© St. Galler Tagblatt; 06.11.2004
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Zwischen Verharmlosung und Angstmacherei
Tagung der Forschungsstiftung Mobilkommunikation - Wie sind allfällige Folgen der Strahlung wissenschaftlich festzuhalten?
Über die Auswirkung elektromagnetischer Felder auf den Menschen gibt es mehr Fragen als Antworten. Schon die Frage, ob Bevölkerungsstudien überhaupt Sinn machen, ist umstritten.
Bruno KNellwolf/Zürich
Schaden Mobilfunkantennen unserer Gesundheit? Die Frage ist zentral und löst Diskussionen und Emotionen in alle Himmelsrichtungen aus. Die Forschungsstiftung Mobilkommunikation der ETH Zürich rief Skeptiker und Befürworter an den gleichen Tisch. Dabei stand allerdings nicht die obige zentrale Frage im Vordergrund. In einer Vorstufe wurde darüber diskutiert, ob es überhaupt möglich sei, aussagekräftige Feldstudien zur Elektrosensibilität zu machen. Und ob der Aufwand dafür gerechtfertigt sei. Der Präsident der Comcom, Fulvio Caccia, hat seine Zweifel.
Unspezifische Symptome
«Meine Sicht ist geprägt durch meine Erfahrungen in der Arzt-praxis», sagt Bernhard Aufdereggen, Vorstand von Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz. Er erzählt von Betroffenen, welche über Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Nervosität klagen. «Es gibt solche unspezifischen Symptome», sagt er und fügt an, dass er nicht wisse, was er den Betroffenen raten solle. Epidemiologische Untersuchungen müssten deshalb unbedingt durchgeführt werden. Elektrosensibilität könne nur durch Bevölkerungsstudien festgestellt werden. Zudem gebe es bereits Studien, welche zeigten, dass durch Strahlung biologische Effekte ausgelöst würden.
Wie weit und ob überhaupt diese Effekte gesundheitsschädigend sind, weiss allerdings auch Aufdereggen nicht. Deshalb müssten die offenen Fragen um den Zusammenhang mit Leukämie und Tumorbildung geklärt werden. «Vielleicht sind die Auswirkungen erst in zehn bis dreissig Jahren sichtbar», sagt Aufdereggen. Neue Techniken müssten deshalb strengen Vorsorgeprinzipien unterliegen. Ein langsameres Tempo bei der Einführung neuer Technologien wäre anzustreben.
Das Kundenbedürfnis, immer erreichbar zu sein, bestehe, sagt dazu der CEO von Swisscom Mobile, Carsten Schloter. Die technische Entwicklung laufe in der Realität immer schneller und auch er frage sich mit Blick auf seine Kinder manchmal, ob es das alles brauche. Sich dieser Entwicklung zu entziehen, falle allerdings immer schwerer. Deshalb sei er auf jeden Fall für eine Förderung der Forschung und für epidemiologische Studien. In dieser Diskussion bestehe die Gefahr der Verharmlosung wie auch der Angstmacherei, eine Versachlichung sei vonnöten.
Gesellschaftlicher Konsens
Fulvio Caccia spricht von einem gesellschaftlichen Konsens, mit dem Risiko zu leben; das gelte auch für den Mobilfunk. Schliesslich lanciere auch niemand eine Volksinitiative für ein Verbot des Strassenverkehrs, obwohl es dort laufend Todesopfer gebe. Die Gefahr durch Mobilfunkantennen sei nicht wissenschaftlich nachgewiesen, und die Grenzwerte würden in der Schweiz deutlich unterschritten. Die Strahlung durch ein Handy am Ohr sei viel höher als durch eine Basisstation.
Zur Machbarkeit von epidemiologischen Studien über mögliche Gesundheitseffekte durch Basisstationen gibt es eine neue Studie, welche Georg Neubauer von der ARC Seibersdorf research GmbH vorstellt. Deren Resultate müssen allerdings erst noch wissenschaftlich publiziert werden. Festgestellt wurde, dass grosse Wissenslücken bestünden und deshalb solche Studien schwer durchzuführen seien. Trotzdem seien in erster Priorität Laborstudien empfehlenswert, auf welchen schliesslich qualitativ genügende Feldstudien aufgebaut werden könnten.
Bis dahin werden einige Jahre ins Land ziehen, die Handys weiterhin heiss laufen und die Basisstationen zum Strahlen bringen. Die Gemüter werden in Wallung bleiben, die Zahl der Antennen ansteigen.
Tagung der Forschungsstiftung Mobilkommunikation - Wie sind
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Elisabeth Buchs
Re: Tagung der Forschungsstiftung Mobilkommunikation - Wie s
Die Aussagen von Fulvio Caccia von der Com Com sind sehr unerfreulich.
Z.B. ob der Aufwand gerechtfertigt sei für aussagekräftige Feldstudien zur Elektrosensibilität.
Die Mobilfunker haben in keiner Weise ein Interesse an aussagefähigen Studien, sie sorgen schon dafür, dass so gesucht wird, dass garantiert nichts gefunden wird und das lässt sich problemlos bewerkstelligen. Ich könnte problemlos einen Test erfinden, der zeigen würde, dass ich überhaupt nicht elektrosensibel bin. Die Aussage, ob der Aufwand gerechtfertigt sei, zeigt auch einige Menschenverachtung, bzw. für die Menschen, die das nicht vertragen, lohnt sich der Aufwand nicht, die werden geopfert.
Dann der gesellschaftliche Konsens, mit dem Risiko zu leben:
Gestern Abend rief mich eine schwer elektrosensible jünger Frau an, mit übrigens nur einer Amalgam-Plombe, doch das nur nebenbei. Sie schläft bereits unter einem doppelschichtigen Swiss Shield-Baldachin, nun haben zwei Nachbarn DECT-Telefone angeschafft, diese kommen mit ihren Nadelpulsen teilweise durch die Abschirmung durch. Sie fühlt sich seither schlechter. Sie versuchte eine neue Wohnung zu finden, testete sie, nach kurzer Zeit ging es ihr dort so elend, dass sie weggehen musste, nur weil diese Wohnung etwas höher oben ist und Mobilfunkantennen stärker reinkommen.
An ihrem Arbeitsplatz geht es ihr bis jetzt noch gut, doch was wenn die Telefonanlagen erneuert und durch "praktische" DECT-Schnurlostelefone ersetzt werden.
Die Frau leidet unter Schlafproblemen, nicht erholsamem Schlaf, Problemen mit den Ohren, Vibrieren im ganzen Körper. Sie wird zunehmend depressiv. In die Ferien geht sie bereits nicht mehr.
Sie realisiert immer mehr, wie schlimm das Elektrosmog-Problem für ihr Leben ist, hat Zukunftsangst, denkt, was soll ich nur tun, wenn alles noch schlimmer kommt, sie hat noch ihr halbes Leben vor sich.
Von mir erhofft sie sich Rat, ich fühle mich so hilflos, wenn ich so etwas höre. Ich kann ihr nur sagen, sie solle jeden Tag für sich allein nahmen, wie ich es auch mache und dass wir dranbleiben müssen und kämpfen.
Dann lese ich solche Texte wie den von Herrn Caccia "mit dem Risiko leben". Entweder ist der Elektrosmog für alle Leute, wenn auch nicht in gleichem Ausmass ungesund und dann sollten Lösungen wie drastische Grenzwertsenkungen und Suche nach verträglicheren Lösungen gesucht werden. Oder es sind nur einige wenige und dann sollten wenigstens Menschenschutzgebiete oder biologische Lösungen zur Reduktion der Sensibilität gesucht werden. Doch alles mit Antennen und anderem Elektrosmog zupflastern und die Elektrosensiblen elend zugrunde gehen lassen, das kann doch nicht wahr sein.
Und zum Schluss noch die vielgehörte Bemerkung, dass die Strahlung durch ein Handy am Ohr viel höher sei als durch eine Basisstation. Technisch gesehen stimmt das natürlich. Doch erstens kann man es sich aussuchen, ob und wie lange und unter welchen Empfangsbedingungen man mit einem Handy telefoniert und zweitens spielt die Zeitdauer der Einwirkung von Elektrosmog eine entscheidende Rolle. Für kurze Zeit kann ich überall hingehen, doch vor allem der Ort, wo man die Nacht verbringt, sollte möglichst elektrosmogarm sein.
Die Haltung der Aerzte in diesem Text scheint mir auch typisch. Dass sie nicht wissen, was sie den Betroffenen raten sollen. Wir haben zuerst den Aerzten für Umweltschutz eine Einladung zu unserem Elektrosmog-Kongress eingereicht mit der Bitte, uns Adress-Etiketten zu schicken. Dies wurde in einem kurzen Mail abgelehnt. Dann haben wir die gleiche Bitte an den FMH gerichtet. Leider steht die Antwort bis heute aus. Über die Gründe dieser Haltung kann, wer will, mim Mutmassungen anstellen. .
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Z.B. ob der Aufwand gerechtfertigt sei für aussagekräftige Feldstudien zur Elektrosensibilität.
Die Mobilfunker haben in keiner Weise ein Interesse an aussagefähigen Studien, sie sorgen schon dafür, dass so gesucht wird, dass garantiert nichts gefunden wird und das lässt sich problemlos bewerkstelligen. Ich könnte problemlos einen Test erfinden, der zeigen würde, dass ich überhaupt nicht elektrosensibel bin. Die Aussage, ob der Aufwand gerechtfertigt sei, zeigt auch einige Menschenverachtung, bzw. für die Menschen, die das nicht vertragen, lohnt sich der Aufwand nicht, die werden geopfert.
Dann der gesellschaftliche Konsens, mit dem Risiko zu leben:
Gestern Abend rief mich eine schwer elektrosensible jünger Frau an, mit übrigens nur einer Amalgam-Plombe, doch das nur nebenbei. Sie schläft bereits unter einem doppelschichtigen Swiss Shield-Baldachin, nun haben zwei Nachbarn DECT-Telefone angeschafft, diese kommen mit ihren Nadelpulsen teilweise durch die Abschirmung durch. Sie fühlt sich seither schlechter. Sie versuchte eine neue Wohnung zu finden, testete sie, nach kurzer Zeit ging es ihr dort so elend, dass sie weggehen musste, nur weil diese Wohnung etwas höher oben ist und Mobilfunkantennen stärker reinkommen.
An ihrem Arbeitsplatz geht es ihr bis jetzt noch gut, doch was wenn die Telefonanlagen erneuert und durch "praktische" DECT-Schnurlostelefone ersetzt werden.
Die Frau leidet unter Schlafproblemen, nicht erholsamem Schlaf, Problemen mit den Ohren, Vibrieren im ganzen Körper. Sie wird zunehmend depressiv. In die Ferien geht sie bereits nicht mehr.
Sie realisiert immer mehr, wie schlimm das Elektrosmog-Problem für ihr Leben ist, hat Zukunftsangst, denkt, was soll ich nur tun, wenn alles noch schlimmer kommt, sie hat noch ihr halbes Leben vor sich.
Von mir erhofft sie sich Rat, ich fühle mich so hilflos, wenn ich so etwas höre. Ich kann ihr nur sagen, sie solle jeden Tag für sich allein nahmen, wie ich es auch mache und dass wir dranbleiben müssen und kämpfen.
Dann lese ich solche Texte wie den von Herrn Caccia "mit dem Risiko leben". Entweder ist der Elektrosmog für alle Leute, wenn auch nicht in gleichem Ausmass ungesund und dann sollten Lösungen wie drastische Grenzwertsenkungen und Suche nach verträglicheren Lösungen gesucht werden. Oder es sind nur einige wenige und dann sollten wenigstens Menschenschutzgebiete oder biologische Lösungen zur Reduktion der Sensibilität gesucht werden. Doch alles mit Antennen und anderem Elektrosmog zupflastern und die Elektrosensiblen elend zugrunde gehen lassen, das kann doch nicht wahr sein.
Und zum Schluss noch die vielgehörte Bemerkung, dass die Strahlung durch ein Handy am Ohr viel höher sei als durch eine Basisstation. Technisch gesehen stimmt das natürlich. Doch erstens kann man es sich aussuchen, ob und wie lange und unter welchen Empfangsbedingungen man mit einem Handy telefoniert und zweitens spielt die Zeitdauer der Einwirkung von Elektrosmog eine entscheidende Rolle. Für kurze Zeit kann ich überall hingehen, doch vor allem der Ort, wo man die Nacht verbringt, sollte möglichst elektrosmogarm sein.
Die Haltung der Aerzte in diesem Text scheint mir auch typisch. Dass sie nicht wissen, was sie den Betroffenen raten sollen. Wir haben zuerst den Aerzten für Umweltschutz eine Einladung zu unserem Elektrosmog-Kongress eingereicht mit der Bitte, uns Adress-Etiketten zu schicken. Dies wurde in einem kurzen Mail abgelehnt. Dann haben wir die gleiche Bitte an den FMH gerichtet. Leider steht die Antwort bis heute aus. Über die Gründe dieser Haltung kann, wer will, mim Mutmassungen anstellen. .
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
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Marianne
Re: Tagung der Forschungsstiftung Mobilkommunikation - Wie s
Ich wundere mich immer wieder, wie von sonst ernst zu nehmenden Leuten ständig wiederholt wird, das Handy am Ohr sei gefährlicher als die Antennen. Grad so, als ob mit dem Handy 24 Stunden am Tag telefoniert würde. Und erst nur von Leuten, die das explizit selbst wollen.
Wer im Umkreis einer Antenne wohnt, wird 24 Stunden bestrahlt, aber nicht, weil er es will, sondern weil diejenigen, die auf ihr Plapperphon nicht verzichten wollen, dies ihren Mitmenschen zumuten.
Marianne
Wer im Umkreis einer Antenne wohnt, wird 24 Stunden bestrahlt, aber nicht, weil er es will, sondern weil diejenigen, die auf ihr Plapperphon nicht verzichten wollen, dies ihren Mitmenschen zumuten.
Marianne