Opposition gegen Hochspannungsleitung

Elisabeth Buchs

Opposition gegen Hochspannungsleitung

Beitrag von Elisabeth Buchs » 14. Februar 2006 17:44

Berner Zeitung vom 14. Februar 2006

OPPOSITION GEGEN HOCHSPANNUNGSLEITUNG
Gemeinden spannen zusammen
Die Pläne für die neue Stromleitung Wattenwil-Mühleberg liegen dem Bundesamt für Energie zur Bewilligung vor. Sechs Gemeinden schliessen sich nun zusammen, um eine bessere Lösung zu erwirken. Die BKW schweigt.
«Wir machen nicht Fundamentalopposition gegen die BKW», sagte Luc Mentha. «Aber wir setzen uns für eine andere Linienführung und eine Leitung im Boden ein», hielt der Könizer Gemeindepräsident an einer Medienorientierung fest. Sechs Gemeinden haben sich zusammen- getan, um ihre Interessen gegenüber der BKW zu vertreten. Das Unternehmen plant bekanntlich, die Hochspannungsleitung zwischen Mühleberg und Wattenwil massiv aufzurüsten.


Ausser Köniz sind Nieder-muhlern, Wald, Rüeggisberg, Rümligen und Frauenkappelen in der Arbeitsgemeinschaft dabei. Die Federführung hat die Gemeinde Köniz, die am stärksten betroffen ist: Acht der 31 Leitungskilometer führen über Könizer Boden, 25 von 109 Masten stehen auf Könizer Land.


Bundesamt entscheidet


Ein Auslöser für das Zusammenspannen ist der Bericht des eidgenössischen Starkstrominspektorats ESTI. Darin steht laut BKW-Angaben, dass auf dem Abschnitt zwischen Gasel und Mühleberg alle gesetzlichen Vorschriften für die Aufrüstung erfüllt sind. Das ESTI hat den Antrag Ende Januar dem Bundesamt für Energie zugestellt – und zur Enttäuschung der Gemeinden empfohlen, die Baubewilligung zu erteilen. Die Opponenten sollen das Papier auch erhalten. In Köniz ist es aber noch nicht eingetroffen, wie Gemeindeplaner Manfred Leibundgut sagt. Die BKW nimmt zum Inhalt derzeit keine Stellung: «Wir können nichts sagen, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt», sagt Sprecher Antonio Sommavilla.


Gesundheit und Landschaft


Die Gemeinden kritisieren vor allem mögliche gesundheitliche Folgen und den fehlenden Landschaftsschutz. «Höhere Masten erschweren es uns, neues Land einzuzonen, weil dort niemand bauen will», nennt Niedermuhlerns Gemeindepräsident Daniel Müller einen weiteren Grund. Frauenkappelen hat als einzige der sechs Gemeinden keine Einsprache erhoben. «Die BKW kam uns teilweise entgegen», begründet Gemeindepräsident Christoforo Motta. In der Gruppe mache man aber mit, weil man verhindern wolle, dass die BKW das Projekt aufteilt.


Dass der überwiesene Bericht nur für die Strecke Gasel-Mühleberg gilt, mache das Verfahren intransparent, sagt die Könizer Gemeinderätin Katrin Sedlmayer. In der Tat: Wie weit die Planung auf dem anderen Abschnitt zwischen Wattenwil und Gasel ist, ist unklar. Seit einem halben Jahr vermeldet die BKW auf ihrer Homepage, dass in diesem Abschnitt das Trassee «partiell optimiert» worden sei. Wo und wie werde «voraussichtlich im Herbst 2005» publiziert, hiess es letzten August. Das ist bis heute nicht geschehen. Zu den Gründen will sich BKW-Sprecher Sommavilla mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äussern.
Man wolle auf die BKW zugehen und einen Konsens finden, kündigt Luc Mentha an. Die BKW sei stets diskussionsbereit, sagt Sprecher Sommavilla und ergänzt, dass schon viele Gespräche geführt worden seien. Vorläufig handeln die sechs Gemeinden gegegenüber der BKW einzeln. Sie sind auch unabhängig von der Bürgergruppe Interessengemeinschaft Umweltfreundliche Hochspannungsleitung Wattenwil-Mühleberg. Bei Bedarf spanne man zusammen.Wolf Röcken

Seit Januar baut die Azienda Elettrica Ticinesi (AET) zwischen Mendrisio und Cagno (Italien) eine acht Kilometer lange 380-kV-Bodenleitung – die erste dieser Länge in der Schweiz. Laut AET-Schätzungen ist sie dreimal teurer als eine Freiluftleitung. Die BKW habe Vor- und Nachteile von Bodenleitungen eingehend analysiert, sagt BKW-Sprecher Sommavilla. Wegen des laufenden Verfahrens könne er nicht mehr dazu sagen. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte die BKW mitgeteilt, dass eine Bodenleitung nicht in Frage käme, weil so ein Präzedenzfall geschaffen würde.wrs

(http://www.espace.ch/artikel_178836.html)