Marginalisierungsmedizin

Sunset
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Marginalisierungsmedizin

Beitrag von Sunset » 7. August 2008 09:15

Unsere liebe Frau Dr. Moser vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zog aus den Studien zu „Akuten Wirkungen“ des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) an der Abschlussveranstaltung vom Juni 2008 in Berlin nicht nur den scheinlogischen Schluss, dass die bei „ES“ Personen (wohl gerechtfertigte) Besorgnis zu elektromagnetischen Feldern (EMF) sie zu „ES“ mache, sondern auch antizipierte, bloss erwartete Strahlung, welche wiederum Besorgnis fördere. Für diese Aussagen verwendete sie das Logo des Bundes samt Schweizerwappen, im Foliensatz Seite 29 , http://www.emf-forschungsprogramm.de/ab ... _Moser.pdf

Ob sie für diese Aussage als Nichtmedizinerin überhaupt kompetent ist, lassen wir einmal dahin gestellt. Jedenfalls stützte sie sich dabei auf ein Experiment von Fricks Psychiatrischer Uniklinik in Regensburg, zusammengefasst in Mosers Foliensatz Seiten 18 und 19.


Aus dem Zwischenbericht von 2006, http://www.emf-forschungsprogramm.de/ab ... _Frick.pdf geht das Studiendesign hervor:

Es wurde eine vergleichsweise geringe Zahl von „ES“ Probanden (n=15) zu einem Experiment mit MRI geladen. Bei den Versuchen der Regensburger wurde den „ES“ der Eindruck vermittelt, sie würden von Ärzten ernsthaft untersucht (Zwischenbericht Seite 8, Versuchleiter in weissem Kittel mit Stethoskop). Die „ES“ erhielten anscheinend eine ernsthafte Untersuchung ihrer Reaktionen auf EMF eines Handys im fMRI (functional Magnetic Resonance Imaging). Treuherzig vertrauten die „ES“ dem scheinbaren Helferwillen der Weisskittel, welche ihnen anscheinend eine kostspielige Untersuchung mit fMRI zu den Wirkungen, die EMF in ihrem Hirn auslösen, ermöglichten (Seite 46).

In Wirklichkeit wurden die „ES“ jedoch nur darauf untersucht, ob bestimmte Hirnregionen aktiviert werden, wenn erst die Rede von EMF ist - das angeblich strahlende Handy war nur eine Attrappe. Tatsächlich wurden die Hirnregionen Insel und rACC aktiviert (Seite 49), während dieser Effekt bei der ebenfalls 15 Teilnehmer umfassenden Nicht-„ES“-Kontrollgruppe nicht eintrat (Seite 48).

Diesen Effekt nennt unsere liebe Frau Dr. Moser neuerdings Antizipationseffekt, und schliesst daraus, „ES“ sei nur Einbildung, und habe keinen Zusammenhang mit wirklichen elektromagnetischen Feldern. Sie verschwendet aber keinen Gedanken daran, dass noch vor kurzem der Placebo- bzw. Nocebo-Effekt für „ES“ verantwortlich gemacht wurde. Es wird auch nicht erwogen, dass dieser Effekt dadurch zustande kommt, dass die „ES“ nur allzu oft negative Erfahrungen mit EMF gemacht haben, und dass sich dieses solche in Vorgängen des Gehirns niederschlagen. Bei Menschen, die oft negative Erfahrungen mit bissigen Tieren gemacht haben, beginnt es in den Hirnwindungen auch zu arbeiten, bevor das Tier, das er erst erblickt worden ist, überhaupt zugebissen hat. Für die „ES“ Probandengruppe wurden ausschliesslich „ES“ ausgewählt, welche starke Symptome hatten, was die „Forscher“ eigentlich darauf hätte bringen müssen, dass diese „ES“ eine prägende Vorgeschichte von Begegnungen mit EMF hatten.

Interessanterweise leugnet Moser hier nicht das Bestehen der Symptome bei den „ES“, sondern, sondern gestützt auf diese vorgetäuschte fMRI Untersuchung, nur den Zusammenhang der als solche unbestrittenen Symptome mit echten EMF.

Die Folgerungen von Frau Moser marginalisieren die „ES“, sie werden an den Rand der Gesellschaft, zu den Hypochondern und Spinnern gedrängt, in die Fänge solcher psychiatrischer Unikliniken wie Regensburg, Mainz und Berlin, welche diese Farcen von Versuchen mitmachen, und sich dafür mit Millionen entschädigen lassen, aber auch in die Fänge von Geschäftemachern mit Chips und Harmonisierungsfigürchen.

So lange „ES“ bzw. der Zusammenhang von elektromagnetischen Feldern und den teilweise starken Symptomen auf amtlichem Papier geleugnet wird, so lange werden „ES“ nicht nur an den Rand der Gesellschaft, sondern darüber hinaus gedrängt, in die Wildnis und in tiefe Keller, wo keine EMF hinkommen.

Elisabeth Buchs
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Beitrag von Elisabeth Buchs » 7. August 2008 18:20

Ein Vorgehen von Gigaherz ist in Vorbereitung. Das wollen wir so nicht hinnehmen. Die negativen gesundheitlichen Erfahrungen der Betroffenen mit Elektrosmog verursachen berechtigterweise Bedenken, vor allem wegen des exzessiven Aufrüstens. Die Schlussfolgerung, Elektrosensiblität sei wegen Bedenken und nicht wegen EMF ist eine Unwahrheit. Die Aufgabe eines mit Steuergeldern finanzierten Bundesamtes für Gesundheit wäre der Schutz der Bevölkerung und nicht das der Industrie zudienen mittels teils fragwürdiger, darauf angelegter Studien.

Elisabeth Buchs

Elisabeth Buchs
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Beitrag von Elisabeth Buchs » 8. August 2008 10:44

Soeben noch das gelesen:

Nahezu alle bekannten Wahrnehmungstests betrafen nicht einzelne Personen, sondern Gruppen. Pro Versuchsperson wurden vielleicht drei Durchgänge gemacht, und dann wurde für die Gruppe als Ganzes ermittelt, ob sie den Ein- oder Aus-Zustand besser als zufällig zu erwarten wäre angeben konnte. Hier gibt es keine Antwort auf Ihre Frage, da eben nicht "jemand" sondern nur Gruppen getestet wurden.

Wenige Tests umfassten so zahlreiche Durchgänge, bis die Angabe zum ersten Mal falsch war. Bei diesen wenigen derartigen Tests gab es keinen, der stets zuverlässig antwortete. Er würde sonst auf dem Rummelplatz vorgeführt.

Quelle: http://www.izgmf.de/scripts/forum/forum ... bb0725fa2c

Elisabeth Buchs

BLUE SKY
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QEBEB und weiteres

Beitrag von BLUE SKY » 8. August 2008 13:59

Die Schlussfolgerungen in den Darstellungen des DMF (ich beziehe mich hier nicht Frau Mosers Foliensatz) beziehen sich auf Erhebungen an Probanden der Querschnittsstudie, die auf http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... i_035.html Download pdf dargestellt sind und von Bielefeld/Mainz durchgeführt wurden.

Eine/die Verbindung dieser Darstellungen mit den Untersuchungen in Regensburg ist mir mithin bisher nicht klar geworden. :?:
Was soll das Eine mit dem Anderen bei Frau Moser zu tun haben?

Helmut Breunig

Antizipatation

Beitrag von Helmut Breunig » 8. August 2008 14:26

Den von Frau Moser sogenannten Antizipationseffekt kann ich aus persönlicher Erfahrung bezüglich allgemeiner HF-Belastungen in gewisser Hinsicht bestätigen.
Seit ich mich wegen eines Wechsels von Mietern im Hause ungewissen Verhältnissen wegen der möglicherweise auf mich zukommenden HF-Einstrahlungen gegenübersehe, schlafe ich deutlich schlechter.
Die Art der Verschlechterung meiner Schlafqualität unterscheidet sich jedoch eindeutig von jener, wie ich sie als akute Folge vorausgegangener HF-Belastungen gut kenne.
Letztere verursachen u.a. das Erlebnis, sehr schnell aus als tief empfundenem Schlaf aufzuwachen und danach in vielen Fällen nur schwer wieder einschlafen zu können.
Dieses Erlebnis hatte ich in den vergangenen Wochen wegen der Verschonung während meines Urlaubs in guten Verhältnissen nicht.
Allerdings stellte sich zugleich mit Beginn der Freizeit die Ungewissheit vor möglicher künftiger Beeinträchtigung ein.
Ich beobachte seither erst eine Tendenz zu geringerer Schlaftiefe über weite Teile der Nacht mit gelegentlichem Fasterwachen und gleitenden Wiedereinschlafen.
Die 2 vergangenen Tage nun brachten durch eine unumgängliche private Verpflichtung (Umzugshilfe) eine für meine Verhältnisse mittlere HF-Belastung.
Heute Nacht hat sich zum ersten Mal seit über 3 Wochen wieder ein plötzliches frühzeitiges Erwachern kurz nach Mitternacht mit längerer Wachphase und ein weiteres leichtes gegen nach 4 Uhr mit sofortigem Wiedereinschlummern eingestellt.

(am 12.08.08 editierte Fassung)
Zuletzt geändert von Helmut Breunig am 12. August 2008 09:39, insgesamt 1-mal geändert.

Sunset
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Re: QEBEB und weiteres

Beitrag von Sunset » 8. August 2008 18:41

BLUE SKY hat geschrieben:Die Schlussfolgerungen in den Darstellungen des DMF (ich beziehe mich hier nicht Frau Mosers Foliensatz) ...
Welche Darstellungen des DMF und welche Schlussfolgerungen meinen Sie hier konkret?

BLUE SKY hat geschrieben: ... beziehen sich auf Erhebungen an Probanden der Querschnittsstudie, die auf http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... i_035.html Download pdf dargestellt sind und von Bielefeld/Mainz durchgeführt wurden.

Eine/die Verbindung dieser Darstellungen mit den Untersuchungen in Regensburg ist mir mithin bisher nicht klar geworden. :?:
Was soll das Eine mit dem Anderen bei Frau Moser zu tun haben?
Frau Moser war innerhalb des DMF Rapporteurin für die Studiengruppe "Akute Wirkungen" (= Elektrosensibilität als Symptomatik bei oder nach Anwesenheit von Strahlung).

Allein diese Studien umfassten circa zehn Themen oder Ansätze, neben anderem

- Querschnittsstudie Basisstationen (Mainz, Heidelberg, Bielefeld, München)

- Klinische Studien zu ES (Regensburg), Frick.

- etc.

Frau Dr. Mosers Folgerungen aus diesen Studien war, "ES" als Zusammenhang zwischen Feldern und Symptomen gibt es nicht. Es gibt nur Personen, die ihre Beschwerden (fälschlich) auf Felder zurückführen. Die Nichtexistenz eines Zusammenhangs kann aus prinzipiellen Gründen nicht bewiesen werden. Da eine zu grosse Anzahl von "ES"-Personen jeweils in ähnlicher Weise einen Zusammenhang angibt, brauchte das DMF (bzw. das auftraggebende Bundesamt für Strahlenschutz und die zur Hälfte finanzierende Mobilfunkbranche) eine im Publikum verbreitbare, einfache Erklärung dafür.

Frau Dr. Moser verbreitet die Behauptung, die Angabe der "ES"-Personen, ihre Symptome seien jeweils durch Strahlung verursacht, sei falsch. Die Ursache für diese Angaben seien nicht Felder, sondern dass die "ES"-Personen besorgt über Strahlenwirkungen seien, und dass sie solche Wirkungen antizipieren würden.

Diese Erklärung ist gleichzeitig der Ansatz dazu, wie mit "ES"-Personen umgegangen werden solle: Sie sollen beruhigt werden, ihre "falsche" Wahrnehmung der Welt soll mit kognitiver Verhaltenstherapie umgebogen werden. (Zur Bekämpfung der Antizipation fällt mir im Moment keine andere Therapie als möglicherweise ebenfalls kognitive Verhaltenstherapie ein.)


Oder wollten Sie etwas ganz anderes fragen, BLUE SKY?

BLUE SKY
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Re: QEBEB und weiteres

Beitrag von BLUE SKY » 9. August 2008 14:05

Sunset hat geschrieben: Frau Moser war innerhalb des DMF Rapporteurin für die Studiengruppe "Akute Wirkungen" (= Elektrosensibilität als Symptomatik bei oder nach Anwesenheit von Strahlung).

Allein diese Studien umfassten circa zehn Themen oder Ansätze, neben anderem



(A) - Querschnittsstudie Basisstationen (Mainz, Heidelberg, Bielefeld, München)

(B) - Klinische Studien zu ES (Regensburg), Frick.

- etc.
Mir ist schlicht noch nicht klar geworden, WIE Frau Moser A und B zusammenbringt?

Sunset
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Re: QEBEB und weiteres

Beitrag von Sunset » 10. August 2008 14:02

BLUE SKY hat geschrieben:
Sunset hat geschrieben: Frau Moser war innerhalb des DMF Rapporteurin für die Studiengruppe "Akute Wirkungen" (= Elektrosensibilität als Symptomatik bei oder nach Anwesenheit von Strahlung).

Allein diese Studien umfassten circa zehn Themen oder Ansätze, neben anderem



(A) - Querschnittsstudie Basisstationen (Mainz, Heidelberg, Bielefeld, München)

(B) - Klinische Studien zu ES (Regensburg), Frick.

- etc.
Mir ist schlicht noch nicht klar geworden, WIE Frau Moser A und B zusammenbringt?
Frau Dr. Moser war als Berichterstatterin der Gruppe "Akute Wirkungen" (= anderer Ausdruck für "Elektrosensibilität") des DMF beauftragt, die Ergebnisse der circa zehn Studien dieser Gruppe für die Schlusskonferenz bzw. für die Oberleitung des DMF zusammenzufassen. Zu diesen zehn Studien gehörten die beiden genannten.

Mit diesen Studien wurde zwar alles Mögliche zum Thema "ES" untersucht, vor allem Besonderheiten von "ES"-Personen, die vom DMF als Personen verstanden werden, die subjektive Symptome auf Feldeinwirkung zurückführen.

Aus diesen zehn Studien pickte sie die Erkenntnisse heraus, die sich am besten für die Leugnung von "ES" eigneten, indem sie eine alternative Erklärung für den von den "ES"-Personen vermuteten Zusammenhang zwischen Feldern und Symptomen boten, nämlich nachweisbare Erregung von zwei Hirnarealen allein durch Antizipation, dass jetzt ein Handy eingeschaltet wird, und nachgewiesene erhöhte Besorgnis bei "ES"-Personen gegenüber Strahlenquellen.

Helmut Breunig

QUEBEB: Beschwerdeprofil und - intensität

Beitrag von Helmut Breunig » 14. August 2008 17:05

www.gmds2006.de/Abstracts/250.pdf

Eine Beschwerdeliste mit den wichtigsten, in der Literatur mit elektromagnetischen Feldern in Verbindung gebrachten Befindlichkeitsstörungen: Testgütekriterien und erste Auswertungen im Rahmen der QUEBEB-Studie

Kowall B 1, Frick U 2, Berg G 1, Breckenkamp J 1, Schmiedel S 3, Schlehofer B 4, Potthoff P 5, Reis U 5 , Blettner M 3

1 Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld, Deutschland
2 Psychiatrische Universitätsklinik, Universität Regensburg, Deutschland
3 Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz, Deutschland
4 AG Umweltepidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Deutschland
5 TNS Healthcare GmbH, München
gabriele.berg@uni-bielefeld.de

Einleitung und Fragestellung
Im Rahmen einer Querschnittsstudie zur Erfassung und Bewertung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch die Felder von Mobilfunkbasisstationen (QUEBEB) wurde eine von Frick et al. (2006) [1] entwickelte Beschwerdeliste eingesetzt, die die wichtigsten, in der Literatur mit elektromagnetischen Feldern in Verbindung gebrachten Befindlichkeitsstörungen berücksichtigt. Die Testgütekriterien dieser Beschwerdeliste werden anhand einer bundesweiten Befragung bestimmt. Sofern die Beschwerdeliste den Testgütekriterien genügt, sollen Prävalenzen und Determinanten der Befindlichkeitsstörungen ermittelt werden.
Material und Methoden
Datenbasis der Querschnittstudie ist eine bundesweite Panel-Befragung von Personen im Alter von 14 bis 69 Jahren, in der neben Routinefragen auch Fragen zum Mobilfunk erfasst wurden. Die schriftliche Erhebung in den Haushalten erfolgte zwischen August und November 2004. Von den angeschriebenen 51.444 Personen beteiligten sich 30.047 an der Befragung. Dies entspricht einer Responserate von 58,4 %. Die Stichprobe ergibt für die Altersklassen, das Geschlecht und die Bundesländer eine gute Annäherung an die Zusammensetzung der in deutschen Privathaushalten lebenden Bevölkerung.
Die Beschwerdeliste von Frick besteht aus 38 Items, von denen jedes auf einer vierstufigen Ratingskala die Ausprägung einer Beschwerde in den letzten 30 Tagen erfasst. Die Größe der Stichprobe erlaubt es, die Testgütekriterien und die innere Struktur des Fragebogens zu ermitteln. Zur Überprüfung der internen Konsistenz der Skala wurde Cronbach`s Alpha berechnet und der Split-Half-Test durchgeführt; die Kriteriumsvalidität wurde anhand bekannter Gruppen überprüft. Als Faktorenanalyse wurde eine Hauptkomponentenanalyse mit anschließender Varimax-Rotation durchgeführt. Als Prädiktoren des Beschwerdescores wurden in einer logistischen Regression das Geschlecht, das Alter, sozioökonomische Variablen sowie die Überzeugung, in der Nähe einer Mobilfunkbasisstation zu wohnen, einbezogen.
Ergebnisse
Die Trennschärfen der Items liegen – mit drei Ausnahmen – durchweg im Bereich zwischen 0,3 und 0,7. Die Skala weist eine hohe Reliabilität auf (Cronbach´s Alpha = 0,91; Spearman-Brown-Koeffizient = 0,87). Der Vergleich von Gruppen, deren unterschiedliches Beschwerdeniveau bekannt ist, bestätigt die Kriteriumsvalidität der Skala.
Eine Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation liefert sechs Faktoren, die sich inhaltlich gut interpretieren lassen und 46% der Gesamtvarianz aufklären. Der Faktor mit der höchsten Varianzaufklärung bezieht sich auf physische und psychische Ermüdungserscheinungen.
Gruppen mit unterschiedlichem globalen Beschwerdeniveau – etwa Personen, die sich durch die von Basisstationen emittierten elektromagnetischen Felder gesundheitlich beeinträchtigt fühlen und subjektiv nicht Beeinträchtigte – unterscheiden sich kaum im Profil ihrer Beschwerden; die Reihenfolge der Itemschwierigkeiten – die Rangfolge der Items nach dem Grad der Ausprägung der Beschwerden - ist bei Gruppen mit unterschiedlichem Beschwerdescore weitgehend identisch (Spearman´s Rho = 0,97 für subjektiv Beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Personen). In diesem Zusammenhang wird diskutiert, ob die Skala den Anforderungen eines Rasch-Modells genügt.
Die logistische Regression mit einem dichotomisierten Beschwerdescore als Zielvariable zeigt, dass Frauen, Personen mit niedriger Schulbildung und niedrigem Einkommen, Befragte mit geringen beruflichen Kontrollchancen sowie Personen, die glauben, in unmittelbarer Nähe einer Mobilfunkbasisstation zu wohnen, ein erhöhtes Maß an Befindlichkeitsstörungen aufweisen.
Diskussion
Die vorgestellte Beschwerdeliste, die die in der Literatur am häufigsten mit elektromagnetischen Feldern in Zusammenhang gebrachten Befindlichkeitsstörungen berücksichtigt, weist sehr gute Testgütekriterien auf. Prädiktoren des Beschwerdescores sind Einflussvariablen, die in der Literatur generell als Determinanten von Befindlichkeitsstörungen genannt werden. Im Vergleich zu den bekannten Beschwerdelisten von von Zerssen (1976) [2], die nicht auf spezifische Umweltexpositionen zugeschnitten sind, enthält das vorgelegte Instrument alle im Kontext von gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Mobilfunk wichtigen Beschwerden innerhalb einer Liste, ist aber mit 38 Items umfangreicher als die Listen von von Zerssen. Genau wie bei den Listen von von Zerssen unterscheiden sich unterschiedlich stark durch Befindlichkeitsstörungen belastete Gruppen nur durch das globale Niveau ihrer Beschwerden und nicht das Beschwerdeprofil.
Literatur
[1] Frick U, Mayer M, Hauser S, Binder H, Rosner R & Eichhammer P (2006). Entwicklung eines deutsprachigen Messinstrumentes für „Elektrosmog-Beschwerden“. Umweltmed Forsch Prax (im Druck).
[2] Zerssen D v (1976). Die Beschwerden-Liste. Manual. Weinheim: Beltz.



(Hervorhebungen von H.B.)

Sunset
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Einige erkennen auch das Offensichtliche nicht.

Beitrag von Sunset » 15. August 2008 19:46

Helmut Breunig zitiert aus der Querschnittstudie:

Helmut Breunig hat geschrieben:Einleitung und Fragestellung
Im Rahmen einer Querschnittsstudie zur Erfassung und Bewertung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch die Felder von Mobilfunkbasisstationen (QUEBEB) wurde eine von Frick et al. (2006) [1] entwickelte Beschwerdeliste eingesetzt, die die wichtigsten, in der Literatur mit elektromagnetischen Feldern in Verbindung gebrachten Befindlichkeitsstörungen berücksichtigt.
Die Beschwerdeliste von Frick besteht aus 38 Items, von denen jedes auf einer vierstufigen Ratingskala die Ausprägung einer Beschwerde in den letzten 30 Tagen erfasst.
Was sind das für Symptome, welche die „ES“ schildern? Es sind typische Stresssymptome, und zwar von Dauerstress. Nur nennt keiner der Studienautoren das ganze Kind beim Namen, sondern nur seine Einzelteile, hier nicht wie vom Kind „Ärmchen“, Äuglein“, sondern vom Dauerstress nur die Einzelsymptome „Schlaflosigkeit“, „Konzentrationsprobleme“, etc. .
Helmut Breunig hat geschrieben:
Ergebnisse
... zeigt, dass Frauen, Personen mit niedriger Schulbildung und niedrigem Einkommen, Befragte mit geringen beruflichen Kontrollchancen sowie Personen, die glauben, in unmittelbarer Nähe einer Mobilfunkbasisstation zu wohnen, ein erhöhtes Maß an Befindlichkeitsstörungen aufweisen.
Mit zahllosen Versuchen wurde klar bewiesen, dass ohnmächtig empfundene Unterdrückung durch Mächtigere Dauerstress verursacht; ebenso ist bewiesen dass Dauerstress schwere Erkrankungen auslösen kann. Zur Zeit werden in Beziehungen und am Arbeitsplatz noch viel mehr Frauen durch Männer unterdrückt als umgekehrt, was das grössere Zahl von Frauen mit Symptomen von Dauerstress erklärt. Wer sich ständig in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt sieht, wird erlebt Dauerstress. Bei Tierversuchen, mit denen Stress untersucht wird, werden die Tiere absichtlich so gehalten, dass sie sich nicht frei bewegen können.
Helmut Breunig hat geschrieben: Diskussion
Die vorgestellte Beschwerdeliste, die die in der Literatur am häufigsten mit elektromagnetischen Feldern in Zusammenhang gebrachten Befindlichkeitsstörungen berücksichtigt, weist sehr gute Testgütekriterien auf. Prädiktoren des Beschwerdescores sind Einflussvariablen, die in der Literatur generell als Determinanten von Befindlichkeitsstörungen genannt werden.
... enthält das vorgelegte Instrument alle im Kontext von gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Mobilfunk wichtigen Beschwerden innerhalb einer Liste, ist aber mit 38 Items umfangreicher als die Listen von von Zerssen.
Zusammengefasst: Die Beschwerdeliste enthält die Beschwerden, welche von "Elektrosensiblen" am meisten genannt wurden.
Helmut Breunig hat geschrieben: Genau wie bei den Listen von von Zerssen unterscheiden sich unterschiedlich stark durch Befindlichkeitsstörungen belastete Gruppen nur durch das globale Niveau ihrer Beschwerden und nicht das Beschwerdeprofil.

Die Studie war nichts anderes als die erfolgreiche Suche nach den identischen Stresssymptomen, wie sie bei „Elektrosensiblen“ häufig vorkommen, bei psychosozial gestressten Personen.

Wenn „Elektrosensibilität“ Stress des Organismus als Folge der Anwesenheit von elektromagnetischen Feldern (EMF) bedeutet, dann ist zu erwarten, dass die Symptome und Auswirkungen von Elektrostress den Symptomen und Auswirkungen von gewöhnlichem Stress gleichen. Und die Studie zeigt tatsächlich, dass die aus psychosozialen Gründen Gestressten genau die gleichen Symptome wie die von EMFs Gestressten aufweisen, mit dem allereinzigsten Unterschied, dass EMF-Stress noch etwas stärkere Auswirkungen und Symptome als psychosozialer Stress bewirkt.

Es gibt nur zwei mögliche Folgerungen aus der Gleichartigkeit von Symptomen psychosozial gestresster Menschen und „Elektrosensibler“:


1. Variante: „Elektrosensible“ gibt es nicht, denn sie unterscheiden sich überhaupt nicht in der Art ihrer Beschwerden von gewöhnlich Gestressten, nur im Ausmass.

2. Variante: EMFs verursachen Stress, und „Elektrosensibilität“ ist nicht eine Krankheit für sich, sondern nur einfach Stress, der durch EMFs verursacht wird, wie mit dem Symptomabgleich bei den psychosozial Gestressten bewiesen ist.

Wer diese Studie richtig liest, erkennt darin den Beweis für die Existenz von „Elektrosensibilität“ im Sinne von Beschwerden der Gesundheit und des Befindens als Folge der Anwesenheit von EMFs. Wer aber die Studie nicht versteht, weil er Fachidiot ist, blind ist oder nichts sehen will oder nichts sehen darf, der sieht darin das Gegenteil.

BLUE SKY
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Re: Einige erkennen auch das Offensichtliche nicht.

Beitrag von BLUE SKY » 16. August 2008 09:48

Sunset hat geschrieben: Es gibt nur zwei mögliche Folgerungen aus der Gleichartigkeit von Symptomen psychosozial gestresster Menschen und „Elektrosensibler“:

1. Variante: „Elektrosensible“ gibt es nicht, denn sie unterscheiden sich überhaupt nicht in der Art ihrer Beschwerden von gewöhnlich Gestressten, nur im Ausmass.

2. Variante: EMFs verursachen Stress, und „Elektrosensibilität“ ist nicht eine Krankheit für sich, sondern nur einfach Stress, der durch EMFs verursacht wird, wie mit dem Symptomabgleich bei den psychosozial Gestressten bewiesen ist.

Wer diese Studie richtig liest, erkennt darin den Beweis für die Existenz von „Elektrosensibilität“ im Sinne von Beschwerden der Gesundheit und des Befindens als Folge der Anwesenheit von EMFs. Wer aber die Studie nicht versteht, weil er Fachidiot ist, blind ist oder nichts sehen will oder nichts sehen darf, der sieht darin das Gegenteil.
Soweit ich bisher folgen konnte, ist die Schlüsselstelle bei Rapport Moser/DMF, dass eine vorgebliche, durch Gehirnuntersuchungen nachgewiesenen Antizipation als wissenschaftlich begründetes Kriterium für die Interpretation in Richtung Variante 1 angeführt wird.
Wird in QUEBEB durch kritische Diskussion der Belege dargestellt, dass keine andere Interpretation der Ergebnisse der Gehirnuntersuchungen möglich ist.

Friedrich Wittgenstein:
"Was ich lehren will ist: von einem nichtoffenkundigen Unsinn zu einem offenkundigen übergehen."

Sunset
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Re: Einige erkennen auch das Offensichtliche nicht.

Beitrag von Sunset » 16. August 2008 14:38

BLUE SKY hat geschrieben:
Sunset hat geschrieben: Es gibt nur zwei mögliche Folgerungen aus der Gleichartigkeit von Symptomen psychosozial gestresster Menschen und „Elektrosensibler“:

1. Variante: „Elektrosensible“ gibt es nicht, denn sie unterscheiden sich überhaupt nicht in der Art ihrer Beschwerden von gewöhnlich Gestressten, nur im Ausmass.

2. Variante: EMFs verursachen Stress, und „Elektrosensibilität“ ist nicht eine Krankheit für sich, sondern nur einfach Stress, der durch EMFs verursacht wird, wie mit dem Symptomabgleich bei den psychosozial Gestressten bewiesen ist.

Wer diese Studie richtig liest, erkennt darin den Beweis für die Existenz von „Elektrosensibilität“ im Sinne von Beschwerden der Gesundheit und des Befindens als Folge der Anwesenheit von EMFs. Wer aber die Studie nicht versteht, weil er Fachidiot ist, blind ist oder nichts sehen will oder nichts sehen darf, der sieht darin das Gegenteil.

Soweit ich bisher folgen konnte, ist die Schlüsselstelle bei Rapport Moser/DMF, dass eine vorgebliche, durch Gehirnuntersuchungen nachgewiesenen Antizipation als wissenschaftlich begründetes Kriterium für die Interpretation in Richtung Variante 1 angeführt wird.
Frau Dr. Moser war für die Rapportierung zu den Studien über Akute Wirkungen (sprich Elektrostress) zuständig. Frau Dr. Moser berichtete dem Plenum, es seien weder Hinweise auf die Existenz eines Zusammenhangs zwischen Feldern und Symptomen bei "ES"-Personen gefunden worden, noch gebe es solche auf einen möglichen Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen Feldern und Symptomen. Diese Behauptung in dem als Foliensatz zusammengefassten Rapporteurs-Bericht von Frau Dr. Moser wurde sinngemäss in den Schlussbericht aufgenommen, der dem deutschen Umweltminister Gabriel Anlass zur Entwarnung gab.

Die Folgerung von Frau Dr. Moser aus den fehlenden Hinweisen war, dass es "ES" als feldbedingte Symptomatik nicht gibt. Vor dem Hintergrund dieser als Dogma oder Axiom vorgebrachten, das heisst nicht weiter begründeten oder begründbaren Aussage, musste Frau Dr. Moser aber eine Erklärung für die Tatsache finden oder erfinden, dass die "ES"-Personen die Symptome einigermassen konsistent schildern und dass sie diese Symptome in Verbindung mit Feldern bringen.

Frau Dr. Moser fand in einer der Studien, dass "ES"-Personen, wenn ihnen Felder eines Handys angekündigt werden, in eine Erwartungshaltung kommen, und dass diese als Antizipation bezeichnete Erwartungshaltung mit fMRI nachgewiesen werden kann. Wie banal! Aber diese scheininteressante Tatsache diente als Begründung für die Behauptung einer "Wissenschaftlerin", dass ein Zusammenhang von Feldern und Symptomen nicht in der Wirklichkeit existiere, sondern nur in der Vorstellung der "ES"-Personen.

Dr. Moser musste sich für den Fall von Zweiflern vorbereiten, welche dieser Banalität eine Beweiseignung absprechen könnten. Um in einem solchen Fall nachdoppeln zu können, nahm sie sich einen weiteren, wohl noch banaleren Zusammenhang vor. In einer weiteren DMF-Studie fand sie nämlich, dass "ES"-Personen wegen EMF besorgt seien. Wie banal: Wer ein Übel auf eine bestimmte Ursache zurückführt, der muss über die Existenz dieser Ursache besorgt sein. In Umkehrung der natürlichen Kausalität behauptet nun Frau Dr. Moser, dass erst diese Besorgnis "normale" Personen zu "ES"-Personen gemacht habe.

BLUE SKY hat geschrieben: Wird in QUEBEB durch kritische Diskussion der Belege dargestellt, dass keine andere Interpretation der Ergebnisse der Gehirnuntersuchungen möglich ist.
Biologische Studien stellen statische Zusammenhänge dar. Statistik zu biologischen und medizinischen Zusammenhängen bedarf der Interpretation. Frau Dr. Moser hätte die DMF-Studien auch ganz anders interpretieren können:

Beispiel 1: Eine der Erkenntnisse von QUEBEB war, dass die Beschwerden von "ES"-Personen nach ihrer Art nahezu identisch sind mit denjenigen von gestressten Personen; einzig die Stärke der Symptome der „ES“-Personen war grösser als bei den aus psychosozialen Gründen Gestressten. Dieses wurde von den Studienautoren nicht kommentiert. Die Studienautoren hätten ohne weiteres die Interpretation äussern können, dass die "ES"-Personen auffällig an Stresssymptomen leiden, und dass deren Ursache tatsächlich die Felder sein könnten, welche von den "ES"-Personen für die Symptome verantwortlich gemacht werden; oder auch nur, dass die Symptome der „ES“-Personen Stresssymptome seien.

Beispiel 2: Leitgeb fand eine Korrelation zwischen der Wahrnehmungsfähigkeit von schwachem Wechselstrom (Kribbeln etc., wenn Elektroden angelegt sind und Strom fliesst) und der Eigenschaft "ES"-Person. Er liess diese Erkenntnis unkommentiert im Raum stehen. Es wurde aber auch schon interpretiert, dass ein Zusammenhang zwischen den 100 Impulsen pro Sekunde beim Wechselstrom, den 100 Impulsen von DECT Basen und den 100 Hz gewisser körperlicher Vorgänge beim Menschen bestehen könnte.

Warum handelte Frau Dr. Moser im Sinne der Industrie, welche das DMF-Programm zur Hälfte finanziert hat, und welche die einzige Nutzniesserin der Entwarnung ist? Wegen des Herdentriebs, der auch in der Wissenschaft und Politik alle irgendwelchen Leithammeln folgen lässt!
BLUE SKY hat geschrieben: Friedrich Wittgenstein: "Was ich lehren will ist: von einem nichtoffenkundigen Unsinn zu einem offenkundigen übergehen."
Tatsächlich, der Foliensatz von Frau Dr. Moser sieht für den Laien plausibel aus. Unsinn lässt sich mit vielen Fremdwörtern und Fachausdrücken kaschieren, bis er dahinter nicht mehr als solcher erkennbar ist. Auch schöne akademische und staatliche Funktions-Titel lenken vom Unsinn ab, den ihre Träger äussern.

BLUE SKY
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wie strukturiert das DMF Erkenntnisprozesse ?

Beitrag von BLUE SKY » 17. August 2008 12:03

Sunset hat geschrieben: Frau Dr. Moser fand in einer der Studien, dass "ES"-Personen, wenn ihnen Felder eines Handys angekündigt werden, in eine Erwartungshaltung kommen, und dass diese als Antizipation bezeichnete Erwartungshaltung mit fMRI nachgewiesen werden kann.

Dr. Moser musste sich für den Fall von Zweiflern vorbereiten, welche dieser Banalität eine Beweiseignung absprechen könnten. Um in einem solchen Fall nachdoppeln zu können, nahm sie sich einen weiteren, wohl noch banaleren Zusammenhang vor. In einer weiteren DMF-Studie fand sie nämlich, dass "ES"-Personen wegen EMF besorgt seien.
Soweit ich erkennen kann, gibt es also innerhalb der speziellen Studie selbst keinen Beleg, dass der fMRI-Befund zwingend als eine infolge von Handyangst hervorgerufene Antizipation zu interpretieren sei.

1.Wie ist es möglich, zu beweisen, dass solche Befunde allgemein und speziell der hier vorliegende das physiologisches Abbild einer Antizipation im Sinne einer Angst vor etwas darstellen, hier einer solchen vor einer während der fMRI-Untersuchung möglichen Belastung durch Handystrahlung?

2.Ist der betreffende fMRI-Befund ausschliesslich bei solchen Probanden aufgetreten, die sich zuvor nach der aufgrund der Studienanlage vorgenommen Bewertung selbst als "ES" bezeichnet hatten?

Falls tatsächlich belegt wäre, dass dem fMRI-Befund sicher ein antizipatorischer Angstprozess zugrunde läge, könnte es sich dann nicht auch um eine inhaltlich auf Anderes bezogene Angst-Antizipation handeln?
Wurden die betreffenden Probanden diesbezüglich befragt um Ausschlusskriterien festzulegen?

Wurde kritisch diskutiert, inwieweit bei Probanden mit Symptomen, deren Ursache man im Studiendesign als faktisch unbekannt voraussetzt, fMRI-Befunde in Wechselwirkung mit Faktoren der angewandten physikalischen Untersuchungstechnik selbst hervorgerufen werden könnten?

Sunset
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Re: Einige erkennen auch das Offensichtliche nicht.

Beitrag von Sunset » 17. August 2008 13:57

BLUE SKY hat geschrieben:
Sunset hat geschrieben: Frau Dr. Moser fand in einer der Studien, dass "ES"-Personen, wenn ihnen Felder eines Handys angekündigt werden, in eine Erwartungshaltung kommen, und dass diese als Antizipation bezeichnete Erwartungshaltung mit fMRI nachgewiesen werden kann.

Dr. Moser musste sich für den Fall von Zweiflern vorbereiten, welche dieser Banalität eine Beweiseignung absprechen könnten. Um in einem solchen Fall nachdoppeln zu können, nahm sie sich einen weiteren, wohl noch banaleren Zusammenhang vor. In einer weiteren DMF-Studie fand sie nämlich, dass "ES"-Personen wegen EMF besorgt seien.
Soweit ich erkennen kann, gibt es also innerhalb der speziellen Studie
Die Studie ist zusammengefasst in http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... 015_AB.pdf .

BLUE SKY hat geschrieben: selbst keinen Beleg, dass der fMRI-Befund zwingend als eine infolge von Handyangst hervorgerufene Antizipation zu interpretieren sei.
Der Befund wurde durch die Ankündigung eines eingeschalteten Handys ausgelöst. Dieses war jedoch nur eine nicht strahlende Attrappe.
BLUE SKY hat geschrieben: 1.Wie ist es möglich, zu beweisen, dass solche Befunde allgemein und speziell der hier vorliegende das physiologisches Abbild einer Antizipation im Sinne einer Angst vor etwas darstellen, hier einer solchen vor einer während der fMRI-Untersuchung möglichen Belastung durch Handystrahlung?
An der verlinkten Quelle, die eine Zusammenfassung ist, fand ich die Antwort nicht. Mir erscheint es plausibel, dass mit fMRI Antizipationen sichtbar gemacht werden können.

Sie benutzen das Wort "Angst". Aus der Zusammenfassung geht nicht hervor, ob und inwiefern Angst überhaupt Gegenstand der Antizipation war, oder einfach die Vorstellung eines eingeschalteten Handys. Welche Einstellung hatten die Probanden gegenüber einem Handy? Erwarteten sie vielleicht ganz einfach nur die Wahrnehmung von Strahlen, unabhängig von Angst?.

Was nun die Probanden antizipiert haben, müsste genauer angeschaut werden. War es
- Antiziption einer Angst machenden Strahlung
- oder war es Antizipation der Wahrnehmung der Strahlung
- war es Antizipation von Angst?

Inwieweit war Angst überhaupt involviert?

Jedenfalls bewirkte die Ankündigung eines strahlenden Handys bei den Probanden die Aktivierung zweier Hirnregionen. Es ist aus dem Bericht nicht zu erkennen, ob nur die Ankündigung von Strahlung dieses bewirkt, oder ob auch die Ankündigung anderer Dinge die selbe Wirkung auf die "ES"-Probanden haben könnte.
BLUE SKY hat geschrieben:
2.Ist der betreffende fMRI-Befund ausschliesslich bei solchen Probanden aufgetreten, die sich zuvor nach der aufgrund der Studienanlage vorgenommen Bewertung selbst als "ES" bezeichnet hatten?
Ja.
BLUE SKY hat geschrieben: Falls tatsächlich belegt wäre, dass dem fMRI-Befund sicher ein antizipatorischer Angstprozess zugrunde läge, könnte es sich dann nicht auch um eine inhaltlich auf Anderes bezogene Angst-Antizipation handeln?
Wurden die betreffenden Probanden diesbezüglich befragt um Ausschlusskriterien festzulegen?
Ob sie befragt wurden, weiss ich nicht. Ob es Angst involiviert war?

BLUE SKY hat geschrieben: Wurde kritisch diskutiert, inwieweit bei Probanden mit Symptomen, deren Ursache man als faktisch unbekannt einstuft, fMRI-Befunde in Wechselwirkung mit Faktoren der angewandten physikalischen Untersuchungstechnik selbst hervorgerufen werden könnten?
Ja. Andere Probanden zeigten keinen Befund.

Helmut Breunig

Deutungshoheit

Beitrag von Helmut Breunig » 17. August 2008 15:28

Sunset hat geschrieben: Die Studie ist zusammengefasst in http://www.emf-forschungsprogramm.de/fo ... 015_AB.pdf .
Seite 6.

Schlussfolgerungen:[...]
Die in dieser Studie erhobenen Daten deuten somit darauf hin, dass Patienten mit subjektiver
Elektrosensibilität eine veränderte, möglicherweise dysfunktionale kortikale Prozessierung
aufweisen, die die individuelle adaptive Anpassungsfähigkeit einschränkt.

[...]
Ein Resultat hieraus kann eine erhöhte
Vulnerabilität des Individuums gegenüber Umwelteinflüssen sein.

[...]
Es bleibt zu klären,
inwieweit vom Beschwerdenbild her ähnlich gelagerte Störungen dieselben Veränderungen
aufweisen, ...


-> vgl. Beitrag Symptomprofil und -intensität zur Vorarbeit Fricke et al. 2006 Lit. [1] (s.o.)

... und ob jüngst gefundene Veränderungen der kortikalen Exzitabilität
nach GSM-Exposition bei gesunden, jungen Probanden in einen Zusammenhang mit
den hier vorgelegten Befunden gestellt werden können
.



(Hervorhebungen von H.B.)

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