Wer in der Nachbarschaft nicht mehr schlafen kann, hat Pech

The Future's black

Wer in der Nachbarschaft nicht mehr schlafen kann, hat Pech

Beitrag von The Future's black » 13. März 2006 12:39

© Neue Luzerner Zeitung; 11.03.2006; Seite 12

Zuger Zeitung Leserbriefe

Wer in der Nachbarschaft nicht mehr schlafen kann, hat Pech gehabt

«Die Markstrategen finden immer neue Anwendungen, damit wir uns glücklich wähnen.»

Fast erdrückt von meinen alten Papierbergen und Zeitungsnotizen, besuchte ich den Oberwiler Kurs «Weg damit», um mich seelisch fit zu machen für das grosse Wegwerfen. Ich beginne also zu räumen, finde schon im zweiten Haufen die Titelseite der «Zuger Presse» vom 5. Januar 2001. Es geht um Mobilfunk-Knatsch in der Stadt Zug. «Das Geschäft boomt, der Widerstand auch» heisst es dort; gleich wie heute. Aus dem zeitlichen Abstand geht aber die rasante Zunahme der Mobilfunkantennen deutlich hervor.

Von 4 auf 26 Antennen

Damals standen in der Stadt Zug vier Mobilfunksender in Betrieb. Heute, fünf Jahre später, sind es deren 26 das entspricht einer Versechsfachung! Zählt man noch die drei Sender wenige Meter jenseits der Stadtgrenzen dazu, und die drei Anlagen mit zwei Betreibern jeweils doppelt, so hat Zug heute 32 Mobilfunksender, achtmal mehr als vor fünf Jahren. Für weitere sieben Standorte läuft zudem noch das Bewilligungsverfahren.

Um die Baubewilligung zu umgehen, weicht man auf kleine, versteckte Antennen aus ­ vor fünf Jahren noch unbekannt. Neuestes Beispiel einer versteckten Anlage ist die Unter Altstadt 29 beim Greth-Schell-Brunnen, genannt «Proviserhus». Die jährlichen Provisionen von Sunrise gehen also exakt in das richtige Haus, aber wer in den umliegenden Wohnungen nicht mehr schlafen kann, hat Pech gehabt.

Kein Stadtrat darf sich einmischen, kein Kantons- oder Regierungsrat. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch darauf, die Nachbarschaft zu bestrahlen, weil damit sehr viel Geld verdient wird. Einmal werde ich eine Antennen-Stadtführung machen; beim Greth-Schell-Brunnen lässt sich zeigen, dass die Strahlung bei kleinen Anlagen stärker ist als bei manchen grossen, weil die Antennen viel näher bei den Menschen sind.

Glaubt jemand, das Netz sei bald fertig ausgebaut? Sicher nicht, nach UMTS kommt jetzt HighSpeed-UMTS, und dann steht WiMax vor dem Startschuss, die Konzessionen werden derzeit vergeben.

Die Marktstrategen finden immer neue Anwendungen, damit wir uns jederzeit fortschrittlich und glücklich wähnen ­ und gleichzeitig immer abhängiger werden von diesen drahtlosen Spielzeugen.

Diese alte «Zuger Presse» werfe ich also noch nicht fort ­ aber ich kann doch nicht bei jedem spannenden Fund gleich einen Leserbrief schreiben? Oberwiler Kurse ­ Hilfe!

André Masson, Baar

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© NZZ am Sonntag; 12.03.2006; Seite 26; Nummer 11

Hintergrund

Mobilfunkantennen

Holz und Glas im Strahlenmeer

Die Schweizer Mobilfunkanbieter rüsten ihre Antennen laufend auf. Betroffene Anwohner und Behörden wehren sich gegen die Strahlenbelastung. Der Innerrhoder Landammann Carlo Schmid scheut auch vor exotischen Massnahmen nicht zurück.

Andreas Schmid

Die Methode ist ebenso unkonventionell wie umstritten. Mit gedrechselten Holzfiguren und wasserpfeifenähnlichen Plexiglaskörpern bekämpft der Ägypter Ibrahim Karim den Elektrosmog. «Biogeometrie» nennt der 64-jährige ETH-Architekt und Doktor der Wissenschaften seine Lehre. Die Glasformen werden auf Handyantennen und Sendeanlagen ausgerichtet und sollen so deren Strahlen neutralisieren. «Harmonisieren» nennt es Ibrahim Karim, der mit einem Versuch im sankt-gallischen Hemberg für die einen zum erlösenden Heilsbringer, für die anderen zum gaukelnden Scharlatan wurde.

Nachdem die Swisscom im Kirchturm der Toggenburger Gemeinde im Sommer 2002 eine Handyantenne installiert hatte, beklagten sich zahlreiche Anwohner über Schlafstörungen, Herzrhythmus- und Blutdruckprobleme. Durch persönliche Kontakte zu Karim und die Vermittlung der Ombudsstelle Mobilkommunikation kam 2003 ein biogeometrischer Versuch zustande. Die Swisscom bot Hand, obwohl Kritiker die Formenmethode als wissenschaftlichen Humbug verschrien.

Was die Hemberger Anwohner dann Monate später erzählten, polarisierte erst recht, weil es sich niemand erklären konnte: Die Geplagten schliefen wieder tief und fühlten sich wohl. Lange nicht mehr gesehene Tierarten seien zudem nach Hemberg zurückgekehrt. Die Swisscom kommentierte das Ergebnis des Versuchs nur bedingt erfreut. Der unerwartete Erfolg der Biogeometrie drängte das Unternehmen erst recht in die Rolle des Sündenbocks. «Am Mobilfunk alleine lagen die Beschwerden der Betroffenen nicht»; die Antenne habe lediglich eine ungünstige Konstellation akzentuiert, betonten die Verantwortlichen.

Was im Toggenburg half, wollten auch die Bewohner des Hirschbergs in Appenzell Innerrhoden. Schliesslich sind sie zugleich den Strahlen des Senders Säntis, den Immissionen militärischer Funkanlagen sowie Handyantennen ausgesetzt. Der Ombudsstelle schwebte ein biogeometrischer Versuch mit wissenschaftlicher Begleitung vor. Ein Unterfangen, das nach monatelangen Verhandlungen scheiterte. Die für Karim vorgesehenen Vertragspartner, die Forschungsstiftung Mobilkommunikation (FSM) der ETH Zürich sowie die Swisscom, scherten aus. «Das Projekt erfüllt unsere wissenschaftlichen Ansprüche nicht», begründet FSM-Geschäftsleiter Gregor Dürrenberger. Zu vieles sei zu unklar und offen geblieben, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Für Dürrenberger gibt es keine naturwissenschaftliche Antwort auf die Frage, wie die biogeometrischen Interventionen wirksam sein könnten. Die Forscher wollten das gar nicht erfahren, entgegnet Karim. «Bewusst haben sie Unmögliches wie Doppelblindversuche bei Tieren verlangt.» Die Skepsis der FSM habe schliesslich auch die Swisscom zum Rückzug bewogen.

Ein Politiker springt ein

Dennoch wurde der Versuch am Hirschberg Ende 2005 gestartet. Der Innerrhoder Landammann Carlo Schmid verhinderte einen Übungsabbruch. Immerhin forderten die Anwohner von der Kantonsregierung seit Jahren eine Linderung der Strahlenimmissionen. Ein Dienstleistungsvertrag regelt inzwischen die biogeometrische Partnerschaft zwischen Karim und dem Kanton Appenzell Innerrhoden offiziell, die Regierung hat dafür einen Kredit von 20 000 Franken gesprochen. Nicht weil Landammann Schmid - zugleich CVP-Ständerat und Präsident des Nutzfahrzeugverbands Astag - ein feuriger Anhänger unerklärbarer Lehren abseits des Bodenständigen wäre: «Die subjektive Belastung der Leute am Hirschberg war derart, dass wir nun quasi als Ultima Ratio auch eine Massnahme unterstützen, die man durchaus anzweifeln kann.» Die positive Bilanz in Hemberg hat Schmid animiert, das Projekt zu unterstützen. «Wir hätten den Versuch dann nicht fördern dürfen, wenn die Methode nachweislich den Gesetzen der Physik zuwiderlaufen würde.» Das sei aber bis heute nicht geschehen.

Hirschberg-Anwohner Josef Mazenauer will in der Nachbarschaft bereits erste positive Auswirkungen von Karims Tätigkeit festgestellt haben. Die Strahlenplagen - Kopfweh und Übelkeit zum Beispiel - seien bereits wesentlich zurückgegangen. In zehn Häusern hat Karim biogeometrische Formen sowie spezielle Matten und Teppiche gegen Erdstrahlen ausgelegt. Diese «Haussets» habe er vor Wintereinbruch als vorübergehende Lösung eingesetzt, sagt der Ägypter. Im Frühling will er dann ein flächendeckendes System für die ganze Umgebung installieren. Vorerst kümmert er sich jedoch um seine Geschäfte in der Heimat. Dort ist er als Berater von Ministern, in der Forschung und in den Medien ein gefragter Mann, bekannt geworden etwa durch biogeometrische Projekte im Obstbau und in der Geflügelzucht, die in der Vergangenheit für Furore gesorgt haben.

Noch viel mehr als auf Karims Rückkehr warten in der Schweiz die Fachleute, Behörden und Elektrosmog-Betroffenen auf die Resultate einer Studie der Forschungsstiftung Mobilkommunikation zur Strahlenbelastung durch Handyantennen. Rund zwei Dutzend Schweizer Gemeinden haben ein Moratorium für den Bau von UMTS-Anlagen verhängt, bis dass deren Einflüsse auf die Umgebung genau untersucht sind. Einst auf Ende 2005 in Aussicht gestellt, stehen die Ergebnisse der Studie weiterhin aus. Weil die aufwendige wissenschaftliche Prüfung durch ein Fachjournal noch nicht abgeschlossen sei, begründen die Verantwortlichen.

Die Verzögerung löst bei Antennen- Kritikern Unmut aus. Sie befürchten eine zwischenzeitliche Einflussnahme der Mobilfunkanbieter. Diese haben die 720 000 Franken teure Forschungsarbeit zu 40 Prozent finanziert. Dass die Industrie einen Beitrag zur Abklärung der offenen Fragen leistet, findet FSM-Geschäftsleiter Gregor Dürrenberger eher fair als problematisch: «Zumal die Geldgeber keinerlei Einfluss auf den Publikationsprozess haben.» Die FSM treffe alle Forschungsentscheide unabhängig von ihren Geldgebern. Indessen stellt der Strahlenmessexperte Peter Schlegel die ketzerische Frage, warum die Schädlichkeit überhaupt weiter erforscht werde. «Sie ist bereits evident durch die vielen durch Antennen verursachten Krankheiten», sagt der ETH-Ingenieur.

Immer neue Sender

Die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Orange geben sich hinsichtlich allfälliger Folgen der FSM-Studie gelassen. Man warte gespannt ab, sagt Swisscom-Sprecher Jürg Studerus. Unbesehen der Resultate, so Michael Burkhardt von Sunrise, lasse sich bereits jetzt sagen, dass die Bedeutung der Studie überbewertet werde. «Insbesondere hat sich die politische Einschätzung weit von der wissenschaftlichen entfernt.» Orange-Sprecherin Therese Wenger glaubt nicht an einschneidende Konsequenzen und sähe sich von neuen, für die Anbieter ungünstigen Erkenntnissen überrascht.

Wenig bekümmert forcieren die Firmen weiterhin den Bau von leistungsfähigen UMTS-Anlagen, den Handyantennen der dritten Generation. Diese können wesentlich grössere Datenmengen übertragen als die früheren GSM-Antennen - und dies erst noch viel schneller. Swisscom-Sprecher Studerus hält aber fest, dass die international vergleichsweise strengen Immissionsgrenzwerte der Schweiz den gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung stets garantierten: Die Anlagen müssen für jeden möglichen Betriebszustand die Vorschriften der Verordnung einhalten.

Den Einwohnerinnen und Einwohnern von Ebersecken (LU) und Bottenwil (AG) sind solche theoretischen Überlegungen einerlei. Sie leben ohne Angst vor den Strahlen von Handyantennen und ungestört durch Anrufe auf Mobiltelefone. Sie haben keinen Empfang. In der 800-Seelen-Gemeinde Bottenwil verhinderte bisher privater Widerstand den Bau einer Handyantenne, Ebersecken mit seinen 400 Einwohnern wurde von den Anbietern erst gar nicht als Standort in Erwägung gezogen. Der Frieden wird vorläufig andauern, eine Antennen-Anlage ist weiterhin nicht geplant.
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© St. Galler Tagblatt; 11.03.2006; Seite 41

WV-Aufschlag

07-WV Wil

«Nervensystem wird angegriffen»

Die Gegner der Mobilfunkantennen in Wil luden zu einem Informationsanlass ein

In Wil sind bereits sieben Mobilfunkantennen in Betrieb. Für den Bau von drei weiteren wurden Gesuche eingereicht. Am Donnerstag fand eine Veranstaltung statt, bei der man über die Gefahren informierte.

nicole schaffner

Ziel des Informationsanlasses, welcher von den Gegnern der Mobilfunkantennen in Wil organisiert wurde, sei einerseits, dem zahlreich erschienenen Publikum das Fachwissen zu vermitteln. Andererseits wolle man mit dem Anlass die Bevölkerung sensibilisieren und Politiker unterstützen, die sich gegen die Mobilfunkantennen wehren, so Gesprächsleiter Daniel Tönz.

Zu hohe Grenzwerte

«Das elektromagnetische Feld eines Handys durchdringt mehrere Wände», erklärte Jürg Zimmermann, Umweltanalytiker aus Luzern. Dabei gebe es die so genannten «Hotspots», wo sich die Strahlungen konzentrieren und stärker auftreten. Die hochfrequente Strahlung einer Mobilfunkantenne reiche bis zu 50 Kilometer. Die Strahlung des Handys erreiche einen Radius von zehn Metern und könne so den Menschen, die sich in diesem Radius befinden, Schaden zufügen, so Zimmermann (vgl. Kasten). Ausserdem bemängelte er die zu hohen Grenzwerte. «Die Immissions-Grenzwerte liegen zwischen vier und sechs Volt», sagte er. Der Mensch werde jedoch bereits bei einem Volt durch den Elektrosmog beeinträchtigt. «DNA-Brüche geschehen bereits bei 0,02 Volt, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche treten schon bei 0,04 Volt auf», erklärte er. Wissenschafter würden einen Grenzwert von 0,002 Volt empfehlen. Auch dann würde das Handy immer noch funktionieren. Aber warum müssen dann mehr Antennen her? Handys mit Fernsehanschluss, Online-Spiele und das Bedürfnis überall mobil zu sein und an jeder Ecke im Internet surfen zu können, seien die Gründe, so Zimmermann. «Die Werbung weckt dieses Bedürfnis.»

Vielfältige Symptome

Kantonsrätin Yvonne Gilli (Grüne) führte ein Gespräch mit Theo Keller aus Hemberg, der selbst elektrosensibel ist. Er ar-beitet und wohnt 100 Meter von einer Mobilfunkantenne entfernt. «Sechs bis acht Wochen nach der Aufschaltung haben die Beschwerden begonnen», erzählte er. Freitags und samstags, wenn der Handy-Verkehr stieg, hätten sich die Beschwerden verstärkt. Yvonne Gilli erklärte, dass die Symptome sehr vielfältig und unterschiedlich auftreten können. Dies und die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Gebiet mache eine Diagnose für den Arzt sehr schwierig. Zuerst werde aber immer das Nervensystem angegriffen und eine Erschöpfung mache sich breit. Auch sei es so, dass Schwachstellen – wie Hautausschläge und Allergien – meist noch intensiver werden.

Keine Übereinstimmung

Stadtrat Beda Sartory (CVP) bedauerte, dass keine Befürwor-ter der Mobilfunkantennen am Anlass anwesend waren. Sein Wunsch wäre, dass von beiden Seiten zuverlässige und übereinstimmende Antworten zu den möglichen Gefahren kämen. Bis anhin seien diese so unterschiedlich, dass es für einen Laien schwierig sei, die Lage zu beurteilen. Auch kündigte er an, in diesem Jahr noch die Grenzwerte bei den Mobilfunkantennen überprüfen zu lassen. Den Zeitpunkt wollte er bewusst nicht bekannt geben. «Die Verunsicherung der Bevölkerung ist ernst zu nehmen», so Sartory. «Nur darf man die Schuld nicht nur auf die Werbung schieben.» Die Eigenverantwortung spiele schliesslich auch eine Rolle, sagte er.

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© St. Galler Tagblatt; 11.03.2006; Seite 41

WV-Aufschlag

07-WV Wil

Schäden bei Umwelt und Technik

«65 bis 75 Prozent der Menschen, die im Umfeld von Mobilfunkantennen wohnen, leiden an Schlafstörungen», so Jürg Zimmermann, Umweltanalytiker aus Luzern. Dies liege daran, dass das körpereigene Schlaf- und Schutzmittel, das Hormon Melatonin, nur produziert wird, wenn kein Licht auf die Netzhaut des Auges dränge. Das Gleiche gelte für das körpereigene Anti-Depressivum Serotonin. «Die Strahlung des Elektrosmogs simuliert jedoch für die Netzhaut sichtbares Licht und dies führt folglich zu einer hormonellen Funktionsstörung», sagt Zimmermann. Nebst Schlafstörungen erhöhe Elektrosmog das Krebs-Risiko oder könne die Krankheit gar beschleunigen. Zudem wird das Immunsystem geschwächt. Auch Rheuma, Depressionen, Infarkte, Magen-Darm-Störungen und Myofibralgie (undefinierbare Schmerzen am ganzen Körper) sind Symptome, die bei elektrosensiblen Menschen auftreten können. Je älter man sei, desto sensibler reagiere man auf die elektrischen Strahlungen.

«Auch Tiere sind vom Elektrosmog betroffen», erklärt Zimmermann. So weiss er von einem Zürcher Bauer, bei dem seit dem Bau einer Mobilfunkantenne in der Nähe seines Hofs keine gesunden Kälbchen mehr auf die Welt gebracht werden. Aber auch Schweine, Bienen und vor allem Vögel, die wegen der Strahlungen die Orientierung verlieren, leiden unter dem Elektrosmog. «Es ist ebenfalls zu beobachten, dass Bäume, die direkt dem Elektro-Kegel ausgesetzt sind, bereits im Sommer braune abgestorbene Blätter tragen.

Zudem werde die Technik durch die Mobilfunkantennen stark gestört, sagt der Umweltanalytiker. So komme es des Öfteren vor, dass in einer von Elektrosmog stark belasteten Gegend Airbags ungewollt ausgelöst werden und Autos nicht mehr anspringen. «So ist es nachvollziehbar, dass in Flugzeugen, Spitälern und bei Tankstellen die Benützung des Handys untersagt ist», so Zimmermann. (nis.)
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© Berner Zeitung; 11.03.2006; Seite 23

BZ-EM-Aufschlagseite

Burgdorf

Allianzen schmieden

Der Burgdorfer Gemeinderat sucht Verbündete im Kampf gegen die zusätzliche Verdichtung von Mobilfunkanlagen.

In Burgdorf sind mehrere Gesuche von Anbietern, die Kommunikationsanlagen mit Mobilfunkantennen errichten wollen, hängig. Vorläufig bleiben diese Gesuche unbehandelt, weil die Stadt beschlossen hat, sie so lange zu sistieren, bis eine für dieses Jahr angekündigte Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen dieser Technologie vorliegt (wir berichteten). Um gegenüber den Konzessions- und Bundesbehörden kraftvoller auftreten zu können, sucht der Gemeinderat jetzt «Allianzen mit anderen Städten, Gemeinden und Organisationen», wie er in einer Pressemitteilung festhält.

Die Besorgnis der Burgdorfer Bevölkerung über mögliche Gesundheitsschädigungen durch die Strahlung der Kommunikationsanlagen ist gross; im Quartier beim Rössli-Kreisel und an der Heimiswilstrasse hat sich breiter Widerstand formiert. heb
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