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EEA: "Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II

Verfasst: 26. Januar 2013 13:04
von Pirat
Quelle: Hese-Forum


Die Europäische Umweltagentur informiert am 23.01.2013:


Die Kosten ignorierter Warnsignale - EEA veröffentlicht "Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II"


Neue Technologien haben mitunter sehr schädliche Auswirkungen, in vielen Fällen aber werden frühe Warnzeichen unterdrückt oder ignoriert. Der zweite Band von "Späte Lehren aus frühen Warnungen" untersucht spezielle Fälle, bei denen Warnsignale unbeachtet geblieben sind, die in einigen Fällen zu Tod, Krankheit und Umweltzerstörung geführt haben.

Der erste Band Späte Lehren aus frühen Warnungen (Late lessons from early warnings), der 2001 veröffentlicht wurde, war ein bahnbrechender Bericht, der detailliert die Geschichte von Technologien aufzeigt, die sich im Nachhinein als schädlich erwiesen. Der neue 750-Seiten umfassende Berichten enthält 20 neue Fallstudien mit weitreichenden Implikationen für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.

Die Fallstudien enthalten die Geschichten hinter industrieller Quecksilbervergiftung, Fertilitätsstörungen durch Pestizide, den Hormonhaushalt störenden Chemikalien in gängigen Kunststoffen sowie Pharmazeutika, die unsere Ökosysteme verändern. Der Bericht berücksichtigt auch Warnsignale, die sich aus derzeit gebräuchlichen Technologien abzeichnen, einschließlich Mobiltelefonie, genetisch veränderter Organismen und Nanotechnologie.(...)

… Die wichtigsten Empfehlungen:


• Die Wissenschaft sollte die Komplexität der biologischen und ökologischen Systeme anerkennen, insbesondere dort, wo es mehrere Ursachen für viele verschiedene Effekte gibt. Es wird immer schwieriger, eine einzige Ursache zu isolieren und zweifelsfrei zu beweisen, dass sie Schäden verursacht. Eine ganzheitliche Sicht, die viele verschiedene Disziplinen berücksichtigt, würde das Verständnis über und die Vermeidung von potenziellen Gefahren verbessern.
• Die politischen Entscheidungsträger sollten schneller auf Frühwarnungen reagieren, vor allem in Fällen neu aufkommender Technologien von großem Umfang. Der Bericht schlägt vor, dass die Verursacher zukünftiger Gefährdungen für die Schäden aufkommen.
• Risikobewertung kann ebenfalls verbessert werden, durch breitere Einbeziehung von Unsicherheiten und indem anerkannt wird, was nicht bekannt ist. Beispielsweise wird "keine Anzeichen von Schäden" oft falsch interpretiert als "keine Beweise für Schäden", wenn die entsprechende Forschung nicht verfügbar war.
• Neue Formen des Regierens, die die Bürger in Entscheidungen über innovative Wege und Risikoanalysen einbeziehen, könnten von Vorteil sein. Dies würde helfen, die Exposition gegenüber Gefahren zu reduzieren und Innovationen mit breiterem gesellschaftlichem Nutzen zu fördern. Mehr Interaktion zwischen Unternehmen, Regierungen und Bürgern kann zu robusteren und unterschiedlichen Innovationen mit geringeren Belastungen für Gesundheit und Umwelt führen.

Details:

http://www.eea.europa.eu/de/pressroom/n ... ignale-eea

Re: EEA: "Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II

Verfasst: 27. Januar 2013 19:15
von Wuff
Pirat hat geschrieben: Die Kosten ignorierter Warnsignale - EEA veröffentlicht "Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II"
Zu den Kosten stellt sich die Frage: Wessen Kosten?

Die Kosten für das EMF-Syndrom zahlt die Krankenkasse, und zwar als psychiatrische Verrichtung. Dass dieses so ist und so bleibt, hat die Swisscom vorgesorgt. Sie hat alles fest im Griff. Sie sendet eigene Mitarbeiter an WHO-Kongresse, die dor als Vertreter der Ärzteschaft auftreten, wie etwa Berz in Prag, viewtopic.php?p=43840#43840 , und dort "an der Quelle" für die Einstufung des physikalischen EMF-Stress als psychiatrische Krankheit sorgen. Die Swisscom versucht auch, sich die ganze medizinische "Wertschöpfungskette" anzueignen, beginnend mit ärztlicher Telemedizin über die Krankenkassen-Abrechnungswesen, sehr interessant ab hier viewtopic.php?p=47141#47141
dargestellt.

Dann sabotieren die Telekombetriebe über ihre eigene Stiftung "Forschungsstiftung Mobilkommunikation" unabhängige Forschung von echten Medizinern (zum Bericht der Ärzte viewtopic.php?p=47141#47141 , zur "Begleitstudie" der Industrie ab hier viewtopic.php?t=35817 - ein interessantes Beispiel praktischer Verhinderung von Forschung durch eine steuerlich als gemeinnützig eingestufte "Forschungs"-Stiftung). Unabhängige Forschung könnte den Nachweis von schädigenden Effekten von EMF bringen, und damit riesige Kosten für die Verursacher, für deren Risiken sich keine Versicherer finden, womit letztlich der Grundeigentümer, auf dessen Grundstück die Antenne der Basisstation steht, allein haftet.

Für den Arbeitsausfall durch EMF-Syndrom, EMF-Folgeerkrankungen sowie möglicherweise Krebs kommen die Arbeitgeber oder deren Versicherungen auf, Selbständige tragen den Schaden selbständig (daher kommt vielleicht der Begriff?).

Die Produktehaftplicht für die Geräte wie Mobil- und DECT-Telefone, Computer und Unterhaltungselektronik kann so lange nicht zum Zug kommen, wie wirkliche Forschung verhindert oder sabotiert werden kann, oder dann wird alles wie bei Tabak auf die Konsumenten geschoben.

Bei Asbest gingen die Hersteller unter, und auch viele Versicherer und Rückversicherer, aber erst viele Jahrzehnte nach den Warnsignalen.

"Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II" herau

Verfasst: 28. Januar 2013 13:54
von Pirat
Quelle:
Diagnose-Funk
28.01.2103

"Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II" herausgegeben:

Europäische Umweltagentur (EUA), wissenschaftliche Instanz der EU in Umweltfragen, warnt in neuem Report vor Risiken des Mobilfunks und fordert Vorsorge

In der Presseerklärung der EUA (eng.: EEA) heißt es:

"Neue Technologien haben mitunter sehr schädliche Auswirkungen, in vielen Fällen aber werden frühe Warnzeichen unterdrückt oder ignoriert. Der zweite Band von "Späte Lehren aus frühen Warnungen" untersucht spezielle Fälle, bei denen Warnsignale unbeachtet geblieben sind, die in einigen Fällen zu Tod, Krankheit und Umweltzerstörung geführt haben. Der Bericht berücksichtigt auch Warnsignale, die sich aus derzeit gebräuchlichen Technologien abzeichnen, einschließlich Mobiltelefonie, genetisch veränderter Organismen und Nanotechnologie. Der Bericht empfiehlt die breitere Anwendung des "Vorsorgeprinzips", um Gefahren aus neuen und weitgehend ungetesteten Technologien und Chemikalien zu reduzieren. Der Bericht legt dar, dass wissenschaftliche Unsicherheit keine Rechtfertigung für Untätigkeit ist, wenn plausible Hinweise auf potenziell schwerwiegende Gefährdungen vorliegen. Solch ein Vorsorgeprinzip ist fast immer von Vorteil - nach der Analyse von 88 Fällen von vermutetem "falschen Alarm", fanden die Autoren des Berichts lediglich vier bestätigte Fälle. Der Bericht zeigt auch, dass vorbeugende Maßnahmen oftmals Innovationen stimulieren, anstatt sie zu behindern."
Damit hat eine oberste EU-Behörde den Mobilfunk auf die Agenda gesetzt. Der Mobilfunk wird als "Emerging Risk" behandelt, d.h. als entstehendes, aufkommendes Risiko eingeordnet. Das Kapitel zu Mobilfunk und Gehirntumoren warnt eindeutig vor den Gefahren und mahnt eine Vorsorgepolitik an. Diese Warnung auf Grund einer gründlichen Analyse neuer Erkenntnisse aus der Forschung steht im krassen Gegensatz zum Verhalten der deutschen Bundesregierung. Auf der Anhörung zur Novellierung der Verordnung zu den Grenzwerten am 21.11.2012 erklärte ihre Vertreterin, die Verantwortliche für den biologischen Strahlenschutz, Frau Dr. Keller, weder eine Senkung der Grenzwerte noch eine Vorsorgepolitik sei notwendig. Diagnose-Funk e.V. fordert in Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Europaparlamentes eine massive Senkung der Grenzwerte und eine Aufklärung der Verbraucher über die Risiken der Mobilfunk-Technologie.

Diagnose-Funk e.V. hat an das Bundesumwelt-Ministerium geschrieben und gebeten, dass auch von diesem Band eine Übersetzung herausgegeben wird.

http://www.eea.europa.eu/de/pressroom/n ... ignale-eea


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EEA Report No 1/2013
The 2013 Late lessons from early warnings report is the second of its type produced by the European Environment Agency (EEA) in collaboration with a broad range of external authors and peer reviewers. The case studies across both volumes of Late lessons from early warnings cover a diverse range of chemical and technological innovations, and highlight a number of systemic problems. The 'Late Lessons Project' illustrates how damaging and costly the misuse or neglect of the precautionary principle can be, using case studies and a synthesis of the lessons to be learned and applied to maximising innovations whilst minimising harms.
http://www.eea.europa.eu/publications/late-lessons-2


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Weitere Informationen finden Sie hier
http://www.diagnose-funk.org/politik/be ... lfunks.php


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