rapperswil, Initiantin der Petition und Gründerin der Ortsgruppe für einen sinnvollen Umgang mit Mobilfunk (Summ). Alles in allem finde sie es schade, dass das Anliegen von knapp 1300 Leuten (so viele hatten die Petition unterschrieben) nicht ernster genommen werde. Die Ideen, die Bevölkerung zur Thematik zu informieren und von Betreibern Versorgungskonzepte zu verlangen, findet sie hingegen gut. «Die Frage ist, wie diese Ideen umgesetzt werden und was aus ihnen gemacht wird», gibt Iten allerdings zu bedenken.

Enttäuscht

Die Ortsparteien SVP und UGS hatten die Mobilfunk-Petition eingereicht. Dementsprechend enttäuscht von der Antwort zeigt sich auch SVP-Präsident Raphael Weber. «Ich hätte mir mindestens ein Moratorium erwartet – und hinsichtlich der neuen Stadt von den Behörden mehr Mut.» Auch den Vorsatz, über Mobilfunk und Gesundheit zu informieren und von Betreibern Versorgungskonzepte zu verlangen, interpretiert Weber als eher «zaghaftes Verhalten der Behörden».

Mehr Verständnis bringt UGS-Präsident Hans Tobler Stadt- und Gemeinderat entgegen. Er sei von der Antwort «teilbefriedigt», meint er. Freude bereite ihm, dass zumindest auf öffentlichen Gebäuden keine Antennen zu stehen kämen. «Allerdings», hält er fest, «scheint für die Behörden Elektrosmog weniger eine Gefährdung als viel mehr eine politische Strömung zu sein.» Stadt- und Gemeinderat liessen spüren, dass sie sich hinter den vom Bund festgesetzten Strahlungsgrenzwerten für Mobilfunkanlagen auf der sicheren Seite wähnten.

Was das Nein zum Moratorium betrifft, hat Tobler Einsehen. «Wenn es gesetzlich nicht möglich ist, muss eine andere Lösung gesucht werden.» Die Bevölkerung zur Thematik zu informieren und den Wunsch, Versorgungskonzepte vorgelegt zu bekommen, bezeichnet Tobler als einen Schritt in die richtigte Richtung.

Türen offen gelassen

Auch Vertretende jener Parteien, die bisher zum Thema Mobilfunk geschwiegen haben, halten auf Anfrage mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Alle drei betonen, dass es sich dabei um ihren ganz persönlichen Kommentar handle und nicht etwa um einen Kommentar von Seiten ihrer Partei. SP-Präsidentin Elisabeth Bosshard attestiert den Behörden, dass sie in ihrer Antwort an die Petitionärinnen und Petitionäre Türen offen liessen und die Kritikerinnen und Kritiker sehr wohl ernst nähmen.

Den Informationskanal Internet für eine Orientierung der Bevölkerung über Mobilfunk und Gesundheit findet Bosshard weniger gut: «Nicht alle werden auf diesem Weg erreicht.» Sie würde aber auch die Wirksamkeit von Merkblättern bezweifeln. «Denn auch diese lesen nicht alle Leute.» Wer Infos zum Thema habe wolle, meint sie, bekäme diese – auch ohne Gemeinde-Plattform im Internet.

CVP-Präsident Stefan Schmidmajer schaut die Sache mit den Antennen anders an. «Je mehr Antennen stehen, desto mehr könnte bei jeder Antenne mit der Strahlung heruntergefahren werden», überlegt er. Die Petitionsantwort der Behörden könne er im Übrigen akzeptieren. Sicher gut sei es auch zu probieren, von Mobilfunkbetreibern Versorgungskonzepte einzuholen. Eine Internetplattform, die er an sich auch gut findet, betrachtet er ähnlich wie Bosshard: «Es besteht die Gefahr, dass nicht alle erreicht werden.» In Informationen via Zeitung oder Podium sähe er weitere Möglichkeiten.

Ursachen statt Folgen

Da ein Moratorium rechtlich nicht möglich sei, unterstütze er die Stellungnahme der Behörden, so FDP-Präsident Jakob Schäpper. Auch wenns rechtlich anders wäre: Für ihn wird «das Ross am falschen Ort aufgezäumt». Denn die wachsende Dichte der Antennen sei eine logische Folge der zunehmenden Dichte des Mobilfunkverkehrs. «Man muss sich fragen, warum alle ständig neue Handys brauchen.» Dass diese für ein Abo so gut wie gratis abgegeben würden, sei gerade für Jugendliche eine grosse Versuchung. «Die Ursachen müssten bekämpft werden, nicht deren Folgen.»

Ein eventuelles Versorgungskonzept von Mobilfunkbetreibern kommentiert Schäpper nicht: «Darunter kann ich mir nichts Konkretes vorstellen.» Information wiederum schade nichts. Sie müsse allerdings fair und ausgewogen sein. Die Diskussion um die Schädlichkeit der Strahlung sei offen, und es sei zu hoffen, dass einmal Klarheit herrsche. «Letztlich wird das irgendwann die Wissenschaft entscheiden müssen.»
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© Neue Luzerner Zeitung; 23.01.2006; Seite 28

Luzerner Zeitung Region

Kriens

Orange: Rückzug und neue Suche

Rs. Erfolg für das Komitee gegen Hochleistungsantennen Kriens (KGHA): Das Mobilfunkunternehmen Orange zieht sein Gesuch für eine nachgerüstete 10 000 Watt starke UMTS-Antenne auf dem Dach der Talstation der Pilatus-Bahn zurück. Das Komitee sammelte im Sommer über 900 Unterschriften gegen diesen Standort. Zudem sind im Einwohnerrat Vorstösse gegen Hochleistungsantennen in Wohngebieten hängig.

«Das ist ein Teilerfolg; jetzt stehts eins zu null für uns», freut sich KGHA-Präsident Bruno Amrhein. Aber: «Wir sind erst in der ersten Halbzeit», relativiert er. Orange hat denn auch bereits angekündigt, dass im «selben Gebiet nach einer weiteren Lösung gesucht wird».

Amrhein will die Situation genau beobachten: «Es darf nicht sein, dass der schwarze Peter nun von Quartier zu Quartier weitergereicht wird.» Wenn nötig, gehe man bis vor Bundesgericht.

Das Komitee wird laut Amrhein weiter gegen eine geplante UMTS-Anlage der Swisscom kämpfen. «Doch das ist eine härtere Nuss, denn das Gebäude gehört ihnen», räumt er aber ein.
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© Neue Luzerner Zeitung; 21.01.2006; Seite 23

Nidwaldner, Obwaldner Zeitung Regionale

Hergiswil

Umstrittene Antenne vom Tisch

Orange hat sein Baugesuch für die Mobilfunkantenne an der Sonnenbergstrasse zurückgezogen. Die Polycom-Antenne wird aber gebaut. Und Orange sucht weiter.

Von Fabian Fellmann
Vorerst ist der Streit um die geplante Mobilfunkantenne an der Sonnenbergstrasse beigelegt. Wie der Gemeinderat Hergiswil gestern mitteilte, hat Orange Communications SA das Baugesuch für die Antenne zurückgezogen. Es war bereits seit vergangenem September sistiert, nachdem 105 Einsprachen mit 748 Unterschriften gegen die geplante Antenne eingegangen waren. Die Einsprachen zum Baugesuch seien mit dem Rückzug des Gesuchs hinfällig, schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung.

In seiner Begründung ging Rolf Ziebold, PR-Berater von Orange, gestern aber nicht auf die zahlreichen Einsprachen ein: «Aufgrund des rechtlich nicht ganz klaren Status der entsprechenden Zone, wo die Mobilfunkanlage hätte erstellt werden sollen, entschied sich Orange, das Baugesuch zurückzuziehen. Jetzt sucht Orange weitere Standorte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde», so Ziebold weiter. Geplant sei weiterhin, einen Antennenmast für die Antennen der drei Mobilfunkbetreiber Orange, Swisscom und Sunrise zu bauen. «Konkrete Standorte hat Orange aber noch nicht gefunden», so Ziebold.

Nun baut der Kanton

Gebaut wird an der Sonnenbergstrasse, wo bereits heute eine Antenne für den Polizeifunk steht, aber trotzdem: Der Gemeinderat hat am Dienstag ein Baugesuch des Kantons Nidwalden bewilligt. Dieser plant an der Sonnenbergstrasse eine Antenne für das Nidwaldner Sicherheitsfunknetz Polycom, das die so genannten Blaulichtorganisation, darunter Polizei, Feuerwehr und Sanität, besser vernetzen soll. Dieses wird mit der Eröffnung der Südröhre des Kirchenwaldtunnels diesen Sommer in Betrieb genommen. Ursprünglich hätte auch die Polycom-Antenne am Orange-Mast Platz finden sollen. Nachdem jedoch gegen das Gesuch von Orange massiver Widerstand erwachsen war, reichte der Kanton Nidwalden ein eigenes Baugesuch ein. Auch dagegen waren laut Gemeindepräsident Ralph Sigg fünf Einsprachen eingegangen. Hier sei jedoch eine Einigung erzielt worden.

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© Berner Zeitung; 21.01.2006; Seite 23

BO-Aufschlagseite

Faulensee: Naturärztin gegen Mobilfunkanlage

«Es hat genug Handy-Masten»

Die Spiezer Naturärztin Astrid Schlauri ist überzeugt, dass Mobilfunk-anlagen die Gesundheit der Menschen schädigen. Sie fordert die Bevölkerung auf, sich gegen eine geplante Anlage in Faulensee zu wehren.

Dem geplanten Bau einer Kommunikationsanlage der Swisscom Mobile AG in Faulensee erwächst Opposition: Die 46-jährige Naturärztin/Heilpraktikerin Astrid Schlauri-Mitterer ruft zu einem generellen «Antennenstopp in der Wohn- und Ferienregion Thunersee» auf. Und sie geht noch weiter: In einem Flugblatt an sämtliche Spiezer Haushaltungen fordert Astrid Schlauri ihre Mitbürgerinnen und -bürger auf, gegen das Baugesuch der Swisscom Einsprache einzureichen. Mittels einer ausformulierten Mustereinsprache auf der Rückseite des Flyers können sich Gegner neuer Handymasten am Baubewilligungsverfahren beteiligen. Die Einsprachefrist läuft am 23. Januar ab.

Auswirkungen bekannt

Die gebürtige Kärtnerin Astrid Schlauri bekennt, selber ein Handy zu benützen. «Gegen die Handytechnologie habe ich nichts. Aber die negativen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf die menschliche Gesundheit sind hinlänglich bekannt.» Mit über zehn solchen Handymasten in der Gemeinde Spiez sei bereits eine Überkapazität vorhanden - der Handyempfang in dieser Region sei mehr als gewährleistet. «Es braucht keine neuen Antennen mehr! Ich hoffe, dass sich viele Leute durch meine Initiative aufrütteln lassen.»

«Gier nach Marktanteilen»

Die seit 1989 in Faulensee in einer eigenen Praxis tätige Naturärztin ist überzeugt: «Es kann kein Zufall sein, dass in der Nähe von Mobilfunkanlagen wohnende Menschen immer mehr über Kopfschmerzen und Unwohlsein klagen.» Sie hält es für unverantwortlich, dass sich die Mobilfunkanbieter in ihrer «Gier nach noch mehr Marktanteilen» über die gesundheitlichen Bedenken der Bevölkerung hinwegsetzten.

Der geplante Standort der Mobilfunkanlage liegt laut Baugesuch im Simmentaler Amtsanzeiger vom 29. Dezember an der Interlakenstrasse in Faulensee. Die Höhe des Antennenträgers beträgt 25 Meter. Die Anlage soll als GSM/UMTS-Kombiantenne dienen und einen Richtfunkspiegel mit 60 Zentimeter Durchmesser aufweisen.

Hanspeter Maurer Hanspeter Maurer

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© Tages-Anzeiger linkes Seeufer und Sihltal; 19.01.2006; Seite 5

Horgen, Oberrieden, Hirzel

Handyantenne sorgt für Ärger

Mitten in einem Wohnquartier in Wädenswil ist eine neue Mobilfunkantenne geplant. Anwohner wehren sich gegen das Projekt.

von corinne landolt
wädenswil. Freitag, der 13., wurde seinem unheilvollen Ruf gerecht - zumindest für Andreas Wiederkehr. An diesem Tag hat der Wädenswiler in der Zeitung gesehen, dass die Neuerrichtung einer Mobilfunkanlage auf dem Dach seines Nachbarhauses ausgeschrieben ist.

TDC Switzerland AG (Sunrise) will Im unteren Baumgarten 27, mitten in der Wohnzone W2, eine eineinhalb Meter hohe UMTS-Anlage mit zwei einzelnen Antennen erstellen: Diese sind hauptsächlich gegen den Berg in Richtung Speerstrasse ausgerichtet und erreichen an einigen Stellen Strahlenwerte, die knapp unter dem vorgeschriebenen Anlagegrenzwert von 6 Voltmetern liegen.

Strahlen knapp unter Grenzwert

Auf Wiederkehrs Balkon, der knapp 20 Meter von der Antenne entfernt ist, beträgt die Strahlung 5,75 Voltmeter. Wiederkehr ist beunruhigt: «Es ist noch nicht bewiesen, dass Handystrahlung für den menschlichen Körper unschädlich ist.» Als er die Projektausschreibung sah, überlegte er sich für einen kurzen Moment, aus dem Haus, in dem er mit seiner Familie seit 20 Jahren wohnt, auszuziehen. Schliesslich würde die Antenne direkt in die Schlafzimmer von Eltern und Kindern strahlen.

Doch nun will er kämpfen. Zusammen mit seinem Nachbar Jean Fompeyrine wird er gegen die geplante Mobilfunkanlage aktiv. Die beiden sind sich der Unterstützung von weiteren Anwohnern sicher. Denn bereits im letzten Sommer ging im Quartier die Kunde um, dass Orange eine Handyantenne auf dem Haus Im unteren Baumgarten 27 plant. Gegen 60 Anwohnerinnen und Anwohner unterschrieben damals eine Petition.

Jean Fompeyrine regt sich vor allem über den Besitzer des Nachbarhauses auf, der mit den Mobilfunkbetreibern zusammenspannt. «Solange die Auswirkungen von Strahlen auf den menschlichen Körper noch nicht geklärt sind, finde ich es unverantwortlich, uns solchen Risiken auszusetzen.» Wiederkehr ärgert vor allem, dass der Besitzer des Nachbarhauses fürs Aufstellen der Antenne Geld erhält. «Schliesslich muss er dafür nichts tun. Und den Dreck haben wir.» Auch wenn er selbst ein Handy besitzt, findet er es unsinnig, wenn man in jedem Keller oder Parkhaus erreichbar sein muss. «In Wädenswil haben wir bereits eine gute Netzabdeckung», doppelt Fompeyrine nach.

Die beiden Nachbarn suchen nun Rat beim Mieterverband, wie sie gegen die geplante UMTS-Anlage vorgehen können. Sie sind sich sicher, dass es eine andere technische Lösung gäbe, die für die Anwohner weniger stossend sei.

«Sicher nicht wegen des Geldes»

Rolf Blatter, Besitzer der betreffenden Liegenschaft, kann den Aufstand gegen «seine» Antenne nicht verstehen. «Jeder hat ein Handy, jeder will telefonieren. Da braucht es doch ein umfassendes Netz.» Er habe sich beim Hauseigentümerverband vorgängig über Strahlenrisiken informiert. Und schliesslich gebe es ja Grenzwerte, die vom Bund aufgestellt worden seien, und solange die eingehalten würden, sehe er kein Problem. Und: «Wenn ich die Anlage nicht aufstelle, steht sie halt woanders.»

Wegen des Geldes habe er sicher nicht eingewilligt, die Anlage auf seinem Dach aufzustellen, betont Blatter. Schliesslich würde er den Betrag, den er von TDC Switzerland erhalte, vollumfänglich in seine Liegenschaft investieren, zum Beispiel in neue Badezimmer oder neue Fenster. Nur: Davon haben die Bewohner der Nachbarhäuser nichts.

Personen, die bis maximal 218 Meter vom Antennenstandort entfernt wohnen oder ein Haus besitzen, können bis zum 2. Februar den Baurechtsentscheid beim Bauamt Wädenswil anfordern. Nur wer dies tut, ist einspracheberechtigt.

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