von Elisabeth Buchs » 20. Juli 2008 07:29
Doris hat geschrieben:Ich halte es für unberechtigt, wenn von Unbetroffenen, welche nicht wissen, was Elektrosensibilität bedeutet, auf kalte Art die Elektrosensiblen kritisiert werden und irgendwelches ihnen genehmes Wohlverhalten erwartet wird.
Was mir übrigens noch sehr wichtig ist..... Die Mitglieder meiner BI sind übrigens alle überzeugt davon, dass es elektrosensible Menschen gibt, zweifeln weder deren Existenz noch die Anzahl an. Ich muss fairerweise einräumen, dass ich aufgrund meiner Arbeit dieses Thema kritischer hinterfrage, als die anderen in meiner BI. Allerdings ist in unserer BI ob es nun viele oder wenige ES gibt, eher selten das Thema, das lassen wir einfach so stehen. Das war mir jetzt wichtig, Ihnen mitzuteilen, nicht dass dies falsch verstanden wird.
Was mir nicht klar ist, wie Sie wenn Sie nur den erwähnten ES persönlich kennen und diejenigen im Internet nicht recht einschätzen können zur Schlussfolgerung kommen "sondern dass ich seine Eigenschaften bei sehr vielen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, antreffe".
Hier stellt sich grundsätzlich die Frage, ab wann kann man sich als elektrosensibel bezeichnen. Der Mann ist nicht der einzige, der behauptet elektrosensibel zu sein, sondern da kenne ich schon noch ein paar andere. Aber die konnten nach Entfernen der Störquelle ein völlig unproblematisches Leben führen. Ich selber unterscheide zwischen schlechter Erfahrung mit Funktechnik (wie bei mir) und den wirklich Elektrosensiblen, die an den meisten Tagen Beschwerden haben und deren Leben dadurch stark eingeschränkt ist. Mir fällt auch auf, dass manche Betroffene, die ich kenne, ganz streng darauf bestehen, nicht elektrosensibel zu sein, sondern einfach Reaktionen auf die Nutzung dieser Technik gezeigt zu haben. Ich kenne insgesamt 4 Menschen, die unter Symptomen leiden und diese eindeutig und eben auch ausschließlich auf die Funktechnik zurückführen, und dann noch 4, die Erfahrung mit dem DECT gemacht haben.
Bei dem Thema Elektrosensibilität muss m.E. einfach die Frage erlaubt sein, ist es psychisch oder physisch. Die Konfrontation mit der Psyche widerfährt den ES ja immer wieder. Aus diesem Grund stellt sich mir dann natürlich auch die Frage, reagieren die Menschen psychisch auffällig, als Folge der Behandlung, die sie in der Gesellschaft erfahren, oder sind sie tatsächlich psychisch angeschlagen und flüchten sich in eine ES. Schließen Sie persönlich bei den Schilderungen von ES, die Sie entweder persönlich kennen, oder über die Sie im Netz lesen jegliche psychische Auffälligkeit aus, oder lassen Sie diesen Gedanken teilweise auch zu?
Mit Eigenheiten meine ich, diese Art zu reagieren, dramatisch, leidend und verzweifelt die fallen mir bei vielen Schilderungen auf. Und oft eben auch eine gewisse aggressive Reaktion, wenn man sie kritisch hinterfragt und das Fixieren auf die Sender und das Nicht-Zulassen von anderen Einflüssen.
Der Streit unter Kritikern ist an einem kleinen Ort, wieviele sind denn die sogenannten K2? Ein Kern von etwa vier Leuten, zwei davon anoym und/oder frustierte Wenigschreiber.
Sie stellen den K2 Kritikern kein gutes Zeugnis aus. Reduzieren Sie diese auf deren Umgang mit den ES oder sehen Sie auch Positives, bei diesen Kritikern, die sich m.E. aus einer Weiterentwicklung herausbilden? Ich selber unterscheide bei den Kritikern in diejenigen, die alles zulassen und nicht Erkenntnisse, die nicht genehm sind, als "gekauft" abtun. Für mich ist ein ernstzunehmender Kritiker jemand, der bereit ist, sich weiterzuentwickeln und in regelmäßigen Abständen seine Position hinterfragt und auch ggf. seine Blickrichtung ändert. Der sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt, da er immer damit rechnen muss, von seinem bisher Vertretenen abzukommen und der auch in der Lage ist offen zuzugeben, das sehe ich heute nicht mehr so wie damals. Allerdings unterscheide ich auch zwischen Mobilfunkkritiker und ES, wobei letzere beides sein können bzw. sind. Aber ein Betroffener handelt ja aus einer ganz anderen Situation heraus.
Z.B. ist Dr. Neitzke vom ECOLOG Institut für mich einer der wenigen sehr seriösen Kritiker und er hat mit den Aktiven sehr wenig gemeinsam und man sieht ihn nie mit den anderen Kritikern zusammen. Da es sicherlich immer sehr schwierig ist, sich bei diesem Engagement nicht von den Betreiberaussagen blenden zu lassen, ist er für mich einer der wenigen, an dem ich mich orientieren würde, auch wenn er seine Haltung verändert.
Für unrecht halte ich übrigens auch die bei fast jeder Studie mitgelieferten tendenziösen Psychofragebogen und wenn z.B. das Design schon entsprechend auf Bedenken und sonstige andere Ursachen angelegt wird.
D.h. Sie sind der Meinung, ein Begutachtung des psychischen Zustandes hat bei dem Thema ES gar nichts zu suchen? Das würde dann für mich bedeuten, Sie betrachten psychische Auffälligkeiten bei Menschen, die Ihnen auch in den Foren begegnen ausschließlich als Reaktion auf die Behandlung die diese erfahren oder aber als Reaktion auf die Beschwerden. Ein Missbrauchen des noch nicht eindeutig geklärten Krankheitsbildes ES durch psychisch labile Menschen schließen Sie aus? Das sehe ich nicht so. Ich bin mittlerweile mehr davon überzeugt, dass manche Menschen mehr ein psychisches als ein physisches Problem haben. Deshalb ist es ja auch so, dass ich zwar nach wie vor nicht meine Einstellung geändert habe, dass es sehr wohl Elektrosensible gibt, aber an der Anzahl zweifle ich. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass es hier eine Dunkelziffer gibt und vielleicht sind das genau die Menschen, die sich einfach deshalb nicht outen wollen, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, dass sie als verrückt angesehen werden können. Aus diesem Grund muss auch sehr stark daran gearbeitet werden, wie die ES in der Öffentlichkeit dastehen, und gerade eine Frau Dr. Waldmann-Selsam trägt durch ihre sicherlich gutgemeinte, aber dramatisierende und hysterische Art gar nicht dazu bei, dass sich hier was ändert.
Ich kenne übrigens keinen Betroffenen, dessen Beschwerden durch Handys entstanden sind, sollte jemand mitlesen, bei dem dies so war, bitte melden, jedoch solche die mit DECT von sich oder Nachbarn Probleme hatten/haben, mit W-Lan von Nachbarn oder am Arbeitsplatz, mit niederfrequenten Feldern und solche mit Problemen mit Mobilfunkantennen oder mit mehreren der erwähnten Verursacher.
In den ganzen Studien (DMF Programm) an denen Menschen teilnahmen, die sich als elektrosensibel bezeichneten, haben die meisten angegeben auf ihr Handy reagiert zu haben. Und in den Foren begegnen mir vorwiegend Betroffene, die auf Basisstationen und DECT reagieren, aber eben auch auf DECT-Basisstationen und nicht auf das DECT-Mobilteil. Also immer auf deutlich schwächere Felder als sie durch körpernahe Geräte verursacht werden.
Auf Ihre Meldung zur anderen Sache bin ich gespannt, denn ich habe den Eindruck, dass sich seither in Ihrer Meinung etwas verändert hat.
Ja, aber das hat absolut nichts mit meiner Meinung zu den ES zu tun. Meine Meinung gegenüber den K1 Kritikern hat sich durch gewisse Erfahrung der letzten Monate verändert und dadurch bin ich einfach kritischer geworden, was sich vielleicht in meinen Beiträgen zeigt. Bei den ES fallen mir einfach immer wieder ein paar Dinge in deren Verhalten auf, die sich ähneln und deshalb habe ich hier einfach meine Meinung geändert, aber ausschließlich was die Anzahl betrifft. Ich glaube nicht mehr an die (aktuell) Tausenden und Abertausenden, die uns ständig suggeriert werden. Ich sehe einfach viele Menschen, umgeben von starker und schwacher Funktechnik und sie zeigen keinerlei Reaktion darauf, auch nicht wenn ich genau nachfrage.
Ich differenziere da schon zwischen ES und nicht betroffenen Kritikern, die sich den ES annnehmen. Die Vorgehensweise von Kritiker zu kritisieren ist für mich einfacher, weil ich meine Kritik mit Fakten belegen kann. Elektrosensible Menschen kann ich nur bedingt mit Fakten kommen, weil ich der Meinung bin, dass Ergebnisse von so manchen Studien zwar durchaus beweisen, dass eben viele Menschen gar nicht sensibel auf Elektrosmog reagieren, aber das ist nicht gleichbedeutend, dass z.B. Sie oder manche andere Menschen eben darauf reagieren. Deshalb ist das Thema "Elektrosensibilität" für mich nach wie vor ein nicht geklärtes Phänomen und Diskussionen darüber machen mir deshalb etwas Bauchweh, weil diese zwangsläufig Betroffene immer wieder mal verletzen können und das mag ich persönlich einfach nicht.
Gruß Doris
Hallo Doris
Zur Frage, ab wann man sich als elektrosensibel bezeichnen kann: als ich den Radiowecker, die Elektroheizung in einem Ferienchalet und den Computer mit Röhrenbildschirm am Arbeitsplatz nicht gut vertragen habe, habe ich mich noch nicht als elektrosensibel bezeichnet. Der eigentliche Ausbruch der schweren Elektrosensibilität fand Dez. 95 durch den Aufenthalt in einem erhöhten Magnetfeld durch Ausgleichsströme von bis 400 nT an meinem früheren Wohnort statt. Es gibt sicher verschiedene Schweregrade der Elektrosensibilität, welche das Leben unterschiedlich beeinflussen.
Schon gemäss der statistischen Wahrscheinlichkeit in der Gesamtbevölkerung wird es auch unter den Elektrosensiblen psychisch kranke Menschen geben. Jedoch wurde schon z.B. in der früheren Sowjetunion versucht, Regimekritiker als geistesgestört hinzustellen und in psychiatrischen Kliniken unterzubringen. Das Problem mit den psychischen Erkrankungen scheint mir, dass weniger eindeutig zu bestimmen ist, wann ein Mensch noch in den Normbereich psychischer Gesundheit fällt und wann nicht mehr. Ausserdem können die gesundheitlich negativen Auswirkungen von Elektrosmog Einfluss auf die Psyche haben. Die Betroffenen fühlen sich an elektrosmogbelasteten Orten schlecht und ihre Beschwerden reduzieren sich oder verschwinden ganz an Orten mit möglichst wenig Elektrosmog trotz all ihrer immer noch vorhandenen Eigenheiten.
Die Elektrosmog-Beschwerden können Auswirkungen haben wie eine schwere Erkrankung mit z.B. starkem Elendfühlen, massiver Schlaflosigkeit und starke Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen wie Migräne. Die Betroffenen wissen oft zuerst nicht, woher diese schlimmen Symptome kommen und sehen keine Möglichkeit auf Besserung. Haben Sie meist mühsam einen Zusammenhang herausgefunden mit dem Elektrosmog und sind umgezogen, haben abgeschirmt ua., merken sie, was sie für ein schwieriges bedrohtes und eingeschränktes Leben mit der ständigen Zunahme von Elektrosmog zu bewältigen haben ohne Hilfsmöglichkeiten durch die Regierungsverantwortlichen und oft noch Verunglimpfungen. In einer solchen Situation würden sich wohl manche dramatisch, leidend und verzweifelt verhalten. Wenn jemand endlich mühsam der Ursache seiner Beschwerden auf die Spur gekommen ist und z.B. bemerkt hat, dass die Beschwerden an elektrosmogarmen Orten bessern oder ganz verschwinden, ist es auch verständlich, dass sie nicht noch die typischen Befürwortersprüche von den andern Ursachen hören mögen. Wobei Betroffene natürlich schon durch Beobachtungen versuchen sollten, solche andern Ursachen auszuschliessen.
Meine negative Meinung über die sog. K2 bezieht sich vor allem auf die negative Einstellung gegenüber den sog. ES und den Aktiven. Bei einem geschickteren Vorgehen könnten die K2 durch ihre Nachdenklichkeit, ihr Hinterfragen und ihre Wahrheitssuche zur Verbesserung der Argumentation beitragen. Es sollte ihnen mehr bewusst sein, dass ihre Sicht der Dinge als Unbetroffene für andere Menschen nicht zutreffen muss. Dr. Neitzke war übrigens Referent an unserem allerersten Gigaherz-Kongress noch in Biel, ich sehe ihn noch vor mir, wie er z.B. von den schwachen, starken und konsistenten Hinweisen berichtet hat, was mir damals recht neu war und mein erstes Buch zur Elektrosmog-Thematik 1995 war von Ecolog.
Bei Elektrosensiblen-Studien sollte statt der Kurzzeitstudien in mehreren Durchgängen vor allem untersucht werden, was geschieht organisch bei diesen Menschen unter Elektrosmogeinfluss oder wo sind die Unterschiede zu Unbetroffenen. Die Psychofragebogen sollten wenn überhaupt als freiwilliger Teil von der übrigen Studie unabhängig vorhanden sein. Für mich sieht es sehr so aus, wie wenn von Anfang an z.B. schon bei der Nemesis-Studie versucht wurde, die Beschwerden von Betroffenen auf die Psyche abzuschieben, um den Ausbau der elektrosmog-verursachenden Technologien voranzutreiben.
Die Anzahl von Betroffenen kennt niemand, solange kein eindeutiger Elektrosensiblen-Test existiert mit Testung der ganzen Bevölkerung, kann man sich nur an die Aussagen von Prof. Klitzing 1 %, Prof. Leitgeb 2 % und verschiedene Umfrageergebnisse halten, 5 % in der CH, 9 % in Deutschland. Es ist unbestritten, dass es Menschen gibt, welche auf den Elektrosmog nicht so stark reagieren wie die Elektrosensiblen, wobei ein Zusammenhang mit der Zunahme von Zivilisationskrankheiten, Schlafstörungen und Kopfschmerzen bestehen könnte.
Elisabeth Buchs
[quote="Doris"][quote]Ich halte es für unberechtigt, wenn von Unbetroffenen, welche nicht wissen, was Elektrosensibilität bedeutet, auf kalte Art die Elektrosensiblen kritisiert werden und irgendwelches ihnen genehmes Wohlverhalten erwartet wird.[/quote]
Was mir übrigens noch sehr wichtig ist..... Die Mitglieder meiner BI sind übrigens alle überzeugt davon, dass es elektrosensible Menschen gibt, zweifeln weder deren Existenz noch die Anzahl an. Ich muss fairerweise einräumen, dass ich aufgrund meiner Arbeit dieses Thema kritischer hinterfrage, als die anderen in meiner BI. Allerdings ist in unserer BI ob es nun viele oder wenige ES gibt, eher selten das Thema, das lassen wir einfach so stehen. Das war mir jetzt wichtig, Ihnen mitzuteilen, nicht dass dies falsch verstanden wird.
[quote]Was mir nicht klar ist, wie Sie wenn Sie nur den erwähnten ES persönlich kennen und diejenigen im Internet nicht recht einschätzen können zur Schlussfolgerung kommen "sondern dass ich seine Eigenschaften bei sehr vielen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, antreffe".
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Hier stellt sich grundsätzlich die Frage, ab wann kann man sich als elektrosensibel bezeichnen. Der Mann ist nicht der einzige, der behauptet elektrosensibel zu sein, sondern da kenne ich schon noch ein paar andere. Aber die konnten nach Entfernen der Störquelle ein völlig unproblematisches Leben führen. Ich selber unterscheide zwischen schlechter Erfahrung mit Funktechnik (wie bei mir) und den wirklich Elektrosensiblen, die an den meisten Tagen Beschwerden haben und deren Leben dadurch stark eingeschränkt ist. Mir fällt auch auf, dass manche Betroffene, die ich kenne, ganz streng darauf bestehen, nicht elektrosensibel zu sein, sondern einfach Reaktionen auf die Nutzung dieser Technik gezeigt zu haben. Ich kenne insgesamt 4 Menschen, die unter Symptomen leiden und diese eindeutig und eben auch ausschließlich auf die Funktechnik zurückführen, und dann noch 4, die Erfahrung mit dem DECT gemacht haben.
Bei dem Thema Elektrosensibilität muss m.E. einfach die Frage erlaubt sein, ist es psychisch oder physisch. Die Konfrontation mit der Psyche widerfährt den ES ja immer wieder. Aus diesem Grund stellt sich mir dann natürlich auch die Frage, reagieren die Menschen psychisch auffällig, als Folge der Behandlung, die sie in der Gesellschaft erfahren, oder sind sie tatsächlich psychisch angeschlagen und flüchten sich in eine ES. Schließen Sie persönlich bei den Schilderungen von ES, die Sie entweder persönlich kennen, oder über die Sie im Netz lesen jegliche psychische Auffälligkeit aus, oder lassen Sie diesen Gedanken teilweise auch zu?
Mit Eigenheiten meine ich, diese Art zu reagieren, dramatisch, leidend und verzweifelt die fallen mir bei vielen Schilderungen auf. Und oft eben auch eine gewisse aggressive Reaktion, wenn man sie kritisch hinterfragt und das Fixieren auf die Sender und das Nicht-Zulassen von anderen Einflüssen.
[quote]Der Streit unter Kritikern ist an einem kleinen Ort, wieviele sind denn die sogenannten K2? Ein Kern von etwa vier Leuten, zwei davon anoym und/oder frustierte Wenigschreiber. [/quote]
Sie stellen den K2 Kritikern kein gutes Zeugnis aus. Reduzieren Sie diese auf deren Umgang mit den ES oder sehen Sie auch Positives, bei diesen Kritikern, die sich m.E. aus einer Weiterentwicklung herausbilden? Ich selber unterscheide bei den Kritikern in diejenigen, die alles zulassen und nicht Erkenntnisse, die nicht genehm sind, als "gekauft" abtun. Für mich ist ein ernstzunehmender Kritiker jemand, der bereit ist, sich weiterzuentwickeln und in regelmäßigen Abständen seine Position hinterfragt und auch ggf. seine Blickrichtung ändert. Der sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt, da er immer damit rechnen muss, von seinem bisher Vertretenen abzukommen und der auch in der Lage ist offen zuzugeben, das sehe ich heute nicht mehr so wie damals. Allerdings unterscheide ich auch zwischen Mobilfunkkritiker und ES, wobei letzere beides sein können bzw. sind. Aber ein Betroffener handelt ja aus einer ganz anderen Situation heraus.
Z.B. ist Dr. Neitzke vom ECOLOG Institut für mich einer der wenigen sehr seriösen Kritiker und er hat mit den Aktiven sehr wenig gemeinsam und man sieht ihn nie mit den anderen Kritikern zusammen. Da es sicherlich immer sehr schwierig ist, sich bei diesem Engagement nicht von den Betreiberaussagen blenden zu lassen, ist er für mich einer der wenigen, an dem ich mich orientieren würde, auch wenn er seine Haltung verändert.
[quote] Für unrecht halte ich übrigens auch die bei fast jeder Studie mitgelieferten tendenziösen Psychofragebogen und wenn z.B. das Design schon entsprechend auf Bedenken und sonstige andere Ursachen angelegt wird.[/quote]
D.h. Sie sind der Meinung, ein Begutachtung des psychischen Zustandes hat bei dem Thema ES gar nichts zu suchen? Das würde dann für mich bedeuten, Sie betrachten psychische Auffälligkeiten bei Menschen, die Ihnen auch in den Foren begegnen ausschließlich als Reaktion auf die Behandlung die diese erfahren oder aber als Reaktion auf die Beschwerden. Ein Missbrauchen des noch nicht eindeutig geklärten Krankheitsbildes ES durch psychisch labile Menschen schließen Sie aus? Das sehe ich nicht so. Ich bin mittlerweile mehr davon überzeugt, dass manche Menschen mehr ein psychisches als ein physisches Problem haben. Deshalb ist es ja auch so, dass ich zwar nach wie vor nicht meine Einstellung geändert habe, dass es sehr wohl Elektrosensible gibt, aber an der Anzahl zweifle ich. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass es hier eine Dunkelziffer gibt und vielleicht sind das genau die Menschen, die sich einfach deshalb nicht outen wollen, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, dass sie als verrückt angesehen werden können. Aus diesem Grund muss auch sehr stark daran gearbeitet werden, wie die ES in der Öffentlichkeit dastehen, und gerade eine Frau Dr. Waldmann-Selsam trägt durch ihre sicherlich gutgemeinte, aber dramatisierende und hysterische Art gar nicht dazu bei, dass sich hier was ändert.
[quote]Ich kenne übrigens keinen Betroffenen, dessen Beschwerden durch Handys entstanden sind, sollte jemand mitlesen, bei dem dies so war, bitte melden, jedoch solche die mit DECT von sich oder Nachbarn Probleme hatten/haben, mit W-Lan von Nachbarn oder am Arbeitsplatz, mit niederfrequenten Feldern und solche mit Problemen mit Mobilfunkantennen oder mit mehreren der erwähnten Verursacher.
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In den ganzen Studien (DMF Programm) an denen Menschen teilnahmen, die sich als elektrosensibel bezeichneten, haben die meisten angegeben auf ihr Handy reagiert zu haben. Und in den Foren begegnen mir vorwiegend Betroffene, die auf Basisstationen und DECT reagieren, aber eben auch auf DECT-Basisstationen und nicht auf das DECT-Mobilteil. Also immer auf deutlich schwächere Felder als sie durch körpernahe Geräte verursacht werden.
[quote]Auf Ihre Meldung zur anderen Sache bin ich gespannt, denn ich habe den Eindruck, dass sich seither in Ihrer Meinung etwas verändert hat.[/quote]
Ja, aber das hat absolut nichts mit meiner Meinung zu den ES zu tun. Meine Meinung gegenüber den K1 Kritikern hat sich durch gewisse Erfahrung der letzten Monate verändert und dadurch bin ich einfach kritischer geworden, was sich vielleicht in meinen Beiträgen zeigt. Bei den ES fallen mir einfach immer wieder ein paar Dinge in deren Verhalten auf, die sich ähneln und deshalb habe ich hier einfach meine Meinung geändert, aber ausschließlich was die Anzahl betrifft. Ich glaube nicht mehr an die (aktuell) Tausenden und Abertausenden, die uns ständig suggeriert werden. Ich sehe einfach viele Menschen, umgeben von starker und schwacher Funktechnik und sie zeigen keinerlei Reaktion darauf, auch nicht wenn ich genau nachfrage.
Ich differenziere da schon zwischen ES und nicht betroffenen Kritikern, die sich den ES annnehmen. Die Vorgehensweise von Kritiker zu kritisieren ist für mich einfacher, weil ich meine Kritik mit Fakten belegen kann. Elektrosensible Menschen kann ich nur bedingt mit Fakten kommen, weil ich der Meinung bin, dass Ergebnisse von so manchen Studien zwar durchaus beweisen, dass eben viele Menschen gar nicht sensibel auf Elektrosmog reagieren, aber das ist nicht gleichbedeutend, dass z.B. Sie oder manche andere Menschen eben darauf reagieren. Deshalb ist das Thema "Elektrosensibilität" für mich nach wie vor ein nicht geklärtes Phänomen und Diskussionen darüber machen mir deshalb etwas Bauchweh, weil diese zwangsläufig Betroffene immer wieder mal verletzen können und das mag ich persönlich einfach nicht.
Gruß Doris[/quote]
Hallo Doris
Zur Frage, ab wann man sich als elektrosensibel bezeichnen kann: als ich den Radiowecker, die Elektroheizung in einem Ferienchalet und den Computer mit Röhrenbildschirm am Arbeitsplatz nicht gut vertragen habe, habe ich mich noch nicht als elektrosensibel bezeichnet. Der eigentliche Ausbruch der schweren Elektrosensibilität fand Dez. 95 durch den Aufenthalt in einem erhöhten Magnetfeld durch Ausgleichsströme von bis 400 nT an meinem früheren Wohnort statt. Es gibt sicher verschiedene Schweregrade der Elektrosensibilität, welche das Leben unterschiedlich beeinflussen.
Schon gemäss der statistischen Wahrscheinlichkeit in der Gesamtbevölkerung wird es auch unter den Elektrosensiblen psychisch kranke Menschen geben. Jedoch wurde schon z.B. in der früheren Sowjetunion versucht, Regimekritiker als geistesgestört hinzustellen und in psychiatrischen Kliniken unterzubringen. Das Problem mit den psychischen Erkrankungen scheint mir, dass weniger eindeutig zu bestimmen ist, wann ein Mensch noch in den Normbereich psychischer Gesundheit fällt und wann nicht mehr. Ausserdem können die gesundheitlich negativen Auswirkungen von Elektrosmog Einfluss auf die Psyche haben. Die Betroffenen fühlen sich an elektrosmogbelasteten Orten schlecht und ihre Beschwerden reduzieren sich oder verschwinden ganz an Orten mit möglichst wenig Elektrosmog trotz all ihrer immer noch vorhandenen Eigenheiten.
Die Elektrosmog-Beschwerden können Auswirkungen haben wie eine schwere Erkrankung mit z.B. starkem Elendfühlen, massiver Schlaflosigkeit und starke Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen wie Migräne. Die Betroffenen wissen oft zuerst nicht, woher diese schlimmen Symptome kommen und sehen keine Möglichkeit auf Besserung. Haben Sie meist mühsam einen Zusammenhang herausgefunden mit dem Elektrosmog und sind umgezogen, haben abgeschirmt ua., merken sie, was sie für ein schwieriges bedrohtes und eingeschränktes Leben mit der ständigen Zunahme von Elektrosmog zu bewältigen haben ohne Hilfsmöglichkeiten durch die Regierungsverantwortlichen und oft noch Verunglimpfungen. In einer solchen Situation würden sich wohl manche dramatisch, leidend und verzweifelt verhalten. Wenn jemand endlich mühsam der Ursache seiner Beschwerden auf die Spur gekommen ist und z.B. bemerkt hat, dass die Beschwerden an elektrosmogarmen Orten bessern oder ganz verschwinden, ist es auch verständlich, dass sie nicht noch die typischen Befürwortersprüche von den andern Ursachen hören mögen. Wobei Betroffene natürlich schon durch Beobachtungen versuchen sollten, solche andern Ursachen auszuschliessen.
Meine negative Meinung über die sog. K2 bezieht sich vor allem auf die negative Einstellung gegenüber den sog. ES und den Aktiven. Bei einem geschickteren Vorgehen könnten die K2 durch ihre Nachdenklichkeit, ihr Hinterfragen und ihre Wahrheitssuche zur Verbesserung der Argumentation beitragen. Es sollte ihnen mehr bewusst sein, dass ihre Sicht der Dinge als Unbetroffene für andere Menschen nicht zutreffen muss. Dr. Neitzke war übrigens Referent an unserem allerersten Gigaherz-Kongress noch in Biel, ich sehe ihn noch vor mir, wie er z.B. von den schwachen, starken und konsistenten Hinweisen berichtet hat, was mir damals recht neu war und mein erstes Buch zur Elektrosmog-Thematik 1995 war von Ecolog.
Bei Elektrosensiblen-Studien sollte statt der Kurzzeitstudien in mehreren Durchgängen vor allem untersucht werden, was geschieht organisch bei diesen Menschen unter Elektrosmogeinfluss oder wo sind die Unterschiede zu Unbetroffenen. Die Psychofragebogen sollten wenn überhaupt als freiwilliger Teil von der übrigen Studie unabhängig vorhanden sein. Für mich sieht es sehr so aus, wie wenn von Anfang an z.B. schon bei der Nemesis-Studie versucht wurde, die Beschwerden von Betroffenen auf die Psyche abzuschieben, um den Ausbau der elektrosmog-verursachenden Technologien voranzutreiben.
Die Anzahl von Betroffenen kennt niemand, solange kein eindeutiger Elektrosensiblen-Test existiert mit Testung der ganzen Bevölkerung, kann man sich nur an die Aussagen von Prof. Klitzing 1 %, Prof. Leitgeb 2 % und verschiedene Umfrageergebnisse halten, 5 % in der CH, 9 % in Deutschland. Es ist unbestritten, dass es Menschen gibt, welche auf den Elektrosmog nicht so stark reagieren wie die Elektrosensiblen, wobei ein Zusammenhang mit der Zunahme von Zivilisationskrankheiten, Schlafstörungen und Kopfschmerzen bestehen könnte.
Elisabeth Buchs