von Sunset » 16. August 2008 14:38
BLUE SKY hat geschrieben:Sunset hat geschrieben:
Es gibt nur zwei mögliche Folgerungen aus der Gleichartigkeit von Symptomen psychosozial gestresster Menschen und „Elektrosensibler“:
1. Variante: „Elektrosensible“ gibt es nicht, denn sie unterscheiden sich überhaupt nicht in der Art ihrer Beschwerden von gewöhnlich Gestressten, nur im Ausmass.
2. Variante: EMFs verursachen Stress, und „Elektrosensibilität“ ist nicht eine Krankheit für sich, sondern nur einfach Stress, der durch EMFs verursacht wird, wie mit dem Symptomabgleich bei den psychosozial Gestressten bewiesen ist.
Wer diese Studie richtig liest, erkennt darin den Beweis für die Existenz von „Elektrosensibilität“ im Sinne von Beschwerden der Gesundheit und des Befindens als Folge der Anwesenheit von EMFs. Wer aber die Studie nicht versteht, weil er Fachidiot ist, blind ist oder nichts sehen will oder nichts sehen darf, der sieht darin das Gegenteil.
Soweit ich bisher folgen konnte, ist die Schlüsselstelle bei Rapport Moser/DMF, dass eine vorgebliche, durch Gehirnuntersuchungen nachgewiesenen Antizipation als wissenschaftlich begründetes Kriterium für die Interpretation in Richtung Variante 1 angeführt wird.
Frau Dr. Moser war für die Rapportierung zu den Studien über Akute Wirkungen (sprich Elektrostress) zuständig. Frau Dr. Moser berichtete dem Plenum, es seien weder Hinweise auf die Existenz eines Zusammenhangs zwischen Feldern und Symptomen bei "ES"-Personen gefunden worden, noch gebe es solche auf einen möglichen Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen Feldern und Symptomen. Diese Behauptung in dem als Foliensatz zusammengefassten Rapporteurs-Bericht von Frau Dr. Moser wurde sinngemäss in den Schlussbericht aufgenommen, der dem deutschen Umweltminister Gabriel Anlass zur Entwarnung gab.
Die Folgerung von Frau Dr. Moser aus den fehlenden Hinweisen war, dass es "ES" als feldbedingte Symptomatik nicht gibt. Vor dem Hintergrund dieser als Dogma oder Axiom vorgebrachten, das heisst nicht weiter begründeten oder begründbaren Aussage, musste Frau Dr. Moser aber eine Erklärung für die Tatsache finden oder erfinden, dass die "ES"-Personen die Symptome einigermassen konsistent schildern und dass sie diese Symptome in Verbindung mit Feldern bringen.
Frau Dr. Moser fand in einer der Studien, dass "ES"-Personen, wenn ihnen Felder eines Handys angekündigt werden, in eine Erwartungshaltung kommen, und dass diese als Antizipation bezeichnete Erwartungshaltung mit fMRI nachgewiesen werden kann. Wie banal! Aber diese scheininteressante Tatsache diente als Begründung für die Behauptung einer "Wissenschaftlerin", dass ein Zusammenhang von Feldern und Symptomen nicht in der Wirklichkeit existiere, sondern nur in der Vorstellung der "ES"-Personen.
Dr. Moser musste sich für den Fall von Zweiflern vorbereiten, welche dieser Banalität eine Beweiseignung absprechen könnten. Um in einem solchen Fall nachdoppeln zu können, nahm sie sich einen weiteren, wohl noch banaleren Zusammenhang vor. In einer weiteren DMF-Studie fand sie nämlich, dass "ES"-Personen wegen EMF besorgt seien. Wie banal: Wer ein Übel auf eine bestimmte Ursache zurückführt, der
muss über die Existenz dieser Ursache besorgt sein. In Umkehrung der natürlichen Kausalität behauptet nun Frau Dr. Moser, dass erst diese Besorgnis "normale" Personen zu "ES"-Personen gemacht habe.
BLUE SKY hat geschrieben:
Wird in QUEBEB durch kritische Diskussion der Belege dargestellt, dass keine andere Interpretation der Ergebnisse der Gehirnuntersuchungen möglich ist.
Biologische Studien stellen statische Zusammenhänge dar. Statistik zu biologischen und medizinischen Zusammenhängen bedarf der Interpretation. Frau Dr. Moser hätte die DMF-Studien auch ganz anders interpretieren können:
Beispiel 1: Eine der Erkenntnisse von QUEBEB war, dass die Beschwerden von "ES"-Personen nach ihrer Art nahezu identisch sind mit denjenigen von gestressten Personen; einzig die Stärke der Symptome der „ES“-Personen war grösser als bei den aus psychosozialen Gründen Gestressten. Dieses wurde von den Studienautoren nicht kommentiert. Die Studienautoren hätten ohne weiteres die Interpretation äussern können, dass die "ES"-Personen auffällig an Stresssymptomen leiden, und dass deren Ursache tatsächlich die Felder sein könnten, welche von den "ES"-Personen für die Symptome verantwortlich gemacht werden; oder auch nur, dass die Symptome der „ES“-Personen Stresssymptome seien.
Beispiel 2: Leitgeb fand eine Korrelation zwischen der Wahrnehmungsfähigkeit von schwachem Wechselstrom (Kribbeln etc., wenn Elektroden angelegt sind und Strom fliesst) und der Eigenschaft "ES"-Person. Er liess diese Erkenntnis unkommentiert im Raum stehen. Es wurde aber auch schon interpretiert, dass ein Zusammenhang zwischen den 100 Impulsen pro Sekunde beim Wechselstrom, den 100 Impulsen von DECT Basen und den 100 Hz gewisser körperlicher Vorgänge beim Menschen bestehen könnte.
Warum handelte Frau Dr. Moser im Sinne der Industrie, welche das DMF-Programm zur Hälfte finanziert hat, und welche die einzige Nutzniesserin der Entwarnung ist? Wegen des Herdentriebs, der auch in der Wissenschaft und Politik alle irgendwelchen Leithammeln folgen lässt!
BLUE SKY hat geschrieben:
Friedrich Wittgenstein: "Was ich lehren will ist: von einem nichtoffenkundigen Unsinn zu einem offenkundigen übergehen."
Tatsächlich, der Foliensatz von Frau Dr. Moser sieht für den Laien plausibel aus. Unsinn lässt sich mit vielen Fremdwörtern und Fachausdrücken kaschieren, bis er dahinter nicht mehr als solcher erkennbar ist. Auch schöne akademische und staatliche Funktions-Titel lenken vom Unsinn ab, den ihre Träger äussern.
[quote="BLUE SKY"][quote="Sunset"]
Es gibt nur zwei mögliche Folgerungen aus der Gleichartigkeit von Symptomen psychosozial gestresster Menschen und „Elektrosensibler“:
1. Variante: „Elektrosensible“ gibt es nicht, denn sie unterscheiden sich überhaupt nicht in der Art ihrer Beschwerden von gewöhnlich Gestressten, nur im Ausmass.
2. Variante: EMFs verursachen Stress, und „Elektrosensibilität“ ist nicht eine Krankheit für sich, sondern nur einfach Stress, der durch EMFs verursacht wird, wie mit dem Symptomabgleich bei den psychosozial Gestressten bewiesen ist.
Wer diese Studie richtig liest, erkennt darin den Beweis für die Existenz von „Elektrosensibilität“ im Sinne von Beschwerden der Gesundheit und des Befindens als Folge der Anwesenheit von EMFs. Wer aber die Studie [i]nicht[/i] versteht, weil er Fachidiot ist, blind ist oder nichts sehen will oder nichts sehen darf, der sieht darin das Gegenteil.[/quote]
Soweit ich bisher folgen konnte, ist die Schlüsselstelle bei Rapport Moser/DMF, dass eine vorgebliche, durch Gehirnuntersuchungen nachgewiesenen Antizipation als wissenschaftlich begründetes Kriterium für die Interpretation in Richtung Variante 1 angeführt wird.
[/quote]
Frau Dr. Moser war für die Rapportierung zu den Studien über Akute Wirkungen (sprich Elektrostress) zuständig. Frau Dr. Moser berichtete dem Plenum, es seien weder Hinweise auf die Existenz eines Zusammenhangs zwischen Feldern und Symptomen bei "ES"-Personen gefunden worden, noch gebe es solche auf einen möglichen Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen Feldern und Symptomen. Diese Behauptung in dem als Foliensatz zusammengefassten Rapporteurs-Bericht von Frau Dr. Moser wurde sinngemäss in den Schlussbericht aufgenommen, der dem deutschen Umweltminister Gabriel Anlass zur Entwarnung gab.
Die Folgerung von Frau Dr. Moser aus den fehlenden Hinweisen war, dass es "ES" als feldbedingte Symptomatik nicht gibt. Vor dem Hintergrund dieser als Dogma oder Axiom vorgebrachten, das heisst nicht weiter begründeten oder begründbaren Aussage, musste Frau Dr. Moser aber eine Erklärung für die Tatsache finden oder erfinden, dass die "ES"-Personen die Symptome einigermassen konsistent schildern und dass sie diese Symptome in Verbindung mit Feldern bringen.
Frau Dr. Moser fand in einer der Studien, dass "ES"-Personen, wenn ihnen Felder eines Handys angekündigt werden, in eine Erwartungshaltung kommen, und dass diese als Antizipation bezeichnete Erwartungshaltung mit fMRI nachgewiesen werden kann. Wie banal! Aber diese scheininteressante Tatsache diente als Begründung für die Behauptung einer "Wissenschaftlerin", dass ein Zusammenhang von Feldern und Symptomen nicht in der Wirklichkeit existiere, sondern nur in der Vorstellung der "ES"-Personen.
Dr. Moser musste sich für den Fall von Zweiflern vorbereiten, welche dieser Banalität eine Beweiseignung absprechen könnten. Um in einem solchen Fall nachdoppeln zu können, nahm sie sich einen weiteren, wohl noch banaleren Zusammenhang vor. In einer weiteren DMF-Studie fand sie nämlich, dass "ES"-Personen wegen EMF besorgt seien. Wie banal: Wer ein Übel auf eine bestimmte Ursache zurückführt, der [i]muss[/i] über die Existenz dieser Ursache besorgt sein. In Umkehrung der natürlichen Kausalität behauptet nun Frau Dr. Moser, dass erst diese Besorgnis "normale" Personen zu "ES"-Personen gemacht habe.
[quote="BLUE SKY"]
Wird in QUEBEB durch kritische Diskussion der Belege dargestellt, dass keine andere Interpretation der Ergebnisse der Gehirnuntersuchungen möglich ist.
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Biologische Studien stellen statische Zusammenhänge dar. Statistik zu biologischen und medizinischen Zusammenhängen bedarf der Interpretation. Frau Dr. Moser hätte die DMF-Studien auch ganz anders interpretieren können:
Beispiel 1: Eine der Erkenntnisse von QUEBEB war, dass die Beschwerden von "ES"-Personen nach ihrer Art nahezu identisch sind mit denjenigen von gestressten Personen; einzig die Stärke der Symptome der „ES“-Personen war grösser als bei den aus psychosozialen Gründen Gestressten. Dieses wurde von den Studienautoren nicht kommentiert. Die Studienautoren hätten ohne weiteres die Interpretation äussern können, dass die "ES"-Personen auffällig an Stresssymptomen leiden, und dass deren Ursache tatsächlich die Felder sein könnten, welche von den "ES"-Personen für die Symptome verantwortlich gemacht werden; oder auch nur, dass die Symptome der „ES“-Personen Stresssymptome seien.
Beispiel 2: Leitgeb fand eine Korrelation zwischen der Wahrnehmungsfähigkeit von schwachem Wechselstrom (Kribbeln etc., wenn Elektroden angelegt sind und Strom fliesst) und der Eigenschaft "ES"-Person. Er liess diese Erkenntnis unkommentiert im Raum stehen. Es wurde aber auch schon interpretiert, dass ein Zusammenhang zwischen den 100 Impulsen pro Sekunde beim Wechselstrom, den 100 Impulsen von DECT Basen und den 100 Hz gewisser körperlicher Vorgänge beim Menschen bestehen könnte.
Warum handelte Frau Dr. Moser im Sinne der Industrie, welche das DMF-Programm zur Hälfte finanziert hat, und welche die einzige Nutzniesserin der Entwarnung ist? Wegen des Herdentriebs, der auch in der Wissenschaft und Politik alle irgendwelchen Leithammeln folgen lässt!
[quote="BLUE SKY"]
Friedrich Wittgenstein: "Was ich lehren will ist: von einem nichtoffenkundigen Unsinn zu einem offenkundigen übergehen."[/quote]
Tatsächlich, der Foliensatz von Frau Dr. Moser sieht für den Laien plausibel aus. Unsinn lässt sich mit vielen Fremdwörtern und Fachausdrücken kaschieren, bis er dahinter nicht mehr als solcher erkennbar ist. Auch schöne akademische und staatliche Funktions-Titel lenken vom Unsinn ab, den ihre Träger äussern.