Was beweisen Bioelectromagnetics-Studien?

Wuff

Was beweisen Bioelectromagnetics-Studien?

Beitrag von Wuff » 20. März 2011 17:20

Mit der Studie von Danker-Hopfe hat nun die möglicherweise letzte Studie des Deutschem Mobilfunk Forschungsprogramms DMF die höheren Weihen einer begutachteten Publikation in einem englischsprachigen wissenschaftlichen Journal erhalten, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 3/abstract . Die englische Kurzfassung kann nur gegen Geldzahlung eingesehen werden, und bringt wohl auch nichts Neues (Obwohl: Lerchls "Hamsterstudie" umfasste gemäss der deutschen Fassung für die deutsche Öffentlichkeit 500 Expositionen, während die englische Fassung im wissenschaftlichen Journal für die kritischen Fachleute nur 320 Expositionen nannte). Die ausführliche Fassung der erwähnten Studie von Danker-Hopfe in Deutsch liegt seit längerer Zeit vor, http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... 080_AB.pdf .

Die Fragestellung der Studie war, ob die elektromagnetischen Felder bei längeren Mobiltelefongesprächen bei jungen, kerngesunden und kräftigen Männern messbare Effekte bewirken. Der Anteil der untersuchten Personengruppe an der Gesamtbevölkerung ist gering. Vereinfacht ausgedrückt: Die Altersgruppe von 25 bis 30 Jahren hat circa 14 Prozent Anteil, davon sind circa 50 Prozent männlich, von den verbleibenden circa 7 Prozent erfüllen maximal circa 50 Prozent die Einschluss- und Ausschlusskriterien, so dass die Studie eine Aussage zu einem Ausschnitt aus der Gesamtbevölkerung treffen kann, der maximal circa 3 Prozent Anteil hat. Dieser sorgfältig abgegrenzte Ausschnitt aus der Bevölkerung ist in keiner Weise repräsentativ für die Frage, ob EMF die kognitive Leistungsfähigkeit der Bevölkerung beeinträchtigen können. Die Studie hat lediglich die implizite Frage beantwortet, ob es kleine Ausschnitte aus der Bevölkerung gibt, welche bei EMF-Einflüssen keine messbare Reaktion zeigen, weil ihr Organismus die biologischen Effekte so herunterregelt, dass der Neutralzustand (baseline) nicht in messbarem Ausmass verlassen wird.

Die Studie beweist,
  • dass ein nach Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand bestimmbarer Ausschnitt aus der Bevölkerung existiert, bei dem es wenig wahrscheinlich ist (p < 5%) ist, dass darunter Personen sind, die überraschend auf EMF reagieren, nachdem aus der Gruppe diejenigen bereits ausgeschlossen waren, die auf EMF reagieren. Die Ein- und Ausschlusskriterien für die Probandenselektion waren nämlich so gestaltet, dass so genannte „Elektrosensible“ in jedem Fall ausgeschlossen wurden, so dass es gar nicht mehr erforderlich war, dieses Ausschlusskriterium auch noch explizit abzufragen.
Die Studie beweist hingegen nicht,
  • dass es keine Menschen gibt, die auf EMF reagieren. Ältere, schwächere, kränkere und weibliche Menschen wurden nämlich ausgeschlossen, sowie überhaupt alle, die vor dem Experiment auf EMF reagiert hatten.
  • dass ganz andere Frequenzen als die untersuchten Mobilfunkfrequenzen sehr wohl kognitive Beeinträchtigungen selbst beim untersuchten kleinen Ausschnitt aus der Bevölkerung bewirken können.

Immerhin war bei dieser Studie die Art der Bestrahlung klar bestimmt, nämlich (neben UMTS) eindeutig ein GSM-Mobiltelefon. Es ist also möglich, dieses klar darzustellen, Seite 99 von http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... 080_AB.pdf .


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Lerchl hat die Art der Bestrahlung in seiner „Hamsterstudie“ nicht offen gelegt (oberes Drittel von viewtopic.php?p=50307#50307 ), so dass im EMF-Portal http://www.emf-portal.de/viewer.php?sid ... &aid=12923 heute 20. März 2011 zwar unter „Exposition Befeldung“ nicht mehr krass falsch „digitales Mobitelefon/GSM“ statt richtig „Basisstation/GSM“ erscheint, sondern so schwammig, dass ebenfalls noch falsch, „Allgemeine Kategorie: Mobilkommunikationssystem, GSM“. Diese Kategorisierung ist orignell und bemerkenswert, denn eine GSM-Strahlung weist nur entweder die Charakteristika von Basisstationen oder von Mobiltelefonen auf, etwas Drittes gibt es nach dem GSM-Standard nicht.

Aber das Design von Lerchls Experiment war ohnehin so verkorkst, dass es zum Einfluss von Mobilfunkstrahlung auf das Hormonsystem des Menschen von Anfang an nichts aussagen konnte, sondern lediglich bestätigte, dass starke Mikrowellenbestrahlung physiologisch wirksam ist, dass also Mikrowellen thermische Effekte bewirken. Dieses war und ist aber den Mikrowellenbesitzern und -nutzern unter uns auch ohne Lerchls Experiment bekannt. (Abbildungen der aufwändigen Mikrowellenbestrahlungsanlage, mit welcher Lerchl der Nachweis der Existenz thermischer Effekte gelungen ist, auf Seiten 6 und 7 von http://www.emf-forschungsprogramm.de/ho ... B_korr.pdf .) Wenn es nur um diesen banalen Nachweis geht, aber auch für den Nachweis der Gleichheit bzw. Identität von {(SAR = 2,7 W/kg) = (SAR = 2,7 W/kg)} ist auch die genauere Charakteristik der Strahlung nicht erforderlich.