von The Future's Black » 26. Juli 2004 16:21
© Basler Zeitung; 26.07.2004; Seite 19
Baselland
Handy-Antenne als Baum getarnt?
Orange will in der Kernzone von Muttenz eine Mobilfunkantenne als grünen Baum tarnen. Gegen das Vorhaben läuft eine Unterschriftensammlung. Auch der Gemeindepräsident gibt dem Projekt wenig Chancen.
Muttenz. Kaum war das Baugesuch für die an der Baslerstrasse 10 geplante Handy-Antenne im Amtsblatt ausgeschrieben worden, hat Doris Hubschmid Einsprache erhoben. «Gegen so etwas muss man sich einfach wehren», sagt die Frau, vor deren Nase die Antenne zu stehen käme. Hubschmid hat eine Unterschriftensammlung lanciert. Bis am Dienstag haben, wie sie der BaZ meldete, rund 300 Personen ihr Begehren unterstützt. «Wenn nicht Ferien wären, hätte ich noch mehr Unterschriften bekommen», ist Doris Hubschmid überzeugt.
Ihrer Ansicht nach entspricht das Gesuch für eine 24 Meter hohe Handy-Antenne in einem Hinterhof mitten im Dorfkern nicht dem Zonenreglement. «Die Kernzone ist sehr heikel und erhaltenswert.» So etwas sei dort sicher nicht erlaubt. Zudem ist Hubschmid, die selber kein Handy benutzt, nicht damit einverstanden, wenn immer mehr neue Mobilfunkantennen aufgestellt werden. Sie sei zwar nicht gegen die Mobiltelefonie, falls man sie sinnvoll einsetze. Neue Anbieter brauche es aber nicht, in Muttenz sei ja die Grundversorgung gewährleistet. «Die sollen doch das Netz der Swisscom benutzen», sagt sie an die Adresse von Orange. Ausserdem macht Doris Hubschmid geltend, dass sich immer mehr Leute vor möglichen gesundheitlichen Schäden der Handy-Strahlen fürchten.
«Wir sind uns bewusst, dass es ein besonderes Gesuch ist», sagt Tilman Eberle von der Fachstelle Umwelt bei Orange. Weil sie in einer wertvollen Kernzone zu stehen käme, würde die geplante Antenne optisch möglichst auf die Umgebung angepasst. «Die Antenne soll gestaltet werden wie ein grüner Baum, mit einem Stamm und mit Ästen.» Der Mobilfunkanbieter Orange habe im Dorfkern von Muttenz verschiedene Möglichkeiten eingehend geprüft, doch der Standort an der Baslerstrasse 10 sei die einzig mögliche Variante. «Die Antenne muss dort sein, wo die Leute telefonieren wollen», sagt Tilman Eberle. Aus technischen Gründen sei es auch nicht möglich gewesen, auf eine bestehende Antenne von anderen Mobilfunkanbietern zurückzugreifen. In der Schweiz seien die Grenzwerte sehr streng.
Wegen der strengen Richtlinien können von einer einzelnen Antenne weniger starke Signale ausgesendet werden. Dies führe dazu, dass rund 30 Prozent mehr Antennen errichtet werden müssen. Die in Muttenz geplante Mobilfunkantenne bringe eine Verbesserung des Grundsignals und sei gleichzeitig ein Ausbau in Richtung der neuen UMTS-Technologie, sagt Eberle.
Gemäss Gemeindepräsident Peter Vogt hat Orange schlechte Karten. «Die Chance ist gross, dass auch der Gemeinderat Einsprache erheben wird», erklärt Vogt der BaZ. Ohne den Entscheid des Gemeinderates vorwegzunehmen, könne er sich kaum vorstellen, dass die Antenne bewilligt werde. Das letzte Wort hat das kantonale Bauinspektorat.
Rolf Zenklusen
© Basler Zeitung; 26.07.2004; Seite 19
Baselland
Handy-Antenne als Baum getarnt?
Orange will in der Kernzone von Muttenz eine Mobilfunkantenne als grünen Baum tarnen. Gegen das Vorhaben läuft eine Unterschriftensammlung. Auch der Gemeindepräsident gibt dem Projekt wenig Chancen.
Muttenz. Kaum war das Baugesuch für die an der Baslerstrasse 10 geplante Handy-Antenne im Amtsblatt ausgeschrieben worden, hat Doris Hubschmid Einsprache erhoben. «Gegen so etwas muss man sich einfach wehren», sagt die Frau, vor deren Nase die Antenne zu stehen käme. Hubschmid hat eine Unterschriftensammlung lanciert. Bis am Dienstag haben, wie sie der BaZ meldete, rund 300 Personen ihr Begehren unterstützt. «Wenn nicht Ferien wären, hätte ich noch mehr Unterschriften bekommen», ist Doris Hubschmid überzeugt.
Ihrer Ansicht nach entspricht das Gesuch für eine 24 Meter hohe Handy-Antenne in einem Hinterhof mitten im Dorfkern nicht dem Zonenreglement. «Die Kernzone ist sehr heikel und erhaltenswert.» So etwas sei dort sicher nicht erlaubt. Zudem ist Hubschmid, die selber kein Handy benutzt, nicht damit einverstanden, wenn immer mehr neue Mobilfunkantennen aufgestellt werden. Sie sei zwar nicht gegen die Mobiltelefonie, falls man sie sinnvoll einsetze. Neue Anbieter brauche es aber nicht, in Muttenz sei ja die Grundversorgung gewährleistet. «Die sollen doch das Netz der Swisscom benutzen», sagt sie an die Adresse von Orange. Ausserdem macht Doris Hubschmid geltend, dass sich immer mehr Leute vor möglichen gesundheitlichen Schäden der Handy-Strahlen fürchten.
«Wir sind uns bewusst, dass es ein besonderes Gesuch ist», sagt Tilman Eberle von der Fachstelle Umwelt bei Orange. Weil sie in einer wertvollen Kernzone zu stehen käme, würde die geplante Antenne optisch möglichst auf die Umgebung angepasst. «Die Antenne soll gestaltet werden wie ein grüner Baum, mit einem Stamm und mit Ästen.» Der Mobilfunkanbieter Orange habe im Dorfkern von Muttenz verschiedene Möglichkeiten eingehend geprüft, doch der Standort an der Baslerstrasse 10 sei die einzig mögliche Variante. «Die Antenne muss dort sein, wo die Leute telefonieren wollen», sagt Tilman Eberle. Aus technischen Gründen sei es auch nicht möglich gewesen, auf eine bestehende Antenne von anderen Mobilfunkanbietern zurückzugreifen. In der Schweiz seien die Grenzwerte sehr streng.
Wegen der strengen Richtlinien können von einer einzelnen Antenne weniger starke Signale ausgesendet werden. Dies führe dazu, dass rund 30 Prozent mehr Antennen errichtet werden müssen. Die in Muttenz geplante Mobilfunkantenne bringe eine Verbesserung des Grundsignals und sei gleichzeitig ein Ausbau in Richtung der neuen UMTS-Technologie, sagt Eberle.
Gemäss Gemeindepräsident Peter Vogt hat Orange schlechte Karten. «Die Chance ist gross, dass auch der Gemeinderat Einsprache erheben wird», erklärt Vogt der BaZ. Ohne den Entscheid des Gemeinderates vorwegzunehmen, könne er sich kaum vorstellen, dass die Antenne bewilligt werde. Das letzte Wort hat das kantonale Bauinspektorat.
Rolf Zenklusen