Trafo-Häuschen

Doris

Trafo-Häuschen

Beitrag von Doris » 26. Februar 2004 13:06

Hallo!

kann mir jemand bitte weiterhelfen. wir beabsichtigen einen grund zu kaufen um dort haus zu bauen. und in 100 m luftlinien-entfernung steht ein trafohäuschen.

laut messgerät (haben wir selbst gemessen mit dem ME 3030B) hat es direkt neben dem trafo-häuschen 1.600 - 2.000 nT und in 100 m entfernung 230 nT.

aber bei dem grund daneben (wo ja schon ein haus steht) hat es nur 20 - 100 nT.
wie kann das sein? strahlt etwas anderes?

eigentlich sollte es ja egal sein, was sich zwischen trafo und messstelle befindet, da ja magnetische felder ungehindert strahlen, aber dort wo häuser stehen, ist es weniger als dort auf unserem grund. wie kann das sein?

oder kann vielleicht die strom-hauszuleitung (in der erde) soviel strahlen und das messergebnis beeinflussen?
wie kann man diese erd-strom-leitung messen?

wenn ich mit dem messgerät zum boden ziele, geht der wert IMMER richtung 0 nT!

bitte um hilfe - da wir uns schnell zum/oder gegen den kauf des grundstückes entscheiden müssen.

vielen dank

lg
doris

Martin

Re: Trafo-Häuschen

Beitrag von Martin » 26. Februar 2004 20:25

Ganz einfach: Kauf Dir erst mal ein gescheites Messgerät!

Charles Claesesens

Re: Trafo-Häuschen

Beitrag von Charles Claesesens » 27. Februar 2004 11:54

Hallo Martin,
was sool man unter ein gescheites Messgerät verstehen?

Martin

Re: Trafo-Häuschen

Beitrag von Martin » 27. Februar 2004 17:13

Es sollte zumindest 3D messen, dann würden solche Fehlmessungen nicht auftauchen und es sollte natürlich temperaturkompensiert sein, d.h. nicht bei 0 Grad 1000nT und bei Zimmertemperatur 50nT messen. Das sind die Hauptnachteile des erwähnten Gerätes, daher vollkommen unbrauchbar.

Esther

Re: Trafo-Häuschen

Beitrag von Esther » 29. Februar 2004 08:22

Es gibt Leute, die so elekrosensibel sind, dass sie auch die Nähe eines Trafohäuschens spüren und dieses erst nach einiger Zeit als Ursache von Missempfindungen ausmachen konnten. Bei welcher Intensitität ist mir leider nicht bekannt. Es würde der Beantwortung der Frage von Doris mehr dienen, wenn sich Fachleute mit einem wirklich brauchbaren Rat hier melden würden als solche, die wieder nur ihre männliche Überlegeneit in technischen Dingen demonstrieren.

In meiner Umgebung steht auch so ein Trafohäuschen, allerdings ziemlich weit weg, aber meine Nachbarin, die sehr nahe dran wohnt, sagt, sie spürt es.

Esther

Hans-U.Jakob

Re: Trafo-Häuschen

Beitrag von Hans-U.Jakob » 29. Februar 2004 12:01

Hallo Doris.
Dein Messgerät misst wahrscheinlich schon richtig. Die Temperaturschwankungen machen nicht viel aus. Wenn dein Gerät nur 1-dimensional misst, musst du es immer in der Richtung halten, in welcher die grösste Belastung angezeigt wird und dann noch rund 30% dazuschlagen. Dann hast du nur noch einen kleinen Messfehler.

Wenn du es ganz genau haben willst, kannst du am selben Ort einmal längs, einmal quer und einmal senkrecht messen. Jedes Resultat ins Quadrat erheben, dann zusammenzählen und aus der Summe die Quadratwurzel ziehen. Dann bist du auch mit einem billigen Gerät so genau wie jeder Besserwisser oder sogenannt Akkreditierter.

Zum Trafohäuschen:
Deine Messresultate unmittelbar beim Häuschen dürften stimmen. Das Magnetfeld nimmt aber sehr rasch mit der Distanz ab, so dass in 50m nichts Gravierendes mehr sein sollte. Was du hier noch feststellst, sind die Kabel im Boden, welche vom Trafohäuschen wegführen und das Quartier oder einzelne Wohnblöcke mit Strom versorgen. Diese Kabel sind meist unter dem Trottoir oder laufen einer Fassade entlang.

Da wo keine Kabel im Boden sind, kannst du nichts Gravierendes mehr messen. Es ist nicht so, dass "dein" Trafohäuschen in 100 und mehr Metern noch strahlt. Das sind eindeutig die Bodenkabel. Das heisst, die Sekundärkabel (230/400Volt)

Je mehr Strom (nicht Spannung) ein Kabel führt, desto höher fallen deine Messresultate aus. Somit kannst du auch mit einem billigen Messgerät jedes Bodenkabel auf 1m genau orten.Versuchs mal und teile uns Deine Erkenntnisse mit.

Deine Messresultate werden auch sehr grosse tageszeitliche Schwankungen aufweisen. Morgens um 8.30 ist meistens die schwächste und mittags 11.40Uhr die stärkste Belastung.
Das kann dann bis 10mal mehr sein.

Zum gesund Wohnen sollten 50 Nanotesla und an Arbeitsplätzen 100 Nanotesla nicht überschritten sein.

Viel Spass beim Messen. Und sich von EW's bezahlten Besserwissern oder gar sogenannt Akkreditierten nicht drausbringen lassen.

Beste Grüsse, Hans-U.Jakob

Martin

Re: Trafo-Häuschen

Beitrag von Martin » 29. Februar 2004 18:39

Ich halte 50nT für vollkommen indiskutabel. Nach Erfahrungen mit meinen Kunden, halte ich bereits seit über 5 Jahren 1nT im Schlafbereich für die absolute Obergrenze (natürlich bei 50Hz). Erst dann verschwinden auch beim letzten Kunden die Probleme.

Elisabeth Buchs

Re: Trafo-Häuschen

Beitrag von Elisabeth Buchs » 1. März 2004 11:38

Hallo Martin

Ich bin selber elektrosensibel und reagiere sehr empfindlich auf Magnetfelder. Doch unterhalb von 20 nT bin ich beschwerdefrei. Dies sei auch der von Baubiologen festgelegte Wert für Schlafbereiche. 1nT scheint mir ein sehr unrealistischer Wert zu sein. Oder können Sie mir Orte nennen, wo man ein so geringes 50 Hz-Feld hat. Und wo dann noch alle andern Elektrosmog-Faktoren stimmen...

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth

Martin

Glückwunsch

Beitrag von Martin » 1. März 2004 21:55

Da sind Sie noch gut dran. Ich habe Kunden die 1nT als Obergrenze haben. Meist ist 1nT aber auch zu schaffen, wenn man alle Kabel stillegt (Netzfreischalter oder Mumetall-Abschirmung). Die von Ihnen vorgetragene "Empfehlungen" sog. "Baubiologen" halte ich für vollkommenen Unsinn, zumal diese Berufbezeichnung jeder Depp tragen darf, da er nicht geschützt ist (so wie früher der sog. "Heilpraktiker"). Auf Deutsch: Jeder kann sich Baubiologe nennen und damit sein Geld verdienen. Daher sind die Aussagen meist auch vollkommen Praxisfremd und erstaunlicherweise meist zu hoch. Warum eigentlich ?

Elisabeth Buchs

Re: Glückwunsch

Beitrag von Elisabeth Buchs » 3. März 2004 09:21

Hallo Martin

Netzfreischalter und Mumetall-Abschirmungen helfen wohl vor allem bei Magnetfeldern, die vom Haus selber entstehen. Ausserdem wird es wohl schwierig und sehr teuer, bei einem ganzen Haus alle Leitungen mit Mu-Metall abzuschirmen. Wie machen Sie das konkret, Abschirmen der Leitungen mit Mu-Metall? Was machen Sie dann, wenn das Magnetfeld von auswärts, d.h. z.B. vom öffentlichen Netz, von der Nachbarschaft, von Ausgleichsströmen z.B. auf Wasserleitungen kommt? Ausserdem ist Mu-Metall magnetisch und verzerrt das Magnetfeld, das Magnetfeld wird eher abgeleitet, jedoch könnten sensible Personen Probleme bekommen mit der Verzerrung des Magnetfeldes, feststellbar mit einem Kompass. Wie sieht es aus beim Stillegen der Leitungen mit den Dauerverbauchern wie Heizung und Kühlschrank?

Es würde mich interessieren, ob Sie berufsmässig mit Elektrosmog-Messungen zu tun haben, Sie schreiben von Kunden, ob Sie in der Schweiz tätig sind.

Noch zu Ihrer Bemerkung über die Baubiologen: so verallgemeinernd sollte man das nicht sagen, auch dort gibt es wohl gute, mittelmässige und auch Scharlatane. Ausserdem gibt es Fälle, wo auch der beste Elektrosmog-Spezialist aufgeben muss.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Evi

Re: Hinter den sieben Bergen...

Beitrag von Evi » 3. März 2004 13:10

Da werden aber verschiedene Leute jetzt runde Augen machen, bei einem Wert von 1nT!

Das gibt es wohl nicht einmal hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen und sicher schon gar nicht in normalem, bewohnten Gebiet. Schön wär´s!

Evi

Martin

Re: Hinter den sieben Bergen...

Beitrag von Martin » 3. März 2004 17:19

Hallo Evi und Elisabeth,

ja ich mache das berufsmäßig aber nur in Deutschland.

1nT sind einfach zu erreichen. Kabel brauchen nicht ummantelt werden, da lediglich der entspr. Wandseite abgeschirmt werden muss. Von einer Verzerrung des Magnetfeldes ist mir nichts bekannt. Dies ist auch nicht zu messen. Wohl eher ein Gerücht.

Ich denke eine "echter" Spezialist muss nie aufgeben. Es gibt für jeden Fall eine Lösung (wenn mitunter aber teuer).

Wenn aber die Bestrahlung ausserhalb des Hauses entsteht wird es natürlich sehr teuer und aufwendig.

Klar kann man meine Bemerkung über die "Baubiologen" nicht veralgemeinern aber meist hatte ich bisher recht ;-) (leider)

Elisabeth Buchs

Re: Hinter den sieben Bergen...

Beitrag von Elisabeth Buchs » 4. März 2004 12:04

Ich kenne zwei Orte persönlich, in denen das Magnetfeld 0,09 nT betrug und stabil war. Der eine Ort in Spanien, in bewohntem Gebiet, jedoch das letzte Haus an einer kleinen Sackgasse, auf einem Fels gebaut, unterhalb braust das Meer. Uebrigens hatte dieses Haus nur draussen knapp messbare Mobilfunkbelastung und kaum Fernsehsender. Ab und zu war ein Schiff auf dem Meer, dessen Radar man hören konnte. Jedoch - was schafften sich die Besitzer diese Hauses an - ein DECT-Schnurlostelefon. Dieses strahlte in der oberen unbewohnten Ferienwohnung und hat mir das Leben dort schwer gemacht. Wir konnten dann erreichen, dass beim zweiten Aufenthalt das DECT während dieser Zeit ausgeschaltet war. Jedoch hatte es in diesem Haus ein erhöhtes elektrisches Feld, Ankoppelungsspannung es waren Schuko-Stecker, vermutlich war die Erdung nicht gut, wie scheinbar oft in Spanien.

Das andere Haus mit ebenso tiefem Magnetfeld, das ich kenne ist in der Schweiz, Distanz zum nächsten Nachbar ca. 200 m. Jedoch ging es den Bewohnern nicht gut. Das Haus steht ebenfalls auf felsigem Untergrund, in der Nähe einer Moorlandschaft. Nicht weit vom Haus eine 16 000 V-Leitung, die sich erstaunlicherweise auf das Magnetfeld nicht auszuwirken schien, jedoch auf das elektrische Feld, die Erdung war dort auch nicht gut. Ebenfalls war dort nicht sehr weit entfernt ein Flughafenradar vorhanden.

Ich frage mich, ob und was für ein Zusammenhang bestehen könnte zwischen ungenügender Erdung und tiefen Magnetfeldern. In Spanien sind an vielen Orten die Magnetfelder tief.

Wer weiss, wie und mit welchen Messgeräten man Erdungen optimal überprüfen kann?

Ich kenne jemanden, deren Haus sich wie sie sagten "auflud" bei z.B. Metall (Auto) oder Plastik auf einer Drainageleitung. Und diese haben mit einem Tiefenerder viel verbessern können.

Uebrigens bei uns im Wald habe ich auch gemessen, es sind 3 nT, vermutlich wegen der einige Kilometer weit entfernten Hochspannungsleitung.

An einem andern Ferienort in der Schweiz sind es zwischen 3 bis 5 nT, das Feld stieg an, als das Hotel obendran wieder bewohnt wurde. Leider hat es dort nun eine Störung (Transient) auf Kurzwelle.

Häuser mit so tiefen Feldern sind selten wie Juwelen, besonders wenn noch alle andern Elektrosmog-Faktoren stimmen.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

TR

Wie bestimmt man die Qualität der Erdung?

Beitrag von TR » 5. März 2004 09:48

Hallo Frau Buchs,

> ein erhöhtes elektrisches Feld, Ankoppelungsspannung es
> waren Schuko-Stecker, vermutlich war die Erdung nicht gut,
> wie scheinbar oft in Spanien.

Bei allem Respekt - aber was Sie da schreiben kann ich nicht
nachvollziehen.
Was ist eine "Ankoppelspannung"?
Und warum sollte die durch die Erdung beeinflusst werden??

Das elektrische Feld einer Hausinstallation ist völlig
unabhängig davon, wie gut die Erdung ist. Denn selbst wenn
die Erdung schlecht ist ( = hoher Erdungswiderstand) wird
solange kein sehr hoher Strom über den Schutzleiter
fliesst derselbige 0 Volt gegen Erde haben. Wenn es gar keinen
Schutzleiter gibt (Klassische Nullung) ist es sowieso
egal darüber zu spekulieren, wie gut oder schlecht
die "Erdung" ist, denn die gibt es dann sclicht und
ergreifend nicht.

>...jedoch auf das elektrische Feld, die Erdung war dort auch nicht gut.

Eine Frage im Zusammenhang mit dieser Aussage:
Wie haben Sie die Qualität der Erdung bestimmt? Mit welchem
Messgerät und wie war die Vorgehensweise? Wie weit entfernt vom
Haus haben Sie den Erdspiess zum Messen in den Boden gesteckt?


Viele Grüsse

TR

Elisabeth Buchs

Re: Hinter den sieben Bergen...

Beitrag von Elisabeth Buchs » 5. März 2004 10:00

Die Verzerrung des Magnetfeldes ist leider kein Gerücht und kann auch mittels Kompass festgestellt werden. Wie es bezüglich einer Mu-Metallplatte aussieht, müsste man testen. Es soll ja auch einen K-Protect-Abschirmstein geben, der Magnetit enthält. Ich hatte ahnungslos ein Bett mit Metallfüssen gekauft, dort fühlte ich mich unwohl und hatte ein "internes Zittern". Wir haben mit einem Kompass festgestellt, dass es zu relativ starken Verzerrungen kam. Ich habe dann die Metallfüsse durch Holzfüsse ersetzen lassen, seither habe ich diesbezüglich keine Beschwerden mehr.

Ein weiteres Beispiel: in einem Camper kann ich lange nicht einschlafen und erwache unerholt und gerädert, obschon er an einem sonst guten Ort stand. Der Kompass zeigt in diesem Fahrzeug nicht mehr korrekt an, die Verzerrung ist stark. Ich wäre deshalb interessiert an einem Fahrzeug, Wohnwagen usw. mit für mich gut verträglichem Material wie Holz, evt. Kunsstoff, nicht magnetisches Metall.

Mit scheint auch, dass ich mich im Disponibel im Untergeschoss mit armiertem Beton weniger wohl fühle, das Schlafen geht dort schlechter als in einem oberen Zimmer, trotz sonst guter Bedingungen.

Ein mir bekannter Elektrosmog-Spezialist sagte mir, auch metallene Balkongelänger könnten sich negativ auswirken. Herr Maes schreibt in seinem Buch, man solle nicht oberhalb einer Garage mit Autos drin übernachten.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

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