Es gab eine Tatort, der mobilfunkt thematisierte und dann Kommentare dazu: Punkt 5 ist zu beachten!
Sibylle
Kommentar von: Dip [Besucher]
1. Die Sache mit der Spucke stimmt, wenn ich dem von der hiesigen Zeitung begfragten Experten glauben darf.
2. Auch lange - aber wenig - bekannt ist die schlichte Tatsache, dass bei Männern, die regelmäßig ihr eingeschaltetes Handy in der Hosentasche tragen, die Spermienproduktion um bis zu 1/3 verringert ist.
3. Bekannt sind außerdem diverse weitere Effekte, wie Veränderung der Hirnzellen, Erwärmung derselben weit übers Maß hinaus, das die Menschheit in ihrer Geschichte bisher erleben durfte
4. Natürlich ist die Schädlichkeit als dessen nicht erwiesen. Die Frage ist: Wer und mit welchem Aufwand forscht danach? Und wer bemüht sichmit welchem Aufwand ums Gegenteil, also die Nicht-Schädlichkeit zu beweisen? Gab es da schon stichhaltige Ergebnisse?
5. Bekannt ist, dass bereits minmale Störungen der Hirnchemie und -physik interessante Verhaltensänderungen erzeugen. So wurde gerade bekannt, dass Magnetfelder Hirnregionen dazu anregen, unfaires Verhalten zu tolerieren, obwohl man genau weiß, dass man gerade über den Tisch gezogen wird. Medizinisch "gesundheitsschädlich"? Wohl nicht. Wünschenswert? Das kommt auf den Standpunkt an ... Und dergleichen Beispiele lassen sich in Mengen mehr finden.
6. DDT, Contergan, Rauchen wurden der Menschaheit auch lange als angenehm, besonderer Genuss und hilfreich verkauft, und über die langfristigen Wirkungen wissen man nichts Negatives zu berichten. Kein Wunder: Es war noch gar nicht genug Zeit, um etwas Fundiertes über die langfristigen Wirkungen auszusagen. Nicht zu wissen, ob etwas schädlich ist (aber durchaus ernstzunehmende Indizien daf+r zu haben), und es massenhaft mit emotionalen Argumenten und dem Hinweis, noch sei ja nichts bewiesen, in die Welt zu setzen, ist mindestens fahrlässig.
7. Es geht ja nicht um ein einzelnes Handy irgendwo und 10 Minuten Telefonieren am Tag - es geht darum, dass praktisch die gesamte zivilisierte Welt in kürzester Zeit massiv von Handyfunkstrahlung durchflutet wurde und wird, ohne dass jemand weiß, was dieses Zusammenspiel für kurz- oder langfristige Folgen haben mag. Da heißt es selbst von den Herstellern, man solle im Auto und Zügen wg. des faradayschen Effekts und der ständige Suche nach der nächsten Funkzelle nicht telefonieren, weil die Handyleistung da enorm ist - Dutzende Mitreisende halten sich nicht daran, wissen das nicht, und ich (sowie viele Kinder) sitzen mitten drin. Einzelne Regierungen warnen den einzelnen Bürger davor. Insbesondere Kinder sollen sehr sparsam mit dem Handy telefonieren. Dagegen steht der Marketingaufwand der gesamten TK-Branche. Wenn was passsieren sollte (ich betone den Konjunktiv), wird es wieder keiner gewesen sein wollen, man habe ja informiert ...
7. Fazit: Wir lassen uns hier auf Dinge ein, von denen wir nicht die geringste Ahnung haben. Und manche Firmen verdienen viel Geld damit und rechtfertigen sich damit, DASS wir keine Ahnung (über die Realität möglicher Gefahren) haben. Vielleicht war ich noch nicht lange genug dieser Magnetstrahlung ausgesetzt.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich bis heute nur sehr wenig Nutzen im Handy gefunden habe. Sehr selten ist es in Betrieb - vielleicht 10 Minuten im Monat. Ja, ich benutze mein Handy beruflich, sonst hätte ich gar keins - es ist ein tief verwurzelter Mythos, ohne ginge es nicht. Bis vor zehn Jahren hat die Zivilisation auch ohne Handys funktioniert. Ich kann nicht erkennen, warum heute für jeden über 10 Jahren ein Leben ohne Handy nicht mehr möglich sein soll.
Soll doch jeder telefonieren, wie er will. Warum das aber mit Technologien geschehen muss, gegen deren gesellschaftliche und medizinische Fragwürdigkeit einzig das Argument "Wir haben keine Ahnung" (und natürlich: "wir wollen Geld verdienen") steht, leuchtet mir nicht ein. Und so, wie es zur Zeit eine Trendwende beim Rauchen gibt und die meisten Leute einsehen, dass es nicht richtig ist, wenn ein Raucher seinen Qualm auf nichtrauchende Mitmenschen loslässt, so wird es - meiner bescheidenen Prognose nach - irgendwann nach vielen Kosten eine aufwändigende Kampagne geben, um Menschen, die mit der Handystrahlung nichts zu tun haben wollen, dagegen abzuschirmen. Nur wie? Funkmasten abbauen? Wohl kaum.
Soll doch jeder Telefonieren wie er will - d. h. aber auch: wer ohne Handy leben will, soll das können. Und eben das geht nicht - die Handys (und Funkmasten) sind überall und ständig um uns herum und in Betrieb. Das wirklich Gefährliche an der Handytelefoniererei ist, das ihre Folgen auch den Menschen aufgedrängt werden, die damit nichts zu tun haben wollen. Denn das ist zutiefst undemokratisch und unsozial.
Ach ja: Darauf hinzuweisen, dass es auch noch andere mögliche Gefahren gibt, um die sich ja auch niemand kümmere, ist nun wirklich ein dummes Argument. Wenn man sich daran hielte, dürfte man bedenkenlos alle möglichen Gefahren in die Welt setzen und die Folgen fröhlich ignorieren; denn andere handeln ebenso verantwortungslos ...
10.10.06 @ 21:25