Forum Mobil zu Elektrosensibilität

mips

Forum Mobil zu Elektrosensibilität

Beitrag von mips » 2. Dezember 2004 19:33

Die Meinung der Experten tendiert dazu, die Elektrosensibilität als psychische Reaktion auf ungewohnte Erscheinungen in der Umwelt zu betrachten. Dringliche Aufgabe der Forscher ist es, die Physiologie und Pathophysiologie des Phänomens "Elektrosensibilität" aufzuklären. Allerdings konnten alle bisherigen Forschungsansätze, wie z. B. die Interpretation der Eletrosensibilität als "neurocirculatory disease" oder als gesteigerte Irritabilität des Zentralnervensystems das Rätsel letztlich nicht lösen. Dem Arzt in der Praxis muss geraten werden, seine Patienten ernst zu nehmen, ihr soziales und physikalisches Umfeld in die Betrachtung einzubeziehen und sich alternativmedizinischen Methoden nicht zu verschliessen.

Zusammenfassung:
Das Problem der subjektiv empfundenen Elektrosensibilität ("self-reported electromagnetic hypersensitivity") ist in der modernen Industriegesellschaft noch immer ungelöst. Nach wie vor fehlen medizinische oder biologische Indikatoren sowie Untersuchungsverfahren, mit denen sich die Existenz dieser Befindlichkeitsstörung beweisen liesse. So hatte der Vergleich der Hormonkonzentration (beispielsweise des "Schlafhormons" Melatonin) im Blut sowie weiterer Blutwerte bei subjektiv elektrosensiblen Menschen und gesunden Kontrollpersonen bislang keine relevanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen ergeben. Es geht also darum, eine Möglichkeit zu finden, um die Existenz der Elektrosensibilität zu objektivieren, falls sie denn überhaupt als eigenständiges Krankheitsbild existieren sollte.
Die Thematik wurde in den skandinavischen Ländern in den achtziger Jahren aktuell, als man dort im Rahmen arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen und Betreuungsmassnahmen der Arbeitnehmer neue Einblicke in die Entstehung des hypothetischen Krankheitsbildes der Elektrosensibilität anstrebte. Mittlerweile interessieren sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen einschliesslich Selbsthilfegruppen von Umwelterkrankten und Bürgerinitiativen zunehmend für dieses Thema. Deshalb werden Elektrotechniker und Mediziner ebenso wie Biologen, Psychologen und Sozialwissenschaftler zunehmend in die Forschung auf diesem Gebiet eingebunden.
Elektrosensibilität kann auch als die hypothetische Fähigkeit betrachtet werden, Felder weit unterhalb technischer Grenzwerte wahrzunehmen, wobei durchaus auch negative Empfindungen und neben Kribbelgefühlen weitere Dysästhesien bis hin zu neurologischen Störungen assoziiert werden können. Zudem leiden die Betroffenen unter mangelndem Verständnis von Verwandten und Bekannten. Kurzum: Das Phänomen wurde noch nicht ausreichend erforscht.