Antimafia-Urteil wegen Verheimlichung Gesundheitsrisiken

sunset

Antimafia-Urteil wegen Verheimlichung Gesundheitsrisiken

Beitrag von sunset » 19. August 2006 18:13

Die NZZ berichtet am 19. August 2006, wie die US Tabakanbieter wegen Verheimlichung der Gesundheitsrisiken unter einem Anti-Mafia-Gesetz verurteilt worden ist:

"In dem grossen Prozess des US-Justizministeriums gegen die führenden Zigarettenhersteller ist es zu einen vernichtenden Urteil ... gekommen. ... In einem über 1700 Seiten starken Urteil bestätigte die zuständige Richterin die Anschuldigungen der Regierung, wonach die Tabakindustrie während Jahrzehnten konspiriert und die Gesundheitsrisiken ... verheimlicht habe. Die Klage war auf dem sogenannten Rico-Gesetz (Racketeer Influenced and Corrupt Organisations Act) aufgebaut, das Schiebereien und Gangstermethoden anspricht und ursprünglich zur Bekämpfung der Mafia erlassen worden war. ... In grossen Inseraten ... und in Primetime-Werbespots im Fernsehen müssen die Zigarettenproduzenten ihre bisherige Fehlinformation korrigieren und auf die schädliche Wirkung ... hinweisen. ... "

Das ist die Quittung für das Belügen der Öffentlichkeit mit "wissenschaftlichen Studien" zur angeblichen Unschädlichkeit.

Fortsetzung folgt.

Carlo

Re: Antimafia-Urteil wegen Verheimlichung Gesundheitsrisiken

Beitrag von Carlo » 19. August 2006 19:21

Von wegen "vernichtendes Urteil"! Statt den 12 Milliarden Dollar, die der Kläger (US-Justizministerium) gefordert hatte, muss die Tabakindustrie KEINERLEI STRAFE bezahlen, bloss ein paar Werbespots (sic!) und die Verfahrenskosten übernehmen! Die Bosse können den ganzen Weg zur Bank lachen, mit den so gesparten Milliarden können sie noch gezielter Jugendliche süchtig machen!

sunset

Re: Antimafia-Urteil wegen Verheimlichung Gesundheitsrisiken

Beitrag von sunset » 20. August 2006 13:11

Es stimmt, dass keine Strafe bezahlt werden muss - die ginge aber auch nicht an die Geschädigten - , und die Verurteilten ziehen das Urteil an die nächst höhere Instanz weiter.

Da nach dem Anti-Mafia-Gesetz "Rico Act" geurteilt wurde, wird doch eine Haftung für zugefügte Schädigung begründet. Und es ist "amtlich", dass eine ganze Industrie in Bezug auf bestellte Studien, verheimlichtes Wissen, Werbung und PR sowie Beeinflussung und Einbezug von Behörden in ihren Lügenapparat eine MAFIA war, dass es sich also um Kriminelle handelt.

Und nur zum Lachen ist das Leben für die Tabakleute heute auch nicht mehr: Rauchverbote, Werbeverbote, Tabaksteuern, Schutz von Passivrauchern etc. drücken den Umsatz und die Gewinne aus dem Verkauf von süchtig machendem Nervengift. Die Tabakleute suchen aber nach wie vor besonders die Jugendlichen süchtig zu machen, und weichen zudem auf Entwicklungsländer aus.

Parallelen zu den Mobilfunkimmissionen sind erkennbar, und vielleicht kann einiges aus der Tabakgeschichte gelernt werden - nicht nur die Benutzung der Wissenschafter, der Macht der Werbegelder und der Bundesbehörden ist sehr ähnlich. Frau Bundesrätin Leuthard wird von den Mobilfunkern auch mehrere Wochen nach Amtsantritt nach wie vor als Chefin der unsäglichen Stiftung "Mobilkommunikation und Umwelt" benutzt (www.omk.ch/stiftungsrat).

Fortsetzung folgt.

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