Dieses ist die Antwort auf die Frage von Elisabeth Buchs, die sie in diesem Forum am 20. März 2006 an sunset gestellt hat, nämlich: „Es würde mich sehr interessieren, welche Art von Forschung Sie als geeignet erachten würden im Zusammenhang mit Elektrosensibilität (EMISS).“
Sunset stellt hier selbst immer wieder die Frage: „Forschung – wohin?“ Denn es gibt im Voraus keine endgültige Antwort. Im Folgenden schränke ich meine Ausführungen auf das elektromagnetisch induzierte Stresssyndrom ein, und lasse hier genetische Auswirkungen völlig beiseite.
Forschung, die dem Menschen dient, sollte den Dingen auf den Grund gehen, und am Ende die kausalen Zusammenhänge so darstellen, dass Massnahmen zur Gesundung oder Gesunderhaltung in Bezug auf EMISS (Electro-magnetically induced stress syndrome) abgeleitet werden können.
Forschung, die nur der Industrie dient, vernebelt die kausalen Zusammenhänge, neben anderem indem sie diejenigen Wirkungen, die sich nicht länger bestreiten lassen, völlig isoliert so bestätigt und so darstellt, dass deren gesundheitliche Relevanz umso leichter verneint werden kann. Die Veröffentlichung Dutzender, weltweit Tausender von Studienergebnissen aus solcher „Forschung“ dient allein der Propaganda und der Desinformation der Allgemeinheit.
Die Forschung nach den kausalen Zusammenhängen hat zwei Ausgangspunkte: Der erste ist der Eintrag der schädigenden Strahlung in den menschlichen Körper. Hier stellt sich die Aufgabe, eindeutig festzustellen, über welche Organe und auf welche Weise die Strahlung in den Körper eintritt und dort ihre Wirkung entfaltet. Und hier ist auch sofort einem sprachlich bedingten, möglichen Missverständnis vorzubeugen. Der Begriff EMISS kommt aus dem Englischen, wobei das Wort „to induce“ im medizinischen Zusammenhang „herbeiführen, auslösen“ bedeutet. Dieses darf in keinem Fall mit der elektrotechnischen Induktion verwechselt werden – es würde zu kurz greifen, wenn menschliche Organe als gewöhnliche Funk-Empfangsantennen missverstanden würden.
Der andere Ausgangspunkt sind die verursachten Beschwerden, nämlich eben EMISS. Dieses Syndrom eindeutig zu bestimmen wird erschwert, indem sich dessen Einzelsymptome aufgrund der Komplexität und Veränderlichkeit des autonomen Nervensystems und des endokrinen Systems von Person zu Person und auch bei den einzelnen Personen variabel zeigen. Auch die elektromagnetische Strahlung, die auf den Menschen eintrifft, ist in der Realität nicht standardisiert, sondern variiert nach Frequenz, Dauer und Intensität beträchtlich. Hier schlagen wir Voruntersuchungen von betroffenen Einzelpersonen vor, und zwar im Grundsatz möglichst standardisiert, aber mit der Möglichkeit, je nach individueller Situation weitere Untersuchungen durchzuführen und die Strahlung zu variieren. Denn nachgeholt werden muss systematische Forschung im Sinn von neugieriger Suche. In dieser Phase werden die Probanden in möglichst standardisierten Situationen vor, während und nach einer Bestrahlung genau untersucht, und zwar durch exakte Messungen und Beobachtungen auf autonome Reaktionen, auf Hormonausschüttungen und auf Veränderung kognitiver Fähigkeiten, sowie durch möglichst standardisierte Befragung, aber zusätzlich mit offener Fragestellung, namentlich zur subjektiven Befindlichkeit. Die zunächst für alle Probanden standardisierte Strahlung wird – auch aufgrund der Angaben der Probanden zu den typischen Auslösern von EMISS beim Probanden - in Stärke, Dauer und Frequenz so lange variiert, bis die Wirkungen beim Individuum möglichst eindeutig sind. Es geht hier nicht darum, die Probanden so lange mit Strahlung zu bombardieren, bis sie überhaupt reagieren, bzw. bis sie krank werden, sondern es geht darum, die individuell unterschiedliche Reaktion der Betroffenen auf unterschiedliche Strahlungsimmission angemessen zu berücksichtigen. Die Art der Bestrahlung muss dabei exakt protokolliert werden, was folgerichtig nur in elektromagnetisch einwandfrei abgeschirmten Labors möglich ist. Leider werden die meisten derartigen Labors durch Aufträge der Mobilfunkindustrie ausgelastet und besetzt.
Nachdem auf die erwähnte Weise ein grösserer oder kleinerer gemeinsamer Nenner von EMISS gefunden werden kann, muss dieser durch doppelblinde Studien in elektromagnetisch vollständig kontrollierter Umgebung bestätigt werden. Hierzu reicht wie oben dargetan die übliche, nur 10 bis 20 Minuten dauernde schwache Bestrahlung mit GSM-Strahlung nicht aus, denn nicht nur diese Strahlung kann EMISS auslösen. Solche Versuche dienen auch nicht der Erforschung von EMISS, sondern dessen Leugnung.
Wichtig ist dabei, dass nicht die Industrie oder von ihr durch Zahlung oder sonst wie beeinflusste Forscher das Forschungsprozedere bestimmen und die Probanden auswählen und untersuchen, sondern dass dieses durch neutrale, wissenschaftlich auf Augenhöhe mit den Wissenschaftlern der Industrie stehende Forscher erfolgt.
Dieses sind erst zwei von zahlreichen möglichen Wegstrecken auf dem möglicherweise noch langen und beschwerlichen Weg zum Ziel, die Kausalität lückenlos darzustellen, bzw. EMISS zu objektivieren, so dass die Betroffenen sich nicht länger als Hypochonder und noch schlimmer zu bezeichnen lassen brauchen.
Fortsetzung folgt.
Forschung - wohin?
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Klaus
Re: Forschung - wohin?
Ich denke, unter Laborbedingungen wird man nur schwer fündig auf der Suche nach neuen, griffigen Annsätzen. Eher glaube ich an Erfolge bei real-life Forschung, also: Umfrage, welche Krankheits-/Befindensentwicklung die Menschen in den letzten 10 Jahren durchgemacht haben. Und dann halt zu Forschungszwecken die Mobilfunkanlagen/Schnurlostelefone der ganzen Region für eine Woche zwangsstillegen und wieder nachfragen/nachprüfen.
Und sicherstellen, dass nicht zeitgleich die SRG kommt, DVB-T neu ausstrahlt o.ä. und so die ganze Forschung verpfuscht....
Im Labor wird man nie die ganzen Strahlensuppe simulieren können, mit den ganzen Reflexionen und Wechselwirkungen, Radio/TV-Sendeanlagen, Flugradare, Hochspannungsleitungen, Wetter-, Alltagstress- und und sonstigen Einflüssen, die auf das ansonsten einem gut bekannte Befinden im eigenen Heim einwirken.
Vielleicht findet sich ja ein Dorf oder eine Stadt, die einem solchen Experiment freiwillig zustimmen würde?
Aber - und das relativiert meine Hoffnung wieder - man müsste dann nach wie vor den Aussagen der befragten Menschen GLAUBEN. Und das macht kein Forscher so richtig gerne, "das Befinden messen können wäre besser".
Aber:
Möglicherweise hat das "Wegfallen", ganz im gegensatz von "zusätzlicher " Strahlenexposition, eher einen Einfluss auf messbare Körper-Parameter. Nämlich dann, wenn der Betroffene sowieso schon am Limit seiner Abwehrreaktionen war, dürfte zusätzliche Exposition keine weitere wirkung mehr zeigen.
1. Ist das Gaspedal einmal ganz unten, geht es nicht mehr schneller
2. Es gibt unterschieliche Autos
Und sicherstellen, dass nicht zeitgleich die SRG kommt, DVB-T neu ausstrahlt o.ä. und so die ganze Forschung verpfuscht....
Im Labor wird man nie die ganzen Strahlensuppe simulieren können, mit den ganzen Reflexionen und Wechselwirkungen, Radio/TV-Sendeanlagen, Flugradare, Hochspannungsleitungen, Wetter-, Alltagstress- und und sonstigen Einflüssen, die auf das ansonsten einem gut bekannte Befinden im eigenen Heim einwirken.
Vielleicht findet sich ja ein Dorf oder eine Stadt, die einem solchen Experiment freiwillig zustimmen würde?
Aber - und das relativiert meine Hoffnung wieder - man müsste dann nach wie vor den Aussagen der befragten Menschen GLAUBEN. Und das macht kein Forscher so richtig gerne, "das Befinden messen können wäre besser".
Aber:
Möglicherweise hat das "Wegfallen", ganz im gegensatz von "zusätzlicher " Strahlenexposition, eher einen Einfluss auf messbare Körper-Parameter. Nämlich dann, wenn der Betroffene sowieso schon am Limit seiner Abwehrreaktionen war, dürfte zusätzliche Exposition keine weitere wirkung mehr zeigen.
1. Ist das Gaspedal einmal ganz unten, geht es nicht mehr schneller
2. Es gibt unterschieliche Autos
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Elisabeth Buchs
Re: Forschung - wohin?
Hallo Sunset
Vielen Dank für Ihre interessante, ausführliche Antwort.
Ganz unterstützen kann ich Ihren Vorschlag zur Vorgehensweise bei diesen Studien nicht. Wenn die Stärke, Dauer und Frequenz so lange variiert wird, bis die Wirkungen beim Individuum möglichst eindeutig sind, besteht meiner Meinung nach ein grosses Risiko, dass sich die Elektrosensibilität bleibend verschlimmern und ausweiten kann.
Mein Vorschlag würde deshalb dahingehen, dass nur diejenige Strahlung bei den jeweiligen Probanden in dieser ungefähren Stärke und mit Abbruchmöglichkeit beim Auftreten der Symptome verwendet werden soll, auf die sie bereits sensibel reagiert haben.
In einem Beitrag über den Redox-Test habe ich erwähnt, dass es Betroffene gibt, bei denen sich die Werte für Stoffwechselschädigung wieder erholt haben, wenn sie sich für längere Zeit an einem unbelasteten Ort aufgehalten haben, dass es jedoch auch einen Betroffenen gibt, dessen Werte auch an einem (relativ) guten Ort unterdurchschnittlich geblieben sind.
Es gibt bereits einige bekannte Parameter bei Elektrosensiblen, die nun eingehender und vor allem durch unabhängige Forschung abgeklärt werden sollten, dazu gehört der erwähnte Redox-Test, dann die von Prof. Johansson festgestellte Mastzellenentwicklung und Histamin, die Testung der Herzratenvariabilität nach Klitzing, der Elektrosensitivitätstest nach Leitgeb, ein Immuntest, Abklärung von Freien Radikalen und autonomem Nervensystem, genetische Abklärungen wie z.B. schlechter Entgifter, Abklärungen der Neurotransmitter, Verminderung der Durchblutung von Hirnarealen.
Das grösste Problem scheint mir das Ermöglichen von unabhängiger Forschung, die sogar bei einer Finanzierung durch einen Staat in Frage gestellt ist, der Lizenzen an den Höchstbietende verkauft und ständig neue problematische Technologien wie UMTS, HSPDA und WiMAX fördert. Unter den Forschungsinstituten tauchen oft wieder die bekannten Namen auf, deren Gesinnung bereits von anderer Gelegenheit bekannt ist.
Elisabeth Buchs
Vielen Dank für Ihre interessante, ausführliche Antwort.
Ganz unterstützen kann ich Ihren Vorschlag zur Vorgehensweise bei diesen Studien nicht. Wenn die Stärke, Dauer und Frequenz so lange variiert wird, bis die Wirkungen beim Individuum möglichst eindeutig sind, besteht meiner Meinung nach ein grosses Risiko, dass sich die Elektrosensibilität bleibend verschlimmern und ausweiten kann.
Mein Vorschlag würde deshalb dahingehen, dass nur diejenige Strahlung bei den jeweiligen Probanden in dieser ungefähren Stärke und mit Abbruchmöglichkeit beim Auftreten der Symptome verwendet werden soll, auf die sie bereits sensibel reagiert haben.
In einem Beitrag über den Redox-Test habe ich erwähnt, dass es Betroffene gibt, bei denen sich die Werte für Stoffwechselschädigung wieder erholt haben, wenn sie sich für längere Zeit an einem unbelasteten Ort aufgehalten haben, dass es jedoch auch einen Betroffenen gibt, dessen Werte auch an einem (relativ) guten Ort unterdurchschnittlich geblieben sind.
Es gibt bereits einige bekannte Parameter bei Elektrosensiblen, die nun eingehender und vor allem durch unabhängige Forschung abgeklärt werden sollten, dazu gehört der erwähnte Redox-Test, dann die von Prof. Johansson festgestellte Mastzellenentwicklung und Histamin, die Testung der Herzratenvariabilität nach Klitzing, der Elektrosensitivitätstest nach Leitgeb, ein Immuntest, Abklärung von Freien Radikalen und autonomem Nervensystem, genetische Abklärungen wie z.B. schlechter Entgifter, Abklärungen der Neurotransmitter, Verminderung der Durchblutung von Hirnarealen.
Das grösste Problem scheint mir das Ermöglichen von unabhängiger Forschung, die sogar bei einer Finanzierung durch einen Staat in Frage gestellt ist, der Lizenzen an den Höchstbietende verkauft und ständig neue problematische Technologien wie UMTS, HSPDA und WiMAX fördert. Unter den Forschungsinstituten tauchen oft wieder die bekannten Namen auf, deren Gesinnung bereits von anderer Gelegenheit bekannt ist.
Elisabeth Buchs
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sunset
Re: Forschung - wohin?
Standardisierung und Laboruntersuchungen sind bei der überfälligen genauen Definition des elektromagnetisch induzierten Stresssyndroms (EMISS) wichtig, damit diese Definition nicht möglicherweise mit Recht angezweifelt werden kann.
Zum Krankheitsbild von EMISS gibt es weit verstreut bereits sehr zahlreiche Fallbeschreibungen. Leider sind diese untereinander kaum kompatibel, da deren Erhebung und Darstellung bisher nicht standardisiert erfolgten. Dazu kommt, dass in den meisten Fällen nur die subjektiven Symptombeschreibungen der Betroffenen erhoben wurden, die der Aussenstehende glauben kann oder nicht, oder dann sind nur vereinzelte Parameter objektiviert, deren Anzahl ungenügend für die zuverlässige Darstellung eines Gesamtbildes ist. Das bisherige Bild von EMISS ist deshalb unspezifisch.
Wenn das Ziel ist, Glauben durch Wissen zu ersetzen, dann sind Genauigkeit und breiter Umfang der Untersuchung der Einzelfälle umso wichtiger, als EMISS analog zu Krankheiten wie Migräne recht unterschiedliche Erscheinungsformen hat. Migräne ist ebenfalls eine Störung des autonomen bzw. vegetativen Nervensystems sowie gleichzeitig des endokrinen Systems. Bei Migräne gibt es Formen mit oder ohne Aura, mit oder ohne Phosphene, sogar mit oder ohne Schmerzen, kurzzeitige und langdauernde Anfälle, mit mehr oder weniger Einschränkung kognitiver Fähigkeiten etc. Migräne wurde bisher mit grossem Aufwand erforscht, und trotz unterschiedlicher Erscheinungsformen konnte sie spezifisch definiert werden. Mit eben so grossem Erfolg werden Medikamente gegen Migräne verkauft. Leider ist die Interessenlage bei derjenigen Industrie, welche bekanntlich die Forschung zur elektromagnetischen Strahlung finanziert, diametral umgekehrt wie bei der Kopfwehmittelindustrie.
Sunset schlägt vor, bei den Probanden jeweils gleichzeitig auch Versuchsanordnungen zu wiederholen, welche bisher einwandfreie darstellbare Reaktionen des Körpers auf genau definierte Strahlung ergeben haben, beispielsweise Versuche in Zürich mit GMS-Frequenzen. Diese Vorgehensweise dient quasi der Eichung der neuen Versuchsanordnung, wobei zu berücksichtigen ist, dass von EMISS Betroffene teilweise anders reagieren als die gesunden und jungen Probanden, welche zu den alten Versuchanordnungen beigezogen wurden, ja dass eben gerade die abweichende Reaktion das Kennzeichen von EMISS ist.
Natürlich sind bei den vorgeschlagenen Untersuchungen ethische Kriterien anzuwenden, und die Betroffen sind möglichst zu schonen. Da das elektromagnetische Frequenzspektrum insgesamt sowie die Art der Strahlung sehr breit gestreut sind, geht es nicht anders, dass die Patienten gefragt werden, bei welchen elektronischen Geräten und Installationen sie ihre Symptome erleben, so dass gezielt untersucht werden kann.
Zum Beitrag von Klaus: Da es heute keinen zivilisierten Ort mehr ohne elektromagnetische Strahlung gibt, können wissenschaftlich einwandfreie Messungen von objektivierten Parametern nur in der künstlichen Abschirmung einer Laborumgebung durchgeführt werden. Das gilt speziell für Untersuchungen, welche vegetative, endokrine und weitere Zustände und Änderungen des menschlichen Organismus vor Einschalten der Strahlenquelle, während der Bestrahlung als auch nach Abschalten durch Messung objektivieren. Es ist weit herum bekannt, dass es von EMISS Betroffenen nach unterschiedlich langer Zeit in den meisten Fällen besser geht, nachdem sie sich genügend weit von Strahlenquellen entfernt haben; leider ist das meist "nur" eine subjektive Feststellung und reicht nicht aus für die wissenschaftliche, objektive Definition von EMISS.
Fortsetzung folgt.
Zum Krankheitsbild von EMISS gibt es weit verstreut bereits sehr zahlreiche Fallbeschreibungen. Leider sind diese untereinander kaum kompatibel, da deren Erhebung und Darstellung bisher nicht standardisiert erfolgten. Dazu kommt, dass in den meisten Fällen nur die subjektiven Symptombeschreibungen der Betroffenen erhoben wurden, die der Aussenstehende glauben kann oder nicht, oder dann sind nur vereinzelte Parameter objektiviert, deren Anzahl ungenügend für die zuverlässige Darstellung eines Gesamtbildes ist. Das bisherige Bild von EMISS ist deshalb unspezifisch.
Wenn das Ziel ist, Glauben durch Wissen zu ersetzen, dann sind Genauigkeit und breiter Umfang der Untersuchung der Einzelfälle umso wichtiger, als EMISS analog zu Krankheiten wie Migräne recht unterschiedliche Erscheinungsformen hat. Migräne ist ebenfalls eine Störung des autonomen bzw. vegetativen Nervensystems sowie gleichzeitig des endokrinen Systems. Bei Migräne gibt es Formen mit oder ohne Aura, mit oder ohne Phosphene, sogar mit oder ohne Schmerzen, kurzzeitige und langdauernde Anfälle, mit mehr oder weniger Einschränkung kognitiver Fähigkeiten etc. Migräne wurde bisher mit grossem Aufwand erforscht, und trotz unterschiedlicher Erscheinungsformen konnte sie spezifisch definiert werden. Mit eben so grossem Erfolg werden Medikamente gegen Migräne verkauft. Leider ist die Interessenlage bei derjenigen Industrie, welche bekanntlich die Forschung zur elektromagnetischen Strahlung finanziert, diametral umgekehrt wie bei der Kopfwehmittelindustrie.
Sunset schlägt vor, bei den Probanden jeweils gleichzeitig auch Versuchsanordnungen zu wiederholen, welche bisher einwandfreie darstellbare Reaktionen des Körpers auf genau definierte Strahlung ergeben haben, beispielsweise Versuche in Zürich mit GMS-Frequenzen. Diese Vorgehensweise dient quasi der Eichung der neuen Versuchsanordnung, wobei zu berücksichtigen ist, dass von EMISS Betroffene teilweise anders reagieren als die gesunden und jungen Probanden, welche zu den alten Versuchanordnungen beigezogen wurden, ja dass eben gerade die abweichende Reaktion das Kennzeichen von EMISS ist.
Natürlich sind bei den vorgeschlagenen Untersuchungen ethische Kriterien anzuwenden, und die Betroffen sind möglichst zu schonen. Da das elektromagnetische Frequenzspektrum insgesamt sowie die Art der Strahlung sehr breit gestreut sind, geht es nicht anders, dass die Patienten gefragt werden, bei welchen elektronischen Geräten und Installationen sie ihre Symptome erleben, so dass gezielt untersucht werden kann.
Zum Beitrag von Klaus: Da es heute keinen zivilisierten Ort mehr ohne elektromagnetische Strahlung gibt, können wissenschaftlich einwandfreie Messungen von objektivierten Parametern nur in der künstlichen Abschirmung einer Laborumgebung durchgeführt werden. Das gilt speziell für Untersuchungen, welche vegetative, endokrine und weitere Zustände und Änderungen des menschlichen Organismus vor Einschalten der Strahlenquelle, während der Bestrahlung als auch nach Abschalten durch Messung objektivieren. Es ist weit herum bekannt, dass es von EMISS Betroffenen nach unterschiedlich langer Zeit in den meisten Fällen besser geht, nachdem sie sich genügend weit von Strahlenquellen entfernt haben; leider ist das meist "nur" eine subjektive Feststellung und reicht nicht aus für die wissenschaftliche, objektive Definition von EMISS.
Fortsetzung folgt.