Rüegsau: Ein ganzes Wohnquartier wehrt sich gegen eine Swiss

The Future's black

Rüegsau: Ein ganzes Wohnquartier wehrt sich gegen eine Swiss

Beitrag von The Future's black » 12. März 2006 22:07

RÜEGSAU: Ein ganzes Wohnquartier wehrt sich gegen eine Handy-Antenne

Einwohner erheben Einsprache gegen den geplanten Swisscom-Bau

09.03.2006 Wie schädlich die elektromagnetische Strahlung von Handy-Antennen ist, weiss man heute (noch) nicht mit Sicherheit. Darum stösst ein Swisscom-Bauvorhaben auf Widerstand, das neue Antennen ausgerechnet im Rüegsauschachen vorsieht, dem am dichtesten besiedelten Gebiet der Gemeinde Rüegsau.

Daniel Flückiger

http://www.wochen-zeitung.ch/index.asp? ... elID=15005

Gegen das Bauvorhaben sind drei Einzeleinsprachen und eine Sammel­einsprache mit 491 Unterschriften eingegangen. Wie viel das sind, zeigt ein Vergleich mit der letzten Abstimmung: Bei der Abstimmung über die Volksinitiative «für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft» am 27. November hätten diese Personen in der Gemeinde Rüegsau einen Stimmenanteil von 59 Prozent erreicht. Und wie die Volksinitiative zum Gentech-Moratorium verweist auch die Begründungsschrift der Sammeleinsprache darauf, dass keine wissenschaftlichen Studien die Unbedenklichkeit einer neuen Technologie genügend belegen. Dass die Antenne gerade mitten im Wohnquartier Rüegsauschachen stehen soll, wo innerhalb der Gemeinde am meisten Menschen betroffen sind, erregt weiteren Anstoss.

Nur der Grenzwert zählt

Jürg Studer vom Pressedienst von Swisscom Mobile ist vom Widerstand nicht überrrascht: «Wir haben immer wieder Einsprachen, gerade auch Sammeleinsprachen.» Der neue Standort auf einem bestehenden Antennemasten von Orange Communications sei jedoch technisch besser als der alte beim Bahnhof Hasle-Rüegsau, weil zentraler. Wenn nämlich die Antenne dort stehe, wo am meisten telefoniert werde, könne mit kleinerer Leistung gearbeitet werden. Je kleiner die Leistung, desto geringer seien die elektromagnetischen Strahlen. Und die Grenzwerte für die Strahlung, so versichert Studer, würde Swisscom Mobile auf jeden Fall einhalten. Ob das in diesem Fall stimmt, überprüft Peter Matti von der Abteilung Immissionsschutz des kantonalen Amts Berner Wirtschaft (beco).

Eine Frage der Raumplanung

Dass das Genehmigungsverfahren vorläufig stillsteht, liegt daran, dass Swisscom Mobile noch technische Angaben nachliefern muss. Argumente wie die oben erwähnten aus der Sammeleinsprache kann Matti aber nicht berücksichtigen. Nach den geltenden Raumplanungsgesetzen auf Bundesebene gehören Handy-Antennen zur Siedlungsinfrastruktur. Es gäbe nur die Möglichkeit, die Antennen in der ganzen Schweiz zu verbieten – und eben nicht nur vor der eigenen Haustür. Eine Initiative mit diesem Ziel, erinnert sich Matti, kam aber vor einigen Jahren mangels Unterschriften nicht zustande. Für Jürg Studer ist klar, dass die Bevölkerung nicht auf die neue Technologie verzichten will. Schliesslich würden 80 Prozent der Leute mit Handys telefonieren. Im laufenden Verfahren zur Antenne im Rüegsauschachen ist der nächste Schritt ein technisches Gutachten der Abteilung Immissionsschutz des beco. Dann kommt es allenfalls zu Einspracheverhandlungen.

Markus

Wehrt euch weiter, das Bundesgericht hat gesprochen!!

Beitrag von Markus » 12. März 2006 22:22

Nur der Grenzwert zählt: sehr schön! Aber wie die Einhaltung des Grenzwertes kontrolliert werden kann, steht auf einem anderen Blatt.

Da das Bundesgericht zur Kontrolle der Einhaltung des Grenzwertes ausdrücklich in einem Urteil bauliche Massnahmen verlangt hat, über das sich die Mobilfunkgesellschaften mit Hilfe eines dubiosen Vorschlages des BAFU hinwegsetzen wollen, haben die Einsprecher die Möglichkeit, diesen Bau solange zu verhindern, bis die Forderung des Bundesgerichts erfüllt ist. Und den Behörden wird damit ein Instrument in die Hand gegeben, ein solches Gesuch auf Eis zu legen.

Das sollten sowohl Einsprechergruppen als auch Bewilligungsbehörden berücksichtigen und sich vehement wehren!


Markus

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