EMF-Diskussion ohne "ES"?

Elisabeth Buchs
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EMF-Diskussion ohne "ES"?

Beitrag von Elisabeth Buchs » 31. Mai 2008 18:42

Zu einer sinnvollen EMF-Diskussion gehören mehrere Kriterien: Gesundheitliche Beschwerden von Betroffenen, die Frage nach einer Schadenswirkung auf die Bevölkerung wie ein allfälliger Zusammenhang mit einer Zunahme von Krebserkrankungen und Förderung von Zivilisationskrankheiten. Handystudien, welche die Möglichkeit von Hirntumor untersuchen. Da können doch nicht einfach die Berichte von gesundheitlichen Beschwerden von Betroffenen als unerwünscht angesehen und die Elektrosensiblen vergrault werden, wie es beim izgmf der Fall ist. So nützen auch die geistreichsten Diskussionen nicht mehr viel. Denn wenn niemand gesundheitliche Beschwerden hätte vom Elektrosmog, wäre die EMF-Diskussion kaum mehr ein Thema. Doch bei den Studien von Santini bis Perreta, Dr. Waldmann-Selsam, Hutter, Abdel Rassoul, Schwarzenburg und gerade wieder beim Nachbericht zu Holzkirchen zeigt sich das selbe Bild, dass Menschen unter Elektrosmog/Mobilfunkeinfluss unter gesundheitlichen Beschwerden leiden, welche sich wie im Fall Holzkirchen nach Abschaltung des Senders massiv reduzierten.

Was ich nicht verstehe, ist die Feindlichkeit, welche den Betroffenen im izgmf-Forum entgegenkommt (Sündenbockrolle?). Nicht nur von Befürwortern wie z.B. Anka, der ständig nicht viel anderes konstruktives beiträgt als tendenziöse PR gegen die Betroffenen, die sich schon in bestimmten Ueberschriften äussert. Jedoch auch die ehemaligen Mitstreiter Franz, Karl, Kla Kla und teilweise sogar Spatenpauli äussern sich unverständlich negativ gegenüber leidenden Mitmenschen. Das izgmf wird daher von nahezu allen aktiven Mitstreitern gemieden. Wobei dort manchmal auch externe Aeusserungen von Betroffenen in der erwähnten Art kommentiert werden. Was mich dabei stört, ist die Schadenswirkung durch diese Aeusserungen. Dabei sind Beobachtungen ein wichtiger Bestandteil im medizinischen Alltag. Einige wenige Studien mit Betroffenen, welche sich nicht nur auf "Feld ein, Feld aus, spüren Sie was" ausgerichtet haben, haben Unterschiede von Betroffenen z.B. bezüglich Wahrnehmungsschwelle und autonomem Nervensystem festgestellt. Handynutzung ist zumindest eine freiwillige Angelegenheit und auch andere Risiken werden im Leben aufgrund der Vorteile eingegangen wie beispielsweise Autofahren (betrifft auch unschuldige Kinder, die mit den Eltern mitfahren). Während eine aufgezwungene allgegenwärtige Verstrahlung ohne Ausweg für alle Menschen verträglich sein sollte und es gegen die Menschenrechte ist, eine Minderheit qualvoll dahinsiechen zu lassen und aus ihren Häusern zu vertreiben. Wo leben wir denn eigentlich? Wenn diese Leute vom izgmf solches Leid und Elend erfahren würden wie die Betroffenen durch den ständig zunehmenden Elektrosmog, würde es ganz anders tönen, wirklich nicht schön solch ein fehlendes Mitgefühl und Egoismus.

Elisabeth Buchs

Juli
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Beitrag von Juli » 1. Juni 2008 19:42

Ich weiß von einer 4-köpfigen Familie an meinem früheren Wohnort, daß alle, sogar die Kinder auffällige Schilddrüsenwerte hatte und daß sich nach dem Umzug diese Werte bei allen schlagartig wieder normalisiert haben. Bei uns war das ebenso. Das muß doch den behandelnden Ärzten auffallen und zu Denken geben!

Elisabeth Buchs
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An Doris

Beitrag von Elisabeth Buchs » 17. Juli 2008 07:44

Hallo Doris

Auf diesem Weg einmal eine Stellungnahme zu Ihrem Beitrag http://www.izgmf.de/scripts/forum/forum ... p?id=22934

Bezüglich Engagement und Nachdenklichkeit sind Sie ja kaum zu toppen, jedoch sollten Sie m.M. nach darauf achten, dass Sie nicht zuviel der Befürworterpropaganda und der allgemeinen Stimmungsmache gegen die elektrosensiblen Menschen auf den Leim gehen und auch nicht von dem "ES", den Sie kennen und sich nicht so gut verstehen.

Zuerst mal: bei 700 uW/m2, etwa 0,5 V/m Aussenwert, da komme fast nix an im Innern. Von Messwerten der Befürworterseite und von Aemtern nicht zu sehr beeindrucken lassen, da gibt es diverse Möglichkeiten die Werte zu drücken wie z.B. meist irgendwelche Mittelwerte, zeitlich, örtlich, der Ort, die Tageszeit, wo man misst. Eine Grenzwertmessung z.B. nach NISV mit Hochrechnen ist übrigens was anderes als eine momentane Ist-Zustand-Messung, deshalb ist der diesbezüglich Vergleich mit den Grenzwerten Augenwischerei. Bei 0,5 V/m kann durchaus für einen Betroffenen drinnen zuviel ankommen, diese vertragen oft nicht mehr als höchstens 0,02 V/m im Schlafraum. Dann die Diskussion mit dem Schwellenwert, der wird wohl für die einen höher sein als für die andern Betroffenen.

Ich selber kenne mittlerweile mehr als 30 Betroffene persönlich, weitere von kürzeren Kontakten und Anfragen, insgesamt werden es mehr als 50 sein. Da habe ich nicht den Eindruck, dass sie gerne krank sind und es um Aufmerksamkeit geht. Es mag in der Bevölkerung solche geben, aber nicht in besonderem Ausmass bei Betroffenen. Gestern hat mir ein Betroffenener aus den Ferien an einem der immer seltener werdenden elektrosmogarmen Orten angerufen und man hörte den Unterschied in seiner Gesundheit schon an seiner fröhlicheren Stimme. Ich selber und diejenigen, die ich kenne, wollen einfach beschwerdefrei leben, haben merken müssen, dass sie den Elektrosmog schlecht vertragen und versuchen alles, um diesen zu minimieren, sie würden doch nicht z.B. für teurer Geld abschirmen und zum Teil mehrmals umziehen, wenn sie gerne krank wären. Frau Dr. psych Kaul halte ich für eine voreingenommene von der Industrie vorgesehen Person, welche ihre Stellung als Psychologin in unverantwortlicher Art missbraucht hat durch ihre Aeusserungen in den Medien aufgrund einer unveröffentlichen Studie.

Ausserdem habe ich überhaupt nicht den Eindruck, "den Falschen nachzulaufen", ich schätze die Aktiven für Ihren meist ehrenamtlichen Einsatz gegen dieses masslose Aufrüsten, sie sind die einzigen, die überhaupt etwas machen und den Betroffenen versuchen zu helfen und finde es nicht gut, diese öffentlich zu kritisieren. Wenn es dem izgmf um sachliche Kritik gehen würde, würde diese auf eine andere Art daherkommen, dass sie gut aufgenommen werden könnte, z.B. verpackt in positive Aussagen als sogenannt konstruktive Kritik, so wie das dort gehandhabt wird, handelt es sich eher um Verunglimpfung. Ihr Satz vom Kämpfen von Betroffenen und ändern der Vorgehensweise tönt zwar gut, doch die Möglichkeiten der konkreten Umsetzung sind beschränkt.

Im übrigen zweifle ich immer mehr am Sinn eines sogenannt kontroversen Diskussion zwischen Betroffenen und Unbetroffenen, es kommt mir ähnlich vor, wie wenn ein nicht unter Heuschnupfen Leidender ständig den Menschen mit tränenen Augen, laufender Nase und aufgequollenem Gesicht usw. von der Harmlosigkeit der Pollen überzeugen möchte.

Elisabeth Buchs

Doris

Re: An Doris

Beitrag von Doris » 17. Juli 2008 12:32

Im übrigen zweifle ich immer mehr am Sinn eines sogenannt kontroversen Diskussion zwischen Betroffenen und Unbetroffenen, es kommt mir ähnlich vor, wie wenn ein nicht unter Heuschnupfen Leidender ständig den Menschen mit tränenen Augen, laufender Nase und aufgequollenem Gesicht usw. von der Harmlosigkeit der Pollen überzeugen möchte.
Hallo Frau Buchs,

Ihre Ausführungen habe ich mit Interesse gelesen und in einigen Dingen kann ich Ihnen auch durchaus zustimmen. Ansonsten sehe ich es selber eigentlich auch so, wie Sie im o.g. Absatz geschrieben haben Irgendwann ist man schneller wieder in den ES-Diskussionen drin, wie man will und eigentlich wollte gerade ich mich davon eher distanzieren, weil es für meine Begriffe das momentan am wenigsten zu lösende Problem ist. Und übrigens, meine Sicht der Dinge, die sich immer wieder verändert, weil ich eben, wie Sie schreiben, sehr nachdenklich bin, hat sich in jüngster Zeit erstaunlicherweise deshalb verändert, nicht weil ich mich von Befürwortersprüchen beeindrucken ließ, sondern weil ich mir die Mühe machte hinter die Kulissen unserer Leute zu schauen. Und da begegneten mir einfach Dinge, die ich a) nicht in Ordnung finde und b) nicht nachvollziehen kann was der Hintergrund ist.

Warum ich mich überhaupt noch in dem Ausmaß engagiere liegt zum einen darin, dass mich das Thema einfach interessiert und zum anderen sehe ich der Handynutzung durch Kinder mit der größten Skepsis entgegen und hier sehe ich noch den größten Sinn meiner Arbeit. Die Probleme der ES kann ich weder beseitigen und sicherlich als Nicht-Betroffene auch nicht in dem Ausmaß nachvollziehen und solche Diskussionen führen letztendlich immer zu irgendeinem Disput, weil der andere sich nicht verstanden oder ernstgenommen fühlt. Es gibt gewichtige Gründe für mich, dies trotzdem so zu sehen, wie ich es teilweise in meinen Beiträgen im IZgMF dargestellt habe, aber letztendlich macht es auch keinen Sinn darüber zu diskutieren und lamentieren. Es gibt Leute, die sich für die ES einsetzen und denen Sie als Betroffene vertrauen, deshalb wünsche ich diesen Leuten und auch den Betroffenen, die sie vertreten, Erfolg in ihrer Vorgehensweise. Kritik von meiner Seite aus deren Vorgehensweise bringt letztendlich nichts und es ist auch nicht meine Aufgabe zu missionieren. Es ist die Aufgabe der Betroffenen, zu erkennen wer für sie wichtig und richtig ist. Deshalb werde ich mich wieder bemühen, mich aus den ES-Diskussionen rauszuhalten, was mir nicht alle Tage gleich gelingt.

Gruß
Doris

Elisabeth Buchs
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Beitrag von Elisabeth Buchs » 17. Juli 2008 17:58

Hallo Doris

Wichtig erscheint mir, dass bei der Elektrosensiblen-Thematik nicht all zu sehr auf die Erfahrungen mit einzelnen Personen abgestellt wird, die wie alle Menschen ihre Unvollkommenheiten haben und durch diesen teilweise jahrelangen ungleichen Kampf und bei Betroffenen gesundheitliche Beschwerden manchmal aufgeriebene Reaktionen zeigen können. Das Wichtigste wäre eine Garantie für unabhängige Forschung mit weitgehendstem Ausschluss eines Industrieeinflusses. Denn wenn die Elektrosensiblen wie bisher nur eine ungenügende Forschung erhalten und es deshalb an objektiven Kriterien mangelt, besteht das Risiko auf irgendwelche einem nicht passende Verhaltensweisen dieser teilweise verzweifelten Menschen abzustellen. Ueberhaupt sollten unabhängig von der Schädlichkeitsfrage die Menschen, die das wollen, die Möglichkeit haben, in garantiert strahlenfreien Gebieten wohnen zu können.

Elisabeth Buchs

Tilly

Nicht passende Verhaltensweise

Beitrag von Tilly » 18. Juli 2008 09:52

Elisabeth Buchs hat geschrieben: Denn wenn die Elektrosensiblen wie bisher nur eine ungenügende Forschung erhalten und es deshalb an objektiven Kriterien mangelt, besteht das Risiko auf irgendwelche einem nicht passende Verhaltensweisen dieser teilweise verzweifelten Menschen abzustellen.

Elisabeth Buchs
Wenn ich das richtig interpretiere, wird vor dem Risiko gewarnt, dass mit unpassendem
Verhalten der durch den Mobilfunk geschädigten und verzweifelten Menschen gerechnet werden muss.
Dieses Risiko, (damit könnte die Selbstverteidigung gemeint sein), wird gegenwärtig noch dadurch verstärkt, dass die verzweifelten Menschen sogar von ihren eigenen Regierungen
allein gelassen werden.
Die unverschämte Unbedenklichkeitserklärung des Umweltministers aus Deutschland war
ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen.
Offensichtlich zählt nur noch der Profit und die verzweifelten Menschen darunter viele
Kinder, die durch die Strahlung ein erhöhtes Krebsrisiko haben, werden als rechtlose Masse
behandelt.
Angesichts dieser Verhältnisse wird erkennbar, dass die Mobilfunkindustrie und deren hörigen Regierungen der eigenen Bevölkerung den Mobilfunkkrieg aufgezwungen haben.

In dieser Situation gilt nur noch, RETTE SICH, WER KANN, dabei wäre es verständlich,
wenn das Risiko zu unpassendem Verhalten von denen, die zur Schlachtbank geführt werden sollen, erheblich steigen würde.


Es grüßt
Tilly

Elisabeth Buchs
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Re: Nicht passende Verhaltensweise

Beitrag von Elisabeth Buchs » 18. Juli 2008 11:22

Tilly hat geschrieben:
Elisabeth Buchs hat geschrieben: Denn wenn die Elektrosensiblen wie bisher nur eine ungenügende Forschung erhalten und es deshalb an objektiven Kriterien mangelt, besteht das Risiko auf irgendwelche einem nicht passende Verhaltensweisen dieser teilweise verzweifelten Menschen abzustellen.

Elisabeth Buchs
Wenn ich das richtig interpretiere, wird vor dem Risiko gewarnt, dass mit unpassendem
Verhalten der durch den Mobilfunk geschädigten und verzweifelten Menschen gerechnet werden muss.
Dieses Risiko, (damit könnte die Selbstverteidigung gemeint sein), wird gegenwärtig noch dadurch verstärkt, dass die verzweifelten Menschen sogar von ihren eigenen Regierungen
allein gelassen werden.
Die unverschämte Unbedenklichkeitserklärung des Umweltministers aus Deutschland war
ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen.
Offensichtlich zählt nur noch der Profit und die verzweifelten Menschen darunter viele
Kinder, die durch die Strahlung ein erhöhtes Krebsrisiko haben, werden als rechtlose Masse
behandelt.
Angesichts dieser Verhältnisse wird erkennbar, dass die Mobilfunkindustrie und deren hörigen Regierungen der eigenen Bevölkerung den Mobilfunkkrieg aufgezwungen haben.

In dieser Situation gilt nur noch, RETTE SICH, WER KANN, dabei wäre es verständlich,
wenn das Risiko zu unpassendem Verhalten von denen, die zur Schlachtbank geführt werden sollen, erheblich steigen würde.


Es grüßt
Tilly
Hallo Tilly

In meinem Beitrag meinte ich vor allem die Tendenz, man kenne einen Betroffenen, der diese oder jene einem nicht genehme Eigenschaften habe und dies übertragen wird, ein Abstellen einer persönlicher Einstellung gegenüber Einzelnen auf die gesamte Elektrosensiblen-Problematik. Betroffene sind im Durchschnitt nicht andere Menschen, werden jedoch manchmal durch die Behandlung, die sie gesellschaftlich allzu oft erleben, verunsichert, misstrauisch und zurückgezogen. Ich hoffe wirklich sehr, dass ein oder mehrere objektivierte Elektrosensiblen-Tests gefunden werden, damit Betroffene nicht mehr als moderne Unberührbare mit Anwürfen durchs Leben gehen müssen zusätzlich zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den ständig zunehmenden Elektrosmog. Doch es sieht nicht so aus, wie wenn aufrichtig für uns geforscht werden soll und wir Schutzmöglichkeiten erhalten sollen. Da kann es schon geschehen, dass Verzweiflungstaten vorkommen werden.

Elisabeth Buchs

Doris

Re: Nicht passende Verhaltensweise

Beitrag von Doris » 18. Juli 2008 12:57

In meinem Beitrag meinte ich vor allem die Tendenz, man kenne einen Betroffenen, der diese oder jene einem nicht genehme Eigenschaften habe und dies übertragen wird, ein Abstellen einer persönlicher Einstellung gegenüber Einzelnen auf die gesamte Elektrosensiblen-Problematik.


Ich habe den Eindruck, dass die Betroffenen (viele?) andere Betroffene kennen, während Nicht-Betroffene, die sich jedoch der Mobilfunkkritik verschrieben haben, im persönlichen Umfeld eher wenige bis gar keine ES kennen. In Ihrer Aussage oben spielen Sie auf "meinen" ES, den ich kenne, an. Dieser Mann ist nach seinen Aussagen schon seit vielen Jahren mit seiner ES konfrontiert und lange bevor meinem Engangement (seit 2003) steht er für dieses Problem. Es ist auch nicht so, dass ich ihm sein Leiden nicht abnehme, weil ich (wie Sie vermuten) ein persönliches Problem mit ihm habe. Nein, sondern es ist eher so, dass nicht nur ich bei ihm den Eindruck habe, dass er durch sein Leiden (das vermutlich durchaus vorhanden ist) seit Jahren versucht verschiedene von ihm ins Leben gerufene BIs unter Druck zu setzen und einen Kampf gegen Masten zu führen, den er aufgrund seines persönlichen Hintergrundes nur bedingt öffentlich führen kann. Es waren in den letzten Jahren verschiedene Menschen mit ihm konfrontiert und es kann doch kein Zufall sein, dass mobilfunkkritische aktive Personen, aber nicht ES-Betroffene sich über kurz oder lang von ihm distanziert haben, weil sie um ihre Seriösität gefürchtet haben. Andere Personen, die sich ebenfalls als ES bezeichnen allerdings halten unkritisch zu ihm, leiden mit ihm und bemitleiden ihn. Nun ist es so, dass die Leute aus meiner BI nicht aktiv im Internet tätig sind, sie erhalten zwar von den typischen mobilfunkkritischen Seiten ihre Newsletter, aber der STreit, der unter den verschiedenen Kritikern mittlerweile herrscht, den verfolgen sie nicht. Somit sind diese Leute für mich oft sehr hilfreich in meiner Nachdenklichkeit, weil ich mit ihnen bei unseren Treffen in Diskussionen komme, die für mich deshalb interessant sind, weil sie nicht durch Befürwortersprüche oder durch kritische Kritiker manipuliert sind. Ein Nachhaken meinerseits bei bestimmten Aussagen endet sehr schnell in Ratlosigkeit. Für mich ist gerade hier immer mehr zu erkennen, sie haben nicht die Zeit bzw. nehmen sich die Zeit nicht, alles was sie zugeschickt bekommen zu hinterfragen, sondern sie glauben es ganz einfach. Wenn ich sie dann frage, wie sie es denn begründen, dann wissen sie es nicht, es würde halt so im Newsletter stehen. Unseren "ES", den auch diese Leute mittlerweile aus der BI ausgeschlossen haben, weil wir von verschiedenen Stellen immer wieder zu hören bekamen, "solange der bei euch ist, nehmen wir euch niemals ernst", wird von den BI-Leuten als "einzigartig und einmalig" bezeichnet und ganz sicher nicht beschimpft oder verachtet. Er wird bedauert, weil er "ein armer Kerl" sei, der sich in was verrannt hat. Mein Beobachten und Nachdenken in all den letzten Jahren allerdings, hat mir gezeigt, dass er nicht einzigartig ist, sondern dass ich seine Eigenschaften bei sehr vielen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, antreffe. Deshalb kann ich es nicht ganz so sehen, wie Sie, dass man sich bei einer Bewertung loslösen soll von persönlichem Kennen und wie Sie meinen, persönlichen Abneigungen. Ich bin der Meinung, dass man Menschen im Internet nur bedingt einschätzen kann. Sie wissen, dass ich gerade Sie, (sowie Schmetterling und auch Caro aus dem IZgMF) schätze und Ihre Schilderungen für mich nach wie vor interessant sind. Aber trotzdem kann ich Sie drei nur bedingt einschätzen, eine objektivere Einschätzung ist m.E. mehr gegeben, wenn ich jemand persönlich kenne. Deshalb ist es m.E. nicht so abwegig sich aufgrund des persönlichen Kennens eines ES und das Beobachten seines Verhaltens im Gesamten ein kritisches Bild zu machen. Es handelt sich hier um eine momentan noch nicht anerkannte und eindeutig diagnostizierte Krankheit und gerade deswegen mag der Grat zur psychischen Erkrankung schmal sein.
Betroffene sind im Durchschnitt nicht andere Menschen, werden jedoch manchmal durch die Behandlung, die sie gesellschaftlich allzu oft erleben, verunsichert, misstrauisch und zurückgezogen.
Und wieso glauben Sie, erleben gerade diese Menschen eine Behandlung in der Gesellschaft, die sie so reagieren lässt?

Ich hoffe wirklich sehr, dass ein oder mehrere objektivierte Elektrosensiblen-Tests gefunden werden, damit Betroffene nicht mehr als moderne Unberührbare mit Anwürfen durchs Leben gehen müssen zusätzlich zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den ständig zunehmenden Elektrosmog. Doch es sieht nicht so aus, wie wenn aufrichtig für uns geforscht werden soll und wir Schutzmöglichkeiten erhalten sollen. Da kann es schon geschehen, dass Verzweiflungstaten vorkommen werden.
Das würde ich den Betroffenen wirklich wünschen, denn was ich sehr wohl nachvollziehen kann sind gewisse Reaktionen auf die ständigen Anfeindungen und Angriffe.
Ich habe den Eindruck, Sie sind sehr überzeugt davon, dass der größte Teil der Betroffenen, die Sie kennen einen objektiven Test bestehen würde. Sie zweifeln nicht an der Zahl derjenigen, die sich als betroffen bezeichnen, sondern ausschließlich an den Tests. Ich zweifle eher an der Zahl. Vor allen diejenigen, die hier immer wieder auftauchen und ohne jahrelanges Beobachten und recherchieren ihrer Symptome, (wie Sie das z.B. gemacht haben), das Auftreten bestimmter Symptome ausschließlich mit der Mobilfunktechnologie in Verbindung bringen - und keiner taucht hier auf und meldet Beschwerden durch Handys, sondern immer durch fremdbestimmte Einflüsse -, die werden m.E. keinen Test bestehen. Und glauben Sie wirklich, dass diese Leute dann bereit wären, andere Auslöser für ihre Beschwerden zu suchen, oder aber wäre bei Nichtbestehen der Test nicht objektiv gewesen. Derartige Tests sollten m.E. ganz sicherlich nicht ausschließlich durch aktive Mobilfunkkritiker duchgeführt werden, sondern durch wirklich neutrale Leute, die es wissen wollen. Ob es die wirklich noch gibt, dazu habe ich noch keine gefestigte Meinung, meine Zweifel habe ich schon auch.

Gruß
Doris

P.S. zur anderen Sache melde ich mich in den nächsten Tagen

Elisabeth Buchs
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Re: Nicht passende Verhaltensweise

Beitrag von Elisabeth Buchs » 18. Juli 2008 21:04

Doris hat geschrieben:
In meinem Beitrag meinte ich vor allem die Tendenz, man kenne einen Betroffenen, der diese oder jene einem nicht genehme Eigenschaften habe und dies übertragen wird, ein Abstellen einer persönlicher Einstellung gegenüber Einzelnen auf die gesamte Elektrosensiblen-Problematik.


Ich habe den Eindruck, dass die Betroffenen (viele?) andere Betroffene kennen, während Nicht-Betroffene, die sich jedoch der Mobilfunkkritik verschrieben haben, im persönlichen Umfeld eher wenige bis gar keine ES kennen. In Ihrer Aussage oben spielen Sie auf "meinen" ES, den ich kenne, an. Dieser Mann ist nach seinen Aussagen schon seit vielen Jahren mit seiner ES konfrontiert und lange bevor meinem Engangement (seit 2003) steht er für dieses Problem. Es ist auch nicht so, dass ich ihm sein Leiden nicht abnehme, weil ich (wie Sie vermuten) ein persönliches Problem mit ihm habe. Nein, sondern es ist eher so, dass nicht nur ich bei ihm den Eindruck habe, dass er durch sein Leiden (das vermutlich durchaus vorhanden ist) seit Jahren versucht verschiedene von ihm ins Leben gerufene BIs unter Druck zu setzen und einen Kampf gegen Masten zu führen, den er aufgrund seines persönlichen Hintergrundes nur bedingt öffentlich führen kann. Es waren in den letzten Jahren verschiedene Menschen mit ihm konfrontiert und es kann doch kein Zufall sein, dass mobilfunkkritische aktive Personen, aber nicht ES-Betroffene sich über kurz oder lang von ihm distanziert haben, weil sie um ihre Seriösität gefürchtet haben. Andere Personen, die sich ebenfalls als ES bezeichnen allerdings halten unkritisch zu ihm, leiden mit ihm und bemitleiden ihn. Nun ist es so, dass die Leute aus meiner BI nicht aktiv im Internet tätig sind, sie erhalten zwar von den typischen mobilfunkkritischen Seiten ihre Newsletter, aber der STreit, der unter den verschiedenen Kritikern mittlerweile herrscht, den verfolgen sie nicht. Somit sind diese Leute für mich oft sehr hilfreich in meiner Nachdenklichkeit, weil ich mit ihnen bei unseren Treffen in Diskussionen komme, die für mich deshalb interessant sind, weil sie nicht durch Befürwortersprüche oder durch kritische Kritiker manipuliert sind. Ein Nachhaken meinerseits bei bestimmten Aussagen endet sehr schnell in Ratlosigkeit. Für mich ist gerade hier immer mehr zu erkennen, sie haben nicht die Zeit bzw. nehmen sich die Zeit nicht, alles was sie zugeschickt bekommen zu hinterfragen, sondern sie glauben es ganz einfach. Wenn ich sie dann frage, wie sie es denn begründen, dann wissen sie es nicht, es würde halt so im Newsletter stehen. Unseren "ES", den auch diese Leute mittlerweile aus der BI ausgeschlossen haben, weil wir von verschiedenen Stellen immer wieder zu hören bekamen, "solange der bei euch ist, nehmen wir euch niemals ernst", wird von den BI-Leuten als "einzigartig und einmalig" bezeichnet und ganz sicher nicht beschimpft oder verachtet. Er wird bedauert, weil er "ein armer Kerl" sei, der sich in was verrannt hat. Mein Beobachten und Nachdenken in all den letzten Jahren allerdings, hat mir gezeigt, dass er nicht einzigartig ist, sondern dass ich seine Eigenschaften bei sehr vielen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, antreffe. Deshalb kann ich es nicht ganz so sehen, wie Sie, dass man sich bei einer Bewertung loslösen soll von persönlichem Kennen und wie Sie meinen, persönlichen Abneigungen. Ich bin der Meinung, dass man Menschen im Internet nur bedingt einschätzen kann. Sie wissen, dass ich gerade Sie, (sowie Schmetterling und auch Caro aus dem IZgMF) schätze und Ihre Schilderungen für mich nach wie vor interessant sind. Aber trotzdem kann ich Sie drei nur bedingt einschätzen, eine objektivere Einschätzung ist m.E. mehr gegeben, wenn ich jemand persönlich kenne. Deshalb ist es m.E. nicht so abwegig sich aufgrund des persönlichen Kennens eines ES und das Beobachten seines Verhaltens im Gesamten ein kritisches Bild zu machen. Es handelt sich hier um eine momentan noch nicht anerkannte und eindeutig diagnostizierte Krankheit und gerade deswegen mag der Grat zur psychischen Erkrankung schmal sein.
Betroffene sind im Durchschnitt nicht andere Menschen, werden jedoch manchmal durch die Behandlung, die sie gesellschaftlich allzu oft erleben, verunsichert, misstrauisch und zurückgezogen.
Und wieso glauben Sie, erleben gerade diese Menschen eine Behandlung in der Gesellschaft, die sie so reagieren lässt?

Ich hoffe wirklich sehr, dass ein oder mehrere objektivierte Elektrosensiblen-Tests gefunden werden, damit Betroffene nicht mehr als moderne Unberührbare mit Anwürfen durchs Leben gehen müssen zusätzlich zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den ständig zunehmenden Elektrosmog. Doch es sieht nicht so aus, wie wenn aufrichtig für uns geforscht werden soll und wir Schutzmöglichkeiten erhalten sollen. Da kann es schon geschehen, dass Verzweiflungstaten vorkommen werden.
Das würde ich den Betroffenen wirklich wünschen, denn was ich sehr wohl nachvollziehen kann sind gewisse Reaktionen auf die ständigen Anfeindungen und Angriffe.
Ich habe den Eindruck, Sie sind sehr überzeugt davon, dass der größte Teil der Betroffenen, die Sie kennen einen objektiven Test bestehen würde. Sie zweifeln nicht an der Zahl derjenigen, die sich als betroffen bezeichnen, sondern ausschließlich an den Tests. Ich zweifle eher an der Zahl. Vor allen diejenigen, die hier immer wieder auftauchen und ohne jahrelanges Beobachten und recherchieren ihrer Symptome, (wie Sie das z.B. gemacht haben), das Auftreten bestimmter Symptome ausschließlich mit der Mobilfunktechnologie in Verbindung bringen - und keiner taucht hier auf und meldet Beschwerden durch Handys, sondern immer durch fremdbestimmte Einflüsse -, die werden m.E. keinen Test bestehen. Und glauben Sie wirklich, dass diese Leute dann bereit wären, andere Auslöser für ihre Beschwerden zu suchen, oder aber wäre bei Nichtbestehen der Test nicht objektiv gewesen. Derartige Tests sollten m.E. ganz sicherlich nicht ausschließlich durch aktive Mobilfunkkritiker duchgeführt werden, sondern durch wirklich neutrale Leute, die es wissen wollen. Ob es die wirklich noch gibt, dazu habe ich noch keine gefestigte Meinung, meine Zweifel habe ich schon auch.

Gruß
Doris

P.S. zur anderen Sache melde ich mich in den nächsten Tagen
Hallo Doris

Da mir "Ihr ES" nicht bekannt ist, kann ich dazu nichts schreiben. Auch bei den Elektrosensiblen gibt es wie in der übrigen Bevölkerung Menschen mit ihren Eigenheiten. Es ist jedoch kein persönliches Verdienst, wenn jemand beim bisher in seinem Leben vorkommenden Elektrosmog beschwerdefrei geblieben ist, ebensowenig wie ein Verschulden der Betroffenen, wenn sie erkrankt sind. Solange keine biologischen Parametern bekannt sind, können auf Grund irgendwelcher Unvollkommenheiten keine Schlüsse gezogen werden zur Elektrosensibilität. Ich halte es für unberechtigt, wenn von Unbetroffenen, welche nicht wissen, was Elektrosensibilität bedeutet, auf kalte Art die Elektrosensiblen kritisiert werden und irgendwelches ihnen genehmes Wohlverhalten erwartet wird. Was mir nicht klar ist, wie Sie wenn Sie nur den erwähnten ES persönlich kennen und diejenigen im Internet nicht recht einschätzen können zur Schlussfolgerung kommen "sondern dass ich seine Eigenschaften bei sehr vielen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, antreffe".

Der Streit unter Kritikern ist an einem kleinen Ort, wieviele sind denn die sogenannten K2? Ein Kern von etwa vier Leuten, zwei davon anoym und/oder frustierte Wenigschreiber.

Weshalb die Betroffenen eine solche Behandlung erleben, weil sie aufgrund ihrer Elektrosensibilität z.B. wegen DECT und W-Lan von Nachbarn intervenieren müssen und manche Gerätebesitzer eine Kritik an ihren Geräten persönlich auffassen zusätzlich zur seit Jahren aufgebauten Negativpropaganda gegenüber Betroffenen.

Ob ich überzeugt bin, dass die mir bekannten Betroffenen einen Test bestehen würden und die Anzahl lasse ich einfach offen, denn dazu kann ich nichts konkretes sagen, solange nicht mehr bekannt ist. Es sollte einfach mal die Möglichkeit auf faire, suchende Tests bestehen, wo die Erfahrungen von Betroffenen, wenn möglich individuell einbezogen würden mit Kontrollmöglichkeit durch die verschiedenen Parteien. Z.B. würde es mich interessieren, wie ich bei der Studie reagieren würde, welche Unterschiede im autonomen Nervensystem festgestellt hat und auf den Test mit der Herzratenvariabilität. Der Redox-Test hat schon mal einen eindeutig schlechteren Befund von mir gegenüber einer unbetroffenen Kontrollperson gezeigt. Für unrecht halte ich übrigens auch die bei fast jeder Studie mitgelieferten tendenziösen Psychofragebogen und wenn z.B. das Design schon entsprechend auf Bedenken und sonstige andere Ursachen angelegt wird.

Ich kenne übrigens keinen Betroffenen, dessen Beschwerden durch Handys entstanden sind, sollte jemand mitlesen, bei dem dies so war, bitte melden, jedoch solche die mit DECT von sich oder Nachbarn Probleme hatten/haben, mit W-Lan von Nachbarn oder am Arbeitsplatz, mit niederfrequenten Feldern und solche mit Problemen mit Mobilfunkantennen oder mit mehreren der erwähnten Verursacher.

Auf Ihre Meldung zur anderen Sache bin ich gespannt, denn ich habe den Eindruck, dass sich seither in Ihrer Meinung etwas verändert hat.

Elisabeth Buchs

Doris

Re: Nicht passende Verhaltensweise

Beitrag von Doris » 19. Juli 2008 09:46

Ich halte es für unberechtigt, wenn von Unbetroffenen, welche nicht wissen, was Elektrosensibilität bedeutet, auf kalte Art die Elektrosensiblen kritisiert werden und irgendwelches ihnen genehmes Wohlverhalten erwartet wird.

Was mir übrigens noch sehr wichtig ist..... Die Mitglieder meiner BI sind übrigens alle überzeugt davon, dass es elektrosensible Menschen gibt, zweifeln weder deren Existenz noch die Anzahl an. Ich muss fairerweise einräumen, dass ich aufgrund meiner Arbeit dieses Thema kritischer hinterfrage, als die anderen in meiner BI. Allerdings ist in unserer BI ob es nun viele oder wenige ES gibt, eher selten das Thema, das lassen wir einfach so stehen. Das war mir jetzt wichtig, Ihnen mitzuteilen, nicht dass dies falsch verstanden wird.
Was mir nicht klar ist, wie Sie wenn Sie nur den erwähnten ES persönlich kennen und diejenigen im Internet nicht recht einschätzen können zur Schlussfolgerung kommen "sondern dass ich seine Eigenschaften bei sehr vielen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, antreffe".
Hier stellt sich grundsätzlich die Frage, ab wann kann man sich als elektrosensibel bezeichnen. Der Mann ist nicht der einzige, der behauptet elektrosensibel zu sein, sondern da kenne ich schon noch ein paar andere. Aber die konnten nach Entfernen der Störquelle ein völlig unproblematisches Leben führen. Ich selber unterscheide zwischen schlechter Erfahrung mit Funktechnik (wie bei mir) und den wirklich Elektrosensiblen, die an den meisten Tagen Beschwerden haben und deren Leben dadurch stark eingeschränkt ist. Mir fällt auch auf, dass manche Betroffene, die ich kenne, ganz streng darauf bestehen, nicht elektrosensibel zu sein, sondern einfach Reaktionen auf die Nutzung dieser Technik gezeigt zu haben. Ich kenne insgesamt 4 Menschen, die unter Symptomen leiden und diese eindeutig und eben auch ausschließlich auf die Funktechnik zurückführen, und dann noch 4, die Erfahrung mit dem DECT gemacht haben.


Bei dem Thema Elektrosensibilität muss m.E. einfach die Frage erlaubt sein, ist es psychisch oder physisch. Die Konfrontation mit der Psyche widerfährt den ES ja immer wieder. Aus diesem Grund stellt sich mir dann natürlich auch die Frage, reagieren die Menschen psychisch auffällig, als Folge der Behandlung, die sie in der Gesellschaft erfahren, oder sind sie tatsächlich psychisch angeschlagen und flüchten sich in eine ES. Schließen Sie persönlich bei den Schilderungen von ES, die Sie entweder persönlich kennen, oder über die Sie im Netz lesen jegliche psychische Auffälligkeit aus, oder lassen Sie diesen Gedanken teilweise auch zu?

Mit Eigenheiten meine ich, diese Art zu reagieren, dramatisch, leidend und verzweifelt die fallen mir bei vielen Schilderungen auf. Und oft eben auch eine gewisse aggressive Reaktion, wenn man sie kritisch hinterfragt und das Fixieren auf die Sender und das Nicht-Zulassen von anderen Einflüssen.
Der Streit unter Kritikern ist an einem kleinen Ort, wieviele sind denn die sogenannten K2? Ein Kern von etwa vier Leuten, zwei davon anoym und/oder frustierte Wenigschreiber.
Sie stellen den K2 Kritikern kein gutes Zeugnis aus. Reduzieren Sie diese auf deren Umgang mit den ES oder sehen Sie auch Positives, bei diesen Kritikern, die sich m.E. aus einer Weiterentwicklung herausbilden? Ich selber unterscheide bei den Kritikern in diejenigen, die alles zulassen und nicht Erkenntnisse, die nicht genehm sind, als "gekauft" abtun. Für mich ist ein ernstzunehmender Kritiker jemand, der bereit ist, sich weiterzuentwickeln und in regelmäßigen Abständen seine Position hinterfragt und auch ggf. seine Blickrichtung ändert. Der sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt, da er immer damit rechnen muss, von seinem bisher Vertretenen abzukommen und der auch in der Lage ist offen zuzugeben, das sehe ich heute nicht mehr so wie damals. Allerdings unterscheide ich auch zwischen Mobilfunkkritiker und ES, wobei letzere beides sein können bzw. sind. Aber ein Betroffener handelt ja aus einer ganz anderen Situation heraus.
Z.B. ist Dr. Neitzke vom ECOLOG Institut für mich einer der wenigen sehr seriösen Kritiker und er hat mit den Aktiven sehr wenig gemeinsam und man sieht ihn nie mit den anderen Kritikern zusammen. Da es sicherlich immer sehr schwierig ist, sich bei diesem Engagement nicht von den Betreiberaussagen blenden zu lassen, ist er für mich einer der wenigen, an dem ich mich orientieren würde, auch wenn er seine Haltung verändert.
Für unrecht halte ich übrigens auch die bei fast jeder Studie mitgelieferten tendenziösen Psychofragebogen und wenn z.B. das Design schon entsprechend auf Bedenken und sonstige andere Ursachen angelegt wird.


D.h. Sie sind der Meinung, ein Begutachtung des psychischen Zustandes hat bei dem Thema ES gar nichts zu suchen? Das würde dann für mich bedeuten, Sie betrachten psychische Auffälligkeiten bei Menschen, die Ihnen auch in den Foren begegnen ausschließlich als Reaktion auf die Behandlung die diese erfahren oder aber als Reaktion auf die Beschwerden. Ein Missbrauchen des noch nicht eindeutig geklärten Krankheitsbildes ES durch psychisch labile Menschen schließen Sie aus? Das sehe ich nicht so. Ich bin mittlerweile mehr davon überzeugt, dass manche Menschen mehr ein psychisches als ein physisches Problem haben. Deshalb ist es ja auch so, dass ich zwar nach wie vor nicht meine Einstellung geändert habe, dass es sehr wohl Elektrosensible gibt, aber an der Anzahl zweifle ich. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass es hier eine Dunkelziffer gibt und vielleicht sind das genau die Menschen, die sich einfach deshalb nicht outen wollen, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, dass sie als verrückt angesehen werden können. Aus diesem Grund muss auch sehr stark daran gearbeitet werden, wie die ES in der Öffentlichkeit dastehen, und gerade eine Frau Dr. Waldmann-Selsam trägt durch ihre sicherlich gutgemeinte, aber dramatisierende und hysterische Art gar nicht dazu bei, dass sich hier was ändert.
Ich kenne übrigens keinen Betroffenen, dessen Beschwerden durch Handys entstanden sind, sollte jemand mitlesen, bei dem dies so war, bitte melden, jedoch solche die mit DECT von sich oder Nachbarn Probleme hatten/haben, mit W-Lan von Nachbarn oder am Arbeitsplatz, mit niederfrequenten Feldern und solche mit Problemen mit Mobilfunkantennen oder mit mehreren der erwähnten Verursacher.
In den ganzen Studien (DMF Programm) an denen Menschen teilnahmen, die sich als elektrosensibel bezeichneten, haben die meisten angegeben auf ihr Handy reagiert zu haben. Und in den Foren begegnen mir vorwiegend Betroffene, die auf Basisstationen und DECT reagieren, aber eben auch auf DECT-Basisstationen und nicht auf das DECT-Mobilteil. Also immer auf deutlich schwächere Felder als sie durch körpernahe Geräte verursacht werden.
Auf Ihre Meldung zur anderen Sache bin ich gespannt, denn ich habe den Eindruck, dass sich seither in Ihrer Meinung etwas verändert hat.


Ja, aber das hat absolut nichts mit meiner Meinung zu den ES zu tun. Meine Meinung gegenüber den K1 Kritikern hat sich durch gewisse Erfahrung der letzten Monate verändert und dadurch bin ich einfach kritischer geworden, was sich vielleicht in meinen Beiträgen zeigt. Bei den ES fallen mir einfach immer wieder ein paar Dinge in deren Verhalten auf, die sich ähneln und deshalb habe ich hier einfach meine Meinung geändert, aber ausschließlich was die Anzahl betrifft. Ich glaube nicht mehr an die (aktuell) Tausenden und Abertausenden, die uns ständig suggeriert werden. Ich sehe einfach viele Menschen, umgeben von starker und schwacher Funktechnik und sie zeigen keinerlei Reaktion darauf, auch nicht wenn ich genau nachfrage.
Ich differenziere da schon zwischen ES und nicht betroffenen Kritikern, die sich den ES annnehmen. Die Vorgehensweise von Kritiker zu kritisieren ist für mich einfacher, weil ich meine Kritik mit Fakten belegen kann. Elektrosensible Menschen kann ich nur bedingt mit Fakten kommen, weil ich der Meinung bin, dass Ergebnisse von so manchen Studien zwar durchaus beweisen, dass eben viele Menschen gar nicht sensibel auf Elektrosmog reagieren, aber das ist nicht gleichbedeutend, dass z.B. Sie oder manche andere Menschen eben darauf reagieren. Deshalb ist das Thema "Elektrosensibilität" für mich nach wie vor ein nicht geklärtes Phänomen und Diskussionen darüber machen mir deshalb etwas Bauchweh, weil diese zwangsläufig Betroffene immer wieder mal verletzen können und das mag ich persönlich einfach nicht.

Gruß Doris

Der andere Gast

Beitrag von Der andere Gast » 19. Juli 2008 09:52

Liebe Frau Buchs
Liebe Doris

Ich lese Ihre Beiträge mit grösstem Interesse und danke Ihnen für Ihr Engagement für die Betroffenen und auch für die faire Art, wie Sie diskutieren!

Bei der geführten Diskussion sind mir verschiedene Punkte aufgefallen, zu denen ich etwas beitragen möchte:
a) Definition
Ich verfolge die Diskussionen um ES schon länger, stelle mir aber immer wieder die Frage, was mit ES eigentlich gemeint ist bzw. wo die Grenze liegt. Dass ES etwas ist, das man mit schlichten EIN-AUS-Tests feststellen kann, ist nach meiner Meinung zu bezweifeln. Gehen wir nur davon aus, dass tatsächlich eine Krebsgefahr bestünde (wovon ich aus Risikoüberlegungen erst einmal ausgehe und mich versuche zu schützen, bis das Gegenteil bewiesen ist), dann reagiert der Organismus nicht auf Knopfdruck sonder über eine lange Zeit hinweg. Würde man einen Krebskranken dann fragen, ob er sich für elektrosensibel hält, würde der wahrscheinlich nein sagen, da er vielleicht nie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder ähnliches hatte. Zweifelsohne hätte dessen Körper aber ‚sensibel‘ auf die äusseren Einflüsse reagiert. Für mich sind daher ES im Weiteren Sinn all diejenigen, die letztendlich aufgrund E-Smog zu gesundheitlichem Schaden gekommen sind. Aus diesem Grund kann ich die Aussage von Fr. Buchs nur unterstreichen: ,es ist kein persönlicher Verdienst, wenn man beschwerdefrei geblieben ist‘. Ja, die jeweilige Person hatte für eine befristete Zeit vielleicht nur viel Glück.

b) Die Zahl der elektrosensiblen
Ich zweifle nicht daran, dass es Menschen gibt, die E-Felder spüren und unmittelbar darauf reagieren können. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die das nur vortäuschen, um bestimmte Interessen zu verfolgen. Dies halte ich für sträflich dumm und im Interesse der wirklich Betroffenen für unverantwortbar, da die Mobilfunkbefürworter diese wieder für eigene Zwecke verwenden (Bsp: Beschwerdemeldungen, obwohl ein Sender noch gar nicht in Betrieb war). Andererseits gehe ich von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Leute, die bestimmte Beschwerden nicht zuordnen können (und ES als Ursache in Frage kommt) oder Leute, die E-Smog im Verdacht haben darüber aber nicht sprechen wollen um nicht als Spinner/Minderwertiger/nicht voll Belastbarer dazustehen. Genau aus dem Grund kann ich die Bemühungen nach objektiven Untersuchungen nur unterstützen.

c) Doris merkt an, dass ES weitere ES kennen, Mobilfunkbefürworter aber keine ES im eigenen Umfeld haben
Zwei Beispiele aus meinem Persönlichen Umfeld. Meine Frau hatte mehrere Fehlgeburten. Bereits bei der ersten hatte Sie das Gefühl als wäre sie nicht normal. Zwischen all den Frauen, die kleine Kinder hatten fühlte sie sich unwohl und sicher nicht in der Stimmung, über ihre Misserfolge zu berichten. Damit wurden die Erlebnisse meiner Frau für die ‚glücklichen Mütter‘ erst gar nicht transparent. Ich kann mir nun vorstellen (und kenne das aus eigener Erfahrung), dass wenn mehrere Leute zusammensitzen und über ihre neuesten technischen Errungenschaften berichten, der erste der etwas kritisches anzumerken hat (sei es wegen Investitionen, die sich der Betroffene eigentlich gar nicht leisten kann, Aspekte wie Energieverschwendung oder auch E-Smog) als Spielverderber abgestempelt wird. Daher bespreche ich kritische Sachverhalte mittlerweile lieber unter 4 Augen. Dabei wird keiner bloss gestellt und es entsteht weniger Abwehrhaltung.
Umgekehrt findet man aber auch schnell Kreise, in denen man sich zu bestimmten Themen austauschen kann und so lernte meine Frau auch schnell einige Frauen kennen, die das gleiche Schicksal hatten. …..und schon haben wir diese Grüppchenbildung….
Ganz ähnlich ging es verschiedenen Bekannten mit Brustkrebs. In manchen Kreisen ein Tabu (teilweise der absolute Stimmungskiller), in anderen Kreisen darf darüber geredet werden.

d) Frau Buch fragt nach Menschen die aufgrund HandyNutzung leiden
Nun, wie oben angedeutet, spreche ich zur Zeit mit zahlreichen Personen über das Thema Mobilfunk. Im Rahmen dieser Diskussion sind mir zahlreiche Personen begegnet (erstaunlicherweise viel mehr als erwartet), die unter Schlafstörungen etc. leiden. Darunter waren auch ein paar Leute, welche angeführt haben, dass diese weitestmöglich auf die Handynutzung verzichten, abends kein Handy mehr benutzen oder auch kein Handy mehr im Schlafbereich dulden. Folgende Gründe wurden angegeben: unangenehmes Gefühl bzw. Druck im Kopf nach Handy-Telefonaten; Einschlafprobleme bzw. unruhiger Schlaf nach Handynutzung; ruhigerer bzw. tieferer/ausgeruhter Schlaf wenn kein Handy in der Nähe ist. (Ich gebe dies so wieder, wie mir das geschildert wurde. Kenntnisse über weitere Rahmenbedingungen habe ich nicht.).
Erst kürzlich ergab sich ein Gespräch mit einem Mitarbeitenden, der in seinem Büro ein WLAN (Zweck: Zugriff auf das öffentliche Netz) ein Handy und Energiesparlampen installiert hatte. Die Aussenhülle des Bürogebäudes ist aus Metall, die Fenster sind beschichtet und schirmen anscheinend gut ab. Auf die beiläufige Frage, ob ihm das nicht zu viel ist, war er überrascht, weil er sich noch nie über E-Smog Gedanken gemacht hatte. Er berichtete dann sofort, dass dies der Grund sein könnte, warum er an Tagen mit intensiver Handynutzung mit einem erheblichen Druck im Kopf nachhause geht.
Das für mich erstaunliche ist: Keiner von denen, mit denen ich gesprochen hat den Begriff ES verwendet. Woran kann das liegen? Grund 1: Viele mit denen ich gesprochen habe sind erstaunlich schlecht informiert, was bzgl. Mobilfunk aktuell diskutiert wird. Man kennt eher die Mobilfunkaussagen als die kritischen Statements. Grund 2: Ich hatte ein Gespräch mit einer Frau in gehobener Position, die sich bisher standhaft gegen die allzeitige Erreichbarkeit wehrt. Auf die Frage ob der Grund hierfür in einer Elektrosensibilität liegt antwortet sie: ‚Würde ich mich hier als ES bezeichnen, könnte ich meine Karriere auch gleich an den Hut hängen. Es wird erwartet, dass man keine Schwäche zeigt, immer erreichbar ist und sich vollständig zum Wohl der Firma opfert.‘

Elisabeth Buchs
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Re: Nicht passende Verhaltensweise

Beitrag von Elisabeth Buchs » 20. Juli 2008 07:29

Doris hat geschrieben:
Ich halte es für unberechtigt, wenn von Unbetroffenen, welche nicht wissen, was Elektrosensibilität bedeutet, auf kalte Art die Elektrosensiblen kritisiert werden und irgendwelches ihnen genehmes Wohlverhalten erwartet wird.

Was mir übrigens noch sehr wichtig ist..... Die Mitglieder meiner BI sind übrigens alle überzeugt davon, dass es elektrosensible Menschen gibt, zweifeln weder deren Existenz noch die Anzahl an. Ich muss fairerweise einräumen, dass ich aufgrund meiner Arbeit dieses Thema kritischer hinterfrage, als die anderen in meiner BI. Allerdings ist in unserer BI ob es nun viele oder wenige ES gibt, eher selten das Thema, das lassen wir einfach so stehen. Das war mir jetzt wichtig, Ihnen mitzuteilen, nicht dass dies falsch verstanden wird.
Was mir nicht klar ist, wie Sie wenn Sie nur den erwähnten ES persönlich kennen und diejenigen im Internet nicht recht einschätzen können zur Schlussfolgerung kommen "sondern dass ich seine Eigenschaften bei sehr vielen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, antreffe".
Hier stellt sich grundsätzlich die Frage, ab wann kann man sich als elektrosensibel bezeichnen. Der Mann ist nicht der einzige, der behauptet elektrosensibel zu sein, sondern da kenne ich schon noch ein paar andere. Aber die konnten nach Entfernen der Störquelle ein völlig unproblematisches Leben führen. Ich selber unterscheide zwischen schlechter Erfahrung mit Funktechnik (wie bei mir) und den wirklich Elektrosensiblen, die an den meisten Tagen Beschwerden haben und deren Leben dadurch stark eingeschränkt ist. Mir fällt auch auf, dass manche Betroffene, die ich kenne, ganz streng darauf bestehen, nicht elektrosensibel zu sein, sondern einfach Reaktionen auf die Nutzung dieser Technik gezeigt zu haben. Ich kenne insgesamt 4 Menschen, die unter Symptomen leiden und diese eindeutig und eben auch ausschließlich auf die Funktechnik zurückführen, und dann noch 4, die Erfahrung mit dem DECT gemacht haben.


Bei dem Thema Elektrosensibilität muss m.E. einfach die Frage erlaubt sein, ist es psychisch oder physisch. Die Konfrontation mit der Psyche widerfährt den ES ja immer wieder. Aus diesem Grund stellt sich mir dann natürlich auch die Frage, reagieren die Menschen psychisch auffällig, als Folge der Behandlung, die sie in der Gesellschaft erfahren, oder sind sie tatsächlich psychisch angeschlagen und flüchten sich in eine ES. Schließen Sie persönlich bei den Schilderungen von ES, die Sie entweder persönlich kennen, oder über die Sie im Netz lesen jegliche psychische Auffälligkeit aus, oder lassen Sie diesen Gedanken teilweise auch zu?

Mit Eigenheiten meine ich, diese Art zu reagieren, dramatisch, leidend und verzweifelt die fallen mir bei vielen Schilderungen auf. Und oft eben auch eine gewisse aggressive Reaktion, wenn man sie kritisch hinterfragt und das Fixieren auf die Sender und das Nicht-Zulassen von anderen Einflüssen.
Der Streit unter Kritikern ist an einem kleinen Ort, wieviele sind denn die sogenannten K2? Ein Kern von etwa vier Leuten, zwei davon anoym und/oder frustierte Wenigschreiber.
Sie stellen den K2 Kritikern kein gutes Zeugnis aus. Reduzieren Sie diese auf deren Umgang mit den ES oder sehen Sie auch Positives, bei diesen Kritikern, die sich m.E. aus einer Weiterentwicklung herausbilden? Ich selber unterscheide bei den Kritikern in diejenigen, die alles zulassen und nicht Erkenntnisse, die nicht genehm sind, als "gekauft" abtun. Für mich ist ein ernstzunehmender Kritiker jemand, der bereit ist, sich weiterzuentwickeln und in regelmäßigen Abständen seine Position hinterfragt und auch ggf. seine Blickrichtung ändert. Der sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt, da er immer damit rechnen muss, von seinem bisher Vertretenen abzukommen und der auch in der Lage ist offen zuzugeben, das sehe ich heute nicht mehr so wie damals. Allerdings unterscheide ich auch zwischen Mobilfunkkritiker und ES, wobei letzere beides sein können bzw. sind. Aber ein Betroffener handelt ja aus einer ganz anderen Situation heraus.
Z.B. ist Dr. Neitzke vom ECOLOG Institut für mich einer der wenigen sehr seriösen Kritiker und er hat mit den Aktiven sehr wenig gemeinsam und man sieht ihn nie mit den anderen Kritikern zusammen. Da es sicherlich immer sehr schwierig ist, sich bei diesem Engagement nicht von den Betreiberaussagen blenden zu lassen, ist er für mich einer der wenigen, an dem ich mich orientieren würde, auch wenn er seine Haltung verändert.
Für unrecht halte ich übrigens auch die bei fast jeder Studie mitgelieferten tendenziösen Psychofragebogen und wenn z.B. das Design schon entsprechend auf Bedenken und sonstige andere Ursachen angelegt wird.


D.h. Sie sind der Meinung, ein Begutachtung des psychischen Zustandes hat bei dem Thema ES gar nichts zu suchen? Das würde dann für mich bedeuten, Sie betrachten psychische Auffälligkeiten bei Menschen, die Ihnen auch in den Foren begegnen ausschließlich als Reaktion auf die Behandlung die diese erfahren oder aber als Reaktion auf die Beschwerden. Ein Missbrauchen des noch nicht eindeutig geklärten Krankheitsbildes ES durch psychisch labile Menschen schließen Sie aus? Das sehe ich nicht so. Ich bin mittlerweile mehr davon überzeugt, dass manche Menschen mehr ein psychisches als ein physisches Problem haben. Deshalb ist es ja auch so, dass ich zwar nach wie vor nicht meine Einstellung geändert habe, dass es sehr wohl Elektrosensible gibt, aber an der Anzahl zweifle ich. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass es hier eine Dunkelziffer gibt und vielleicht sind das genau die Menschen, die sich einfach deshalb nicht outen wollen, weil ihnen sehr wohl bewusst ist, dass sie als verrückt angesehen werden können. Aus diesem Grund muss auch sehr stark daran gearbeitet werden, wie die ES in der Öffentlichkeit dastehen, und gerade eine Frau Dr. Waldmann-Selsam trägt durch ihre sicherlich gutgemeinte, aber dramatisierende und hysterische Art gar nicht dazu bei, dass sich hier was ändert.
Ich kenne übrigens keinen Betroffenen, dessen Beschwerden durch Handys entstanden sind, sollte jemand mitlesen, bei dem dies so war, bitte melden, jedoch solche die mit DECT von sich oder Nachbarn Probleme hatten/haben, mit W-Lan von Nachbarn oder am Arbeitsplatz, mit niederfrequenten Feldern und solche mit Problemen mit Mobilfunkantennen oder mit mehreren der erwähnten Verursacher.
In den ganzen Studien (DMF Programm) an denen Menschen teilnahmen, die sich als elektrosensibel bezeichneten, haben die meisten angegeben auf ihr Handy reagiert zu haben. Und in den Foren begegnen mir vorwiegend Betroffene, die auf Basisstationen und DECT reagieren, aber eben auch auf DECT-Basisstationen und nicht auf das DECT-Mobilteil. Also immer auf deutlich schwächere Felder als sie durch körpernahe Geräte verursacht werden.
Auf Ihre Meldung zur anderen Sache bin ich gespannt, denn ich habe den Eindruck, dass sich seither in Ihrer Meinung etwas verändert hat.


Ja, aber das hat absolut nichts mit meiner Meinung zu den ES zu tun. Meine Meinung gegenüber den K1 Kritikern hat sich durch gewisse Erfahrung der letzten Monate verändert und dadurch bin ich einfach kritischer geworden, was sich vielleicht in meinen Beiträgen zeigt. Bei den ES fallen mir einfach immer wieder ein paar Dinge in deren Verhalten auf, die sich ähneln und deshalb habe ich hier einfach meine Meinung geändert, aber ausschließlich was die Anzahl betrifft. Ich glaube nicht mehr an die (aktuell) Tausenden und Abertausenden, die uns ständig suggeriert werden. Ich sehe einfach viele Menschen, umgeben von starker und schwacher Funktechnik und sie zeigen keinerlei Reaktion darauf, auch nicht wenn ich genau nachfrage.
Ich differenziere da schon zwischen ES und nicht betroffenen Kritikern, die sich den ES annnehmen. Die Vorgehensweise von Kritiker zu kritisieren ist für mich einfacher, weil ich meine Kritik mit Fakten belegen kann. Elektrosensible Menschen kann ich nur bedingt mit Fakten kommen, weil ich der Meinung bin, dass Ergebnisse von so manchen Studien zwar durchaus beweisen, dass eben viele Menschen gar nicht sensibel auf Elektrosmog reagieren, aber das ist nicht gleichbedeutend, dass z.B. Sie oder manche andere Menschen eben darauf reagieren. Deshalb ist das Thema "Elektrosensibilität" für mich nach wie vor ein nicht geklärtes Phänomen und Diskussionen darüber machen mir deshalb etwas Bauchweh, weil diese zwangsläufig Betroffene immer wieder mal verletzen können und das mag ich persönlich einfach nicht.

Gruß Doris
Hallo Doris

Zur Frage, ab wann man sich als elektrosensibel bezeichnen kann: als ich den Radiowecker, die Elektroheizung in einem Ferienchalet und den Computer mit Röhrenbildschirm am Arbeitsplatz nicht gut vertragen habe, habe ich mich noch nicht als elektrosensibel bezeichnet. Der eigentliche Ausbruch der schweren Elektrosensibilität fand Dez. 95 durch den Aufenthalt in einem erhöhten Magnetfeld durch Ausgleichsströme von bis 400 nT an meinem früheren Wohnort statt. Es gibt sicher verschiedene Schweregrade der Elektrosensibilität, welche das Leben unterschiedlich beeinflussen.

Schon gemäss der statistischen Wahrscheinlichkeit in der Gesamtbevölkerung wird es auch unter den Elektrosensiblen psychisch kranke Menschen geben. Jedoch wurde schon z.B. in der früheren Sowjetunion versucht, Regimekritiker als geistesgestört hinzustellen und in psychiatrischen Kliniken unterzubringen. Das Problem mit den psychischen Erkrankungen scheint mir, dass weniger eindeutig zu bestimmen ist, wann ein Mensch noch in den Normbereich psychischer Gesundheit fällt und wann nicht mehr. Ausserdem können die gesundheitlich negativen Auswirkungen von Elektrosmog Einfluss auf die Psyche haben. Die Betroffenen fühlen sich an elektrosmogbelasteten Orten schlecht und ihre Beschwerden reduzieren sich oder verschwinden ganz an Orten mit möglichst wenig Elektrosmog trotz all ihrer immer noch vorhandenen Eigenheiten.

Die Elektrosmog-Beschwerden können Auswirkungen haben wie eine schwere Erkrankung mit z.B. starkem Elendfühlen, massiver Schlaflosigkeit und starke Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen wie Migräne. Die Betroffenen wissen oft zuerst nicht, woher diese schlimmen Symptome kommen und sehen keine Möglichkeit auf Besserung. Haben Sie meist mühsam einen Zusammenhang herausgefunden mit dem Elektrosmog und sind umgezogen, haben abgeschirmt ua., merken sie, was sie für ein schwieriges bedrohtes und eingeschränktes Leben mit der ständigen Zunahme von Elektrosmog zu bewältigen haben ohne Hilfsmöglichkeiten durch die Regierungsverantwortlichen und oft noch Verunglimpfungen. In einer solchen Situation würden sich wohl manche dramatisch, leidend und verzweifelt verhalten. Wenn jemand endlich mühsam der Ursache seiner Beschwerden auf die Spur gekommen ist und z.B. bemerkt hat, dass die Beschwerden an elektrosmogarmen Orten bessern oder ganz verschwinden, ist es auch verständlich, dass sie nicht noch die typischen Befürwortersprüche von den andern Ursachen hören mögen. Wobei Betroffene natürlich schon durch Beobachtungen versuchen sollten, solche andern Ursachen auszuschliessen.

Meine negative Meinung über die sog. K2 bezieht sich vor allem auf die negative Einstellung gegenüber den sog. ES und den Aktiven. Bei einem geschickteren Vorgehen könnten die K2 durch ihre Nachdenklichkeit, ihr Hinterfragen und ihre Wahrheitssuche zur Verbesserung der Argumentation beitragen. Es sollte ihnen mehr bewusst sein, dass ihre Sicht der Dinge als Unbetroffene für andere Menschen nicht zutreffen muss. Dr. Neitzke war übrigens Referent an unserem allerersten Gigaherz-Kongress noch in Biel, ich sehe ihn noch vor mir, wie er z.B. von den schwachen, starken und konsistenten Hinweisen berichtet hat, was mir damals recht neu war und mein erstes Buch zur Elektrosmog-Thematik 1995 war von Ecolog.

Bei Elektrosensiblen-Studien sollte statt der Kurzzeitstudien in mehreren Durchgängen vor allem untersucht werden, was geschieht organisch bei diesen Menschen unter Elektrosmogeinfluss oder wo sind die Unterschiede zu Unbetroffenen. Die Psychofragebogen sollten wenn überhaupt als freiwilliger Teil von der übrigen Studie unabhängig vorhanden sein. Für mich sieht es sehr so aus, wie wenn von Anfang an z.B. schon bei der Nemesis-Studie versucht wurde, die Beschwerden von Betroffenen auf die Psyche abzuschieben, um den Ausbau der elektrosmog-verursachenden Technologien voranzutreiben.

Die Anzahl von Betroffenen kennt niemand, solange kein eindeutiger Elektrosensiblen-Test existiert mit Testung der ganzen Bevölkerung, kann man sich nur an die Aussagen von Prof. Klitzing 1 %, Prof. Leitgeb 2 % und verschiedene Umfrageergebnisse halten, 5 % in der CH, 9 % in Deutschland. Es ist unbestritten, dass es Menschen gibt, welche auf den Elektrosmog nicht so stark reagieren wie die Elektrosensiblen, wobei ein Zusammenhang mit der Zunahme von Zivilisationskrankheiten, Schlafstörungen und Kopfschmerzen bestehen könnte.

Elisabeth Buchs

Ulido
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Beitrag von Ulido » 23. Juli 2008 15:11

Hallo.

Vorab ganz kurz: Der Beitrag von "der andere Gast" sagt mir zu.

Weiter:
Wer außer denen. die vom Mobilfunk profitieren, könnte Interesse haben, dass ausgerechnet die Menschengruppe bei der Mobilfunkthematik außen vor bleibt, der es hauptsächlich zu verdanken ist, dass die Probleme nicht unter den Tisch gekehrt werden?

Vorsorge wird in nahezu allen Lebensbreichen akzeptiert - nur nicht beim Elektrosmog
Z.B. gibt es Menschen, die geben viel Geld für Bio-Produkte aus. (Lebensmittel, Kleidung oder Möbel) Sie kaufen z.B Bio-Paprika, obwohl die aus Spanien auch gut schmecken. Letztere sind zwar mit Pestiziden belastet und Pestizide sind dosisabhängig eindeutig schädlich, aber angeblich ja nicht innerhalb der Grenzwerte. Die Masse der Bevölkerung gibt ihr Geld lieber für Autos, Elektronik u. anderes aus, nur nicht für Bio-Produkte. Dennoch sind Bio-Konsumenten auch bei den anderen gut angesehen.

Und es gibt eben auch Menschen, die den Elektrosmog meiden, obwohl man auch mit dem leben kann. Elektrische und elektromagnetische Felder einschl. Mobilfunkstrahlen sind dosisabhängig zwar eindeutig schädlich, aber angeblich ja nicht innerhalb der Grenzwerte. Diese Menschen stoßen aber auf Unverständnis bis hin zur Ablehnung. Versuchen Sie mal eine Wohnung oder ein Urlaubsquartier ohne DECT-oder Wlan-Einfluss zu finden, was Sie da erleben.
Warum.? Was macht den Unterschied?

Warum ist es für uns selbstverständlich, dass Allergiker ihre Allergene meiden. Wir „wissen“, dass es ihnen sonst schlecht geht. Das Verhalten und die Maßnahmen, welche Menschen treffen, denen es durch den Einfluss von Elektrosmog schlecht geht, hält die Allgemeinheit dagegen für überzogen.
Was macht den Unterschied? Vielleicht der wirtschaftliche Hintergrund?

Meinungsmache zugunsten egoistischer Bestrebungen
Gäbe es viele diagnostizierte Elektrosmogerkrankte würde das die Wirtschaft am Geldverdienen hindern. Alle Minderheiten können akzeptiert werden, es sei denn dadurch würde das Geschäft kaputt gemacht.
Und die öffentliche Meinung wird nun mal leider von ganz oben beeinflusst und gesteuert.
Von den Geschäftemachern und im Gefolge von der Politik und den Medien.

Und kein Wunder, immer wieder hört die Bevölkerung, dass es einem von Mobilfunkstrahlung nicht schlecht gehen kann, dass es die Bevölkerungsgruppe, die ihre Beschwerden auf Handys und Elektrosmog zurückführen, in der Weise eigentlich gar nicht gibt.

Für mich ist klar, dass solche Aussagen oder gar Spöttereien über Elektrosmogbetroffene ausschließlich von solchen Leuten kommen können, die ganz egoistisch die eigenen Interessen und Vorteile verfolgen. Egal ob die Äußerungen von Wirtschaft, Politik, Forschern, Medien oder sonstigen Kreisen verbreitet werden.

Alles auf der Welt gibts in den unterschiedlichsten Ausprägungen - auch Krankheiten
Wir finden alles - außer schwanger sein - in einer Bandbreite "von ... bis" vor.
Natürlich auch das Schlecht-Ergehen unter dem Einfluss von Elektrosmog.

Es wurde berichtet von einem Geschädigten, dem es derart schlecht geht, das seine Mitstreiter sein Verhalten nicht mehr als angemessen dulden konnten und sich von ihm distanziert haben.

Erfunden oder böse Wahrheit?
Seien Sie mir nicht böse Herr oder Frau „Doris“, ab und zu überkommt mich der Verdacht, dass Sie erfundene Geschichten verbreiten. Manchmal mutmaßte ich sogar schon, sie seien nur ein ins Rennen geschicktes virtuelles Konstrukt. Ich habe leider in den letzten Jahren erlebt, dass alles möglich ist. Dass Menschen vieles tun, wenn es gilt, die eigenen Interessen und Vorteile durchzusetzen. Und dass auch leider im Mobilfunkbereich Leute auf wundersame Weise vom Paulus zum Saulus mutierten. So gesehen, nichts ist unmöglich!

Ich sage das auch deshalb so grad heraus, weil ich einfach nicht glauben will, dass Sie als jemand, wo in der Thematik drinsteckt, wirklich derart mit ihrem Elektrosmoggeschädigten umgehen. Entspricht das von Ihnen Geschilderte wirklich den Tatsachen? Wird es nicht nur verbreitet, um ganz unterschwellig elektrosmogerkrankte Menschen als unglaubwürdig darzustellen?

Wenn es wahr ist, so ist Ihr Verhalten - so wie ich es verstanden habe - dennoch höchst beschämend. Sie zeigen sich keinen Deut besser als die Mobilfunkindustrie. Diese leugnet total, dass es einem von den Strahlen schlecht gehen kann und sie nimmt aus Profitgründen keine Rücksicht.
Und Sie selbst halten es für möglich, dass Mobilfunk irgendwelche schlechte Auswirkungen haben könnte. Nur, dass es einem wiederum so schlecht gehen kann, wie dem „Ausgeschlossenen“, das leugnen anscheinend selbst sie und verhalten sich ihm gegenüber gleichfalls rücksichtslos.
Nach dem Motto “Der Simulant von Zimmer 7 ist heute Nacht gestorben!“
„ Na, jetzt übertreibt er aber.“
Vielleicht haben sie auch nur nicht bedacht, dass es eben für alles eine Bandbreite gibt, dass auf einer Skala von ...bis, alles in jedweder Form auftreten kann.

Aber was haben Sie denn nach dem „Ausschluss“ anschließend überhaupt mehr erreicht als vorher? Wurde ein Mast abgebaut? Oder welches andere Ziel ist ohne den "Übertreiber" greifbar näher gerückt?

Keiner, der es ehrlich meint und wirklich was Gutes für die Menschen in der Mobilfunkdebatte erzielen will, käme z.B. auf die Idee, sich von Herrn Ulrich Weiner
zu distanzieren. Oder ihn gar auch nur in irgendeiner Form zu diskreditieren. Nur weil es ihm zeitweise noch schlechter ergeht als vielen anderen Mobilfunkbetroffenen und er noch mehr Vorsicht walten lassen muss

Übrigens bezüglich der Mobilfunkdiskussion ordne ich die Bevölkerung in vier Hauptgruppen ein, und zwar in nachstehender Reihenfolge:
Kritiker - Nichtbeteiligte - Befürworter - Pseudokritiker.
Somit gibt’s für mich auch nicht die jetzt aufgetauchten Begriffe "Kritiker K1 und K2", sondern nur Kritiker und Pseudokritiker.


Schöne Grüße

Ulido

Der andere Gast

Beitrag von Der andere Gast » 23. Juli 2008 21:42

Hallo Ulido

Zunächst danke für die Blumen!
Eigentlich wollte ich zu dem Thema ES nichts mehr schreiben, da es mir scheint, als würde man bei diesem Thema versuchen einem Reichen zu beschreiben was es bedeutet am Verhungern zu sein. Da werden zwei unterschiedliche Sprachen gesprochen und es findet sich kein Dolmetscher (analog zur mühsamen Diskussion um thermische und nichtthermische Effekte). In beiden Bereichen redet man aneinander vorbei und mir scheint als hätten die Befürworter der ´modernen Mobilität´ keinerlei Interesse diese Sprachgewirr zu entflechten. Dabei hätten diese die Mittel, z. B. solche ES-Tests wie sie von Frau Buchs (nach meiner Meinung zurecht) gefordert werden, zu realisieren. Aber hier ist es wie bei der Nano-Technik. Angeblich fliessen 99% der Mittel in die Produkteforschung und 1% die Erforschung der Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Ich will hier nicht sagen, dass die Mobilfunkbetreiber entsprechende Studien finanzieren sollen. Da würden sich schon Wege finden, um die Objektivität der Studien zu erhöhen und dennoch die Profiteure für den Forschungsaufwand aufkommen zu lassen (was ja auch verursachergerecht wäre).

Eine Anmerkung zu einem Kommentar von Doris, der mich nachdenklich macht.
Doris schreibt:
„Ich differenziere da schon zwischen ES und nicht betroffenen Kritikern, die sich den ES annehmen. Die Vorgehensweise von Kritiker zu kritisieren ist für mich einfacher, weil ich meine Kritik mit Fakten belegen kann. Elektrosensible Menschen kann ich nur bedingt mit Fakten kommen, weil ich der Meinung bin, dass Ergebnisse von so manchen Studien zwar durchaus beweisen, dass eben viele Menschen gar nicht sensibel auf Elektrosmog reagieren, aber das ist nicht gleichbedeutend, dass z.B. Sie oder manche andere Menschen eben darauf reagieren.“

In einem früheren Statement schreibt Doris, dass Sie bei den Mobilfunkkritikern kritisiert, dass diese häufig reine Mitläufer sind, d.h. die kritischen Mitteilungen diverser Organisationen schlichtweg nachplappern.

Nun sicher kann man das unreflektiertes Nachschwätzen kritisieren. Das tue ich gelegentlich auch. Im Zusammenhang mit Mobilfunk erlaube ich mir jedoch folgende Anmerkungen.
1) Die Forschung in dem Bereich verschlingt schnell Millionen. Wie soll sich denn jemand, der dieses Kleingeld nicht verfügbar hat, ein unabhängiges Bild verschaffen? Er wird auf ´Nachplappern´ angewiesen sein. Selbst bei kritischem Hinterfragen des Themas werden Zweifel sowohl an der Aussage der einen wie der anderen Partei bestehen bleiben. Wenn dann jemand den Mut hat, auf der Seite der Minderheit (=Kritiker) zu stehen und gegen den allgemeinen Strom zu schwimmen, dann hat er zunächst meinen grössten Respekt verdient (auch wenn ich zu einem Thema nicht unbedingt die gleiche Meinung habe).
2) In Deutschland und in der Schweiz (vermutlich auch in anderen Ländern) übersteigt die Zahl der Handys die Zahl der Einwohner inzwischen deutlich. Das lässt den Schluss zu, dass eine enorme Zahl von Bevölkerung den Mobilfunkpredigern (die geistlichen Leser verzeihen mir bitte den Begriff) hinterherläuft, ohne irgendwelche Bedenken sprich ohne jegliche kritisch-sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema (zumindest bekomme ich den Eindruck bei den Diskussionen mit meinen Mitmenschen). Dies geht so weit, dass man die eigenen (Klein-)Kinder mit einem Handy ausstattet, damit diese selbst im Kindergarten erreichbar sind. Nun bin persönlich der Meinung, dass dieser ´Hype´ zu weit mehr Kritik berechtigt als dies bei den Mobilfunkkritikern der Fall ist. Weder Mobilfunkindustrie noch Politik halten es für nötig hier deutliche und warnende Worte zu finden (insbesondere was die Handynutzung durch Kinder betrifft). Bei der ungeklärten Risikolage halte ich das für unverantwortlich.
3) Ich hatte Gelegenheit mit Psychologen über das Thema zu sprechen. Zum Teil belächeln diese die geführte Diskussion. Dies mit einer einfachen Begründung. Anscheinend gibt es einen Kreis von Psychologen, der davon ausgeht, dass bis zu 80% der Erkrankungen vom Kopf gesteuert werden, d.h. Psychisch beeinflusst sind (die Liste reicht hier von Magengeschwür, Krebs, Kopfschmerzen etc.). Nun würde man vermutlich kaum einen Arzt finden, der ein Magengeschwür nicht behandelt, nur weil dies auf psychischen Stress am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. Bezüglich ES leistet man sich aber genau dieses (menschenverachtenden) Vorgehen. In diesem Zusammenhang habe ich auch eine ganz eigene Meinung: Ich gebe jedem Menschen das Recht aufgrund eines Placebo gesund zu werden (ich selbst würde dafür zahlen und ich denke, es tun sehr viele ohne es zu wissen und es wird gesellschaftlich akzeptiert.). Im gleichen Umfang fordere ich das Recht ein aufgrund irgendwelcher Effekte krank werden zu dürfen, ohne in die Ecke eines psychisch Kranken gesteckt zu werden.
4) Was ich auch nicht verstehe ist die Tatsache, dass es viele kritische Gruppen gibt, die Kompromisse vorschlagen (berufen sich z. B. auf die Miniwatt Studie der Uni Karlsruhe). D.h. die Kritiker bieten Diskussionen an, die von den Mobilfunkern (wahrscheinlich aus Kostengründen) regelmässig nicht eingegangen werden. Für mich sind diejenigen, die NICHT gesprächsbereit sind allemal kritikwürdiger als die anderen.

Beste Grüsse und gute Nacht
Der andere Gast

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