Belastung durch Handystrahlen nur Einbildung?

Michael Blümel

Belastung durch Handystrahlen nur Einbildung?

Beitrag von Michael Blümel » 22. November 2006 23:19

Die von Handys und Mobilfunkmasten ausgehende elektromagnetische Strahlung wird schon seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert. Während einerseits Betroffene über die negativen Auswirkungen der Magnetfelder klagen, halten Skeptiker die Strahlungsfolgen für eine Erfindung überspannter Esoteriker. Diese "Elektrosensiblen", wie die Wissenschaft sie nennt, führen verschiedene Beschwerden auf elektromagnetische Immissionen zurück, deren Intensität unter gesetzlichen Grenzwerten liegt und die deshalb eigentlich keine biologischen Auswirkungen mehr haben könnten.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ging diesem Phänomen im Rahmen einer Studie nach, die Anfang November auf einer BAuA-Veranstaltung in Berlin vorgestellt wurde. Wenn die "Elektrosensibilität" biologisch begründet sei, so die Hypothese der Studie, dann müsse der Körper auf die Reizung mit einem elektromagnetischen Feld auch physiologisch und damit messbar reagieren. Für die Studie wurden insgesamt 144 Personen in einem feldneutralen Labor innerhalb einer Stunde drei mal zehn Minuten einem magnetischen 50-Hertz-Feld oder einem gepulsten GSM-Signal von einem Handy mit 2 Watt Sendeleistung ausgesetzt. Die Probanden erfuhren dabei nicht, wann und wie lange sie der Strahlung ausgesetzt wurden. Anhand der elektrodermalen Aktivität ermittelten die Forscher die physiologische Reaktion, zusätzlich wurden die Wahrnehmungen der Probanden abgefragt.

Die Forscher wollten herausfinden, ob sich durch die Bestrahlung die elektrische Hautleitfähigkeit beeinflussen lässt und ob es Unterschiede zwischen "Elektrosensiblen" (48 Teilnehmer) und Nicht-Betroffenen (96 Teilnehmer) hinsichtlich der Wahrnehmungsfähigkeit und anlagebedingten Merkmalen gibt. Im Ergebnis konnten die Forscher bei keinem der Teilnehmer eine Änderung der elektrischen Leitfähigkeit der Haut nachweisen. Auch bei der subjektiven Wahrnehmung der Strahlung konnten die "Elektrosensiblen" keine höhere Trefferquote erzielen als die Kontrollgruppe, obwohl die Betroffenen überdurchschnittlich häufiger angegeben hätten, ein Feld zu spüren.

Die Wissenschaftler ziehen ein nüchternes Fazit der Studie: Aufgrund der Ergebnisse lasse sich das Phänomen der "elektromagnetischen Hypersensibilität" nicht auf eine nachweisbare, biologisch begründete Empfindlichkeit gegenüber alltagsüblichen elektromagnetischen Feldern zurückführen. (vbr/c't)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/81445

Elisabeth Buchs

Abgestandener kalter Kaffee, neu aufgewärmt

Beitrag von Elisabeth Buchs » 23. November 2006 06:28

Voll Wut wollte ich gestern nach dem Lesen dieser Texte einen Beitrag schreiben, dass wer jetzt noch solche Versuche macht mit 3 x 10 Minuten Befeldung, spüren Sie was, wie wenn Menschen Lichtschalter wären, die man ein- und ausschalten kann, mache dies in böswilliger Absicht einer Fehlstudie, damit nichts gefunden werde und das masslose Aufrüsten ungehindert weitergeführt werden kann. Es zeigte sich dann, dass es sich um einen Vortrag von Gerlinde Kraul von der BAuA zu einer Studie von 2005 handelt, der nun von handyfreundlichen Kreisen begeistert aufgenommen wird. Wenn ich Mobilfunkindustrie wäre, würde ich auch solche Studien bevorzugen, praktisch alle der von Repacholi erwähnten 32 Studien sind ja unter einer Stunde. Würden die Antennen, DECT und W-Lan nur 3 x 10 Minuten pro Tag strahlen, hätte kein Elektrosmog-Geschädigter damit Probleme. Die Untersuchung mit dem Hautleitwert ist in etwa ähnlich, wie wenn man sagen würde, bei Halsschmerzen oder Bauchschmerzen verändere sich der Hautleitwert nicht, bzw. eine nicht angemessene Untersuchung der Problematik.

Ich zähle zu den eher rasch und stark reagierenden Elektrosmog-Betroffenen, doch bis etwa zwei Stunden kann ich mich auch an vom Elektrosmog her rel. ungünstigen Orten aufhalten, es dauert einige Zeit, bis eine negative Wirkung einsetzt und die Felder wirken eine gewisse Zeit nach. Einigen mir bekannten Elektrosmog-Geschädigten geht es bei Befeldung einfach mit der Zeit immer schlechter. Ausnahme: beim Autofahren, wo ich manchmal einige Antennen, je nach Tageszeit rasch beim Vorbeifahren spüre. Um solches abzuklären würde es jedoch unabhängige aufrichtige Studien mit Einbezug aller Parteien benötigen.

Elisabeth Buchs

open mind

Rhetorische Fragezeichen...

Beitrag von open mind » 23. November 2006 10:54

Rhetorische Fragezeichen zu setzen im Titel sind wirklich billigste Masche, der Begriff EINBILDUNG ist derweil auf jeden Fall schon mal unterbewusst platziert.



Hier ein Kommentar auf heise, der den Nagel getroffen hat:


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Die Sache mit dem Frosch...
der-mit-dem-pinguin-tanzt (57 Beiträge seit 08.09.03)



Bei dieser völlig schwachsinnigen 'Beweisführung', die typisch für
die Vorgehensweise der ach so fortschrittlichen Schulmedizin ist,
fällt mir nur die traurige Geschichte mit dem Frosch ein:
Ein Wissenschaftler setzt einen Frosch auf einen Tisch, klatscht in
die Hände - Der Frosch hüpft weg. Dann schneidet der Wissenschaftler
dem Frosch die Voerderbeine ab und setzt ihn wieder auf den Tisch,
klatscht - der Frosch hüpft weg. Darauf schneidet er ihm auch noch
die Hinterbeine ab, setzt ihn auf den Tisch, klatscht - Der Frosch
hüpft nicht weg. Damit ist eindeutig bewiesen, daß das Hörorgan des
Frosches in den Hinterbeinen sitzt.

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