110kV Leitung 30m vor dem Haus

Stromi

110kV Leitung 30m vor dem Haus

Beitrag von Stromi » 5. Dezember 2008 11:38

Hallo,
ich hab paar Fragen:

Wir wohnen etwa 30 m von einer 110kV Hochspannungsleitung entfernt. Eine 3 Tages Messung ergab folgende Werte:

Am Tag:
Minimum: 20 nT
Maximum: 160 nT
Mittel: 56 nT

Nachts:
Minimum: 10 nT
Maximum: 80 nT
Mittel: 29 nT

Mir wurde empfohlen, mich an eine schweizer Stelle zu informieren, da man hier anscheinend kritischer dem Thema gegenüberstehen als in Deutschland.

Kann es eventuell einen Zusammenhang zwischen den Belastungen und einer Autoimmunkrankheit geben ?
Laut BioInititive Working Group für Langzeitaufenthalt von Kindern und schwangeren Frauen (2007), sieht einen maximalen Mittelwert bei Langzeitexposition von 100 nT vor. Unsere Mittelwerte sind weit unter dieser Grenze. Aber ist das tief genug ?

Meine Mutter ist schwerkrank, schwere neurologische Krankheit, die noch relativ unklar ist. Sie kann nurnoch den linken Arm problemlos bewegen, der Rest geht nur gering bzw. garnicht. Ok, den Kopf kann Sie natürlich auch noch bewegen.

Mit freundlichen Grüßen, Stromi

Hans-U. Jakob
Beiträge: 1325
Registriert: 10. Februar 2007 15:37

Re: 110kV Leitung 30m vor dem Haus

Beitrag von Hans-U. Jakob » 5. Dezember 2008 17:36

Stromi hat geschrieben:Hallo,
ich hab paar Fragen:

Wir wohnen etwa 30 m von einer 110kV Hochspannungsleitung entfernt. Eine 3 Tages Messung ergab folgende Werte:

Am Tag:
Minimum: 20 nT
Maximum: 160 nT
Mittel: 56 nT

Nachts:
Minimum: 10 nT
Maximum: 80 nT
Mittel: 29 nT

Mir wurde empfohlen, mich an eine schweizer Stelle zu informieren, da man hier anscheinend kritischer dem Thema gegenüberstehen als in Deutschland.

Kann es eventuell einen Zusammenhang zwischen den Belastungen und einer Autoimmunkrankheit geben ?
Laut BioInititive Working Group für Langzeitaufenthalt von Kindern und schwangeren Frauen (2007), sieht einen maximalen Mittelwert bei Langzeitexposition von 100 nT vor. Unsere Mittelwerte sind weit unter dieser Grenze. Aber ist das tief genug ?

Meine Mutter ist schwerkrank, schwere neurologische Krankheit, die noch relativ unklar ist. Sie kann nurnoch den linken Arm problemlos bewegen, der Rest geht nur gering bzw. garnicht. Ok, den Kopf kann Sie natürlich auch noch bewegen.

Mit freundlichen Grüßen, Stromi
Liebe/r Stromi
Massgebend für das Magnetfeld in nT ist bei Hochspannungsleitungen nie die Spannung in kV, sondern immer der Strom in Ampère. Und dieser ist wiederum sehr Tageszeit-, Wochentags- oder gar Jahreszeitabhängig. Je nach Art der Verbraucher, welche von dieser Leitung gespiesen werden. Da können von Sommer- zu Winterhalbjahr riesige Unterschiede auftreten. Auch spielen die Lastflussrichtungen eine grosse Rolle.
Ihre 3-Tage-Messung scheint mir nicht ganz plausibel. Das müsste wesentlich höher ausfallen
Machen Sie uns doch bitte nähere Angaben zu dieser Leitung. Von wo nach wo? Ein Bild mit der Anzahl an Stromleitern und deren Dicke wäre auch nicht schlecht. Sie können mir dieses auch privat zustellen an:
prevotec(AT)bluewin.ch
Auch wäre interessant, wer mit welchem Gerät gemessen hat. Ob 1- oder 3-dimensional?
Hans-U. Jakob

Gast

Re: 110kV Leitung 30m vor dem Haus

Beitrag von Gast » 5. Dezember 2008 23:43

Hallo,

vielen Danke für die Antwort.
Massgebend für das Magnetfeld in nT ist bei Hochspannungsleitungen nie die Spannung in kV, sondern immer der Strom in Ampère. Und dieser ist wiederum sehr Tageszeit-, Wochentags- oder gar Jahreszeitabhängig. Je nach Art der Verbraucher, welche von dieser Leitung gespiesen werden.

Wo erfahre ich diese Werte ?
Macht es also keinen Sinn das Magnetfeld in Tesla zu messen ?

Da können von Sommer- zu Winterhalbjahr riesige Unterschiede auftreten. Auch spielen die Lastflussrichtungen eine grosse Rolle.
Ihre 3-Tage-Messung scheint mir nicht ganz plausibel. Das müsste wesentlich höher ausfallen
Also laut Baubiologen Dr. Moldan (http://www.drmoldan.de) sind die Werte "traumhaft" für die Situation. Er hätte höhere Werte erwartet.
Machen Sie uns doch bitte nähere Angaben zu dieser Leitung. Von wo nach wo?

Wo erfahre ich dies ? Es ist eine Leitung welche ein Dorf mit Strom versorgt so viel ich weiß, bin mir aber nicht sicher. Die Leitung verbindet die Stadt mit einem Dorf.
Ein Bild mit der Anzahl an Stromleitern und deren Dicke wäre auch nicht schlecht. Sie können mir dieses auch privat zustellen an:
prevotec(AT)bluewin.ch
Werde ich machen !
Auch wäre interessant, wer mit welchem Gerät gemessen hat. Ob 1- oder 3-dimensional?
In den Unterlagen des Baubiologen steht das die Langzeitaufnahmen mit einem 3D Messgerät gemacht wurden. Abtastrate 2 Sekunden. Erfasst werden magn. Flussdichten in den Frequenzbereichen 16,7 Hz und 50-2000 Hz. Das Gerät nennt sich Mlog 3D von Merkel.
Ich hoffe Sie können damit etwas anfangen.

Gruß, und nochmals Danke für Ihre Antwort

Hans-U. Jakob
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Beitrag von Hans-U. Jakob » 6. Dezember 2008 08:36

Wie viel Strom in Ampère die Leitung führen kann, ergibt sich aus dem Querschnitt (Dicke) der Stromleiter.
Magnetfelder werden in Tesla,Millitesla, Mikrotesla oder Nanotesla angegeben.
1000Nanotesla = 1 Mikrotesla und 1000 Mikrotesla = 1 Millitesla

In der Schweiz befindet sich unten an jedem Mast eine Plakette mit den Angaben von wo nach wo die Leitung führt und wem diese gehört. Halten Sie bei sich einmal Nachschau, ob Sie so etwas finden.

Dr. Moldan hat schon recht, wenn er ihre Werte traumhaft gut für diese Situation findet. Messtechniker und Messgerät Mlog3D sind absolut in Ornung aber ich vermute, dass die Leitung während der Messung möglicherweise praktisch im Leerlauf betrieben wurde. Das heisst der Zielort ihrer Leitung wurde zur Zeit der Messung über eine andere Leitung gespiesen. Hochspannungsversorgungen werden immer als Ringleitungen betrieben, das heisst, dass ein Ziel über verschiedene Wege angespiesen wird. Dies aus Sicherheitsgründen, wenn einmal eine Leitung ausfällt.
Hans-U. Jakob

Stromi

Beitrag von Stromi » 6. Dezember 2008 10:54

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In der Schweiz befindet sich unten an jedem Mast eine Plakette mit den Angaben von wo nach wo die Leitung führt und wem diese gehört.  Halten Sie bei sich einmal Nachschau, ob Sie so etwas finden.
Ich werde später mal nachschauen. Wenn ich nichts finde, werde ich bei unseren technischen Werken anrufen und nachfragen.
Dr. Moldan hat schon recht, wenn er ihre Werte traumhaft gut für diese Situation findet. Messtechniker und Messgerät Mlog3D sind absolut in Ornung aber ich vermute, dass die Leitung während der Messung möglicherweise praktisch im Leerlauf betrieben wurde. Das heisst der Zielort ihrer Leitung wurde zur Zeit der Messung über eine andere Leitung gespiesen.

Das wäre natürlich garnicht gut. Auch das werde ich mal erfragen. Die Messungen wurden letztes Jahr Ende November gemacht. Ich vermute das durch die kalte dunkle Jahreszeit das Stromnetz mehr belastet wird als zum Beispiel im Sommer, da mehrere zu Hause sind und somit auch mehrere Verbraucher an sind.
Hochspannungsversorgungen werden immer als Ringleitungen betrieben, das heisst, dass ein Ziel über verschiedene Wege angespiesen wird. Dies aus Sicherheitsgründen, wenn einmal eine Leitung ausfällt.
Ich hab jetzt mal bei google Earth nachgesehen wo die Leitung hinführt... Sie verbindet doch nicht Stadt mit Dorf, sondern geht am Stadtrand vorbei, durch verschiedene Stadtteile.

Mal eine Grundlegende Frage: Kann man sich vor den niederfrequenten Magnetischen Feldern schützen bzw. abschirmen ? Ein Therapeut hat meiner Mutter empfohlen, wenn ihr was an ihrer Gesundheit liegt, auszuziehen.
Noch etwas: Gibt es ein günstiges Messgerät um diese Felder zu messen ?

Gruß

Hans-U. Jakob
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Beitrag von Hans-U. Jakob » 7. Dezember 2008 10:45

Stromi hat geschrieben: Mal eine Grundlegende Frage: Kann man sich vor den niederfrequenten Magnetischen Feldern schützen bzw. abschirmen ? Ein Therapeut hat meiner Mutter empfohlen, wenn ihr was an ihrer Gesundheit liegt, auszuziehen.
Noch etwas: Gibt es ein günstiges Messgerät um diese Felder zu messen ?
Gruß
Bei Hochspannungsleitungen gibt es sowohl elektrische wie magnetische Felder zu beauchten. In der Distanz zu ihrem Haus sind die elektrischen Felder gesundheitlich nicht mehr relevant. Das grosse Problem bei Hochspannungsleitungen sind die magnetischen Felder und diese lassen sich am Ort der Immission nicht mehr abschirmen.
Hier hilft ausschliesslich nur die Distanz und sonst gar nichts. Lassen Sie sich da ja nichts aufschwatzen. Scharlatane sind da immer rasch zur Stelle. Das hat der Therapeut ihrer Mutter richtig erkannt.
Eine Abschirmung niederfrequenter magnetischer Felder ist nur an der Quelle, das heisst am Stromleiter selber möglich. Und dies ist nur bei einer Bodenverkabelung möglich. Sehen Sie dazu unter
http://www.gigaherz.ch/1160
http://www.gigaherz.ch/1180
Magnetfelder sind immer 3-dimensional zu messen und sollten über Tage oder Wochen aufgezeichnet werden. Alles andere gibt ein falsches Bild.
Das Mlog3D welches Dr. Moldan bei Ihnen verwendet hat, ist sehr empfehlenswert. Ich verwende dieses selber auch.
Hans-U. Jakob

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