sunset wrote:
" Obwohl die wirkliche Distanz jedes einzelnen Befragten zur nächsten Basisstation erfasst wurde und den Studienverfassern genau bekannt ist, wurde im Bericht aber nicht angegeben, ob diejenigen, die sich beeinträchtigt fühlen, auch tatsächlich und nicht nur vermutlich in der Nähe einer Basisstation wohnen. "
Wer es noch nicht bemerkt hat: es handelt sich um einen Zwischenbericht, dazu später mehr.
"Im Bericht 2 wurde auf Seite 29 ausgewertet, dass die Vermutung der Befragten über die Distanz zur nächsten Basisstation - wenn 500 Meter als Grenze zwischen Nähe und Ferne angenommen werden – mehrheitlich richtig war."
Wie kommen sie denn bitte darauf? Nun hängt vielleicht davon ab wie man "mehrheitlich richtig" so definiert. Von den ca. 15 000 Betroffenen, also Befragte deren Haushalte innerhalb der 500m lagen, konnten das exakt 3651 richtig einschätzen. Wie auch ausdrücklich im Bericht erwähnt macht das gerade mal rund 25% der betroffenen Haushalte aus! Hingegen sagten 7168 Befragte, irrtümlicherweise dass sie weiter weg wohnen bzw. 5278 wussten es schlichtweg nicht.
Auf der anderen Seite wussten ca. 60% der Befragten, dass sie weiter als 500m entferrnt wohnen und dies traf auch tatsächlich zu.
Bezogen auf die Gesamtheit der Stichprobe muss man diese Prozentzahlen natürlich nochmal halbieren, dann haben wir also 42% Treffer und 58% Nieten (exakte Werte aus Tabelle 9, S. 29) Lotto würde ich mit dieser Verteilung gerne spielen, Russisches-Roulette dann doch eher weniger
Damit wollen Sie also "die Vermutung zu bestätigen, dass die Beschwerden häufiger in der Nähe als in der Ferne von Basisstationen auftreten." ???
Mehr als gewagt würde ich mal sagen, zumal dann ja gerade die Leute im Nahfeld sogar eine höhere Trefferquote erzielen müssten.
"Dass die Distanz nicht der alleinige Faktor für die Leistungsflussdichte in einer Wohnung ist, ist banal;"
Na wunderbar, warum stellen sie dann trotzdem unhaltbare Prämissen (Nr. 4) auf?
Und genau dieser von Ihnen ja offenbar erkannte banale Fakt erklärt auch warum diese Distanzen bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Sie lassen schlichtweg keine zuverlässigen Schlüsse zu! Und genau deshalb wird ja in der noch verbleibenden 3. Projektphase eine exakte Bestimmung der Exposition von 3000 Haushalten vorgenommen.
Dann, und erst dann(!) lassen sich nämlich die wirklich interessanten und von ihnen auch zu Recht aufgeworfenen Fragen adäquat beantworten.
Dies steht auch klipp und klar so im Ausblickskapitel des Zwischenberichts (S. 34)
1. Gibt es eine Assoziation zwischen der objektivierbaren HF-Exposition durch Mobilfunkbasisstationen
und berichteten subjektiven Beschwerden?
2. Gibt es eine Assoziation zwischen der Besorgnis um mögliche negative gesundheitliche
Auswirkungen der hochfrequenten Felder von Mobilfunkbasisstationen und berichteten
subjektiven Beschwerden?
Warten wir also den End(!)-Bericht der Studie ab - Geduld und Langmut hiess doch hier das Thema...
Davor lässt sich Ihre These auch beim besten Willen nicht mit den Zwischenergebnissen dieser Studie untermauern.