Hochspannungsmast!

Detlev

Hochspannungsmast!

Beitrag von Detlev » 21. Oktober 2003 15:21

Ich habe vor mir ein Haus zu Bauen.
In unmitelbarer Entfernung 50m verläuft eine Hochspannungsleitung.
Ich frage mich ob diese Entfernung ausreicht damit es keine Gesundheitlichen risiken gibt.
Kann mir jemand etwas dazu sagen?

Viele liebe Grüße
Detlev

charles claessens

Re: Hochspannungsmast!

Beitrag von charles claessens » 21. Oktober 2003 17:02

Hallo,
wie seiht diese Hochspannungsleitung aus?
Hängen die Kabel einzeln (viel Strahlung) oder hängen sie jeweils mit drei Stück zusammen (viel weniger Strahlung).
Auch ist es wichtig zu wissen woher der Wind im allgemeinen kommt.
Die von den Kabeln kommenden Wind enthält elektrisch geladene Luft-ionen.

Generell ist es zu bevorzügen etwa 500 meter von Hochspannungsleitungen weg zu bleiben.
Charles Claessens

Rainer

Re: Hochspannungsmast!

Beitrag von Rainer » 21. Oktober 2003 19:35

Ich kann Ihnen nicht sagen, ob es speziell für Sie schädlich ist, selbst wenn Sie ein paar Nächte auf dem Grundstück zelten würden, wüßten Sie immer noch nicht, wie es sich langfristig über mehrere Jahre auswirkt.
Nur eines kann ich Ihnen vorweg sagen: Das ganze Haus nachträglich gegen niederfrequenten Elektrosmog abzuschirmenn könnte mehr kosten, als das Haus selbst wert ist.

Hans-U.Jakob

Re: Hochspannungsmast!

Beitrag von Hans-U.Jakob » 21. Oktober 2003 23:07

Also jetzt mal langsam, liebe Baubiologen!
Hochspannungsleitung ist nicht gleich Hochspannungsleitung.

16'000Volt meistens auf einfachen Holzmasten
50'000Volt auf Holz-oder Betonmasten
132'000Volt Beton oder Stahlgittermasten
240'000Volt Stahlgittermasten
400'000Volt Stahlgittermasten

Bei Hochspannungsleitungen müssen des elektrische und das magnetische Feld getrennt gemessen werden.

Das elektrische Feld macht nur direkt unter der Leitung und wenig seitlich davon Probleme. Amtlicher Grenzwert 5000V/m.

Gesundheitsrelevant ist vor allem das magnetische Feld.
Dieses hat mit der Spannung von 16'000 bis 400'000Volt wenig bis gar nichts zu tun, Das magnetische Feld hängt einzig vom Strom in Ampère ab, welcher diese Leitung führt. Und die Stromstärke ist wieder abhängig von der Dicke (Querschnitt) der aufgehängten Kupferseile.

Strom mal Spannung in kV (Kilovolt) gerechnet ,gibt dann in Kilowatt die elektrische Leistung die transportiert werden kann.

Ein Strom von 1000Ampère ergibt in radialer Distanz von 50m eine magnetische Flussdichte von 1000Nanotesla. Das ist das in der Praxis vorkommende Maximum in Extremfällen.

Zum gesund Wohnen sollten 50 Nanotesla nicht überschritten sein.
Ein gesunder Arbeitsplatz sollte nicht höher als mit 100Nanotesla belastet sein. Amtlicher Grenzwert 1000Nanotesla oder 1 Mikrotesla. Also wertlos für den Gesundheitsschutz.

Spannung und Stromstärke müssen Sie beim Eigentümer der Leitung erfragen. Auf jedem Mast befindet sich eine Plakette, auf welcher dieser aufgeführt ist.

Die meisten Elektrizitätswerke haben selber Simulationsprogramme auf ihren Computern und können Ihnen die Belastung Ihres Hauses berechnen. Das ist meistens gratis.

Messungen mit Momentanwerten sind sinnlos, da die tageszeitlichen Schwankungen enorm sind. Zwischen 2 und 100%
Sinn macht nur eine Aufzeichnung von mindestens 24-Stunden.
Da können wir dann wieder helfen.

Die Wölfe jaulen schon. Ich halte mir die Ohren zu und verbleibe mit freundlichen Grüssen, Hans-U.Jakob

charles claessens

Re: Hochspannungsmast!

Beitrag von charles claessens » 22. Oktober 2003 16:50

Also jetzt mal langsam, lieber Herr Jakob,
Sie schrieben: Hochspannungsleitung ist nicht gleich Hochspannungsleitung!
Genau. Aber ich rede nur von Kabel an Stahlgittermasten.
Auch ich finde die Strahlung von dem magnetischen Feld am schlimmsten.
Aber es macht viel aus ob die Kabel einzeln oder jeweils mit drei Stück zusammen hängen. Wenn Sie mit drei Stück zusammen hängen ist das magnetische Feld viel geringer. In Frankreich ist dies schon gebrauchlich.
*Sinn macht nur eine Aufzeichnung von mindestens 24-Stunden*
Deswegen gibt es dazu jetzt 3D Messgeräte mit eingebaute Logger.
Selber habe ich nur einen 3D Teslameter ohne Logger und habe festgestellt, dass ausser durch die Luft, auch vagebundierende magnetische Wechselfelder vom Stahlgittermasten über die Betonfüsse in den Boden gelangen und so in die Gemüse der anliegende Garten gelangen.
Vielleicht mache ich da etwas falsch, aber gemessen habe ich es sicher.
Und abschirmen gegen magnetische Wechselfeldern ist nur mit Mu-Metall möglich, und das ist stinke teuer. Zu teuer.
Die anfangs des Jahres publizierte Rapport der Staat Californien ist auch nicht lobend betreff Hochspannungsleitungen und deren Folgen.
Auch eine Studie in Long Island legt einen Link zur Brustkrebs.
Hochspannungsleitungen gehören abgeschirmt unter den Boden.
Charles Claessens

Hans-U.Jakob

Re: Hochspannungsmast!

Beitrag von Hans-U.Jakob » 24. Oktober 2003 11:17

Lieber Charles,
Man hat Sie wieder einmal auf dem falschen Fuss erwischt.
Wenn 3 Kupferseile eng beeinander am selben Isolator hängen, hat das mit der Minderung des Magnetfeldes nichts zu tun, sondern mit der Vergrösserung der Oberfläche des Phasenleiters. Je grösser diese Oberfläche, desto besser die Kühlwirkung. Die einzelnen Phasenleiter sollten nicht wärmer als 60 Grad Celius werden.
Die einzelnen Phasenleiter müssen aus Gründen der Isolation pro Volt mindestens 1mm voneinander distanziert sein. Bei 400'000Volt sind das mindestens 4 Meter, sonst knallts mit einem ohrenbetäubenden Kurzschluss.
Das mit den vagabundierenden Strömen ist tatsächlich so.
Die Isolatoren von Hochspannungsleitungen weisen oft feine Haarrisse auf, die dann Staub und Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch feine Erdschlüsse entstehen und Ströme in die Erde abgeleitet werden.
Beste Grüsse, Hans-U.Jakob

charles claessens

Re: Hochspannungsmast!

Beitrag von charles claessens » 24. Oktober 2003 13:05

Hallo Herr Jakob,
nein, an meine Füsse fehlt (bis jetzt) nichts.
Man kann mir nur vorwerfen das ich keine versierter Fachmann bin.
Bei 380 KV Hochspannungsleitungen habe ich mit einem 3D Teslameter festgestellt, dass wenn die Kabel mit dreier zusammen hängen, es da ein erheblich geringer magnetisches Wechselfeld gibt, als wenn die Kabel einzeln hängen.
Ja, es ist mir bekannt dass es da gewaltige Unterschiede über Zeit geben kann, weswegen es jetzt auch Logger gibt, die dieses über längere Zeit darlegen.
Ich bin nicht mit einem Leiter hochgeklettert um es vor Ort nach zu messen, aber die Kabel hängen, von dem Fussboden betrachtet schätzungsweise maximal 50 CM auseinander, genau wie es auch in Frankreich üblig ist.
Bei Gelegenheit werde ich es mal fotografieren und Ihnen ein Bild zuschicken.
Zur Verdeutlichung: Wenn es z.B. 5 einzelne Kabel an einem Mast hängen, wird das im anderen Fall 5 mal 3 Strängen geben. Also, eine einzige Kabel ist dann in 3 separate aufgeteilt, und dies gibt ein geringeres Feld.
Ich kann auch nichts dafür das dies eben so ist. Hier Zulande allerdings.
Charles Claessens

Rainer

Re: Hochspannungsmast, Skineffekt

Beitrag von Rainer » 24. Oktober 2003 14:10

Ich muß mich erst einmal entschuldigen für pysikalische Laien ist der Beitrag uninteressant.
Nicht nur bei hohen Frequenzen sondern auch bei Hochspannungen gibt es den sogenannten Skin- Effekt, d.h. die Elektronen konzentrieren sich am Rand eines Leiters. Aus diesem Grund sind moderne Hochspannungsdrähte innen aus Stahl und außen aus Aluminium. Stahl hat zwar eine relativ geringe elektrische Leitfähigkeit, hat aber dafür eine hohe mechanische Zugfestigkeit. Bei dem Werkstoff Aluminium verhält es sich genau umgekehrt.
Durch Aufteilung einer Phase in drei Einzelleiter wird zum einen die leitende Oberfläche erhöht, zum anderen vereinigen sich die Magnetfelder der drei Leiter zu einem, wodurch die Verlustleistung reduziert wird..

Hans-U.Jakob

Re: Hochspannungsmast, Skineffekt

Beitrag von Hans-U.Jakob » 25. Oktober 2003 16:20

An Rainer:
Das ist sogar sehr interassant!
Haben Sie entsprechende Vergleichstabellen.
Ich wäre dankbarer Abnehmer.
An Charles:
5 einzelne Seile werden Sie kaum finden. Dafür aber 6.
Das gäbe dann in ihrem Fall 6x3 Seile. In der Schweiz meistens 6x2 Seile.
Ob es am Boden unten ein geringeres Magnetfeld gibt? Darüber wird uns Rainer sicher postwenden aufklären.

Klettern Sie da bitte nicht hinauf. Das Zeugs kommt Ihnen sonst mit einem Riesenblitz entgegen. Die haben was gegen kletternde Elektrobiologen.
Beste Grüsse, Hans-U.Jakob

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